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Cammisan
Hallo ihr Lieben,

mir ist bewusst, dass schon mehrere Themen in die Richtung existieren, wollte aber nochmal ein aktuelles starten, falls jemand noch Erfahrungen in der Richtung mit Escitalopram/Cipralex gemacht hat und sie eventuell teilen würde

Ich nehme seit knapp 3 Wochen jetzt wegen einer Angststörung Escitalopram, die erste Woche habe ich mit 5mg angefangen, die zweite mit 10mg und vor 3 Tagen bin ich auf 15mg hoch.

Von der Wirkung her spüre ich noch nicht sonderlich viel, will aber noch ein wenig warten und gegebenenfalls auch noch auf 20mg erhöhen und hoffen, dass noch was kommt.

Von den Nebenwirkungen bin ich einigermaßen verschont geblieben, aber seit Beginn der Einnahme verspüre ich eine extreme Müdigkeit, die ich vorher noch nicht hatte. Meist bin ich mittags rum so müde, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren kann und selbst im Gespräch mir die Augen zufallen. Das ist nicht nur nervig und schränkt mein Alltag ziemlich ein, es macht mir als Angstpatientin leider auch Angst,weil ich gleich das Gefühl habe mit meinem Körper stimmt was nicht und ihm fehlt die Energie wegen etwas schwerwiegendem...

Die Ärzte antworten auf meine Fragen zur Müdigkeit als Nebenwirkung immer nur, dass das bei Escitalopram nicht möglich ist, da es ja ein antriebsförderndes Mittel ist. Und dass die Müdigkeit psychosomatisch ist.

Klar, ich hatte über die Jahre hinweg schon einige Symptome wie viele sie hier bestimmt auch hatten und keines hatte eine organische Ursache.

Aber Müdigkeit war bei mir nie ein Thema und sie hat nun mal wirklich zeitgleich zu meiner Einnahme von Escitalopram begonnen.

Hat irgendjemand von euch auch Erfahrungen mit Escitalopram und Müdigkeit als Nebenwirkung? Ist es bei euch wieder weggegangen und wie lange hat es gedauert?

Danke schon einmal für eure Antworten!

29.07.2018 15:59 • 30.07.2018 #1


9 Antworten ↓


Hey Cammisan,

Oh schwieriges Thema, Antidepressiva wirken ja bei jedem Menschen anders.
Hab drei Jahre Citalopram genommen- Escitalopram, Cipralex , Citalopram etc ist ja ähnlich in der Wirkung-
und ich war definitiv die ersten Monate dauermüde.
Ist halt immer schwer zu definieren, woher die extreme Müdigkeit kommt. Depressionen machen müde. Und ich hatte zu der Zeit drei Kleinkinder. Eheprobleme. SZ Gedanken. Viele Baustellen halt.
Mir ging es erst mit der Höchstdosis besser , 40 mg. Hat aber auch ca zwei Monate gedauert, bis die Nebenwirkungen weniger wurden und ich etwas fitter.
Bei Antidepressiva oder SSRI Wiederaufnahme Hemmern braucht man leider einen langen Atem.
Viel Geduld. Das kostet unendlich viel Kraft.
Bleib mit deinem Arzt in Kontakt, wenn es gar nicht besser wird, versuch mal ein anderes Medikament. Aber erstmal- Geduld.

Alles gute für dich, lg

30.07.2018 13:32 • x 1 #2



Müdigkeit bei Escitalopram

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petrus57
@Cammisan

Ich werde auch immer gegen Mittag müde. Schlafe da meist beim Fernsehen ein. Nehme auch Escitalopram 15 mg.

Gegen 17 Uhr ist die Müdigkeit meist verschwunden.

30.07.2018 13:34 • x 1 #3


The_Nexus_Bloom
Also ich hatte immer Probleme mit Müdigkeit und hatte bei der Einnahme von Escitalopram auch das Gefühl, dass meine Müdigkeit viel schlimmer geworden ist. Mir wurde damals gesagt, es könne durchaus sein, dass es Escitalopram verursacht, auch wenn es eher selten sei. Mir wurde dann empfohlen, es stattdessen abends einzunehmen.

30.07.2018 13:35 • x 1 #4


Bolle2012
ich nehme es seit Mittwoch und habe seitdem Durchfall von mudigkeit merke ich nicht soviel nur wenn ich genommen habe kurze Zeit später schwitzanfalle

30.07.2018 14:08 • #5


Cammisan
Zitat von ichliebekuchen:
Hey Cammisan,

Oh schwieriges Thema, Antidepressiva wirken ja bei jedem Menschen anders.
Hab drei Jahre Citalopram genommen- Escitalopram, Cipralex , Citalopram etc ist ja ähnlich in der Wirkung-
und ich war definitiv die ersten Monate dauermüde.
Ist halt immer schwer zu definieren, woher die extreme Müdigkeit kommt. Depressionen machen müde. Und ich hatte zu der Zeit drei Kleinkinder. Eheprobleme. SZ Gedanken. Viele Baustellen halt.
Mir ging es erst mit der Höchstdosis besser , 40 mg. Hat aber auch ca zwei Monate gedauert, bis die Nebenwirkungen weniger wurden und ich etwas fitter.
Bei Antidepressiva oder SSRI Wiederaufnahme Hemmern braucht man leider einen langen Atem.
Viel Geduld. Das kostet unendlich viel Kraft.
Bleib mit deinem Arzt in Kontakt, wenn es gar nicht besser wird, versuch mal ein anderes Medikament. Aber erstmal- Geduld.

Alles gute für dich, lg



Erstmal danke für deine Antwort
Natürlich hab ich auch schon daran gedacht, dass mein Körper eben durch die Belastung der Angst und dadurch, dass ich momentan sehr stark daran arbeite die Ursache für mich zu finden einfach ein wenig müde wird, weil so etwas ja auch anstrengt.
Aber da die Müdigkeit schon sehr ausgeprägt ist und abends sogar wieder schwächer wird vermute ich mal schon, dass es eher am Medikament liegt.

Letztendlich heißt es wohl wie bei allen Antidepressiva Augen zu und durch. Aber ich geb mein Bestes geduldig zu bleiben:)!

Darf ich dich noch kurz fragen wie es bei dir war nach dem Absetzen? Sind die Beschwerden wiedergekommen oder bist du einigermaßen zufrieden ohne?

LG Cammi

30.07.2018 14:18 • #6


Cammisan
Zitat von petrus57:
@Cammisan

Ich werde auch immer gegen Mittag müde. Schlafe da meist beim Fernsehen ein. Nehme auch Escitalopram 15 mg.

Gegen 17 Uhr ist die Müdigkeit meist verschwunden.



Danke auch dir für die Rückmeldung! Das klingt tatsächlich eins zu eins nach meinem Tag momentan, abends geht die Müdigkeit nämlich wirklich wieder zurück. Beruhigt mich sehr zu hören, dass ich da nicht alleine bin:)

LG Cammi

30.07.2018 14:20 • #7


Cammisan
Zitat von The_Nexus_Bloom:
Also ich hatte immer Probleme mit Müdigkeit und hatte bei der Einnahme von Escitalopram auch das Gefühl, dass meine Müdigkeit viel schlimmer geworden ist. Mir wurde damals gesagt, es könne durchaus sein, dass es Escitalopram verursacht, auch wenn es eher selten sei. Mir wurde dann empfohlen, es stattdessen abends einzunehmen.



Ah, das wäre natürlich auch mal eine Idee es abends zu nehmen, ändert sich bei dir da was an der Wirkung?

LG Cammi

30.07.2018 14:23 • #8


Hhmmm, da muss ich etwas ausholen.
Ein sehr schlechter Neurologe hat mir damals Citalopram um die Ohren gehauen . Ihn hat mein Leben bzw meine Probleme null interessiert.
Hab nach drei Jahren auf eigene Faust abgesetzt weil ich mich körperlich gar nicht mehr wohl gefühlt habe ( bin 1,59 klein, vor Citalopram hatte ich Kleidergröße 38 - danach 44-46)
Der Entzug war schrecklich weil ich kalt entzogen habe ( war dumm)
Hab mich dann jahrelang irgendwie durchs Leben gekämpft. Vor zwei Jahren total Zusammenbruch .
Bin zum Psychologen, verschiedene Diagnosen; sensitive Persönlichkeitsstörung, mittelschwere Depressionen usw. Musste während der Therapie zum Psychiater weil ohne Medis hätte ich es nicht geschafft. Hab Sertralin genommen, hochdosiert.
Therapie hat mir sehr geholfen! ( Verhaltenstherapie/ Traumatherapie) . Jetzt bin ich fast fertig therapiert und setze auch Sertralin ab, weil ich - zum ersten mal in meinem Leben- relativ stabil bin psychisch.

Machst du eigentlich Therapie zusätzlich zu Citalopram? Hab das bei mir so krass empfunden, nur Medis sind iwie Krücken...wirklich wichtig ist ein guter Therapeut.

30.07.2018 16:10 • x 1 #9


Cammisan
Zitat von ichliebekuchen:
Hhmmm, da muss ich etwas ausholen.
Ein sehr schlechter Neurologe hat mir damals Citalopram um die Ohren gehauen . Ihn hat mein Leben bzw meine Probleme null interessiert.
Hab nach drei Jahren auf eigene Faust abgesetzt weil ich mich körperlich gar nicht mehr wohl gefühlt habe ( bin 1,59 klein, vor Citalopram hatte ich Kleidergröße 38 - danach 44-46)
Der Entzug war schrecklich weil ich kalt entzogen habe ( war dumm)
Hab mich dann jahrelang irgendwie durchs Leben gekämpft. Vor zwei Jahren total Zusammenbruch .
Bin zum Psychologen, verschiedene Diagnosen; sensitive Persönlichkeitsstörung, mittelschwere Depressionen usw. Musste während der Therapie zum Psychiater weil ohne Medis hätte ich es nicht geschafft. Hab Sertralin genommen, hochdosiert.
Therapie hat mir sehr geholfen! ( Verhaltenstherapie/ Traumatherapie) . Jetzt bin ich fast fertig therapiert und setze auch Sertralin ab, weil ich - zum ersten mal in meinem Leben- relativ stabil bin psychisch.

Machst du eigentlich Therapie zusätzlich zu Citalopram? Hab das bei mir so krass empfunden, nur Medis sind iwie Krücken...wirklich wichtig ist ein guter Therapeut.



Das ist wirklich eine krasse Geschichte, es ist wirklich immer traurig wie viele Ärzte sich um nichts scheren und direkt die Antidepressiva verschreiben. Ich hab nichts gegen die Medikamente, aber wie du sagst,Therapie ist sehr wichtig.
Und ja, ich hatte auch einen schlimmen Zusammenbruch und bin jetzt seit 3 Wochen stationär in einer psychosomatischen Klinik in der ich medikamentös eingestellt werde, aber auch verschiedene Therapiestunden zur Unterstützung habe. Ich habe vor dem Zusammenbruch knapp ein Jahr ambulant Verhaltenstherapie gemacht und das hat schon geholfen, aber jetzt bekomme ich hier eine tiefenpsychologische Therapie und ich denke das hilft mir sehr die Grundprobleme zu verstehen:)

Auf die Wirkung von Escitalopram warte ich weiterhin, aber hab auch schon von vielen gehört, die erst knapp nach einem Monat was gespürt haben.

LG Cammi

30.07.2018 21:42 • #10



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Dr. med. Andreas Schöpf