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Hallo liebe Community!

Ich nehme seit 9 Monaten folgende Medikamente gegen mittelschweren Depressionen:

- Sertralin 100 mg FRÜH
- Mirtabene 30 mg ABENDS

Ich bin 19 Jahre alt, 169 cm groß, männlich und wiege nun 62 kg.
ich wog vor Beginn der Einnahme der Medikamente nur 50 kg - habe also gut 12 kg in 9 Monaten zugenommen.

Mirtabene löst bei mir regelrecht Heißhungerattacken aus, sodass ich mich kaum dagegen wehren kann, süßes zu essen.

Durch die extreme Zunahme merke ich, dass ich einen "ziemlichen Bauch" bekommen habe, da sich das ganze Gewicht dort abgesetzt hat.

Jetzt mache ich mir sorgen, weiterhin markant an Gewicht zuzulegen bzw. fett zu werden...
Hört die Zunahme irgendwann mal auf?

Was passiert, wenn ich die Mirtabene nicht mehr nehmen muss?
Verschwinden dann die Kilos wieder, oder bleibe ich dann so?

Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus!

Liebe Grüße
Marvin

09.07.2015 22:21 • 03.08.2015 #1


15 Antworten ↓


Ohne mirtazapin dürfte es jedenfalls weniger Gewichtszunahme geben.

09.07.2015 22:59 • #2



Mirtabene Nebenwirkung

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butterfly07
Guten Morgen Marvin!
Schlimm das du mit 19 Jahren schon mit Depressionen kämpfen musst.. Wie fühlst du dich den jetzt ? Gehts dir besser?
Ich nehme auch sehr leicht zu aber lieber Marvin , es liegt auf der Hand was du da machen kannst ! Sport! Zieh die Laufschuhe an iPod mit und schön langsam beginnen jeden Tag ! Sport ist die beste Medizin gegen Depressionen und Übergewicht !
Ich muss mich jeden Tag überwinden aber hilft nichts ...jeden Tag vor dem Spiegel heulen wenn man die Kilos sieht macht's nur wieder schlimmer!

12.07.2015 08:06 • #3


Zitat von Marviin18:
Hört die Zunahme irgendwann mal auf?

Was passiert, wenn ich die Mirtabene nicht mehr nehmen muss?
Verschwinden dann die Kilos wieder, oder bleibe ich dann so?


Bei mir haben der Appetit und die Zunahme nicht aufgehört. Ich musste das Medikament absetzen. Mein Psychiater meinte damals auch, dass diese unangenehme Nebenwirkung immer bestehen bleibt, sich die Zunahme also nicht irgendwann einbremst. Leider.

Nach dem Absetzen verschwanden bei mir fast alle zugenommenen Kilos ganz von selbst, ohne Diät. Klappt bei dir sicher auch. Also keine Sorge!

12.07.2015 10:04 • #4


Mm. Sport klingt gut , bringt aber wenig , wenn man dank des Medikamentes trotzdem zunimmt.

Brauchst du das mirtazapin zum schlafen? Ich konnte mit sertralin exzellent schlafen und mit steigender dosis sogar immer besser.

Ansonsten kann man auch escitalopram probieren, das ist für weniger Schlafstörungen bekannt.

Ich hatte auch früher sehr oft Schlafstörungen, aber mit sertralin und jetzt mit escitalopram überhaupt nicht mehr. Und die Gewichtszunahme ist auch wesentlich geringer als unter mirtazapin.

Und generell ist escitalopram als deutlich nebenwirkungsärmer als mirtazapin bekannt und auch etwas besser als Sertralin.

Hab's dann selbst ausprobiert, da mir das sertralin teilweise zu stark stimuliert hat und muss sagen , mit escitalopram fühle ich mich am normalsten bis jetzt.

Da muss ich der ganzen Werbung von Lundbeck ausnahmsweise mal Recht geben , escitalopram ist der beste ssri.

12.07.2015 10:42 • #5


Ich denke immer, dass es individuell verschieden ist. Mir hilft Mirtazapin seit Jahren ohne Nebenwirkungen hervorragend und ich habe das Glück, dass ich zu den wenigen gehöre, die davon nicht zugenommen haben.
Als ich damals Citalopram ausprobierte, bekam ich davon Dauerkopfschmerzen. Ich kenne Leute, denen Sertralin gut geholfen hat und welche, bei denen es gar nicht gewirkt hat, genau wie bei Venlafaxin kenne ich solche und solche Meinungen.
Im Endeffekt ist das beste, wenn man in Absprache mit seinem Arzt genau herausfindet, welches AD bei den geringsten Nebenwirkungen am effektivsten hilft.

12.07.2015 11:42 • #6


Jein. Letztlich wirken alle medis auf bestimmte Rezeptoren und die sind bei allen Menschen dieselben. Unterschiede dürfte es lediglich in den Reaktionen darauf geben etc.
Letztlich wirkt bei vielen Menschen ein medikament sehr ähnlich. Zumindest die Leute , die ich kenne haben ungefähr dieselben nebenwirkungen und Wirkungen bei denselben Medis wie ich.

In der Regel hat Serotonin , noradrenalin dopamin etc. auch in jedem Körper ungefähr die gleiche Funktion und eine Veränderung bewirkt ungefähr ähnliche Wirkungen...

Sonst wäre die Menschen ja total unterschiedlich und man müsste für jeden Menschen individuelle Wirkstoffe und Nahrungsmittel entwickeln...

12.07.2015 17:13 • #7


Benommenheit und Kopfschmerzen sind unter Citalopram auch häufig, bei escitalopram hingegen nicht.

Scheint tatsächlich mehr Unterschiede zwischen racemischem Citalopram und S-Citalopram zu geben als ich erwartet hatte. Aber es gibt da eine hoch interessante wissenschaftliche Untersuchung zu , was R-Citalopram an der Wirkung verändert.

Dürfte also in vielen Fällen sinnvoll sein , die Enantiomere zu trennen und nur die guten zu verwenden. Das dürfte vielen Medikamenten nebenwirkungen reduzieren. Leider verdient sich die Pharmaindustrie mit wenig Aufwand hier ne goldene Nase dran.

12.07.2015 17:20 • #8


Vielen Dank für eure Antworten!

Ich nehme Mirtazaptin aufgrund von Durchschlafstörungen.

Der Vorschlag mit dem Sport hilft nicht wirklich viel, da ich regelmäßig Sport betreibe (Bergsteien, Laufen, wandern, etc..)

Mit den Depressionen gehts mir derzeit recht gut, ich merke kaum noch etwas...
Mein größtes Problem, welches ich während der Depression hatte, waren Zwangsgedanken, die ständig gegen micht waren... was bedeutet, dass mir unlogischerweise Gedanken in den Sinn kamen, ich solle mich an den Armen "verletzen" bzw. ritzen oder mir irgendwas antun... ich verstehe das allerdings nicht wirklich, da ich das niemals gemacht habe bzw. machen würde... diese Zwangsgedanken sind trotzdem da, sodass ich Angst habe, mich irgenwann mal zu ritzen oder mir was anzutun, darum hab ich auch Angst, alleine daheim zu sein und suche immer eine Beschäftigung.

Nach einiger Zeit verschwanden diese Gedanken jedoch ganz, sodass ich ganz normal weiterleben konnte, ohne Angst, Zwangsgedanken, etc...

Ich nehme seit gestern Abend Azithromycin 500mg Antibiotika, da ich eine leichte Stirnhöhlenentzündung habe...
Dieses Arzneimittel muss ich heute abend und morgen abend nochmals nehmen.

Das bringt mich leider auch schon wieder zur nächsten Frage...

Als ich heute früh aufwachte, bekam ich schon wieder die selben Zwangsgedanken, die ich damals hatte (wie oben beschrieben)...
Kann das Antibiotika diese Gedanken auslösen?
In der Packungsbeilage steht drinnen, dass Wechselwirkungen mit Psychopharmaka auftreten können...

Jetzt habe ich schon wieder Angst, dass diese Gedanken wieder bleiben und die Antidepressiva nicht mehr wirken könnten...
Das macht mich ziemlich fertig

Danke für eure Hilfe!

Liebe Grüße
Marvin

21.07.2015 12:57 • #9


Also vom Mirtazapin wird man zum Fressmonster.Echt grausam.Man kann sich schlecht dagegen wehren.

Ich habe auch einiges zugenommen, leider.Wenn man es absetzt ist es leichter sich wieder zu disziplinieren.Und ja die Kilos gehen dann auch wieder mit normaler Ernährung weg.

Also ich finde wenn es nicht unbedingt sein muß sollte man es nicht nehmen.Es sei denn 20kg mehr sind wünschenswert.

Ich musste es nehmen denn die Nächte waren bei mir die Hölle auf Erden.Da waren mir die Kilos auch egal.Ausserdem konnte ich nichts mehr essen.Gar nichts mehr.

22.07.2015 22:56 • #10


webheiner
Hallo Marvin,

wenn du Mirtazapin nicht mehr nehmen musst, wird sich dein Gewicht sicher wieder normalisieren oder die Gewichtzunahme ist wenigstens gestoppt. Sertralin ist ja weitgehend gewichtsneutral. Ich war im Frühjahr ein paar Wochen in einer Tagesklinik...mit der Zeit lernst du dort, die Mirtazapin-Konsumenten zu erkennen...es sind die Dicken...hundertprozentig, das Zeug ist echt schlimm. Ich hoffe, dass du dein altes Gewicht wieder erreichst...ich habe im Lauf der Jahre (18) durch Psychopharmaka auch 35 Kilo zugenommen...mittlerweile geht es wieder abwärts, dank neuer Antidepressiva, die eher appetithemmend wirken. Zur Zeit nehme ich Venlafaxin und Tianeptin, für mich eine gute Kombination.

03.08.2015 17:46 • #11


Aber es ist nicht bei allen so, zum Beispiel bei mir nicht. Selbst wenn die Rate der Zunehmer hoch ist, würde ich es nicht von vorne herein ablehnen, sondern zumindest einmal ausprobieren.

03.08.2015 17:55 • #12


Und wofür sollte man es nehmen? Zum Schlafen?

Ganz ehrlich , das kann ich mit escitalopram auch hervorragend ohne die ganzen Kilos.

03.08.2015 19:49 • #13


Ich nehme es, weil ich ein schlafförderndes AD wollte, das am Abend müde macht und am Tag beruhigt.

03.08.2015 19:51 • #14


Meiner Erfahrung nach, tut escitalopram genau das

03.08.2015 20:33 • #15


surprise, surprise

03.08.2015 20:36 • x 1 #16



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Dr. med. Andreas Schöpf