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Partner gibt zuviel Geld aus - was tun?

201812.01




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Hallo!
Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiterweiß. Ich habe das Gefühl, mein Mann treibt uns in den Ruin. Aber vielleicht von vorne.
Als ich mit meinem Mann vor 9 Jahren zusammenkam, hatte ich gerade einen gut bezahlten Job begonnen und keine finanziellen Probleme. Mein Mann hat im Niedriglohnsektor gearbeitet, wurde krank und schließlich ausgesteuert. D.h. ich habe ihm relativ schnell Vollmacht über mein Konto eingeräumt, er hatte ja nichts. Wir haben dann auch sehr schnell geheiratet. Mein Konto rutschte immer weiter ins Minus. Ich habe dann auf Anraten der Bank eine Umschuldung vorgenommen. Da waren wir keine 2,5 Jahre zusammen und ich hatte einen Kredit von 30.000 Euro an der Backe. Mein Mann fing wieder in seinem Traumjob an zu arbeiten. Dafür mussten wir umziehen und dank unserer Hunde war die einzige Möglichkeit ein Haus zu kaufen. Mein Konto ging wieder ins Minus. Mir war eigentlich überhaupt nicht klar, warum. Vor drei Jahren verlor ich dann meinen Job (Zeitvertrag ausgelaufen). Mir ging es sehr schlecht, ich hatte ständig Panik. Ich brauchte einen neuen Job und der musste auch noch gut bezahlt sein, sonst endet es doch in einer Katastrophe. Kurz vor Ende des Arbeitslosengeldes bin ich dann zusammengebrochen, wollte nicht mehr Leben. Ich habe mir ärztliche Hilfe gesucht. Diagnosen war: schwere depressive Episode. Mein Mann hat meinen Eltern Bescheid gegeben. Die haben mein Konto mit 10.000 Euro saniert. Nach ein paar Monaten bin ich dann sogar stationär in eine Klinik gegangen. Dort wurde mir erst bewusst, dass mich der finanzielle Druck krankgemacht hat. Mein Mann und ich hatten dann ein Paargespräch mit der Ärztin. Sie hat versucht ihm klarzumachen, dass mich die finanzielle Situation krankgemacht hat, dass ich die Schuld in seinem Umgang mit Geld sehe, mich aber auch die Schuld gebe, dass ich das zugelassen habe. Mein Mann zeigte sich einsichtig. Meinte, dass er wohl auch Probleme habe und er sich Hilfe suchen will. Passiert ist nichts. Nach der stationären Behandlung war ich noch in einer Tagesklinik und habe anschließend eine Therapie gemacht. Die Therapie ist mittlerweile ausgelaufen, die Therapeutin sah keinen Bedarf mehr. Vor 6 Monaten ist dann etwas Unglaubliches passiert. Wir bekamen Nachwuchs und wussten davon nichts, bis zur Geburt. Das war die perfekte Kombination von keinen Anzeichen und Verdrängung. Über Weihnachten saßen wir plötzlich 10 Tage in unserer Heimat fest. Wir hatten auf den Weg einen Motorschaden. Mein Schwiegervater hat dann die Kosten für die Reparatur übernommen. Da wir nur 2 Tage bleiben wollten, saß ich plötzlich ohne Medikamente da. Seitdem geht es mir wieder richtig schlecht! Wäre nicht unser Sohn da, ich säße wohl wieder in der Klinik. Dafür ist mir aber in den letzten Tagen auch vieles bewusst geworden. Als ich noch gearbeitet habe, hatten wir 4.000 Euro monatlich und die haben nicht gereicht. Wo ist das ganze Geld geblieben? Unnötiger Luxus wie Spielekonsolen samt Spielen, Sky Vollabo, ein Koiteich im Garten, ein Anhänger fürs Auto Viele Dinge wurden gekauft, obwohl man sie nicht braucht bzw. nur einmal gebraucht: Betonmischmaschine, div. Makita Werkzeuge... Und viele Sachen sind in meinen Augen absolut unnötig: wir haben mittlerweile 5 Labeldrucker, jedes Jahr muss ein neues Handy her, jedes Jahr eine neue Armbanduhr und es fließt unendlich viel Geld an Douglas. Letztes verheimlicht er sogar. Ich finde immer wieder versteckte Kartons. Jahrelang habe ich gedacht, er hat einfach nie gelernt mit Geld umzugehen. Nun frage ich mich, ob da nicht sogar eine Kaufsucht dahintersteckt. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Mein Leben besteht nur noch aus Angst vor der Zukunft, ich kann mich an nichts mehr freuen. Durch die Geburt unseres Sohnes bin ich nun auch noch finanziell voll von ihm abhängig. Ich bekomme ja nur 300 Euro Elterngeld + Kindergeld.
Ich brauche unbedingt Hilfe. Nur woher? Ich habe überlegt, meinen Eltern alles zu erzählen. Doch die sind alt, machen sich schon genug Sorgen. Außerdem, was sollen sie machen? Dann habe ich überlegt, es seiner Mutter zu erzählen. Doch sein Vater ist gerade an Krebs erkrankt, die haben auch genug um die Ohren. Vielleicht irgendeine Beratungsstelle? Caritas? Ach ja. Letztes Jahr habe ich einen Kurs für psychisch kranke Eltern beim SKF (Sozialdienst katholischer Frauen) gemacht. Da steht auch ein Treffen an. Vielleicht dort Hilfe suchen? Was meint ihr?

Auf das Thema antworten


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  12.01.2018 12:26  
Ich kann nicht anders als dir zu sagen, dass mein erster Gedanke ist: Egal was und wieviel er dir gibt, der Preis den du bezahlst, ist zu hoch. Überdenke einfach ernsthaft, ob Trennung eine Option ist. Finanziell finden sich da Wege.

Danke1xDanke


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Langen bei Frankfurt/M.
35
  12.01.2018 18:59  
Liebe Sandra,

da gibt es nur eins zu tun, du musst dich trennen. Und zwar schnellstens.

Du hast ein Kind und das braucht ein stabiles Umfeld. Dein Kind hat ein Recht,
in sagen wir mal, ordentlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Das ist ganz wichtig
für seine Entwicklung.

Auch du musst etwas für dich tun, du musst wieder stabil werden und eine
Perspektive haben.

Du befindest dich, schon seit langer Zeit, in einem Sog, der mehr
als zerstörerisch ist.

Suche dir Hilfe. Gehe zum Sozialamt. Die werden dir weiterhelfen und
dich unterstützen.

Auch der Sozial Psychiatrische Dienst ist eine Anlaufstelle.

Egal was du machst, mache bitte das Richtige und führe eine
Veränderung herbei und zwar schnell.

Es wird nichts besser werden, wenn du in dieser Situation und in diesem
Leben, weiterhin verharrst.

Tu etwas für dich und auch für dein Kind.

Das Leben kann auch anders aussehen, als das Leben das du mit
deinem Kind, gerade lebst.

Alles Gute für dich und liebe Grüße,
Mari



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30
  12.01.2018 19:47  
Manchmal schlägt die Emanzipation seltsame Wellen............Männer im Kaufrausch. LOL :-)



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  12.01.2018 19:59  
Sifu hat geschrieben:
Manchmal schlägt die Emanzipation seltsame Wellen............Männer im Kaufrausch. LOL :-)


Du schon wieder mit einem unpassenden Kommentar. Kannst du das nicht mal sein lassen? :evil:


Ich würde auch zu einer Trennung raten da dein Mann sich nicht verändern möchte. Ich würde vielleicht erstmal ein erstnstes Gespräch mit ihm führen um ihm den Ernst der Lage begreiflich zu machen.

Danke3xDanke


  12.01.2018 20:04  
Trenn Dich von ihm, er macht Dich doch immer weiter fertig. Wenn man das liest, merkt man wie er Dich immer weiter in seinen Strudel gezogen hat.
Du hast nun auch Verantwortung, für Deinen kleinen Sohn und soll er von klein auf lernen, wie man Geld, das man nicht hat, mit vollen Händen zum
Fenster hinaus schmeißt?

Danke1xDanke


4824
3
3392
  12.01.2018 21:01  
Hallo Sandra,

willkommen hier!

Das ist ein harter Brocken, ziehst Du in Erwägung Dich zu trennen oder geht es vorwiegend um die finanziellen Sorgen?



138
1
Essen Ruhrgebiet
50
  12.01.2018 22:59  
Vor 6 Monaten ist dann etwas Unglaubliches passiert. Wir bekamen Nachwuchs und wussten davon nichts, bis zur Geburt.


:schaem:

Danke1xDanke


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55
30
  12.01.2018 23:00  
Sandra2017 hat geschrieben:
Hallo!
Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiterweiß. Ich habe das Gefühl, mein Mann treibt uns in den Ruin. Aber vielleicht von vorne.
Als ich mit meinem Mann vor 9 Jahren zusammenkam, hatte ich gerade einen gut bezahlten Job begonnen und keine finanziellen Probleme. Mein Mann hat im Niedriglohnsektor gearbeitet, wurde krank und schließlich ausgesteuert. D.h. ich habe ihm relativ schnell Vollmacht über mein Konto eingeräumt, er hatte ja nichts. Wir haben dann auch sehr schnell geheiratet. Mein Konto rutschte immer weiter ins Minus. Ich habe dann auf Anraten der Bank eine Umschuldung vorgenommen. Da waren wir keine 2,5 Jahre zusammen und ich hatte einen Kredit von 30.000 Euro an der Backe. Mein Mann fing wieder in seinem Traumjob an zu arbeiten. Dafür mussten wir umziehen und dank unserer Hunde war die einzige Möglichkeit ein Haus zu kaufen. Mein Konto ging wieder ins Minus. Mir war eigentlich überhaupt nicht klar, warum. Vor drei Jahren verlor ich dann meinen Job (Zeitvertrag ausgelaufen). Mir ging es sehr schlecht, ich hatte ständig Panik. Ich brauchte einen neuen Job und der musste auch noch gut bezahlt sein, sonst endet es doch in einer Katastrophe. Kurz vor Ende des Arbeitslosengeldes bin ich dann zusammengebrochen, wollte nicht mehr Leben. Ich habe mir ärztliche Hilfe gesucht. Diagnosen war: schwere depressive Episode. Mein Mann hat meinen Eltern Bescheid gegeben. Die haben mein Konto mit 10.000 Euro saniert. Nach ein paar Monaten bin ich dann sogar stationär in eine Klinik gegangen. Dort wurde mir erst bewusst, dass mich der finanzielle Druck krankgemacht hat. Mein Mann und ich hatten dann ein Paargespräch mit der Ärztin. Sie hat versucht ihm klarzumachen, dass mich die finanzielle Situation krankgemacht hat, dass ich die Schuld in seinem Umgang mit Geld sehe, mich aber auch die Schuld gebe, dass ich das zugelassen habe. Mein Mann zeigte sich einsichtig. Meinte, dass er wohl auch Probleme habe und er sich Hilfe suchen will. Passiert ist nichts. Nach der stationären Behandlung war ich noch in einer Tagesklinik und habe anschließend eine Therapie gemacht. Die Therapie ist mittlerweile ausgelaufen, die Therapeutin sah keinen Bedarf mehr. Vor 6 Monaten ist dann etwas Unglaubliches passiert. Wir bekamen Nachwuchs und wussten davon nichts, bis zur Geburt. Das war die perfekte Kombination von keinen Anzeichen und Verdrängung. Über Weihnachten saßen wir plötzlich 10 Tage in unserer Heimat fest. Wir hatten auf den Weg einen Motorschaden. Mein Schwiegervater hat dann die Kosten für die Reparatur übernommen. Da wir nur 2 Tage bleiben wollten, saß ich plötzlich ohne Medikamente da. Seitdem geht es mir wieder richtig schlecht! Wäre nicht unser Sohn da, ich säße wohl wieder in der Klinik. Dafür ist mir aber in den letzten Tagen auch vieles bewusst geworden. Als ich noch gearbeitet habe, hatten wir 4.000 Euro monatlich und die haben nicht gereicht. Wo ist das ganze Geld geblieben? Unnötiger Luxus wie Spielekonsolen samt Spielen, Sky Vollabo, ein Koiteich im Garten, ein Anhänger fürs Auto Viele Dinge wurden gekauft, obwohl man sie nicht braucht bzw. nur einmal gebraucht: Betonmischmaschine, div. Makita Werkzeuge... Und viele Sachen sind in meinen Augen absolut unnötig: wir haben mittlerweile 5 Labeldrucker, jedes Jahr muss ein neues Handy her, jedes Jahr eine neue Armbanduhr und es fließt unendlich viel Geld an Douglas. Letztes verheimlicht er sogar. Ich finde immer wieder versteckte Kartons. Jahrelang habe ich gedacht, er hat einfach nie gelernt mit Geld umzugehen. Nun frage ich mich, ob da nicht sogar eine Kaufsucht dahintersteckt. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Mein Leben besteht nur noch aus Angst vor der Zukunft, ich kann mich an nichts mehr freuen. Durch die Geburt unseres Sohnes bin ich nun auch noch finanziell voll von ihm abhängig. Ich bekomme ja nur 300 Euro Elterngeld + Kindergeld.
Ich brauche unbedingt Hilfe. Nur woher? Ich habe überlegt, meinen Eltern alles zu erzählen. Doch die sind alt, machen sich schon genug Sorgen. Außerdem, was sollen sie machen? Dann habe ich überlegt, es seiner Mutter zu erzählen. Doch sein Vater ist gerade an Krebs erkrankt, die haben auch genug um die Ohren. Vielleicht irgendeine Beratungsstelle? Caritas? Ach ja. Letztes Jahr habe ich einen Kurs für psychisch kranke Eltern beim SKF (Sozialdienst katholischer Frauen) gemacht. Da steht auch ein Treffen an. Vielleicht dort Hilfe suchen? Was meint ihr?



Am besten ihr laßt Euch scheiden und du bezahlt ihm Unterhalt. Dann bist du ihn los.



6526
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NRW
8967
  12.01.2018 23:14  
Sifu hat geschrieben:
Am besten ihr laßt Euch scheiden und du bezahlt ihm Unterhalt. Dann bist du ihn los.

Wieso soll sie ihm Unterhalt bezahlen? Er schmeisst dass Geld zum Fenster raus und sie soll ihm noch weiterhin seinen Luxus finanzieren?
Was ist mit dem Kind? Aber Du machst Dich ja eh nur lustig, mach lieber mal die Fliege hier!

Danke2xDanke


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  13.01.2018 09:58  
Puh heftig.
Ich weiß ja nicht....ob sowas geht...
Aber ganz pragmatisch schlageich erstmal ein ernstes Gespräch vor. Ist er einsichtig, geht seine Vollmacht über das Konto flöten und wird nur noch auf dich geführt. Keine Karte, keine Pins mehr für ihn, bis er gelernt hat, damit umzugehen. Und das mit professioneller Hilfe!

Aber letztendlich lese ich hier nichts weiter zu deiner Beziehung zu ihm. Liebst du ihn noch?
Möchtest du überhaupt noch wirklich einLeben mit ihm oder nur aus Gewohnheit und Zukunftsangst?

Das sind nicht nur Fragen, die ich dir stelle sondern die du dir dringend selbst stellen solltest.

Liebe GRüße



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  13.01.2018 10:36  
Was das Thema Geld angeht, gibt es ähnlich wie bei Alk. eine Art Co-Abhängigkeit des Partners. Ich habe das mal mit einem sehr erfahrenen Schuldnerberater besprochen und er hat es mir bestätigt. Der Partner sieht eigentlich das Problem, bügelt aber immer wieder aus, schießt Geld zu, hofft auf bessere Zeiten, deckt den anderen auch vor Familie und Freunden usw. Man macht einen ewigen Spagat zwischen Vernunft und dem Bedürfnis, zum Partner zu halten. Das Problem ist, man macht sich quasi mitschuldig.

Ehrlich gesagt hört es sich schon ein bisschen unwahrscheinlich an, dass ihr von der Schwangerschaft nichts bemerkt habt, aber es zeigt ja, dass du ein Meister im Wegschauen bist wenn du etwas nicht wahrhaben willst.

Was du auf jeden Fall trennen solltest sind eure Finanzen und das ganz rigoros. Getrennte Konten, auf das du Haushaltsgeld von ihm bekommst und das Kindergeld und dieses Geld wird auch wirklich nur für lebensnotwendiges verwendet. Und unterschreibe niemals wieder einen Kreditvertrag für seine Schulden.

Du wirst relativ bald wieder arbeiten gehen müssen, fürchte ich. Ob du bei ihm bleibst oder nicht. Hast du einen Schuldnerberater?

Unsere Problematik liegt ein bisschen anders, bei uns ist es eine schlecht laufende Selbständigkeit, die uns in Schwierigkeiten gebracht hat. Die letzten zehn Jahre habe ich mich im ständigen Zwiespalt befunden zwischen Loyalität und darauf bestehen, dass die Firma geschlossen wird. Ich verstehe dich schon ein bisschen. Wichtig ist, dass du nun konsequent bleibst, damit hilfst du ihm am meisten.


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