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Hallo zusammen,

ich bin ratlos . Diese ganze Sache hier ist neu für mich. Eigentlich war ich immer ein sehr aktiver Mensch und viel unterwegs, nun bestimmt aber die Angst meinen Alltag und der Weg zum Bäcker wird zur Herausforderung. Ich weiß nur soviel: lange möchte ich dieses Eremitendasein nicht pflegen und so schnell wie möglich möchte ich gesund werden, habe auch schon einen Termin beim Psychiater und beim Psychologen. Leider heißt es im Moment aber noch warten, was noch nie meine Stärke war. Nun meine Frage kann ich diese Angst auch rein pflanzlich loswerden oder greift da nur die Chemiekeule? Würde dem Psychiater ungern ahnungslos ausgeliefert sein. Bin für jede mitgeteilte Erfahrung dankbar.

Vielen Dank

21.02.2012 14:47 • 12.03.2012 #1


7 Antworten ↓


Hallo,

es kommt darauf an, was für ein Mensch du bist.

Ich bin persönlich ein Mensch, der total sensibel auf alles reagiert, was im Körper etwas verändert. alles, was ich an Tabletten nehme, geht mir übelst auf den Kreislauf....schon eine einzige Aspirin gegen Kopfweh, da dreht mir alles. Ich hatte schon viele Tabletten gegen Depris und Muskelverspannungen und ich kann keine nehmen, es geht mir so schlecht damit. Habe auch schon Johanniskraut genommen, Rescue Tropfen, Calmvalera..die Liste an pflanzlichem ist bei mir lang....das alles hilft meiner Meinung nach nur vorübergehend, in schlimmen Situationen, dass man sich ein wenig beruhigt, aber ich bin der Meinung, ich muss es ohne Tabl. schaffen, da ich weder Chemie noch Homöopathie oder Phytoprodukte vertrage und sie mir auch nicht durchschlagend helfen.

Im Endeffekt, können wir aber nicht sagen, wie es bei dir sein wird, probiere es aus. Kommt ja auch darauf an, was genau du hast....bei mir kommen die Symptome von verspannungen im Muskel und Bindegewebe und das macht mir auch die Panik und alles, nur leider kennt sich kein Arzt damit richtig aus.

21.02.2012 14:57 • #2



Medikamente: Chemie ja oder nein?

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Hey,

nun ja ich würde sagen, dass ich zwar auf die Antibabypille sehr empfindlich reagiere (In diesem Zusammenhang finger weg von Nuva-Ring und Evra-Pflaster, die haben das ganze Schlamassel nur verstärkt) aber ansonsten recht unempfindlich bin. Dennoch denke ich, dass Chemie ja nicht immer genommen werden kann...irgendwann muss man es absetzten und das stelle ich mir schwierig vor. Deswegen wollte ich mich nur mal informieren ob es die Möglichkeit Naturkunde gibt oder nur Agoraphobie, Angst, Panik und der ganze Driss nur mit Antidepressiva (oder sonstigem wie gesagt ich habe keine Ahnung von der Materie) sinnvoll behandelt werden können.
Grizabella, wie lange wirst du denn schon behandelt? Und was sind Phytoprodukte?
Calmvalera habe ich genommen um meine Prüfungsphase zu überstehen und nun habe ich diese Panikattacken...kommt mir so vor als ob mein Befinden jetzt dadurch verstärkt wurde...

21.02.2012 15:19 • #3


Ich habe vor Jahren Citalopram, Diazepam bekommen....mir ging es mit der einnahme sehr schlecht....ich weiß, dass meist nur am anfang nebenwirkungen sind, aber ich reagiere so schlimm auf alles, was mir die ärzte nicht glauben, obwohl ich es immer dazu sage
zur muskelentspannung schon alles bekommen: Mydocalm, Ortotn, Ibu 800, Tetrazepam..der Arzt sagt noch zu mir ich kann die Tetras ohne bedenken zur nacht nehmen, nach zwe Tagen einnahme fühlte ich mich völlig abgeschossen.

Ist eben meine Individuelle reaktion auf Tabletten, bei dir kann es ja ganz anders sein.
Phytoprodukte sind eben Pflanzliche Produkte, keine homöopathischen, da dort ja der Stoff verdünnt ist...sowas wie Johanniskraut, habe ich auch wieder vor Wochen angefangen und ich fühle mich immer schlecht mit den einnahmen.

Calmvalera löst bei mir auch Heulkrämpfe aus...habe es schon mehrmals ausprobiert und jedesmal bekomme ich heulkrämpfe ^^

21.02.2012 15:54 • #4


Ich würde Chemie nun auch nicht nur verteufeln, weil es gibt auch sehr viele Leute, da ist es wirklich lebensrettend. Es gibt schere Erkrankungen, die mit Chemie besiegt werden können oder man kann den Leuten zumindest die Qualen nehmen.

Der mega Fan bin ich aber auch nicht von Medikamenten und das geht sogar in den pflanzlichen Bereich, denn auch von Johanniskraut bekam ich mehrfach Anwandlungen, von andere Produkten allergische Reaktionen. Chemie hab ich meist auch nicht vertragen.

Ich denke aber, man kann es versuchen. Wenn es nicht gut geht, dann kann man immer noch aufhören. Ich hatte vor über 2 Jahren mit dem AD Trazodon ganz gute Erfolge, gegen Schmerzen halfen sie aber nicht gut. Aber die Stimmung und das Lebensgefühl war besser, Panik wurde auch etwas besser, ging aber damit nicht weg. Letzten Sommer hatte ich dann wieder Trazodon versucht und es war mega grausam, auch noch nach Tagen. Keine Ahnung, aber es soll vorkommen, Medikament A erst gut zu vertrage und dann Jahre später absolut nicht.

Die Angst bei Chemie hat ihren Grund. Es ist einfach die Angst, die Wirkung, wenn sie doof ist, nicht mehr verhindern zu können. Bei Chemie hat man keine Kontrolle, gibt sie weg. Und das ist die Angst. Man weiß nicht, was passiert und hat angst, es wird übel.

Letztlich kann aber wenig passieren, weil man kann immer aufhören und kein Medikament hat eine Wirkdauer von 3 Tagen.

Fakt ist aber, wenn man Angst hat und keine gute Meinung zu Chemie, dann geht es meist in die Hose und ich denke, dann sollte man es gleich lassen. Bringt nichts.

21.02.2012 15:56 • #5


Ich habe es 7 Jahre immer wieder mit "Chemie" probiert (SSRI; Benzos) aber nun trotz aktuter Phase abgesetzt. Ich habe Cipralex (super Wirkung aber sonst bin ich ein Zombi) und Fluoxetin eingenommen. Dennoch: mein Körper ist sensibel und ich nehme viele NW mit. Zudem fühle ich nicht das ich so gut an mir arbeiten kann da ja auch die Emotionen etwas kalt gestellt sind.

Zudem: auch mit AD kann man Tiefs erleben! Und auch Panikattacken Oh ja. Es "heilt" nicht dauerhaft. Viele haben mit den Absetzten neue Probleme!
Bei schweren Depris würde ich immer AD nehmen, auch bei mittleren...aber bei Angst?
Ja, beides kann gekoppelt sein wie bei mir auch aber solche Komplexen Symtpome sind nicht immer mit AD zu bewältigen. Es kann erleichtern damit wieder umzugehen, grade bei Verhaltenstherapie. Leider bin ich resitent gegen Konfrontationen etc. Nützt null.

Ich ernähre mich jetzt gesund. Kein Kaffee mit Koffein. Frische Luft. Therapie. Neurexan (homöpath.). Im NOTfall vielleicht eine viertel Tavor wenn nix, nix mehr ginge...

12.03.2012 11:42 • #6


ERÄNZUNG:
(zu schnell auf senden geklickt)

Mein Grund für die Entscheidung auch nix neues einzunehmen:
Es tauchen immer mehr neue Folgen und Warnungen im Zusammenhang mit den AD besonders den SSRI auf. Bei Trizykl. AD war die schlechte Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System ja bekannt. Leider nun auch bei SSRI. Grade citalopram und cipralex werden vom Hersteller nun mit plötzlichem Herztod bei Menschen mit verlängerter QT Strecke in Verbindung gebraucht, da beide Mittel und alle SSRI eine Wirkung darauf haben und die QT Zeit verlängern. Lundbeck musste diesbezügl. ein "Red Hand Letter" an alle Institutionen rausgeben.
Das ist mir, die eh schon mit den Extrasystolen kämpft, mental zu heftig. Daher lieber "sauber" werden und mich versuchen zu fühlen.

Sorry wenn ich damit jemand Trigger, aber es ist ein Fakt.

Wer es lesen möchte:
http://www.dgppn.de/fileadmin/user_uplo ... briefe.pdf

12.03.2012 11:47 • #7


Ok, das hat man aber überall. Selbst bei Ritalin und ADHS, wo es in den USA auch Todesfälle mit plötzlichen Herztod gab bei Kindern. Eine direkte Verbindung zu Ritalin gab es zwar nicht, aber weil die nun mal eingenommen wurden, nahm man das dann auch auf die Liste der NW.

Bei den SSRI bin ich persönlich der Meinung, die gibt es ja noch keine 25 Jahre oder so. Die sind zwar ganz gut erforscht, was die Wirksamkeit angeht, aber über den Gehalt der Studien kann man sich streiten. Über den Einfluss bei Langzeiteinnahme ist quasi nichts bekannt. Beim SSNRI Venlafaxin ist zumindest klar, es kann doch deutliche NW haben, erhöht nicht selten dauerhaft den Blutdruck und Herzschlag und in einigen Ländern, England z.B., zumindest nicht zur Erstbehandlung empfohlen sondern nur in schweren Fällen und wenn nichts anderes hilft. Und das heißt dann schon was.

Man muss sich halt klarmachen, alle Psychopharmaka (AD, NL etc.) wirken ausschließlich im Gehirn, auf den Hirnstoffwechsel. Das es nicht immer nur Vorteile hat und auch mit NW verbunden ist, sollte klar sein.
Zitat:
Bei schweren Depris würde ich immer AD nehmen, auch bei mittleren...aber bei Angst?
Ja, nur kann man das irgendwann kaum noch trennen. Wer jahrelang mit Angst/Panikstörung zu tun hat, der hat auch irgendwann was mit Depression zu tun, oft zumindest. Oft wird aber eine Depression nicht als solche erkannt, weil man meint, 2 oder 3 Kernsymptome nicht zu haben und dann kann es auch keine Depression sein. Und das ist leider ein Irrtum. Es gibt auch Depressionsformen, die sich ausschließlich in körperlichen Symptomen und Angst/Panik äußern.

12.03.2012 12:56 • #8




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Dr. med. Andreas Schöpf