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Hallo,
obwohl es schon 3,5 Jahre her ist, als mich mein Exfreund verlassen hat, gibt es immer noch Momente, in denen ich meinen Exfreund vermisse. Ich achte nicht drauf wie oft und lang es auftritt, aber es gibt sie noch, diese Momente. Ich frage mich, ob es bedeutet das ich ihn noch liebe....und ich denk dann auch, dass diese Momente vielleicht nie komplett verschwinden werden, so wie man eben eine verstorbene sehr nahestehende Person wahrscheinlich sein ganzes Leben vermisst, wenn man diesen Menschen geliebt hat. Ich finde es ist sehr schwer mit solchen Gefühlen umzugehen und im Grunde kann man die Sehnsucht ja auch nicht stillen, weil die Person ja für immer weg ist.

Ich frag mich, ob das "normal" ist, dass ich ihn immer noch vermisse?! Ich frag mich dann in solchen Momenten auch, ob ich es hätte verhindern können ihn zu verlieren und das es ein Widerspruch ist, dass ich ihn in den letzten zwei Jahren so vermisst hab (insgesamt 10 Jahre zusammen davon 2 Jahre Fernbeziehung), aber trotzdem nicht zu ihm gezogen bin (er war sich schon unsicher und ich war total verunsichert ob ich wirklich alles aufgeben und ihm folgen soll).

Vielleicht habt ihr Tipps für mich...
Lieber Grüße

04.11.2015 22:48 • 08.11.2015 #1


7 Antworten ↓


Hallo Lischen,

einen Tipp habe ich zwar in dem Sinne einer Patentlösung nicht, aber ich meine, du mußt dich wirklich von dieser früheren Beziehung lösen wollen.

Für mich ist im Moment schwer zu erkennen, ob du wirklich noch Liebeskummer hast und dich damit selber fertig machst oder ob es so ist, daß es dir gefällt, an deinen Ex zu denken und du dich in deiner Traumwelt wohlfühlst.

Daher ist es im Moment auch schwer, dir einen Rat zu geben. Das heißt, Moment: Du könntest eine Art Tagebuch führen und immer deine Gedanken an den Ex und deine Gefühle dabei aufschreiben. Vielleicht wird dir die Lösung dann selbst klar.

Gruß
Don Quijote

05.11.2015 01:08 • #2



Vermisse nach langer Zeit manchmal immer noch meinen Ex

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h4ppytree
Hey,

die Gefühle, die du schilderst, halte ich für völlig normal und auch angebracht.
Immerhin wart ihr eine sehr lange Zeit zusammen, habt viel geteilt, er war lange Zeit ein Teil deines Lebens und hat dich und dein aktuelles Leben mit Sicherheit auf eine gewisse Weise geprägt.
Ob es bedeutet, dass du ihn noch liebst? Nun, das kannst nur du erfahren, indem du, auch wenn es sich doof anhört, auf dein Herz hörst. Was will es dir sagen, wenn diese Gefühle aufkommen? Vermisst du ihn, wie es war? Glorifizierst du die Vergangenheit und das was ihr hattet und blendest das aus, warum ihr euch getrennt habt? Oder vermisst du vielleicht nur jemanden (und nicht unbedingt ihn) an deiner Seite? Versuch dem Gefühl näher auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was du wirklich vermisst, was dir wirklich fehlt.

Ich kenne diese Gefühle aus einer eigenen früheren Beziehung, kann ihnen jedoch inzwischen mit mehr Mitgefühl und Verständnis begegnen. Ich fürchte mich nicht mehr davor, versuche sie nicht mehr wegzuschieben. Ich habe das Gefühl, dass das schon bedeutend ist, um einen einfacheren Umgang mit ihnen zu pflegen.

Außerdem: Ist es nicht etwas wertvolles, etwas wunderschönes, jemanden zu kennen, den man vermissen DARF? Dies bedeutet doch, dass du eine gute Zeit mit ihm hattest, du einen besonderen Menschen in deinem Leben haben durftest.

Das sind nur so ein paar Denkanstöße, die mir gerade einfielen.
Ich hoffe, es hilft ein wenig.

Herzliche Grüße

05.11.2015 01:17 • #3


Hallo,
vielen Dank für eure Antworten.
Irgendwie schaff ich es nie so wirklich der Sache auf den Grund zu gehn, weil ich mich dadurch oft durcheinander fühl bzw. es belastet mich eigentlich nur noch darüber nachzudenken aber ich schaffe es trotzdem nicht richtig los zu lassen.

Hab schon das Gefühl, dass ich ihn noch vermiss bzw. die Zeit in der es noch gut lief. Ich vermisse die guten Zeiten mit ihm. Das war auch in den letzten 2-3 Jahren der Beziehung schon so, ich hab mich nach Ruhe und Harmonie gesehnt, nach früheren Zeiten und das wir wieder zusammen irgendwo leben und es uns gut geht aber dazu kam es leider nie mehr. Im Grunde hat sich dieses sehnen danach immer weiter fortgesetzt. Gleichzeitig denk ich auch immer noch ganz oft, dass ich so eine Liebe nie wieder finden werde und das macht mich dann auch fertig.

Ich hab irgendwie das Gefühl ich steck irgendwie fest. Bin zwar aus der richtig schlimmen Krise rausgekommen aber richtig gut ist es irgendwie nicht. Bin seit einem Jahr auch alle paar Wochen krank bzw. fühl mich dauer erkältet. Kann zwar auch durch den beruflichen Kontakt mit Kindern sein aber trotzdem hab ich auch das Gefühl, dass mir das nicht richtig loslassen können ziemlich zusetzt.

Meine Depri ist zwar viel besser geworden trotzdem fühle ich mich fast immer müde und erschöpft, was zwar auch durch die ständigen Infekte kommen kann aber ich hab das Gefühl, dass mir das Vergangene immer noch sehr viel Kraft raubt. Und Single zu sein fällt mir auch immer wieder schwer.

07.11.2015 15:01 • #4


Vielleicht hilft dir das Buch "Krankheit als Weg" von Dahlke/Dethlefsen.

Deine häufigen Infekte scheinen mir eher seelische Ursachen zu haben.

Deine Depri solltest du natürlich mit dem Hausarzt und dann mit einem Psychiater besprechen.

Du mußt dir darüber klar werden, was du wirklich vom Leben willst. Dein Schwelgen in der Vergangenheit beraubt dich nur deiner Zukunft, und niemand kann dir helfen, solange das so ist.

07.11.2015 16:41 • #5


Danke für deine Antwort und den Buchtip.

Ich hab mir schon öfters gedacht, dass bei der Infektanfälligkeit sicherlich auch die Psyche eine große Rolle spielt. Trotzdem ist sie erst aufgetreten, als ich begonnen hab mit Kindern zu arbeiten. Man kommt so einfach ständig mit erkälteten Kindern in Kontakt und meine Infekt Anfälligkeit zeigt sich somit deutlich. Davor in einem anderen Beruf war ich normal oft erkältet und über eine längere Zeit nach der Trennung war ich irgendwie garnicht krank. Da waren die psychischen Symptome so stark, dass das andere vielleicht in den Hintergrund gedrängt wurde. Richtig erklären kann ich es mir auch nicht.

Was ich wirklich will...ich hätte nun nach einiger Zeit schon gern wieder einen Partner, bisher aber leider niemanden gefunden. Bin auf dem Land aufgewachsen und nun seit einigen Jahren in der Stadt, würde aber später schon gern mit Mann und Tieren und evtl. Kind(ern) auf dem Land leben, da ich sehr naturverbunden bin und auch gern im Wald. Im Prinzip hab ich zeitweise so schon mit meinem Ex gelebt und ich wünsche es mir wieder. Mir ist es wichtig genug Freizeit zu haben, was ich auch durch meinen Job habe, bin gern kreativ tätig was ich auch mache.

Ich weiß auch, dass mich das vergangenheitsorientierte nicht weiter bringt und auch schadet, schaff es aber trotzdem nicht los zu kommen.

07.11.2015 19:48 • #6


Zitat von Don Quijote:
Vielleicht hilft dir das Buch "Krankheit als Weg" von Dahlke/Dethlefsen.


Ich habe dieses Buch schon im Jahr 1991 gelesen. Dazu noch Schicksal als Chance und dann noch von Elisabeth Haich "Die Einweihung"
Tolle Literatur und eine wirklich tolle andere Perspektive

Trotzdem hat sich der Konsum von Psychopharmaka in den letzten 10 Jahren in Bayern verdoppelt. Und TROTZ der Esoterik werden die Depressiven nicht weniger.

07.11.2015 19:59 • #7


Zunächst kurz zu Franz Huber:

Du hast völlig recht. Die Depressiven werden nicht weniger. Die Psychosen übrigens auch nicht. Mit Esoterik allein kommt man den Krankheiten auch nicht bei. Man braucht einen guten Therapeuten, und dann muß man auch selbst was tun. Zum Beispiel die eigenen Grenzen sehen. Auch vielleicht einmal auf Dinge verzichten, damit man andere Dinge tun kann.

Dann zu Lischen:

Ich denke, ich kann mich gut in dich hineinversetzen. Ich bin auch in einem Dorf aufgewachsen und daher auch immer noch naturverbunden. Später habe ich mehrere Großstädte kennengelernt, und jetzt lebe ich in einer Kleinstadt in Norddeutschland. Ich habe in früheren Jahren ein sehr interessantes und turbulentes Leben geführt, jetzt ist es viel ruhiger. Ich habe mehrere schwere Krisen durchlebt und bin wieder aufgestanden.

Obwohl ich inzwischen sehr ausgeglichen bin, meinen Frieden mit dem Leben gemacht habe und in mir selbst ruhe, ist für mich das Leben nach wie vor Entwicklung. Ich habe immer noch Ziele, auch wenn ich weiß, daß ich das eine oder andere im Leben nicht mehr erreichen werde.

Mit meiner ersten großen Liebe ist es mir ähnlich gegangen wie mit deinem Freund, obwohl die Beziehung wesentlich kürzer war. Aber dieses nagende Gefühl kenne ich. Bei mir hat es sich irgendwann verflüchtigt. Ich denke, es ist wichtig, sich eine Offenheit für das Neue zu bewahren.

Aber, Lischen, ich bin wohl etwa 15 Jahre älter als du und habe gut reden. Noch als ich in deinem Alter war, war auch ich wesentlich weniger gefestigt. Mir hat vielleicht geholfen, daß ich letztlich doch viele meiner Lebensträume verwirklichen konnte. Aber bevor das so wurde, mußte ich auch loslassen lernen.

08.11.2015 01:26 • #8




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