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Tinebiene

Tinebiene
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Hallo ihr da draußen. Kurz zu mir . Ich leide seit über 30 Jahren an einer Angststörung . Die Symptome wie Schwindel Unruhe und unterschwellige Angst sind eigentlich immer da. Aber ich steigere mich auch extrem schnell in heftige Panikanfälle. Vor 16 Jahren bekam ich dafür ein Notfallmedikament . Diazepam. Ich hab es zu Anfang nur ab und zu genommen in kleiner Dosierung half es mir gut. Aber die Toleranzentwicklung kam schnell und somit die Dosiserhöhung. Ich nehme jetzt schon seit Jahren 40mg täglich. Wenn ich es wagte einen Entzug zu machen hab ich mich immer selbst aus der Klinik entlassen und auch zuhause sehr langsam zu reduzieren ist so schwer das ich immer gescheitert bin. Ich weiß über benzoabhängigkeit wird hier nicht gerne geschrieben aber gibt es denn hier jemand der in einer ähnlichen Situation ist und trotz allem an seinem benzo hängt weil er weiß es hilft ? Schreibt mir doch mal eure Erfahrungen ich würde mich freuen. Lg Tine

16.10.2024 x 2 #1


155 Antworten ↓
PiaK

PiaK
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Hallo Tinebiene,

es tut mir leid, wenn ich lese, wie andere User über Leute mit einem Abhängigkeitsproblem herfallen. Schließlich sucht sich das niemand aus, sagt, ich will jetzt süchtig werden. Man hat ein Problem, und man will, dass es aufhört. Und da nimmt man eben das, was der Arzt einem gibt, in der Hoffnung, dass es hilft. Niemand wirft sich Benzos ein, weil die so lecker sind oder einen schönen Rausch machen. Sondern man möchte die Angst los werden, mal Ruhe haben. Dafür sind diese Medikamente in einem gewissen Rahmen auch da. Es ist ähnlich wie beim Alk.: Den trinkt auch niemand regelmäßig, weil er so toll schmeckt, sondern weil er eine gewisse Wirkung hat, die einem die Lösung der Probleme verspricht. Und auch mal entspannt und das Ganze vergessen lässt. Leute mit Suchtproblemen brauchen in erster Linie Verständnis, Freundlichkeit, Zuwendung und Unterstützung, um aus der Sucht wieder herauszukommen. Vorwürfe und Beschimpfungen sind da eher kontraproduktiv. Und ein Entzug auf die Schnelle wird nicht funktionieren, mit Gewalt ist kein Bulle zu melken. Und man muss auch immer schauen, was steckt hinter der Sucht? Einsamkeit, mangelnde Zuwendung, Frust, usw.? Erst wenn man den Menschen dahinter gut kennt, kann man vorsichtig sich ein Bild machen, urteilen aber noch lange nicht. Fühl Dich gedrückt, Tinebiene, und alles Liebe und Gute für Dich! knuddeln Trost

Urteile nie über einen Menschen, ehe du nicht eine Meile in seinen Mokkassins gegangen bist. (indianisches Sprichwort)

Im Übrigen gibt es auch Sportsüchtige, Kaufsüchtige, Diätsüchtige, Arbeitssüchtige ... die Liste ist lang.

14.01.2021 03:45 • x 6 #67


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A


Benzo-Abhängigkeit / 40mg Diazepam seit Jahren

x 3


Sonja77

Sonja77
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Meine persönliche Meinung zu Benzos ist einfach die...
Das es keinen wirklichen Grund gibt um Benzos dauernd zu nehmen..
Keine Angst und keine Hypochondrie oder sonstiges ist so schlimm das man diese medis täglich nehmen müsste...

Ich hab angstmässig echt die Hölle hinter mir und zum teil heute noch ganz miserable Tage wo ich nur noch heule vor Angst und Panik...

Tavor und Diazepam und sonstiges hätte ich zur genüge hier zuhause...hab ich seit Anfang 2018 in meiner medikation...
Nehmen tue ich es nie...
Ganz einfach weil ich nicht will und weil es auch ohne geht...es geht immer auch ohne...
Klar kann es Notfälle geben wo eine Tavor mal sinnvoll sein kann...aber wie der Name schon sagt...ein Notfall...und nicht jede Angst ist ein Notfall...und schon gar keine Hypochondrie...

Wenn ihr einfach mal ehrlich zu euch selber seid,ist ein Benzo schlicht und einfach der einfachere weg...er ist bequemer und kostet nicht so viel Arbeit an sich selbst..

Ich bin verdammt stolz diese medis nicht anzurühren ausser es kommt mal ein echter Notfall Moment...

Denn wenn ich es eines Tages geschafft habe,dann aus komplett eigener kraft...

Jede angstattacke geht auch wieder vorbei,sie dauert halt nur länger und ist unangenehmer...

04.01.2021 10:36 • x 6 #51


Zum Beitrag im Thema ↓


saga1978
Hallo ich habe 2018 einen diazepam Entzug gemacht hab es auch 16 Jahre genommen aber wurde falsch entzogen man kann während des Entzuges levomepromazin nehmen das hat eine sehr gute Wirkung

x 1 #2


Tinebiene
Hast du den Entzug in einer Klinik gemacht? Wie war deine tägliche dosis von diazepam?

#3


saga1978
Zitat von Tinebiene:
Hast du den Entzug in einer Klinik gemacht? Wie war deine tägliche dosis von diazepam?


Ja hab ich in der Klinik gemacht hab Bis zu 50 mg genomm

#4


petrus57
Zitat von Tinebiene:
Ich weiß über benzoabhängigkeit wird hier nicht gerne geschrieben aber gibt es denn hier jemand der in einer ähnlichen Situation ist und trotz allem an seinem benzo hängt weil er weiß es hilft ? Schreibt mir doch mal eure Erfahrungen ich würde mich freuen.


Moin Tine

Ich nehme Tavor seit gut 6-7 Jahren.

Nehme aber meist nur 0,5 mg am Tag.Wenn ich dann mal Angst vor zu hohem Blutdruck oder Blutdruckentgleisungen habe nehme ich auch schon mal bis 1,5 am Tag, was aber in den ganzen Jahren wohl gerade 5 mal vorkam.

Nach 3 - 4 Tagen 0,5, mg muss ich oft 1 mg nehme, weil ich da wohl in einen Minientzug komme.

x 3 #5


Tinebiene
Ich habe vor diazepam auch Tavor also lorazepam genommen. Ich wurde dann in einer Klinik von 10 mg täglich auf 40 mg diazepam umgestellt. Mir ging es dann nach etwa einer Woche so schlecht das ich nachhause wollte. Ich hab dann erhöht auf 70 mg diazepam und es langsam runterdosiert auf 40mg. Das ist jetzt meine Dosis seit Jahren. Ich würde gerne weniger nehmen aber ich schaff es einfach nicht. In Kliniken wird viel zu schnell entzogen finde ich. Mich interessiert ob ihr bei langjähriger hoher Dosis irgendwelche Nebenwirkungen habt und ob es noch wirkt wie zu Anfang. Ich fühle mich trotz der hohen Dosis immer ängstlich aber will keinesfalls mehr über die 40mg drüber kommen. Lg

x 2 #6


saga1978
Zitat von Tinebiene:
Ich habe vor diazepam auch Tavor also lorazepam genommen. Ich wurde dann in einer Klinik von 10 mg täglich auf 40 mg diazepam umgestellt. Mir ging es dann nach etwa einer Woche so schlecht das ich nachhause wollte. Ich hab dann erhöht auf 70 mg diazepam und es langsam runterdosiert auf 40mg. Das ist jetzt meine Dosis seit Jahren. Ich würde gerne weniger nehmen aber ich schaff es einfach nicht. In Kliniken wird viel zu schnell entzogen finde ich. Mich interessiert ob ihr bei langjähriger hoher Dosis irgendwelche Nebenwirkungen habt und ob es noch wirkt wie zu Anfang. Ich fühle mich trotz der hohen Dosis immer ängstlich aber will keinesfalls mehr über die 40mg drüber kommen. Lg



Ja das stimmt ich wurde auch zu schnell entzogen ich hatte zum Schluss vermehrt Ängste und sehr viel Unruhe obwohl ich teilweise noch mehr erhöht hatte da hab ich dann mit meiner Ärztin den Entschluss gefasst zu entziehen

#7


Tinebiene
Wie lange warst du denn in der Klinik? Und du hast 16 Jahre 50 mg täglich genommen?

#8


saga1978
Zitat von Tinebiene:
Wie lange warst du denn in der Klinik? Und du hast 16 Jahre 50 mg täglich genommen?


Ja hab ich und zum Schluss mehr. Ich war 2 Wochen in der Klinik wurde in 4 Tagen runter gesetzt es war leider nicht so schön im Nachhinein hab ich erst erfahren das es völlig falsch war die Rechnung hab ich dann auch bekomm. Man hätte das über monate ausschleichen müssen aber andre kliniken machen es anders. Man kann es auch ambulant machen wenn man einen guten Arzt hat und das levomepromazin geben das wirkt wie diazepam macht aber nicht abhängig

#9


E
Wenn ich mir folgendes vorstelle, kann es gar keine Abhängigkeit geben. Denn, wenn es keine Wirkung mehr zeigt, dann lässt man doch das Medikament weg und nimmt es nicht mehr. Wie soll man dann abhängig werden? Es wirkt doch dann
eh nicht. Kann mich bitte jemand aufklären? Gibt es tatsächlich Menschen, die täglich irgendein Benzodiazepin nehmen?

#10


Tinebiene
Omg das ist ja wohl nicht zumutbar in 4 Tagen 50 mg diazepam runterzufahren welches man 16 Jahre genommen hat. Wir bzw. Ich bin Du warst hochdosisabhängig. Ich hatte schon Angebote aus Kliniken da sagten Ärzte ich muss drei Monate bleiben. Andere wollten in vier Wochen entziehen. Ich werde es vielleicht nocheinmal ambulant versuchen über ein Jahr . Es ist einfach beängstigend das 40 mg kaum mehr Wirkung zeigen. Ich merke wohl wenn ich abends zum schlafen 20 mg nehme eine leichte Entspannung aber ich muss vor dem aufstehen wieder 10 mg nehmen um einigermaßen klar denken zu können. Das Zeug hat mich fest im Griff und meine Psyche total kaputt gemacht. Hat dir denn immer der gleiche Arzt soviel und vorallem solange ein Rezept ausgestellt? Ich hatte da schon gewisse Schwierigkeiten. Aber wenn man süchtig ist findet man immer einen Weg.

x 1 #11


Tinebiene
Zitat von orion:
Wenn ich mir folgendes vorstelle, kann es gar keine Abhängigkeit geben. Denn, wenn es keine Wirkung mehr zeigt, dann lässt man doch das Medikament weg und nimmt es nicht mehr. Wie soll man dann abhängig werden? Es wirkt doch dann eh nicht. Kann mich bitte jemand aufklären? Gibt es tatsächlich Menschen, die täglich irgendein Benzodiazepin nehmen?

Wenn du abhängig bist von benzos dann wirken sie irgendwann schwächer und du nimmst meistens mehr vorallem um die entzugserscheinungen zu umgehen. Eine Toleranz entwickelt sich mit der Dauer der Einnahme. Und natürlich brauchst Du bei Abhängigkeit täglich deine Dosis auch wenn die wirkung schwächer wird willst Du keine entzugssympthome.

x 3 #12


E
Danke für deine sehr ausführliche Erläuterung. Ich habe wohl dabei zu 'einfach bzw zu kurz' gedacht. Also ich selbst nehme Bromazepam bei Bedarf und könnte mir einfach nicht vorstellen es jeden Tag zu nehmen. Aber ja, es soll wirklich Menschen geben, die tägl. ein Benzodiazepin nehmen oder vielmehr nehmen müssen. Für nicht-abhängige wie mich ist es halt schwer vorstellbar, bedeutet jedoch nicht, daß man nicht abhängig sein kann. Für mich halt äußerst schwer vorstellbar und schlimm.

x 2 #13


F
Ich habe auch Bromazepam als Notfallmedikament und Respekt vor der möglichen Abhängigkeit und Toleranzentwicklung. Deshalb schreibe ich jede Einnahme auf und beobachte die vergangenen Monate. Die letzte Packung reichte drei Jahre, da bin ich etwas stolz auf mich. Nimmst du im Notfall 1,5 oder 3 mg (Viertel oder Halbe)?

x 3 #14


E
Zitat von Fauda:
Nimmst du im Notfall 1,5 oder 3 mg (Viertel oder Halbe)?

Das kommt immer auf die Situation darauf an. Manchmal wirkt schon eine halbe und manchmal eben 'hochdosiert'.
Also, ich nehme das wirklich nicht jeden Tag und deswegen für mich einfach schwer vorstellbar, dass es Menschen
geben soll, welche jeden Tag so etwas nehmen. Naja, man sollte es vielleicht nicht 'übertreiben' und vorsichtig sein.

x 1 #15


saga1978
Zitat von Tinebiene:
Omg das ist ja wohl nicht zumutbar in 4 Tagen 50 mg diazepam runterzufahren welches man 16 Jahre genommen hat. Wir bzw. Ich bin Du warst hochdosisabhängig. Ich hatte schon Angebote aus Kliniken da sagten Ärzte ich muss drei Monate bleiben. Andere wollten in vier Wochen entziehen. Ich werde es vielleicht nocheinmal ambulant versuchen über ein Jahr . Es ist einfach beängstigend das 40 mg kaum mehr Wirkung zeigen. Ich merke wohl wenn ich abends zum schlafen 20 mg nehme eine leichte Entspannung aber ich muss vor dem aufstehen wieder 10 mg nehmen um einigermaßen klar denken zu können. Das Zeug hat mich fest im Griff und meine Psyche total kaputt gemacht. Hat dir denn immer der gleiche Arzt soviel und vorallem solange ein Rezept ausgestellt? Ich hatte da schon gewisse Schwierigkeiten. Aber wenn man süchtig ist findet man immer einen Weg.



Ja mich hatte das auch im Griff morgens war es das erste was ich genomm habe ich hab es immer von der gleichen Ärztin bekommen und hab mir nie so wirklich Gedanken über eine Abhängigkeit gemacht mittlerweile bin ich aber froh es gemacht zu haben auch wenn es sehr schwierig war. Ich kann es auch mittlerweile als Bedarfs Medikament nutzen nur

#16


Tinebiene
Ja ich habe auch mal ganz niedrig dosiert angefangen und nur im Notfall. Nieeee hätte ich gedacht in eine solche Abhängigkeit zu rutschen. Aber die Angst kam oft und ich nahm es öfter und es wurde mehr . Es hat gut geholfen und ich hätte mehr auf mich aufpassen sollen das weiß ich selbst alles. Passt auf denn es ist die Hölle darauf angewiesen zu sein .

x 3 #17

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Tinebiene
Aber das dein Arzt dir diazepam über einen so viele Jahre und in dieser Menge aufschreibt ohne dich aufzuklären was passiert finde ich extremst unverantwortlich von einem Arzt.

x 3 #18


saga1978
Zitat von Tinebiene:
Aber das dein Arzt dir diazepam über einen so viele Jahre und in dieser Menge aufschreibt ohne dich aufzuklären was passiert finde ich extremst unverantwortlich von einem Arzt.



Ja im Nachhinein seh ich das genauso bin auch echt froh weg davon zu sein

x 1 #19


Tinebiene
Meinen allergrößten Respekt vor diesem Entzug hast du und du kannst sehr stolz auf dich sein.

#20


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Dr. med. Andreas Schöpf
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