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Hallo,

Ich muss jetzt einfach mal meine "wirren" gedanken aufschreiben, bzw mit euch teilen...

Erstmal Stand der Dinge:
Ich und meine Ex-Freundin haben uns vor kurzen (3 Wochen) getrennt.
Wir haben eine 2,5 Jahre alte gemeinsame Tochter.
Vaterschaftsanerkennung habe ich mit Geburt unserer Tochter abgegeben.
Zahle Unterhalt.
Meine Ex-Freundin hat inzwischen (meiner Meinung nach auch schon seit längerem) einen neuen Freund.
Sie wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, das hälftige Sorgerecht an mich abzugeben.

Zur Trennung:
Meine Ex-Freundin hat mich polizeilich aus unserer gemeinsamen Wohnung "entfernen" lassen, mit der Behauptung sie habe angst, weil ich gewalttätig sei, und sie geschlagen hätte.
(Dies ist jedoch nicht der Fall!)
Wir hatten an dem Tag einen lautstarken Streit. Mehr nicht!
Jedenfalls hat die polizei (bzw. das Gericht) eine Unterlassenserklärung gegen mich ausgesprochen. d.h. ich darf keinen Kontakt zu meiner Ex-Freundin aufnehmen, sowie unsere gemeinsame Wohnung nicht mehr betreten...
(Was mich aber im Moment nicht weiter stört.)

Zum Thema Sorgerecht:
Sie hat meiner Meinung nach nicht viel Ahnung, was es überhaupt bedeutet, dass wir das Sorgerecht teilen..
Sie behauptet ich mache das nur, um ihr unsere Tochter weg zu nehmen. (Was ich mit Sicherheit nicht vorhabe)
Ich will nur in Zukunft abgesichert sein, falls mal unerwartet was passiert. (Überforderung der Mutter, Unfall, oder "worst case" Krankheitsfall mit Koma, oder gar Tod der Mutter)

Was passiert in diesem Fall?
Ohne dass ich das Sorgerecht habe, kommt unsere Tochter in eine Pflegefamilie, oder Heim, oder? (Was ich verständlicher Weiße bestimmt NICHT will.)

Nun zu meinen eigentlichen Fragen:
- Wie stehen meine Chancen (vor Gericht) das geteilte Sorgerecht zu erhalten?
- Hat sie die Möglichkeit "meinen" Sorgerechtsanteil an ihren neuen Freund zu übertragen? (habe da etwas Angst davor)

Sorry für den vielen "Input" auf einmal, aber ich hoffe ihr könnt mir helfen und mir Mut machen oder Unterstützung geben!
DANKE!

24.01.2014 09:31 • 31.01.2014 #1


8 Antworten ↓


Hallo Bodreg,

die Gründe, die du für ein gemeinsames Sorgerecht aufgezählt hast, sind alle richtig. Aber auch für das Kind ist es doch auch schöner, wenn sich Mama und Papa kümmern. Man muss wirklich versuchen, die Beziehungsstreitigkeiten rauszulassen und nur an das Kind denken. Ihr seid keine Partner mehr, aber beide Elternteil der kleinen Maus. Das muss auch deiner Ex bewusst werden.

Du könntest dir für den Anfang Hilfe beim Jugendamt suchen. Freunde von mir haben das auch gemacht (also ER ist zum Jugendamt gegangen, weil sie den Umgang verweigergt hat). Und das hat ganz gut funktioniert. Es war etwas langwierig, aber jetzt bekommen sie es hin.

Sollte das nicht klappen, würde ich auf jeden Fall zum Gericht. Auch da wird wahrscheinlich das Jugendamt eingeschaltet. Die kleine kann sich ja noch nicht selbst äußern, was sie möchte. Du muss dir halt bewußt sein, dass das kein einfaches Verfahren wird. Man wird prüfen, ob du dich um dein Kind kümmern kannst. Aber die Richter sind heutzutage sehr auf das Wohl des Kindes geeicht und es wird viel öffters ein geteiltes Sorgerecht angestrebt als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Sie hat auf keinen Fall die Möglichkeit, das Sorgerecht auf ihren neuen Freund zu übertragen. Das ginge nur, wenn sie den heiratet und er die kleine adoptiert und dieser Adoption müsstes du dann auch zustimmen. Da muss du dir also keine Sorgen machen.

Sollte der Mutter etwas passieren, würde sie sicher erstmal in die Ophut des Jugendamtes kommen oder dann auch recht schnell zu Verwanden deiner Ex (sofern vorhanden). Aber du müsstest dann wahrscheinlich erstmal zum Gericht, um das Sorgerecht zu bekommen. Das liegt in so einem Fall erstmal beim Jugendamt, bis darüber entschieden ist. Ich finde es auch wichtig, dass du das geteilte Sorgerecht hast, falls die Kleine mal zum Arzt muss, wenn sie bei dir ist. Muss ja nichts schlimmes sein, aber ohne Sorgerecht dürftest du nichts entscheiden.

Versuch dass deiner Ex klar zu machen.

Wenn du dich wirklich um dein Kind kümmern willst, würde ich diesen Schritt wagen. Eine Trennung ist immer schwer, aber damit hat das Kind ja nichts zu tun.

Ich wünsche dir viel Kraft und kämpfe um dein Kind
Suse

24.01.2014 10:09 • #2



Geteiltes Sorgerecht für mich als Vater CHANCEN?

x 3


Natürlich ist es für das Kind mit sicherheit besser... das steht ja außer Frage.
Leider versteht Meine EX das nicht!

Jugendamt war ich schon... Ergebnis: entweder sie stimmt dem gemeinsamen Sorgerecht zu, oder ich muss vor Gericht gehen und HOFFEN!
Beratung beim Caritas ergab leider das gleiche.

Welche Vorrausssetzungen bzw, welche Bedingungen werden den Richter interessieren?

Leider war ich in der Zeit unserer Beziehung auch nicht sehr oft zuhause, weil ich ja vollzeit arbeite... (auch Samstags, Sonntags, Feiertage, und bis spät nachts, "Freitage" variieren wöchetlich [bin Koch])
Somit ergiebt sich auch nicht wirklich ein fixer Tag, an dem man einen Besuchstag für meine Tochter aushandeln könnte...


Kann diese "angebliche" Körperverletzung die meine Ex behauptet dieses Verfahren bedrohen? (Wahrscheinlich, oder?)

Auch wohne ich im Moment bei meinen Eltern in meinem ehemaligen Jugendzimmer. Es ist auch noch ein Zimmer vorhanden, das zur zeit als abstellraum genutzt wird, aber als Kinderzimmer genutzt werden könnte.
Kann sie mir da einen Strick drehen, dass ich mich nicht richtig um unser Kind kümmern könnte, weil ich ja sowieso keinen platz hätte, wo sie schlafen könnte oder sie kein eigenes Kinderzimmer hat..... etc.

Wenn ich somit sowieso geringe ausssichten habe auf erfolg, soll ich es dann überhaupt vor gericht kommen lassen? (ist ja doch ein großer finanzieller Aufwand)

24.01.2014 10:50 • #3


Gründe, die dagegen sprechen, kannst du immer finden. Aber Sicherheit hast du erst, wenn du es probiert hast. Man kann nie sagen, wie die Aussichten sind. Und sollte dir dein Kind nicht alles wert sein, wass nur möglich ist. Sollten man nicht jede Möglichkeit in Angriff nehmen? Wenn du finanziell nicht die Möglichkeiten hast, kannst du Prozeßkostenhilfe beantragen. Das ist also keine Ausrede. Und es gibt auch genug Elternteile, die in Schichten arbeiten und sich trotzdem um ihre Kinder ordentlich kümmern. Es ist nur eine Frage der Organisation. Den Richter interessiert, ob das Kind ein stabiles Umfeld haben kann. Was hindert dich daran, dir eine eigene kleine Wohnung zu suchen? Und wenn es in der Wohnung deine Eltern ein Zimmer gibt, dann richte das doch her. Ich habe das Gefühl, du suchst nach Gründen, um den Schritt vors Gericht nicht nehmen zu müssen. Aber wenn deine Ex keine andere Lösung zulässt, dann musst du das tun - für dein Kind. Oder willst du dir in 15 Jahren von ihr anhören müssen, du hättest nicht um sie gekämpft. Sie ist dein Kind - lass sie nicht im Stich auch wenn der Weg anstrengend ist. Es ist schade, dass ihr nicht in der Lage zu sein, es friedlich zu klären. Aber dann kann dir nur das Gericht helfen.

LG Suse

24.01.2014 11:22 • #4


Prozesskostenhilfe hab ich bereits beantragt, weiß leider noch kein Ergebniss!

Natürlich will ich alles unternehmen um für meine Tochter zu kämpfen! Aber was ist, wenn Gerichtskostenhilfe verwährt wird, ich alles selber zahlen muss, doch nicht gewinne und dann Schulden ohne ende habe, wegen dem!

Ich werde vor Gericht gehen! Da führt kein Weg vorbei!
Außergrichtlich lässt sich mit meiner Ex leider nix regeln! Da ist sie Stur!

Was wird mich das kosten?
Wie gesagt hab nur angst dass ich finanziell dann komplett in der Sch..... sitze...
Was hat dann meine Tochter davon, wenn ich ihr nichts bieten kann, wenn ich schauen muss dass ich selber dann finanziell irgendwie um die Runden komme?

24.01.2014 11:34 • #5


Leider kann ich dir nicht sagen, was dich so ein Verfahren kosten wird. Sprich einfach mal mit einem Anwalt, am Besten einer für Familienrecht. Die können dir genau sagen, welche Kosten auf dich zukommen.

LG Suse

24.01.2014 11:44 • #6


ok Danke trotzdem.

Warte jetzt erst mal auf das ergebnis der Gerichtskostenhilfe. villeicht hat sich das dann eh erledigt! Hoff ich!
Evtl bekomm ich heute noch bescheid.
Nachmittags gehts jetzt erst mal zum Anwalt! Hab kurzfristig gleich an Termin bekommen!

will einfach nur das Beste für meine Tochter... egal um welchen Preis!

24.01.2014 11:50 • #7


Update zum neuen Stand:

Mein Anwalt macht Hoffnung:
Er schreibt meiner Ex einen Brief, dass, falls sie dem besuchsrecht nicht freiwillig zustimmt wir das vor Gericht regeln werden! Und ich da gute Chancen habe.

Auch zum Sorgerecht kann sie sich äußern... (Was sie leider wahrscheinlich nicht machen wird )
Leider muss ich da warten bis Ende märz, bis meine gewltschutzfrist abgelaufen ist... (rät mein Anwalt.)

25.01.2014 10:22 • #8


31.01.2014 21:04 • #9




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