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polly75
Ich leide phasenweise unter extremer Schlaflosigkeit, wo ich einfach nicht einschlafen kann und das dann tagelang geht, bis ich völlig fertig bin. Ich nehme Opipramol und komme eigentlich gut klar, wochenlang z.B. keine Schlafprobleme. In den letzten Jahren konnte ich mich relativ gut immer wieder zu besserem Schlaf schubsen, indem ich wusste, zur Not nimmst du morgen eine Zopiclon und hast dann wieder Sicherheit, dass du wenigstens diese Nacht schläfst. Wenn ich dann ein zwei Nächte wieder schlafen konnte, war es wieder o.k.

Jetzt kriege ich das nicht hin, ich versuche entspannt auf den Schlaf zu warten und er kommt einfach nicht. Nicke ich kurz ein, durchzuckt es mich wie ein Stromschlag und ich bin wieder wach. Ich habe dann die Option wach liegen, auf eventuellen Schlaf warten mit der Gefahr einer schlimmen Nacht und einem noch ätzenderen Tag, krieg dann extreme Übelkeit, Deprigefühle, Kopfschmerzen usw. Oder dem Griff zum Zopiclon, der mich bisher sicher ausknipst. Entscheiden muss ich das recht früh, ich muss gegen 6 Uhr raus und z.B. um 3 könnte ich keine mehr nehmen, dann käme ich nicht raus.
Jetzt habe ich schon 3 Tage hintereinander Zopiclon genommen, es war einfach zu verlockend und ich habe gerade aus div. Gründen keine Kraft diese Folter aus durchwachten Nächten durchzustehen. Nun habe ich tierisch Angst mich zu sehr daran zu gewöhnen. Ich komme ja eigentlich zu 95% der Zeit ganz gut zurecht, wenn ich nur schlafe habe ich Kraft einiges durchzustehen, diese Schlaflosigkeit ist so als würde mir der Schutz vor allen ängstigenden Einflüssen genommen und alles prasselt auf mich ein.
Bitte keine liebgemeinten Tipps zu Tees, Baldrian usw. in über 20 Jahren Schlafstörung habe ich das alles durch, es hilft mir nicht. Das was immer am besten geholfen hat, wsr eine gelassene Einstellung, die schaffe ich gerade nicht.

11.01.2021 09:58 • 16.01.2021 #1


20 Antworten ↓


Schlaflose
Hatte ich dir nicht schon geschrieben, dass ich früher 5-6 Jahre lang 3-4 Mal die Woche Zopiclon genommen habe ohne abhängig zu werden? Damals hieß es im Beipackzettel sogar noch, dass Zopiclon nicht abhängig macht und man es dauerhaft täglich nehmen kann. Jahre später wurde das im Beipackzettel geändert, dass beobachtet wurde, dass Personen, die Abhängigkeiten von anderen Substanzen zeigten, dazu neigten, Zopiclon missbräuchlich zu verwenden.

11.01.2021 11:14 • #2



Angst vor Abhängigkeit mit Zopiclon

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-IchBins-
@Schlaflose
Das hattest du mir geschrieben, weil ich die auch hin und wieder genommen hatte.
Komischerweise habe ich aber etwas anderes darüber gehört. Mein Psychiater teilte mir mit, dass diese abhängig machen, wenn man sie dauerhaft nimmt. Nun ist ja jeder Mensch anders und reagiert anders, vielleicht bist du resistent gegen eine Abhängigkeit. Aber ich muss sagen, dass ich schon gemerkt habe, mehr davon nehmen zu wollen, weil sie wirklich gut helfen. Ich war noch nie von irgendetwas abhängig, würde aber trotzdem nicht das Risiko eingehen wollen. Wie geschrieben, jeder darf das für sich selbst entscheiden und muss es selbst ausprobieren, wie er damit umgeht.

@polly75
Du kannst es nur selbst testen, ich habe damit nun aufgehört, habe ein AD verschrieben bekommen, was den Schlaf fördern soll, bin mal gespannt, ob es mir hilft.

11.01.2021 11:20 • #3


polly75
Zitat von Schlaflose:
Hatte ich dir nicht schon geschrieben, dass ich früher 5-6 Jahre lang 3-4 Mal die Woche Zopiclon genommen habe ohne abhängig zu werden? Damals hieß es im Beipackzettel sogar noch, dass Zopiclon nicht abhängig macht und man es dauerhaft täglich nehmen kann. Jahre später wurde das im Beipackzettel geändert, dass beobachtet wurde, dass Personen, die Abhängigkeiten von anderen Substanzen zeigten, dazu neigten, Zopiclon missbräuchlich zu verwenden.

Ich bin total zwiegespalten. Ich bin absolut kein Typ für Sucht für irgendeinen Kick, ich mag es z.B. nicht betrunken zu sein. Ich genieße wenig Alk. weil mir z.B. ein Glas Wein schmeckt, habe aber kein Bedürfnis nach Rausch. Ich habe Angst vor einer psychischen Abhängigkeit bei der mich mein Unterbewusstsein jetzt dauernd nicht einschlafen lässt, bis ich mich mit der Tablette "erlöse". Wenn ich sie z.B. 3 - 4 pro Woche nehme, laufe ich immer noch Gefahr, 3 Nächte wachzuliegen und davor graut es mir so. Das war sonst anders, da konnte uch mir sagen "Dann liegst du halt wach, wird auch wieder besser." Diese Gelassenheit fehlt mir zur Zeit so ganz. Dann lese ich Artikel wie "Keine Angst vor Schlafmitteln" aus der Ärztezeitung (googlen). Und denke "ach, nimm's halt. Vielleicht besser als so am Stock zu gehen." Aber akut konnte ich bis letzte Woche ganz gut schlafen. Ich verstehe mich selbst nicht, warum ich da gerade so dramatisiere.

11.01.2021 11:54 • #4


Schlaflose
Zitat von polly75:
Ich nehme Opipramol und komme eigentlich gut klar,


Wieviel nimmst du denn? Du könntest für eine Weile die Dosis erhöhen. Opipramol ist aber insgesamt ein sehr schaches Medikament. Mir hat es gar nicht geholfen. Ich hatte bei 200mg keinerlei
Wirkung. Du könntest auch auf ein stärkeres schlafanstoßendes AD wechseln. Ich nehme Doxepin und das wirkt bei mir gut. Ich variiere damit auch bei Bedarf mit der Dosis. Wenn ich eine schlechte Phase habe, erhöhe ich um 25-50mg für ein paar Wochen, bis es sich wieder eingependelt hat und gehe dann wieder runter.

11.01.2021 15:19 • x 1 #5


orion
Das Thema über Abhängigkeit bezüglich der sogenannten "z-drugs" ist umstritten. Die eine Seite sagt, dass man davon abhängig werden kann u. die andere Seite behauptet exakt das Gegenteil. Und sie seien alle 'Experten' also vom Fach..

11.01.2021 15:41 • #6


polly75
Zitat von Schlaflose:
Wieviel nimmst du denn? Du könntest für eine Weile die Dosis erhöhen. Opipramol ist aber insgesamt ein sehr schaches Medikament. Mir hat es gar nicht geholfen. Ich hatte bei 200mg keinerlei Wirkung. Du könntest auch auf ein stärkeres schlafanstoßendes AD wechseln. Ich nehme Doxepin und das wirkt bei mir gut. Ich variiere damit auch bei Bedarf mit der Dosis. Wenn ich eine schlechte Phase habe, erhöhe ich um 25-50mg für ein paar Wochen, bis es sich wieder eingependelt hat und gehe dann wieder runter.

Eigentlich 50mg abends, ich war auch öfter für längere Zeit ganz weg davon. Habe jetzt auf 100 mg hochdosiert. Ich habe auch keinen Arzt, der das fachmännisch begleiten könnte. Bin nur beim Hausarzt.

11.01.2021 16:52 • #7


Calima
Zitat von orion:
Die eine Seite sagt, dass man davon abhängig werden kann u. die andere Seite behauptet exakt das Gegenteil.

Man findet es wohl spätestens heraus, wenn man davon wegkommen will.

11.01.2021 18:37 • x 1 #8


polly75
Zitat von Calima:
Man findet es wohl spätestens heraus, wenn man davon wegkommen will.

Ich habe in 20 Jahren Schlaflosigkeit bisher vielleicht 2 Packungen Zopiclon verbraucht, hab schon welche entsorgt, weil sie weit über dem MHD waren. Ich will mir das nicht verbocken und jetzt nicht anders daraus kommen, ich habe das bisher immer irgendwie geschafft. Ich merke aber dass es um meine "Aushaltefähigkeit" gerade nicht gut bestellt ist. Eigentlich hab ich mir immer gesagt, eine Nacht ohne Schlaf ist kein Beinbruch, warum klappt das gerade nicht? Und alles schlimme/neue/tolle, endet bei mir gedanklich im Schlaf. Man wird krank? Oh, dann könnte ich vor Sorge nicht schlafen, erst recht nicht im Krankenhaus. Neuer Job? Nachher bin ich zu aufgeregt um zu schlafen. Urlaub? Oh ja, toll! ABER im Hotel lieg ich wieder wach... So geht das schon seit Jahren. Schon als Kind konnte ich nie einchlafen wenn ich woanders übernachtet habe, da hat es mir nur nichts ausgemacht. Ich war halt die aktive, die gerne länger durchmacht.

11.01.2021 18:59 • #9


Hast du mal Promethazin (Atosil) probiert? Ich konnte damit etwas besser einschlafen und vor allem tiefer und länger im Vergleich zu Zopiclon. Einschlafen ging mit Zopiclon besser. Davon soll man wohl auch nicht abhängig werden.

11.01.2021 19:18 • #10


Wenn man deine Zeilen liest merkt man das sich fast alles nur im Kopf abspielt oder wurde jemals untersucht ob körperliche Ursachen möglich sind? Du musst halt zu deiner Gelassenheit zurückfinden, wenn das immer der Schlüssel war. Also, wenn du jetzt nur einige Tage am Stück Zopiclon nimmst ist eine Abhängigkeit gering. Der Körper gewöhnt sich aber schon mit der Zeit an den chemischen Lichtschalter. Würde dann daher auch nicht abrupt aufhören sondern die Dosis z.B. halbieren/vierteln etc. sprich ausschleichen. Man könnte nach dem absetzen sich eines Tricks behelfen in dem man versucht den Schlafdruck massiv zu erhöhen in dem man einen 36-40 stündigen kpl. Schlafenzug durchführt und anschließend die Bettzeit auf wenige Stunden(4-6) verkürzt und dies einige Zeit beibehält bis die Schlafzeit am Stück min. wieder 90% beträgt.

11.01.2021 19:27 • #11


Schlaflose
Zitat von polly75:
Eigentlich 50mg abends, ich war auch öfter für längere Zeit ganz weg davon. Habe jetzt auf 100 mg hochdosiert. Ich habe auch keinen Arzt, der das fachmännisch begleiten könnte. Bin nur beim Hausarzt.

Das ist völlig egal. Man muss selbst damit herumexperimentieren, wie es für einen selbst am besten funktioniert. Die Höchstdosis von Opi ist 300mg. Da hast du eine große Spanne. Ein Arzt, ob Hausarzt oder Facharzt kann auch nur sagen, man soll es mit einer höheren Dosis versuchen. Das hat mir sogar der eine Psychiater so gesagt. Die stecken auch nicht in einem drin.
Zitat:
Neuer Job? Nachher bin ich zu aufgeregt um zu schlafen. Urlaub? Oh ja, toll! ABER im Hotel lieg ich wieder wach... So geht das schon seit Jahren. Schon als Kind konnte ich nie einchlafen wenn ich woanders übernachtet habe, da hat es mir nur nichts ausgemacht. Ich war halt die aktive, die gerne länger durchmacht.

Da war bei mir absolut genauso. Später haben sich diese einzelnen Ereignisse auf immer mehr Situationen ausgeweitet. Und als ich mit 30 anfing, zu arbeiten, wurde es zum Dauerzustand.

11.01.2021 19:56 • #12


polly75
Ich habe jetzt vor 3 Nächten nach 3 Std. wach liegen eine halbe Zopiclon genommen und konnte damit auch ganz gut schlafen. Vorgestern habe ich mir fest vorgenommen auf keinen Fall eine zu nehmen, sondern im Zweifel die durchwachte Nacht durchzuhalten. Ab 4 Uhr bin ich tatsächlich ein paar Mal aufgeschreckt und konnte mich an Träume erinnern. Also hab ich zumindest ein bisschen Schlaf bekommen, damit habe ich mich tagsüber viel besser gefühlt. Heute Nacht habe ich ganz normal schlafen können und das freut mich total. Ich bin noch ein paar Tage krank geschrieben, das entspannt ja auch ein bisschen, aber ich hoffe dass es weiter aufwärts geht.

14.01.2021 08:24 • #13


Schlaflose
Zitat von polly75:
Ich bin noch ein paar Tage krank geschrieben, das entspannt ja auch ein bisschen, aber ich hoffe dass es weiter aufwärts geht.


Bei mir läuft es mit dem Schlafen auch immer super, wenn ich nicht zur Arbeit muss.

14.01.2021 14:03 • #14


Sertra79
Also ich habe schon alle Mittel durch.
Zoplicon, Atosil, Tavor, Opipramol etc.

Seit einem Jahr nehme ich Ouetiapin und zwar in ganz geringer Dosis. 25-50mg eine halbe Stunde vor dem gewünschten Schlaf.
Es funktioniert perfekt und soll nicht "süchtig" machen laut Ärzten. Ok psychisch denke ich schon.

Wichtig ist bei OQuetiapin nur eine geringe Dosis zu nehmen und nicht die vollen empfohlenen 200mg um den gewünschten Schlafeffekt zu erzielen, bei der normalen Anwendung (200-300mg) ist Quetiapin ja eigentlich angstlösend wirkend und eher aufpuschend.

Mein Vorteil ist noch eine kleine angstlösende Wirkung noch am morgen und deshalb auch seit 1 Jahr Panikattacken frei, die ich besonders morgens hatte. Auch gibt es keinen Überhang wie Antriebslosigkeit oder Müdigkeit am anderen Tag.

Ich denke probieren geht über studieren.

15.01.2021 09:54 • #15


polly75
Zitat von Schlaflose:
Bei mir läuft es mit dem Schlafen auch immer super, wenn ich nicht zur Arbeit muss.

Wenn ich in so einer Phase drin bin, schlafe ich auch nicht unbedingt, wenn ich frei habe. Aber oft ist ein Problem in Verbindung mit Arbeit der Auslöser. Ich habe auch oft Sonntag abends und am Ende vom Urlaub depressive Gefühle. Dann muss nur noch ein eigenes Gesundheitsproblem dazu kommen oder Stress wegen irgendwas anderem und dann liege ich wach. Es sind aber auch andere besondere Situationen, eine Feier oder lange Autofahrt z.B., wenn ich Sorge habe nicht fit genug zu sein, wenn ich nicht schlafe. Mein Mann möchte z.B. gerne mal weiter weg in den Urlaub (in Zeiten wo das geht), ich kann dann nicht verlässlich mit Auto fahren.

15.01.2021 11:18 • #16


Zitat von polly75:
Aber oft ist ein Problem in Verbindung mit Arbeit der Auslöser. Ich habe auch oft Sonntag abends und am Ende vom Urlaub depressive Gefühle.


Aber dann scheint deine Arbeit dich ja krank zu machen, oder? Dann solltest du wechseln, um wieder in Balance zu kommen.

15.01.2021 11:30 • #17


polly75
Zitat von Pauline333:
Aber dann scheint deine Arbeit dich ja krank zu machen, oder? Dann solltest du wechseln, um wieder in Balance zu kommen.

Ursächlich war es auf jeden Fall die Arbeit, da bin ich mir ganz sicher. Ich hatte schon vor mir etwas anderes zu suchen, aber dann kam Corona. Und die Situation hier ist echt mau, Kleinstadt, eher niedriges Lohnniveau, bevorzugt 450 Euro Jobs. Ich habe zumindest eine 3/4 Stelle mit vernünftigen Randbedingungen.

15.01.2021 22:55 • #18


Ja, das ist wirklich blöd. Aber entweder musst du es schaffen, deine Arbeit wieder zu mögen (Einstellung ändern und/oder Arbeitsbedingungen optimieren) oder du musst dir was anderes suchen. Fakt ist, wenn du nichts an der Situation änderst, wird es dir nicht besser gehen oder sogar noch schlimmer. Der stärkste Verursacher vieler seelischer/psychischer Krankheiten und vor allem bei Depressionen und Angsterkrankung ist Dinge zu tun, die man nicht gerne macht bzw. schlimm findet.

16.01.2021 09:27 • #19


Schlaflose
Bei mir hat sich das erheblich gebessert, seit ich vor 10 Jahren meinen Beruf (Lehrerin) aufgegeben und in die Verwaltung gewechselt habe. Ganz weg ist es nicht, es gibt immer noch Nächte, die nicht so gut sind, aber insgesamt ist es ein Riesenunterschied.

16.01.2021 12:01 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf