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Zitat von Sonnenzauber: Ja es ist vorbei. Für mich war’s aber schon vorbei als er frei gelassen wurde. Dass er nicht mehr lebt war leider abzusehen, bei 0.1% Chance.
Ja, so ist es bei mir auch, danke. Als er oder sie frei war, fand ich es gut und somit war für mich das Thema erledigt. Man könnte nun aber auch sagen, er war auf der Sandbank schon "frei"... Der Begriff der Freiheit ist eben schwer zu definieren, ob in der Natur oder beim Menschen in seinen komplexen sozialen Systemen, ob Familie oder Gesellschaft oder Existenz.
Konkret beim Wal war es so, dass ich ganz erstaunt war, dass sie ihn so weit weg bringen konnten. Dass er angeschlagen hat an der Bargenwand und sehr hohen Stress hatte, war gar nicht gut. Ins Wasser lassen, wo er schwimmen kann und dann sich selber überlassen, finde ich zwar nur teilweise gut, denn er war wohl zu geschwächt.
Trotzdem war für mich die Freilassung der Zeitpunkt, an dem ich erleichtert aufgeatmet hatte. Mein Gedanke: Egal wie, aber er soll jetzt zurück in die Natur!
Und da ist er jetzt. In einem Naturschutzgebiet.
Mein Wunsch: Die Menschen sollen seinen Kadaver nun in Ruhe lassen. (Das wollen sie nicht. Sie reden schon von Überführung nach Deutschland.)
Mir kam die Freilassung im entferntesten Sinne so vor, wie das Loslassen, wenn einer in einer Beziehung Schluss macht und andere Wege gehen will.
Die einen können gut loslassen und den Menschen ziehen lassen und die anderen hängen noch zwanzig Jahre später an ihm.
Beides ist für den jeweiligen Menschen richtig, weil es den Charakter des Menschen darstellt. Es zeigt unsere schöne charakterliche Vielfalt.
So sehe ich es beim Wal auch. Die einen schauen noch zurück und die anderen haben bereits losgelassen, und wieder andere sind gar nie eingestiegen.
Alle drei Persönlichkeitstypen dürfen nebeneinander
versöhnlich bestehen bleiben.
In der heutigen Zeit- und das hat entfernt ebenfalls mit dieser Walgeschichte zu tun, nämlich mit dem Umgang der Medien und dem Umgang der Leute in den social media- wird jemand, der eine andere Meinung hat, schnell zum Gegner.
Das müssen wir durchschauen und durchbrechen.
Sonst wird die Welt nicht mehr versöhnlich.