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Die Frage ist doch die, was erwarten wir von unserer Familie?
Ich erwarte Offenheit, Liebe, freie Meinungsäußerung, hitzige Diskussionen, weinen, lachen, für einander da sein, der Hintergrund, dass wir uns gegenseitig auffangen.
Keine Erpressungen, keine Lügen, keine "wer hat wen lieber", keine Verstellungen.
So, in der Realität ist das nicht jedem gegeben.
Aber hier geht es um uns. Machen wir Fehler, ja. Aber wenn deutliche Ansagen im Raum stehen, wenn es darum geht, dass man wählen muss, wer jetzt für wen wichtiger ist, dann ist es genug.
Dieses zerren an den Gefühlen ist dann eben Zuviel.
Und dann gibt es Konsequenzen. Natürlich sollte man sich das wohl überlegen.
Ich für mich habe deutlich gesagt, dass meine Einstellungen nicht kompatibel mit meiner Ursprungsfamilie sind. Ich mag keine Oberflächlichkeiten, keine Gemeinheiten, kein ständiges Herabsetzen von mir und meiner eigenen Familie.
Gleichzeitig ist mir auch bewusst, dass ICH diejenige bin, die diesen Schritt gegangen ist. D.h. Ich trage diese Verantwortung.
Meinen Kindern und meinem Mann wurde es absolut frei gestellt, wie sie damit umgehen wollen. Es wäre absolut ok gewesen, wenn sie noch Kontakt halten würden. Auch das habe ich meinen Eltern erklärt.
Und komischerweise, als ich bewusst und gewollt diesen Schritt gegangen bin, ging es mir besser.
Da war kein Triumpf oder Häme in mir, es war auch keine Bestrafung in meiner Entscheidung, es ging nur darum, dass ich, egal wie ich mich verbiege, es einfach nicht schaffen kann, das zu bekommen, was ich mir wünsche.
Es hat auch nicht geholfen, zu versuchen, über der Sache zu stehen, es ist mir auch nicht gelungen, weil dieses Sehnen nicht weggeht. Dieses kindliche Verlangen, endlich doch geliebt zu werden. Um meiner selbst.
Und irgendwann ist damit Schluss. Geht halt nicht. Auch das muss man mal akzeptieren.
Und meine eigene Familie ist viel wichtiger. Und bei uns gibt es das nicht. Meine Söhne sind jetzt 31 und 27 Jahre alt. Kommen Mit ihren Freundinnen zu uns. Und es ist gut. Ich achte ihr Leben, keiner muss mir was beweisen. wir sind für Sie da und das wissen Sie.
So soll das sein. Bei mir hat es eben nicht sein sollen. Auch das habe ich inzwischen angenommen. Es bringt nichts, etwas zu wollen, was eben nicht machbar ist.
Ist ja mit der Angst genauso. Was nützt es dir, es nicht haben zu wollen, wenn man es doch hat. Immer gegen Windmühlen kämpfen, gewisse Schicksale gilt es bewusst zu tragen.
Lass dir Zeit mit deiner Entscheidung.