mstimberlake
Hallo,
ich bin 24 und habe jetzt seit sieben Jahren Angst- und Panikattacken. Ich habe sie ständig, nur nicht zu Hause. Außer wenn Besuch da ist und ich mich nicht so wohl fühle. Ich habe die Attacken sobald ich unter Menschen bin und keine Ärzte oder Apotheken in der Nähe sind. Ich kann nicht in die Disco, in Einkaufzentren auf Straßenfesten. Eigentlich kann ich gar nix und bin nur zu Hause glücklich, was meinem Charakter absolut nicht entspricht, weil ich jemand bin der Freunde liebt und braucht. Ich fühle mich mit der Angst alleine und weiß nicht was ich machen soll. Ich war von 2 Jahren mal beim Psychotherapeuten, der mich irgendwie nicht für ernst genommen hat. Dann bin ich nicht mehr hingegangen. Dann war ich bei Psychologen wegen Tabletten. Die habe ich mich nicht getraut zu nehmen wegen den ganzen Nebenwirkungen und weil ich Angst hatte das es erst die Panik auslöst und das ich durch die Tabletten nicht mehr ich bin. Auch war Abhängigkeit von Tabletten meine Angst. Trinke extra kein Alk. weil ich Angst habe das es mir damit besser geht und ich nur noch trinken würde. Aber nun bin ich an einem Punkt wo mir die Ängste von den Tabletten egal sind. Dann werde ich davon eben süchtig oder veränder mich. Aber ich will wieder leben. Habe meine ganze Jugend nicht ausleben können wegen den doofen Ängsten. Ich will LEBEN deswegen setze ich meine ganze Hoffnung in die Tabletten. Ich habe ja nix zu verlieren, schlimmer geht es nicht mehr. Kann mir bitte jemand Tipps geben was für Tabletten für mich effektiv wären und mir sagen ob ich zu viel Hoffnung in Tabletten investiere?

28.07.2009 20:48 • 03.08.2009 #1


8 Antworten ↓


Hallo mstimberlake! Die Tabletten werden Dir sicher helfen, nicht mehr alles so negativ zu sehen. Du wirst aber nicht gleich eine Verbesserung spüren. Das geht ein paar Wochen. Hier nehmen viele Antidepressiva und es heißt ja noch lange nicht, dass Du sie immer nehmen mußt.
Liebe Grüße

28.07.2009 20:57 • #2


mstimberlake
Danke schön für den Mut, das hilft mir und tut mir gut. Ja, ich weiß das es eine weile dauert bis Medikamente wirken. Ich hoffe nur das ich damit normaler Leben kann und wieder ein Sozialleben habe.

28.07.2009 20:59 • #3


Christina
Zitat von mstimberlake:
Aber nun bin ich an einem Punkt wo mir die Ängste von den Tabletten egal sind. Dann werde ich davon eben süchtig oder veränder mich.
Süchtig werden könntest Du nur von Benzodiazepinen (Beruhigungsmittel). Die wird Dir aber kein verantwortungsbewusster Arzt auf Dauer verschreiben. Angebracht sind Antidepressiva, meist vom Typ SSRI. Die sorgen dafür, dass ein bestimmter Neurotransmitter (Serotonin) im Gehirn länger wirken kann. Erfahrungsgemäß hilft das vielen Angstpatienten, aber leider nicht allen. Die Persönlichkeit verändern SSRI nicht. Sollte so etwas auftreten (dass man z.B. das Gefühl hat, kaum noch Emotionen zu spüren), ist es eine unerwünschte Nebenwirkung, und es muss ein anderes Medikament gesucht werden. Überhaupt kann es Dir passieren, dass Du mehrere ausprobieren musst, bis das Richtige für Dich gefunden ist. Am Anfang können SSRI die Angst auch verstärken, deshalb solltest Du Dir gleich etwas zur Beruhigung mit verschreiben lassen. Wenn Du große Angst vor Abhängigkeit hast, am besten Promethazin, das macht definitiv nicht abhängig.

Zitat von mstimberlake:
Kann mir bitte jemand Tipps geben was für Tabletten für mich effektiv wären und mir sagen ob ich zu viel Hoffnung in Tabletten investiere?
Es kommt zwar vor, dass Antidepressiva wie Wundermittel wirken, das ist aber leider selten. Normal wäre, dass Du eine deutliche Besserung spürst, v.a. wenn Du spontan auftretende Panikattacken hast. Wieviel sie bringen, wenn Dein Hauptproblem Angst vor der Angst ist und nicht die Panikattacken selbst, wäre abzuwarten. Wie auch immer, Du solltest Dich auf Dauer nicht allein auf die Tabletten verlassen, sonst ist Dir der Rückfall beim Absetzen so gut wie sicher. Sobald Du also (durch die Tabletten) dazu in der Lage bist, wäre es gut, nochmal eine Therapie zu versuchen. Eine Verhaltenstherapie. Und à propos "nix zu verlieren", wie wär's denn mit einer stationären Therapie in einer psychosomatischen Klinik? Hab' ich Anfang des Jahres gemacht und kann es empfehlen. Meine Erfahrungen habe ich hier beschrieben.

Liebe Grüße
Christina

28.07.2009 21:43 • #4


mstimberlake
Hallo Christina,
vielen Dank für diese nette Hilfe. Das hat mir sehr weiter geholfen.
Ich denke das eine stationäre Therapie nichts für mich ist, weil ich Sachen die ich lerne in meiner direkten Umgebung anwenden muss. Es nützt mir nichts wenn ich in einer Klinik super klar komme und hier die Panik wieder habe. So ging es mir nach 10 Tagen Urlaub. Im Ausland ging es mir relativ gut mit der Angst und ich habe mich oft gestellt, und als ich wieder zu Hause war und 10 Tage nicht in meiner Umgebung war und einkaufen musste, viel mir alles sooo schwer. Sachen die ich vorher konnte traue ich mich einfach nicht mehr, deswegen denke ich das es nichts für mich wäre.

Liebe Grüße
mstimberlake

31.07.2009 19:10 • #5


Hi,
das kenne ich auch alles. Wielange hast Du denn schon die Ängste etc.? Seit 2003 bin ich davon getroffen und Du sprichts mir von der Seele, mehrere JAhre meiner "Jugend" sind verloren gegangen, keine Disco, keine Shoppingtouren , nichts! Nur zu HAuse!
GEhst Du denn arbeiten?
LG

31.07.2009 19:23 • #6


Hallo!
Ich würde Dir eine Kur sehr ans Herz legen.Mir hat es sehr geholfen,ich wäre sonst schon längst arbeitsunfähig!!
Sie versprechen Dir in der Kur nicht,das Du keine Panik mehr hast.
Aber Du lernst damit umzugehen und sie schwächer zu machen,oder zu beseitigen.
Erkundige Dich aber bitte nach einer Verhaltenstherapie,da wird nicht erforscht warum Du die Panikattaken hast.
Das ist völlig wurscht,Du mußt lernen damit umzugehen!!
Glaub mir es klappt.Bitte nicht sofort an Medikamente denken.Schöpfe erst alles andere aus
Lg Gaby

02.08.2009 19:17 • #7


mstimberlake
Hallo Qashqaimaus,

ich habe die Angst seit 2002. Und es ist mit den Jahren immer schlimmer geworden. Nein, gehe nicht arbeiten, was mich auch sehr belastet. Würde es so gerne machen, aber ich kann das wegen der Angst vor der Angst im Moment gar nicht und wurde auch vom Arbeitsamt freigestellt. Bekomme da wirklich viel Unterstützung aber im Prinzip kann man es ja nur mit dem eigenen Willen und Mut schaffen. Ich finde es traurig das es dir auch so geht, denn ich weiß ja selbst wie schlimm das alles ist so eingeschränkt zu sein. Das fängt beim arbeiten an und hört bei der Liebe auf. Alles echt schlimm und diese Seite gibt mir viel Hoffnung.

@gabrielmaus
Hallo, wie kamst du denn nach der Kur in deiner gewohnten Umgebung klar? Konntest du da aus der Kur alles gut anwenden ohne dich fremd und ängstlich zu fühlen? Ich weiß einfach nicht wo ich anfangen soll gegen die Angst zu kämpfen. Medikamente waren nicht meine erste Wahl, aber zur Überbrückung bis ich eine Verhaltenstherapie anfangen kann die beste alternative.

Liebe Grüße
mstimberlake

02.08.2009 19:26 • #8


Hallo!
Du gehst in der Kur mit einer Therapeutin in Situationen,in der die Panik kommt.Sie ist immer an deiner Seite und fragt dich,wie schlimm die Angst gerade ist.
Du erfährt dann,das dein Körper nur eine gewisse Zeit diese Panik ertragen kann,dann geht die Angst runter.
Ich hab es nicht geglaubt,aber ich wurde eines besseren belehrt.
Außerdem hast Du Einzel und Gruppentherapie.Diese Kur war das beste was ich in meinem Leben erfahren habe.Han zu dieser Zeit Tagebuch geschrieben,als ich nach Hause kam,hab ich ganz dick ins Tagebuch geschrieben"Hurra,ich lebe wieder!!"
Alles was Du in der Kur lernst,kannst Du zu Hause auch anwenden!!
In der Kur hab ich dann auch die tollen Bücher von Pal kennen gelernt.
Kauf Dir doch mal das Buch ÄNGSTE VERSTEHEN UND ÜBERWINDEN.
Dann weißt Du wie man in der Kur mit Dir arbeitet.
Ich arbeite heute noch mit den Büchern.Man kann mit der richtigen Hilfe und der richtigen Einstellung alles erreichen!!
LG Gaby

03.08.2009 16:34 • #9




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