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Hallo liebe Community! Ich nehme jetzt schon seit fast 3 Jahren das Medikament Paroxetin gegen meine Zwangsstörung (Zwangsgedanken und Zwangshandlungen). Ich habe mich seitdem psychisch extrem verbessert und konnte die Zwänge stark reduzieren. Ich bin außerdem deutlich selbsbewusster geworden und viel mehr "Ich selbst". Ich habe mitlerweile (seit über einem Jahr) eine Freundin. Aber da haben wir auch schon das Problem: Die Nebenwirkung von Paroxetin ist u.a. Libidoverlust (sexuelle Unlust), was natürlich schon echt schei. ist, vor allem in einer Beziehung. Ich habe wirklich kaum Lust auf Sex und selbst wenn, dann brauche ich eine Ewigkeit um zum Orga. zu kommen und es fühlt sich halt alles nicht so gut an (auch beim Sb). Ich habe schon einmal (vor ca. 10 Monaten) versucht, die Tabletten abzusetzen (erstmal 30mg für zwei Wochen, dann 20mg für 2 Wochen), allerdings habe ich es einfach nicht geschafft, da die Zwänge sich wieder verstärkt haben. Sex hat zwar wieder Spaß gemacht (bin sogar eher zu früh gekommen) aber die Zwänge haben mich einfach dazu bewegt, wieder auf 40mg zu erhöhen. Mein Ziel ist es nun, nach meiner letzten Abiturprüfung (Ende Mai) wieder zu reduzieren (diesmal in 4-Wochen Abständen von 30mg auf 20mg usw.). Allerdings habe ich enorme Angst davor, dass sich wieder die Zwänge verstärken und ich alles was ich erreicht habe in den letzten Jahren wieder verliere. Trotzdem habe ich mit meiner Therapeutin beschlossen, es zu versuchen. Nun hatte ich vor einigen Tagen ein Gespräch mit meinem Neurologen und der meinte zu mir, er würde es nicht glauben, dass eine Behandlung von Zwangsstörungen ohne Medikamente bzw. Paroxetin möglich sei und würde mir eher davon abraten. Er meinte sogar, ich solle mich fragen, was mir wichtiger sei: guter Sex oder eine halbwegs gesunde Psyche. Ich habe wirklich unfassbare Angst, vor allem weil halt mein Neurologe das ganze so kritisch sieht. Ich habe Angst davor, nicht mehr ich selbst zu sein (wie früher) und Entscheidungen zu treffen, die ich ohne Zwänge nicht treffen würde. Ich habe auch große soziale Ängste, welche ich durch Paroxetin eindämmen konnte und nun habe ich Angst, dass sie wiederkommen. Vor allem weil ich halt bald fertig bin mit der Schule (und Abitur) und studieren will etc. und ich da bestimmt auch viele neue Leute kennenlerne und ich möchte halt mich denen so präsentieren wie ich bin und nicht durch Zwänge eingeschüchtert werden. Kennt sich irgendjemand hier aus mit Paroxetin bzw. Zwangsstörungen oder hat jemand sogar eigene Erfahrungen mit beiden gemacht? Könnt ihr mir empfehlen es zu versuchen (Paroxetin zu reduzieren) oder soll ich lieber auf 40mg bleiben, wie es mein Neurologe gesagt hat? Meine Freundin will halt unbedingt, dass ich reduziere weil das mit dem Sex natürlich auch schei. ist für sie (dauert halt viel zu lange etc.). Ich würde mich wirklich über Ratschläge freuen und nehme diese natürlich auch ernst. Falls ich hier nicht im richtigen Forum bin: kann mir jemand ein passenderes Forum empfehlen? Als Ergänzung: Die Therapie würde ich natürlich während des Absetzens weitermachen, aber mein Neurologe findet halt das reicht nicht. Eure Meinung? MfG

10.05.2018 12:52 • 04.01.2021 #1


5 Antworten ↓


laribum
was dein neurologe sagt ist korrekt. Die Gefahr das die Zwänge wieder kommen besteht weil das Medikament diese nicht heilt sondern die Symptomatik unterdrückt. Du solltest dich entscheiden zwischen gutem S. oder bestehender Gefahr von Zwängen. Das gilt für viele Arzneimittel.

10.05.2018 13:55 • #2



Paroxetin 40mg nach fast 3 Jahren abstezen?

x 3


Also muss ich mein Leben lang Paroxetin nehmen? Ich bin schließlich 19 Jahre alt und es ist halt einfach nervig wenn meine Libido nicht funktioniert...

11.05.2018 19:52 • #3


laribum
Wenn du. Das gut neben der Medikation therapieren lässt könnte es sein das du das nicht ständig nehmen musst. Das Medikament ist ja nur eine Stütze.

11.05.2018 21:12 • #4


Ich würde nicht sagen, dass du das Medikament zwingend dein ganzes Leben nehmen musst. Du erreichst ja auch ohne Medikament / mit Therapie wohl etwas.

Und ich kann dich gut verstehen, also ich hab weniger Zwänge und mehr generalisierte Angst. Paroxetin 20mg hat mir immer durch Krisen geholfen / biochemisch stabilsiert. Ich hab dann immer sehr langsam abgesetzt. Also 20->15mg über mehrere Wochen, 15->10mg über mehrere Wochen, 5mg-> ggf. noch geteilt auf 2.5mg über Wochen usw.

Paroxetin ist ja so laut Internetberichten das schwierigste zum Absetzen & blockiert Ängste / Zwänge sehr gut. Ich hatte immer Glück, 1 Tag Dizzy und alles normal.

Ich habs auch wegen sexueller Nebenwirkung immer ausgeschlichen, ist als junger Mensch halt belastend. Und ja, man möchte vielleicht nicht sein ganzes Leben Medikamente nehmen. Bei mir zum Glück kein Libidoverlust, aber Sexuell kommen sehr schwer und ggf. mit Blessuren verbunden

Für mich klingt es so, als wäre da eine Menge Druck auf dir. Ich denke mal, deine Freundin macht dir jetzt nicht überkrass Druck? Hoffe ich.

Jedenfalls spricht mit deiner Freundin drüber und lass es langsam angehen. Ich weiß nicht, wie krass deine Zwänge sind. Aber ich denke es ist bei einer Umstellung normal, dass da wieder Sachen zum Vorschein kommen oder sich einpendeln müssen. Ggf. gut mit der Therapie besprechen und konfrontieren, wenn aushaltbar & produktiv.

Auf der anderen Seite:

Wenn du merkst, es geht nicht, dann gehts halt nicht. Erstmal vertagen.

Viel Glück.

13.05.2018 23:12 • #5


Ich habe auch Paroxetin, MartaLich und Dominal verschrieben bekommen. Alles habe ich nicht so richtig vertragen weil es mich umgehauen hat. Wie geht es euch damit? Könnt ihr damit Auto Fahren, Arbeiten gehen usw?

04.01.2021 10:51 • #6




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Dr. med. Andreas Schöpf