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Biggi681
Hallo, ich habe mich nach 25 Jahren Anfang des Jahres von meinem Partner getrennt und lebe jetzt in Düsseldorf, wovon ich immer geträumt hatte. Meine Wohnung gefällt mir, in meinem Job läuft es soweit gut. Was mir zu schaffen macht, ist dieses fürchterliche Gefühl der Einsamkeit. Sobald ich alleine bin, werde ich unruhig und mir fehlt etwas. Auf der Arbeit z. B. habe ich das nicht. Da ist ja immer jemand, den ich ansprechen kann, aber wie gesagt, sobald es nach Hause geht, bekomme ich Panik, weil ich weiß, ich bin wieder allein. Leider habe ich keine Freunde, meine Eltern leben nicht mehr und meine Brüder sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Es fällt mir so schwer, neue Kontakte zu knüpfen, ich kann das einfach nicht.
Vor lauter Angst habe ich mich in eine Freundschaft+ mit einem Mann geflüchtet. Ich erkenne mich selbst manchmal nicht wieder.
Kennt Ihr das auch? Lässt dieses fiese Gefühl irgendwann nach, wenn ich mich an das Alleineleben gewöhnt habe?
Ich habe Angst, vor lauter Einsamkeit viel zu schnell eine Beziehung einzugehen, nur, um nicht mehr allein zu sein.
Auweia!
Liebe Grüße.

04.04.2020 08:32 • 05.04.2020 #1


6 Antworten ↓


cube_melon
Hallo,

Nach 25 Jahren sich zu trennen, da ist halt erst einmal ein Loch da. Wenn Du dann weniger soziale Kontakte hast und vielleicht dazu noch kaum Kontakt zu dir selber hast, kann es halt eng werden.

Du kannst keine neuen Kontakte knüpfen? Naja, die F+ ist ein Kontakt. Zwar keine Freundschaft, aber ein Kontakt. Auf der Arbeit geht es auch. Und wenn es da geht, kann man sich auch kognitiv so beeinflussen, das es überall geht.

Das wird nur aufhören, wenn Du beginnst dich selbst zu leben, zu erleben, dein Ich-Gefühl wieder belebst und ausbreitest.
Klar kannst Du das damit kompensieren, in dem Du vermeidest alleine zu sein und dich mit Menschen zuschüttest. Den Kern des Problems behebst Du damit nicht und beim nächsten schweren Einschnitt in deinem Leben wachst Du auf es beginnnt von vorne.

Gut ja, wegen dem bösen C-Wort ist es gerade nicht wirklich möglich Kontakte zu finden. Das wird aber irgendwann (hoffentlich) vorüber sein.

04.04.2020 09:52 • x 1 #2



Fühle mich nach Trennung schrecklich einsam

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Biggi681
Hallo cube_melon,

das stimmt, Kontakte sind da, aber die gehen nicht wirklich tief. Ich bin so verschlossenen und kann mich für andere Menschen gar nicht richtig öffnen. Manchmal denke ich, ich habe das Fühlen verlernt. Mich selbst leben? Ich weiß gar nicht, wie das geht.

Bin eine wandelnde Baustelle
Verflixt. Eigentlich sind Kontakte durchaus auch während der jetzigen Krise möglich, aber ich stehe mir selbst auf den Füßen.

Mich selbst leben? Ich schau Mal, ob ich dahinter komme, was damit gemeint ist....

LG

04.04.2020 10:27 • #3


cube_melon
Du hast halt eine Einheit mit deinem Partner gebildet - mehr oder weniger Intensiv. Damit meine ich mehr oder weniger "Ich-Zeit", Interessen/Hobbies/Aktivitäten ohne den Partner gehabt.

Man verlernt gerne in einer Partnerschaft sich seiner selbst bewusst zu sein, was einen ausmacht und sich ohne andere zu erleben. Ich-Zeit halte ich für wichtig. Mir ist bewusst das eine Partnerschaft was "gemeinsames" ist, jedoch binich der Meinung das man besser "zwei" sein kann, wenn man gut "eins" sein kann.

Wie jeder das mit den Kontakten hält ist individuell. Die einen haben das Bedürfnis nach mehr wirklichen Freunden, andere nach wenigen bis gar keinen. Letzten Endes läuft es wieder auf die Frage hinaus "Was will ich und was will ich nicht?"
Es bei dir zu hinterfragen was Du für ein Typ Mensch bist, was Kontakte angeht, halte ich für gut. In dem Moment weißt Du wo Du gerade stehst und kannst dir Ziele setzen, wenn Du etwas verändern willst.

Dich selbst leben, bedeutet auch zu wissen wer man ist, was einen ausmacht, seinen Zielen nachzugehen und seine Wünsche zu kennen und sie versuchen sie zu erfüllen.

Das fängt bei so kleinen Dingen an wie morgens vor dem Spiegel. Ist es "ich kenn dich zwar nicht, aber waschen tue ich dich trotzdem" oder nimm man sich bewusst wahr?. Was und wie möchte ich zum Frühstück? Woran habe ich Freude?
Aber auch so Dinge wie "ich möchte die Socken am Deckenventilator trocknen"

Ich-sein bedeutet, unter anderem, Freude ohne andere erleben zu können.

04.04.2020 11:07 • x 2 #4


Hallo Biggi, den Schmerz der Einsamkeit kann ich sehr gut mitfühlen.. Auch ich bin nicht der Mensch der viele Kontakte pflegt und wenn sind das keine Menschen zum Reden für ganz private Angelegenheiten. Versuche bitte nach der Corona-Krise ein neues Hobby zu suchen, schau was dir gefallen könnte und probier es aus. Oder wende dich an eine Selbsthilfegruppe, da gibt es schon Gruppen ür "Trennungsbewältigung". Sich schnell in eine Beziehung zu flüchten wäre nicht gut, da du erst die Trennung bewältigen solltest. Schau auch mal im Internet nach dem Pal-Verlag. Da gibt es gute Tipps für alle möglichen seelischen Probleme und auch Bücher dazu. Da gibt es auch einen Newsletter, den man abonnieren kann.
LG

05.04.2020 18:27 • x 1 #5


Biggi681
Hallo Enyja und cube_melon, vielen Dank für eure Nachrichten. Vielleicht sollte ich wirklich nach einer Selbsthilfegruppe suchen, um endlich mal über meine Gefühle sprechen zu können. das Leben könnte so einfach sein, wenn ich mir nicht selbst immer im Weg stünde.

05.04.2020 21:25 • #6


Alles braucht seine Zeit.

05.04.2020 21:54 • x 1 #7




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