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Hi!

Ich möchte es nicht zu lange mache und will nur mal kurz zur Vorgeschichte und Info schreiben das ich seit 2003 an ständigen Panikattacken leide und deswegen alleine überhaupt nicht raus kann.
Ich lebe mit meinem Bruder in einer WG und so ca. 2 x die Woche gehe ich mit Ihm um die Ecke im Rewe und Plus Laden einkaufen, das geht aber auch nur das.

Ich war im Jahr 2004 zweimal in einer Klinik, wo ich schon um eine medikamentöse Einstellung bat was mir allerdings verwerrt wurde.
Im Jahr 2005 war ich das dritte Mal in einer anderen Klinik und da wurde mir endlich was verschrieben. Ich glaube es ist Cipralex gewesen wenn ich mich richtig erinnere, muss dazu sagen das ich nebenbei noch Betablocker nehme wegen hohen Blutdruck durch Übergewicht, und dachte auch das die helfen. Während der Klinikzeit konnte ich soviel machen, also auch mit Zügen z.b. in andere Nachbarstädte fahren usw.

Als ich aus der Klinik rauskam dauerte es ca. 2 Monate und die Panikattacken kehrten zurück, und das "beste" war gewesen das es in dem Bericht schon vorrausgesagt wurde den die Klinik an meinen Hausarzt geschickt hat das das wieder kommt. Ich war wie vor den Kopf geschlagen weil ich doch dachte das es jetzt endlich weg ist.
Also bin ich zu einem ambulanten Psychiater gegangen der mich dann umgestellt hat auf Citalopram. Eigentlich sinnlos weil das auch nicht geholfen hat. Zu diesem Psychiater bin dann auch nicht mehr hingegangen und ließ mir die Citalopram von meinem Hausarzt weiter verschreiben. So "dümpelte" ich ein paar Jahre dahin und im Jahr 2008 wurde es etwas besser und könnte sogar bis in den nächsten Stadtteil mit der Strassenbahn fahren. Doch das war mir nicht genug und ich wollte mehr, bin also zu einem anderen Psychiater gegangen der mich auf Paroxetin umstellte aber das half auch leider nicht. Im Gegenteil, es wurde sogar ein bischen schlechter. Dann wieder hin und ich bekam Sertralin und das war der Supergau und es ging mir weiterhin schlechter.

Letztes Jahr im April war es so schlimm das ich einen Monat gar nicht raus konnte weil ich dachte ich bekomme nen Herzinfarkt. Ich schrieb das den Sertralin zu das es mir schlechter ging und reduzierte die Menge auf eine halbe Tablette am Tag, eigentlich wollte ich ganz absetzen aber mein Hausarzt meinte, der extra zu mir nach Hause kam, das sollte ich nicht machen, das sei gefährlich. Tja...und so blieb es dann bis jetzt.

Meine Cousine hat mir dann Rescue Notfall Tropfen verschrieben und die haben mir tatsächlich ein wenig geholfen das ich wieder mit einkaufen konnte. Gleichzeitig hatte ich auch die Rescue Bonbons dabei.
Weil ich im Jahr 2008, in der zweiten Hälfte Sozialhilfe beantragen musste, wegen Arbeitsunfähigkeit, und auch einen Rentenantrag stellen musste bekam ich dann einen Termin zum Amtsarzt den ich mehrmals umlegen musste weil ich noch nicht mal mit dem Taxi dorthin fahren konnte. Der Psychiater der mir die Paroxetin und Sertralin verschrieben hatte sollte dann ein Gutachten schreiben ob ich zum Amtsarzt kann oder nicht und der Idiot schrieb natürlich rein das ich kann obwohl ich nicht konnte. Also bekam ich nach April 2009 wo es mir so schlecht ging einen neuen Termin beim Amtsarzt den ich zwar auch wieder einmal umlegen musste weil ich die Nacht davor gar nicht schlafen konnte, total unruhig war usw. Herzrasen hatte usw.

Zum nächsten Termin musste ich hin sonst wäre der Rentenantrag abgelehnt worden und damit auch die Sozialhilfe und ich hätte das was ich bekommen hätte wohl zurück zahlen müsste. Mein Bruder fragte also in der Apotheke was man zur Beruhigung nehmen könnte und bekam Baldriparan mit. Vollgestopft mit Rescue Tropfen, Bonbon und Baldrinparan konnte ich dann schließlich mit dem Taxi und meinem Bruder zum Termin fahren und ich hatte keine einzige Panikattacke bzw. Unruhe...ok, ein bischen anstrengend ist es gewesen.
Und als ich wieder zuhause war, war ich für den Rest des Tage erstmal fix und fertig...

Ich habe mir Gedanken gemacht warum die Medikamente so wenig geholfen haben, denke das ich entweder andauernd immer nur Placebos bekommen haben oder aus irgendwelchen mir unbekannten Gründen.
Das Problem ist jetzt das es bei mir ja eigentlich nicht besser ist und ich auch aus Kostengründen sowieso irgendwann wieder auf ein chemisches Medikament zurück greifen muss. Leider wäre es für mich viel zu teuer jeden Tag Rescue Tropfen, Bonbons und Baldriparan zu nehmen denn damit die Baldriparan helfen sollte man sie schon dort kaufen wo sie am teuerstern sind und zwar in der Apotheke. In der Dro. sind die nur deshalb so billig weil die Konzentration des Wirkstoffs auch geringer ist.
Damit die Badriparan gegen die Unruhe helfen müsste ich morgens, mittags und abend jeweils zwei Stück nehmen und das kann ich mir auf dauer und über lange Zeit einfach nicht leisten.

Also welche Alternative an chemischen Medikamenten gäbe es noch die die Unruhe und die Panikattacken unterdrücken damit ich wieder voll Bewegungsfähig wäre. Zur Zeit bin ich ja noch bis Ende September 2011 in dieser Rente zur vollen Erwerbsminderung drin aber das soll natürlich nicht so bleiben und ich weiß keine Lösung wie es mir besser gehen könnte.

14.01.2010 23:47 • 27.01.2010 #1


29 Antworten ↓


Christina
Zitat von Muroc 1970:
Also welche Alternative an chemischen Medikamenten gäbe es noch die die Unruhe und die Panikattacken unterdrücken damit ich wieder voll Bewegungsfähig wäre. Zur Zeit bin ich ja noch bis Ende September 2011 in dieser Rente zur vollen Erwerbsminderung drin aber das soll natürlich nicht so bleiben und ich weiß keine Lösung wie es mir besser gehen könnte.
Ich mach' es jetzt mal ganz kurz, weil ich gerade nicht so viel Zeit habe: Die einzig sinnvolle Variante ist m.E. eine Psychotherapie (idealerweise Verhaltenstherapie), evtl. zunächst nochmal stationär, dann aber unbedingt ambulant weiterführen. Alle Medikamente, chemisch oder nicht, können dich nur unterstützen - was bei starken Symptomen aber sinnvoll ist. Selbst wenn du zu denjenigen gehören würdest, die mit Medikation komplett angstfrei sind, wäre mit dem Absetzen der Rückfall vorprogrammiert. Normaler ist aber sowieso, dass mit Medikamenten allein die volle Bewegungsfreiheit nicht einmal ansatzweise zu erreichen ist. Manche schaffen das mit Beruhigungsmitteln, tauschen dann aber die Angststörung gegen eine Medikamentenabhängigkeit ein und haben spätestens beim Entzug zwei sehr schlimme Probleme.

Liebe Grüße
Christina

15.01.2010 12:44 • #2


Hallo Christina!

Danke für die Antwort!

Nun, ich habe ja schon drei Klinikauffenthalte hinter mir und bin zu dem Schluss gekommen das mir das nichts bringt. Diese ganzen (Beschäftigungs) Therapien usw., was nutzt es mir wenn ich mir in der Klinik gut geht und außerhalb nicht. Es muss draussen zurecht kommen und habe ja auch eine Verpflichtung der Arge gegenüber wieder gesund zu werden damit ich wieder arbeiten kann. Bin ja erst 37 und kann ja nicht zu meinem Lebensende Rente bekommen.

Außerdem habe ich jetzt nach dreimal sowieso die "Schnauze" voll von Klinik vor allen Dingen in anbetracht dessen das die schon bei meiner Entlassung wußten das es mir wieder schlechter gehen wird. Zu diesen Klinikquacksalbern habe ich kein Vertrauen mehr, diese Gequatsche mit denen geht mir einfach nur "auf den Sack".

Eine Verhaltenstherapie habe ich auch schon draussen angefangen die der Therapeut aber nicht lange mit mir gemacht hat weil er keinen Erfolg damit hatte. Ich will jetzt nicht zu weit hier ausholen aber es lief im Endeffekt darauf hinaus, auch in den Kliniken, das ich mehr Kontakt zu anderen Menschen habe solle aber genau das will ich nicht mehr. Mir reicht es wenn ich Menschen beim einkaufen usw. sehe und dann muss mich nicht auch noch mit welchen anfreuden zumal ich gerade in solchen Dingen in der Kindheit, im jugendlichen Alter und auch danach schlechter Erfahrungen, ach was schreib hier - sauschlechte und bis kotzen - Erfahrungen gemacht habe und das Thema Freunde ich für mich durch.

Die einzigen Lebewesen die mir heute noch was bedeuten sind Tiere, allem vorran Hunde. Nichts desto trotz muss ich ja mal irgendwann wieder arbeiten gehen können aber das ist ja was anderes den Arbeit ist Arbeit und Privat ist Privat.

Eine Bekannte mit der ich immer chatte und die auch unter Panik leidet meinte ich müsste eventuell erstmal bevor ich eine Verhaltenstherapie anfange eine tiefenpsychologische machen um herauszufinden was die Panik überhaupt bei mir auslöst denn das habe ich trotz drei Klinikauffenhalte immer noch nicht gepeilt.


Zitat von Christina:
Normaler ist aber sowieso, dass mit Medikamenten allein die volle Bewegungsfreiheit nicht einmal ansatzweise zu erreichen ist.


Mach mir keine Angst!
Ich sagte ja schon das ich der Arge verpflichtet bin und dafür Sorge zu tragen habe das ich wieder "funktionsfähig" werde. Ich sagte ja schon das ich an meinem Leben nicht, auf der einen Seite viel ändern will, aber es auch nicht kann...wenn es tatsächlich wirklich so ist das unter anderem auch zum Teil meine derzeitige Lebenssituation mit Schuld an meiner Krankheit ist.
Ich kann es ehrlich gesagt nicht glauben das es keine Medikamente geben soll die das völlig abstellen können so weit wie die Medizin heute zu Tage ist.

16.01.2010 12:49 • #3


Christina
Zitat von Muroc 1970:
Nun, ich habe ja schon drei Klinikauffenthalte hinter mir und bin zu dem Schluss gekommen das mir das nichts bringt. Diese ganzen (Beschäftigungs) Therapien usw., was nutzt es mir wenn ich mir in der Klinik gut geht und außerhalb nicht.
Beschäftigungstherapien sind natürlich Blödsinn! Wurde denn nicht verhaltenstherapeutisch daran gearbeitet, dass du draußen wieder zurecht kommst? Was waren das denn für Kliniken?

Zitat von Muroc 1970:
Bin ja erst 37 und kann ja nicht zu meinem Lebensende Rente bekommen.
Du kannst schon. Aber du hast völlig Recht, wenn das nicht das Leben ist, das du führen möchtest.

Zitat von Muroc 1970:
Außerdem habe ich jetzt nach dreimal sowieso die "Schnauze" voll von Klinik vor allen Dingen in anbetracht dessen das die schon bei meiner Entlassung wußten das es mir wieder schlechter gehen wird.
Naja, das ist aber so. Rückschritte gehören dazu, eine Angststörung ist nicht wie ein Infekt, der weg ist, wenn man ihn auskuriert hat.

Zitat von Muroc 1970:
Eine Verhaltenstherapie habe ich auch schon draussen angefangen die der Therapeut aber nicht lange mit mir gemacht hat weil er keinen Erfolg damit hatte. Ich will jetzt nicht zu weit hier ausholen aber es lief im Endeffekt darauf hinaus, auch in den Kliniken, das ich mehr Kontakt zu anderen Menschen habe solle aber genau das will ich nicht mehr.
Eigentlich solltest du die Therapieziele bestimmen, in der Klinik und ambulant. Wenn du keine sozialen Kontakte wünschst, solltest du das zu Beginn klar sagen. Dann kann man trotzdem versuchen, an den Angstsymptomen zu arbeiten. Es ist allerdings so, dass mit massiven sozialen Ängsten im Nacken Rückfälle wahrscheinlicher werden. Wenn dir das bewusst ist, bleibt es deine Entscheidung, ob du diese soziale Seite bearbeiten bzw. verändern willst oder nicht.

Zitat von Muroc 1970:
Eine Bekannte mit der ich immer chatte und die auch unter Panik leidet meinte ich müsste eventuell erstmal bevor ich eine Verhaltenstherapie anfange eine tiefenpsychologische machen um herauszufinden was die Panik überhaupt bei mir auslöst denn das habe ich trotz drei Klinikauffenhalte immer noch nicht gepeilt.
Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass die tiefenpsychologische Therapie die Ursachen zu Tage fördere, die VT dagegen nicht. Beide Therapieformen tun das, die Herangehensweise ist "nur" eine andere. Außerdem wird die Bedeutung der Ursachen i.d.R. überschätzt. Warum die Angst entstanden ist, dürfte heute weniger wichtig sein als die Frage, warum sie geblieben ist. Welche Funktion hat die Angst? Was erspart sie dir? Das sind Fragen, die in der tiefenpsychologischen Therapie ebenso gestellt werden wie in der VT. BTW: Wenn die Angst dir soziale Kontakte erspart und auf Dauer die einzige Art ist, dir soziale Kontakte zu ersparen, dann ist ihre Funktion ziemlich klar. Und dann musst du entweder deine soziale Problematik doch bearbeiten oder einen Weg finden, soziale Kontakte zu umgehen, ohne "zur Rechtfertigung" auf die Angst zurückzugreifen.

Zitat von Muroc 1970:
Ich kann es ehrlich gesagt nicht glauben das es keine Medikamente geben soll die das völlig abstellen können so weit wie die Medizin heute zu Tage ist.
Was das Gehirn betrifft, ist der Wissensstand leider immer noch bescheiden. Es ist nicht einmal genau geklärt, wie die Medikamente, die erfahrungsgemäß wirken, ihre Wirkung im Einzelnen zustande bringen. Geschweige denn, dass es schon Langzeitstudien für alle eingesetzten Medikamente gäbe. Und auch allen Erfahrungen nach gibt es kein Medikament, das die Symptome einer Angsterkrankung nachhaltig völlig abstellen kann. Es führt kein Weg daran vorbei, du musst nach Alternativen bzw. Ergänzungen zur medikamentösen Therapie suchen. Hast du es denn schon einmal mit Selbsthilfe in Form eines Übungsbuches versucht? "Angst, Panik und Phobien" von Reneau Z. Peurifoy ist sehr gut. Das könntest du z.B. mit Hilfe deines Bruders durcharbeiten.

Liebe Grüße
Christina

16.01.2010 14:51 • x 1 #4


Ja hallo Christina!

Hat jetzt ein bischen gedauert bis ich mich wieder dazu aufraffen konnte hier was zu schreiben, tschuldigung also.

Zitat von Christina:
Was waren das denn für Kliniken?


Das waren normale Kliniken wie man sie so in Städten findet, also mit allen Abteilungen die es so gibt. Innere Medizin, Chirugie usw. und dann eben auch Psychatrie. Warum fragst Du?

25.01.2010 12:59 • #5


Christina
Zitat von Muroc 1970:
Das waren normale Kliniken wie man sie so in Städten findet, also mit allen Abteilungen die es so gibt. Innere Medizin, Chirugie usw. und dann eben auch Psychatrie. Warum fragst Du?
Weil zur psychotherapeutischen Behandlung solcher Ängste spezialisierte psychosomatische verhaltenstherapeutische Kliniken i.d.R. viel besser geeignet sind. Deren Ziel ist es u.a., dass man v.a. danach draußen wieder besser klar kommt.

Liebe Grüße
Christina

25.01.2010 14:27 • #6


Hallo Christina!

Ich würde jetzt mal vermute das es eine solche Klinik hier in Gelsenkirchen nicht gibt. Mal davon ab das ich sowieso nicht noch mal in eine Klinik gehe weil mir das gereicht hat was ich bisher hatte, müsste die sowieso in Gelsenkirchen sein da ja mein Bruder, in der langen Zeit in der ich drin wäre, Wäsche von mir abholen müsste, waschen und frische Wäsche mitbringen. Soviel habe ich leider nicht das ich mich für 6 oder 9 Wochen mit genug Wäsche eindecken könnte. Zumindestens was die Unterwäsche betrifft die man ja täglich wechselt usw.

Wäre also irgendwie alles zu umständlich wenns weiter weg ist.

25.01.2010 14:37 • #7


Im EvK in Gelsenkirchen gibt es doch eine Tagesklinik...kennst Du die?

lg.Eva

25.01.2010 15:27 • #8


Christina
Zitat von Muroc 1970:
müsste die sowieso in Gelsenkirchen sein da ja mein Bruder, in der langen Zeit in der ich drin wäre, Wäsche von mir abholen müsste, waschen und frische Wäsche mitbringen. Soviel habe ich leider nicht das ich mich für 6 oder 9 Wochen mit genug Wäsche eindecken könnte. Zumindestens was die Unterwäsche betrifft die man ja täglich wechselt usw.

Wäre also irgendwie alles zu umständlich wenns weiter weg ist.
Das soll ja wohl ein Scherz sein. Selbstverständlich haben alle psychosomatischen Kliniken die Möglichkeit, dass man dort seine Wäsche wäscht und auch bügeln kann.

Liebe Grüße
Christina

25.01.2010 17:13 • #9


Zitat:
Welche Medikamente helfen denn nu wirklich?


Na ja, vielen Leuten ist das vielleicht nicht so ganz bewusst, aber was chemische Medikamente angeht, wenn, dann sind es ja alles Antidepressiva, die verschrieben werden. Es gibt dabei aber nicht ein einziges Medikament, welches speziell für Angststörung oder Panik entwickelt wurde oder NUR dafür zugelassen ist. Selbst alle SSRI's, von denen ja Citalopram z.B. gern verschrieben wird, alles das sind Medikamente gegen Depression.

Bei der Entwicklung all dieser Medikamente wurde nie getestet, wie und ob es gegen Angst wirkt. Das zeigte sich erst später, wenn Patienten das Medikament nahmen und merkte, ach, es wirkt ja auch gegen Angst. Aber das ist bei jedem unterschiedlich. Offiziell gibt es kein zugelassenes Medikament gegen Angststörung.

25.01.2010 17:17 • #10


Christina
Offiziell gibt es kein zugelassenes Medikament gegen Angststörung.Doch: Buspiron bei generalisierter Angststörung und - fatalerweise - Alprazolam bei Panikstörung. Inzwischen haben außerdem die meisten ADs Angststörungen als "offizielle" Indikation, sind also zugelassen.


@ Muroc 1970:

Relativ nah an deiner Heimat befindet sich Bad Arolsen, dort wird nach modernen verhaltenstherapeutischen Konzepten gearbeitet. Die Klinik selbst ist recht neu und modern. Einen Steinwurf weiter ist Bad Pyrmont. Etwa gleich weit von dir entfernt Richtung Süden gibt es noch eine Klinik. Und diese hier ist westlich fast um die Ecke... Der Vollständigkeit halber nenne ich dir noch die Christoph-Dornier-Klinik in Münster, aber dafür müsstest du privat versichert sein.

Liebe Grüße
Christina

25.01.2010 18:32 • #11


Zitat von Chaosfee:
Im EvK in Gelsenkirchen gibt es doch eine Tagesklinik...kennst Du die?


Ja, kenne ich! Das war die zweite Klinik in der ich 2005 gewesen bin und auch die letzte, in der Tagesklinik war ja auch.


@Christina

Oh...das wußte ich nicht das man seine Wäsche auch da waschen kann. Aber na ja...ich möchte ja nicht nochmal in eine Klinik. Da bin ich dreimal gewesen und davon hab ich die Nase voll weil ich gemerkt habe das es nur hilft wenn man drin ist. Also entweder ich ziehe gleich für immer in eine Klinik ein oder ich bleibe ganz draussen.

Ich finde auch ich sollte nicht lernen mich in einer Klinik abzulenken sondern versuche mein Leben so zu akzeptieren wie mein Leben es eben ist. Ich sags mal so - es gibt Menschen die sind viel schlimmer dran als ich, haben mehr Mist erlebt als ich und die haben auch keine Panikattacken.
Von daher muss ich es irgendwie schaffen die Panik wieder rückgängig zu machen, es ging früher ohne also muss es auch wieder rückgängig zu machen sein.


@crazy030

Danke für die Aufklärung! Ich bin allerdings erschüttert darüber. Man weiß wohl sehr genau welcher Botenstoff im Gehirn die Angst auslöst und da ist es so schwierig nen Hemmer dagegen zu entwickeln?

Ich kann echt nicht mehr und irgendwie schockt mich das...was soll ich jetzt tun...kann doch nicht so weiter gehen.
Tatsache ist, bei dem Leben was ich führe, habe ich nicht die Kraft dazu andauernd gegen die Panik anzukämpfen aber das Leben wird sich für mich nicht ändern.

25.01.2010 22:51 • #12



@ Muroc 1970:

Relativ nah an deiner Heimat befindet sich Bad Arolsen, dort wird nach modernen verhaltenstherapeutischen Konzepten gearbeitet. Die Klinik selbst ist recht neu und modern. Einen Steinwurf weiter ist Bad Pyrmont. Etwa gleich weit von dir entfernt Richtung Süden gibt es noch eine Klinik. Und diese hier ist westlich fast um die Ecke... Der Vollständigkeit halber nenne ich dir noch die Christoph-Dornier-Klinik in Münster, aber dafür müsstest du privat versichert sein.


Ach ja, fast vergessen! Danke für die Klinik-Links. Allerdings...wie kommt man eigentlich dahin...wenn man hingehen würde und nur um die Ecke kann bzw. nicht mit Bus, Strassenbahn oder Zug fahren kann.

25.01.2010 22:56 • #13


Christina
Zitat von Muroc 1970:
Man weiß wohl sehr genau welcher Botenstoff im Gehirn die Angst auslöst und da ist es so schwierig nen Hemmer dagegen zu entwickeln?
Nein, man weiß es nicht. Die einzigen Medikamente, die fast immer zuverlässig gegen Angst helfen, legen deshalb auch so ziemlich das komplette Hirn lahm und machen außerdem abhängig.

Zitat von Muroc 1970:
Da bin ich dreimal gewesen und davon hab ich die Nase voll weil ich gemerkt habe das es nur hilft wenn man drin ist. Also entweder ich ziehe gleich für immer in eine Klinik ein oder ich bleibe ganz draussen.
Sorry, aber das ist Quatsch, du warst doch offensichtlich noch nie in einer Klinik, die darauf ausgerichtet ist, Patienten wieder für das eigentliche Leben da draußen fit zu machen. Dass du nicht in eine Klinik willst, ist eine andere Geschichte...

Zitat von Muroc 1970:
Allerdings...wie kommt man eigentlich dahin...wenn man hingehen würde und nur um die Ecke kann bzw. nicht mit Bus, Strassenbahn oder Zug fahren kann.
Man lässt sich von einem Verwandten oder Bekannten mit dem Auto (es gibt auch Leihwagen) hinfahren - notfalls zugedröhnt mit Beruhigungsmitteln bis in die Haarspitzen.

Liebe Grüße
Christina

25.01.2010 23:35 • #14


Zitat von Christina:
Zitat von Muroc 1970:
Man weiß wohl sehr genau welcher Botenstoff im Gehirn die Angst auslöst und da ist es so schwierig nen Hemmer dagegen zu entwickeln?
Nein, man weiß es nicht.


Öhm... http://www.curado.de/Andere-psychische- ... den-10454/

26.01.2010 01:35 • #15


Hmmm wenn das so einfach wäre würde jeder angstpatient nen dopamin wideraufnahmehemmer bekommen und alles wär wieder in ordnung

oder

26.01.2010 01:41 • #16


Das Ganze ist noch sehr viel komplexer!
Es kommt sogar bei Vielen zu einer organischen Veränderung in der Größe (Schrumpfung) des Hippocampus und AD`S fonktionieren anders, als man bislang dachte, nämlich auch bei ganz Vielen gar nicht. Warum? Weil die AD`s erst etwas blockieren , um es danach wieder anzuregen. Effekt= +/- Null!
Man weiß ja nicht mal, ob es ein Gehirnstoffwechselproblem, eine psychische ( bislang angenommen) oder organische Erkrankung ist. Es gibt Gene, die bei einem entsprechenden Auslöser ( die keiner kennt) Informationen abgeben, ( Ketten) die dann erst zur Störung führen.
Einfach ein Hormon, egal welches, "hinzugeben" ist oftmals leider erfolglos.
Kurzfristig "helfen" Beruhigungsmittel, die das aktuelle Geschehen ( Angst / Panik, Depressionen) unterbrechen, aber das hat natürlich nichts mit Heilung zu tun.
Das dauerhafte "Üben" ist in vielen Fällen daher auch zwecklos und sehr demoralisiend und kontraproduktiv, da immer viel Kraft und Mut investiert wird , aber der Erkrankte sich trotzdem jedes Mal aufs Neue Sensibilisiert.
Menschen, die es "geschafft" haben, haben oft den Placebo Effekt genutzt, ohne es zu ahnen, was durchaus legitim ist, denn der Glaube versetzt Berge. Du fühlst, wie du denkt, bezw. an was du glaubst.
Bei Suma sehr schon zu beobachten. Oberflächlich, viel Tamm Tamm und immer das gleiche Gerede und trotzdem im Grunde noch sehr krank , jeder "Erfolg" wird ja noch gefeiert und das ergeht Vielen so. ( Ist nicht negativ gemeint Suma!!)
Placebo ist übrigens in keinster Weise negativ, könnte sogar als "Selbstheilungskraft / Spontanheilung" bezeichnet werden.
als gesund kann man sich erst bezeichnen, wenn man keine Angst mehr vor den Symptomen hat. Kein: Hoffentlich kommt sie nicht wieder oder Ähnliches.
Vom Gehirn sind halt doch erst 5% erforscht... Das ist nun mal so und ein Wundermittel gibt es auch nicht.

26.01.2010 08:05 • #17


Zitat von Powerladyiris62:
Das Ganze ist noch sehr viel komplexer!
Es kommt sogar bei Vielen zu einer organischen Veränderung in der Größe (Schrumpfung) des Hippocampus und AD`S fonktionieren anders, als man bislang dachte, nämlich auch bei ganz Vielen gar nicht. Warum? Weil die AD`s erst etwas blockieren , um es danach wieder anzuregen. Effekt= +/- Null!
Man weiß ja nicht mal, ob es ein Gehirnstoffwechselproblem, eine psychische ( bislang angenommen) oder organische Erkrankung ist. Es gibt Gene, die bei einem entsprechenden Auslöser ( die keiner kennt) Informationen abgeben, ( Ketten) die dann erst zur Störung führen.
Einfach ein Hormon, egal welches, "hinzugeben" ist oftmals leider erfolglos.
Kurzfristig "helfen" Beruhigungsmittel, die das aktuelle Geschehen ( Angst / Panik, Depressionen) unterbrechen, aber das hat natürlich nichts mit Heilung zu tun.
Das dauerhafte "Üben" ist in vielen Fällen daher auch zwecklos und sehr demoralisiend und kontraproduktiv, da immer viel Kraft und Mut investiert wird , aber der Erkrankte sich trotzdem jedes Mal aufs Neue Sensibilisiert.
Menschen, die es "geschafft" haben, haben oft den Placebo Effekt genutzt, ohne es zu ahnen, was durchaus legitim ist, denn der Glaube versetzt Berge. Du fühlst, wie du denkt, bezw. an was du glaubst.
Bei Suma sehr schon zu beobachten. Oberflächlich, viel Tamm Tamm und immer das gleiche Gerede und trotzdem im Grunde noch sehr krank , jeder "Erfolg" wird ja noch gefeiert und das ergeht Vielen so. ( Ist nicht negativ gemeint Suma!!)
Placebo ist übrigens in keinster Weise negativ, könnte sogar als "Selbstheilungskraft / Spontanheilung" bezeichnet werden.
als gesund kann man sich erst bezeichnen, wenn man keine Angst mehr vor den Symptomen hat. Kein: Hoffentlich kommt sie nicht wieder oder Ähnliches.
Vom Gehirn sind halt doch erst 5% erforscht... Das ist nun mal so und ein Wundermittel gibt es auch nicht.



Hi Iris

Zitat:
Oberflächlich, viel Tamm Tamm und immer das gleiche Gerede und trotzdem im Grunde noch sehr krank , jeder "Erfolg" wird ja noch gefeiert und das ergeht Vielen so. ( Ist nicht negativ gemeint Suma!!)

Ich weiss wie du es gemeint hast ,, aber Tamm tamm mach ich nicht ich sage und schreibe mir meine Gefühle und das erlebte/ Erfolge auf hier nieder,,um hier vielen Mut zu machen.., , Dein Beitrag hat mich sehr beeindruckt und war sehr informativ,,


LG suma

26.01.2010 08:35 • #18


Zitat von Powerladyiris62:
Das dauerhafte "Üben" ist in vielen Fällen daher auch zwecklos und sehr demoralisiend und kontraproduktiv, da immer viel Kraft und Mut investiert wird , aber der Erkrankte sich trotzdem jedes Mal aufs Neue Sensibilisiert.


Was genau meinst Du mit dem "üben"? Innerhalb einer Verhaltenstherapie?


Zitat von Powerladyiris62:
Menschen, die es "geschafft" haben, haben oft den Placebo Effekt genutzt, ohne es zu ahnen, was durchaus legitim ist, denn der Glaube versetzt Berge.


Welchen Placebo Effekt meinst Du bzw. was hat den Menschen geholfen es zu schaffen?

26.01.2010 10:32 • #19


Zitat von Christina:
Zitat von crazy030:
Offiziell gibt es kein zugelassenes Medikament gegen Angststörung.
Doch: Buspiron bei generalisierter Angststörung und - fatalerweise - Alprazolam bei Panikstörung. Inzwischen haben außerdem die meisten ADs Angststörungen als "offizielle" Indikation, sind also zugelassen.


Sorry, stimmt. Ist aber auch ziemlich das einzige Medi. Aber warum wird das nie erwähnt? Von Psychiatern? Es scheint also kein Medikament zu sein, welches bei Angststörung 1. Wahl ist.

Zu mir sagten bisher Psychiater und sogar mal ein Gutachter (Psychiater), 1. Wahl ist Cipralex/Citalopram. Auch wurde mir gesagt, früher verschrieb man Angstpatienten nur Mittel, um sie ruhig zu stellen, trizyklische AD oder Benzos. Heute ist man davon weg.
Fakt ist, viele Leute, wie ich auch, sind zwar Angstpatienten, aber eher hyperaktiv, fast immer gut gelaunt, nie traurig. Die angeblich 1. Wahl (Cipralex/Citalopram) ist aber in erster Linie für Leute entwickelt, die genau so nicht sind, wo man die Eigenschaften eher aktivieren will.

Und für Leute wie mich gibt es dann eben quasi kaum was. Gute, moderne und nebenwirkungsarme Medikamente, die NUR gegen Angst wirken, nicht müde machen, den Antrieb und die Stimmung nicht verändern.

26.01.2010 10:43 • #20




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Dr. med. Andreas Schöpf