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Katja40
Hallo,

ich leide unter einer depressiven Anpassungsstörung und einer Angststörung und nehme seit ca 4 Monaten Venlafaxin 75 mg. Die Symptome haben sich wirklich gebessert und die anfänglichen Nebenwirkungen wie starkes Schwitzen und Übelkeit haben auch nachgelassen.

Nun hatte ich heute wegen meines Sohnes, er ist 16 und leidet an ADHS und Aspergersyndrom heute ein für mich aufregendes Hilfeplangespräch, wegen dem ich auch weiter fahren musste. Da heute früh sowieso alles ein bisschen drunter und drüber ging, habe ich prompt noch meine Medikamente vergessen einzunehmen. Das erste Mal ist es mir passiert. Nun ist nix Schlimmes beim Gespräch passiert, es verlief ganz normal aber es ging mal wieder um Themen die mich wahnsinnig aufregen und ich bekam einen bescheuerten Kommentar zu hören, der mich sehr verletzte.

Wie soll ich sagen, ich bin froh, jetzt zu Hause zu sein, mich im Zug nicht übergeben zu haben. Mir war echt die ganze Zeit speiübel, ich zitterte und hätte nur noch heulen können. Leider verlor ich nach dem Gespräch aufgrund einer Bemerkung meines Sohnes zu bestimmten Thema die Fassung und fing zu heulen an. Mir war das peinlich.

Ist es schon mal jemand so ergangen? Ist das normal wenn man die Tablette vergisst oder kann es nicht doch nur am Stress gelegen haben? Ab morgen nehme ich meine Medis wieder regelmäßig, das muss ich nicht mehr haben. Ich habe auch gelesen, dass man das AD nicht sofort absetzen soll sondern langsam ausschleichen.

Viele Grüße und ich würde mich gerne über Venlafaxin austauschen.
Katja40

12.05.2014 22:11 • 05.07.2014 #1


10 Antworten ↓


Hallo,

also durch Stress können sich die Symptome verstärken. Ich habe eine Angststörung
mit Panikattacken und bei mir ist das auch so. Ich glaube wenn man einmal die Tablette
nicht nimmt passiert nichts aber ich kenne mich mit Ads nicht so gut aus. Ich nehme Opipramol und habe auch schon öfters eine vergessen und da ist nichts passiert.

12.05.2014 22:24 • #2



Einahme Venlafaxin vergessen und noch Stress dazu

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Katja40
Hallo,

vielen Dank. Mir geht es heute schon viel besser, ich konnte früher mit der Arbeit Schluss machen und habe mich zu Hause noch hingelegt. Habe die letzte Nacht kaum geschlafen.
Aber jetzt kommt mir die Idee, dass das gestern Panikattacken gewesen sein könnten?
Ich hatte solche Sachen immer wieder schon Mal aber wie man das genau nennt oder besser gesagt, was es ist, habe ich nicht gewusst. Bei mir ist es auch so, dass ich mich, wenn ich unter sehr starker Anspannung bin, anfange mich zu kratzen.
Heute in der Arbeit in der Kantine hatte ich übrigens wieder so ein Gefühl. Weiß auch net wie ich es genau beschreiben kann, Übelkeit, Angst.............
Ich glaube noch die Nachwirkungen von gestern.

Viele Grüße Katja40

13.05.2014 17:49 • #3


Huhu Katja!

Ich mußte das Venlafaxin ausschleichen, weil ich davon sehr hohen Blutdruck und Herzrhythmusstörungen bekommen habe. Das Ausschleichen war die Hölle. Sobald ich zuviel mg weggelassen habe hatte ich genau die gleichen Symptome wie Du. Manchen haben das auch wirklich dann schon, wenn sie einmal eine Einnahme vergessen habe. Und wenn dann noch Streß dazu kommt, dann verschlimmert das alles noch.

Wenn ich eine Einnahme ausgelassen hatte oder eben einfach zu schnell ausgeschlichen habe, dann wurde ich plötzlich richtig aggressiv und mich haben kleinste Dinge total aufgeregt. Dann kamen plötzlich Heulattacken dazu, ich habe einfach angefangen zu weinen ohne das was war. Und zum Schluß kam die heftige Übelkeit. Sobald ich dann wieder mehr Venla genommen hatte, war innerhalb einer Stunde alles wieder weg.

Ich kann mir aufgrund meiner Erfahrungen mit Venla sehr gut vorstellen, daß das schon Entzug war bei Dir als Du die Einnahme vergessen hattest.
Außerdem hat das Medikament eine sehr kurze Halbwertszeit und desto schneller kann man da Entzugssymptome merken.

Ich glaube nicht, daß es eine Panikattacke war, sondern einfach Entzug von dem Venla.

Alles Gute und gute Besserung wünscht Dir Jess

10.06.2014 20:53 • #4


also kann nicht verstehen wie man sein medikament vergessen kann... das ist doch so wichtig...

10.06.2014 21:03 • #5


Das kann manchmal sehr schnell gehen wenn man voll im Streß ist und schnell los muß. Auch wenn es wichtig ist, vergessen ist menschlich .

11.06.2014 12:32 • x 1 #6


Katja40
Hallo,

danke für eure Antworten. Normalerweise ist bei mir der Ablauf jeden Morgen der gleiche, und da vergesse ich die Medikamente auch nicht. Nur wenn etwas völlig aus der Reihe ist und ich den Kopf voll mit allem möglichen habe, kann es eben vorkommen.

Das mit den Entzugssymptomen hat mich aber jetzt schon ganz schön erschreckt. Abhängig will ich von den Medis nicht werden, das ginge mir jetzt gerade noch ab. Und dann heißt es ja, dass Antidepressiva nicht abhängig machen, oder stimmt das nicht?!

Als ich am Anfang noch morgens 37,5 mg und mittags 37,5 mg nahm, habe ich ein paar mal die Mittagsdosis vergessen, da habe ich gar nix gemerkt.

Viele Grüße
Katja40

12.06.2014 15:10 • #7


Schlaflose
Zitat von Katja40:
Das mit den Entzugssymptomen hat mich aber jetzt schon ganz schön erschreckt. Abhängig will ich von den Medis nicht werden, das ginge mir jetzt gerade noch ab. Und dann heißt es ja, dass Antidepressiva nicht abhängig machen, oder stimmt das nicht?!


Lass dich nicht verunsichern. Das sind keine Entzugssymptome bei Antidepressiva, sondern Absetztsymptome. Deswegen muss man sie immer ausschleichen, wenn man sie absetzen will und nicht von einem Tag zum anderen weglassen. Wenn man sie in ganz kleinen Schritten ausschleicht, merkt man nichts davon. Ich habe das schon mehrfach gemacht und nie Absetzsymptome gehabt.

12.06.2014 19:03 • #8


Hallo Katja!

Es heißt ja immer, daß die nicht abhängig machen, aber ich habe mit dem Venlafaxin die Hölle auf Erden erlebt. Ich mußte es ja auf jeden Fall absetzen weil ich das ja wegen dem Herzen und dem Kreislauf gar nicht vertragen habe. Das Ausschleichen war wirklich die Hölle.
Ich habe mal die Ärzte gefragt, wo denn der Unterschied sein soll zu Absetzsymptome und Abhängigkeit. So genau konnte mir das keiner erklären. Es hieß ja auch in der Packungsbeilage, daß man das nach 14 Tage nicht mehr hat, aber wie gesagt, ich mußte ganz langsam ausschleichen. Besonders im unteren Dosisbereich, ab 75 mg, mußte ich die Kapseln öffnen und die kleinen Kügelchen alle abzählen und dann jeden zweiten Tag eine Kugel weniger. Ich habe insgesamt ein Dreivierteljahr dieses Teufelszeug ausgeschlichen!

Nicht jeder reagiert so heftig darauf wie ich. Das sei ganz klar gesagt und die Antidepressiva haben auch ihren Nutzen. Ich habe schon drei andere AD ausgeschlichen und da rein gar nichts an "Absetzsymptomen" gehabt.

Als ich Deinen Bericht aber gelesen habe und welche Symptome Du da hattest, da hat mich das gleich an mich selbst erinnert. Ich mußte von 225 mg ausschleichen und anfangs hatte ich da unter heftigen Alpträumen mit heftigen Nachtschweiß gelitten. Außerdem immer diese Blitze im Kopf, auch brain-zaps genannt. Das war teilweise sogar so heftig, daß ich Schritt fast vom Pferd gefallen bin oder beim Gehen ins Torkeln gekommen bin!
Nachher im unteren Dosisbereich waren diese Blitze auch noch da, auch die Alpträume, aber dann kamen ja noch heftige Gefühlsschwankungen, Heulattacken aus dem Nichts, extreme Aggressivität und zum Schluß starke Übelkeit dazu. Sobald ich dieses miese Zeug dann wieder genommen habe, war alles nach einer halben Stunde besser und nachher ganz weg.

Auch wenn man immer sagt, daß es nur Absetzerscheinungen sind, für mich ist das Abhängigkeit.

Ich empfehle Dir deswegen auch mal die Seite www.adfd.org. Da gibt es ein Unterforum und Infos zu Antidepressiva ausschleichen. Da kannst Du das alles nachlesen. Dort habe ich in der Zeit auch gute Hilfe und Ratschläge bekommen.

Du kannst ja auch einfach eine Einnahme mal auslassen und wenn diese Symptome wieder kommen, dann weißt Du was es ist...
Es heißt auch, daß man schlimmer unter diesem Entzug leidet, je länger und höher dosiert man das Zeug genommen hat.
Lies auf der Seite da mal quer, dann hast Du einen Überblick.

Alles Gute sendet Dir Jess

15.06.2014 19:49 • #9


Katja40
Hallo,

ich wollte mich noch Mal melden, da ich es jetzt einmal probiert habe. Ich habe das Venla einmal mit Absicht weggelassen und nix absolut gar nix ist passiert.
Noch nicht einmal übel war mir.

So nehme ich stark an, was ich schon geahnt habe dass die Gründe für diese verrückten Symptome andere sind. Ich bin schon sehr erleichtert, dass das nicht
an den Tabletten gelegen hat, weil ich sie vergessen hatte

Viele Grüße
Katja40

04.07.2014 22:46 • #10


Komisch, ich habe all diese Symptome beim Entzug gehabt. Und sobald ich das Zeug wieder genommen hatte, war alles weg.
Jetzt habe ich das komplett ausgeschlichen und zum Glück ist von all den Symptomen nichts mehr übrig geblieben.

LG Jess

05.07.2014 13:03 • #11



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Dr. med. Andreas Schöpf