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Aqua
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Hallo,

momentan bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich mich Frage, wie mein Leben weiter gehen soll. Gerade wenn ich mal wieder Stress mit meinem Freund habe wirft er mir vor, dass sich in meinem Leben nichts geändert hätte und ich sozusagen für immer so bleiben würde wie jetzt, weshalb er (mal wieder) über eine Trennung nachdenkt.

Teilweise sehe ich das auch so wie er, ich sehe meine Innerlichen Veränderungen, aber nach außen mag es seit Jahren gleich aussehen.

Hab mit 20 angefangen zu studieren, bin jetzt 28 und hab noch immer nicht alle Klausuren abgelegt. Hab mal mit meinem Ex, mal wieder bei meinen Eltern, alleine und jetzt mit meinem Freund zusammen gewohnt (was ich alles schon als Fortschritte ansehe).
Zwischendurch kleine Jobs gehabt und im Studium wenigstens langsam voran gekommen.

Kurz nach Beginn des Studiums habe ich ein Antidepressivum (gegen Ängste) verschrieben bekommen, nach ein paar Jahren abgesetzt, dann Rückfall und gut 3 Monate Klinikaufenthalt und ein weiteres Anitdepressivum kam dazu, nehme beide noch immer.

Etwa 6 Jahre war ich dazu in Psychotherapie, wurde verlängert und endete nun vor 1/2 Jahr.

Seit Jahren habe ich keinen richtigen Tagesablauf mehr, nur in der Klinik ging es (am Anfang fiel es mir leicht, dann hab ich es nur aus Pflichtgefühl getan), jetzt auch nur Zeitweise und wenn ich muss.

Letztendlich drehe ich mich immer nur im Kreis. Sage mir, ich schaffe das, und mache dann doch nichts.

Mittlerweile kann ich auch mit niemandem mehr reden, jeder hat mir schon gesagt, was er denkt. Bei meinem Freund traue ich mich nicht mehr, mich "auszukotzen", weil er dann wieder erinnert wird, was er schlecht an der Beziehung findet und unzufrieden wird.

ZB habe ich jezt wieder eine Klausur anstehen, diese Woche. Lerne schon seit Anfang Dezember dafür, aber komme nur sehr langsam voran, kann mich kaum motivieren und mich nur ganz kurz konzentrieren. Würde gerne mit jemandem reden, dass ich Angst habe, die nicht zu schaffen (würde dann aus dem Studium rausgeworfen werden), aber mir werden dann wieder nur Vorwürfe gemacht und das bringt mich momentan auch nicht weiter.
Habe auch Angst, dass mein Freund mich rauswirft, wenn ich die Prüfung nicht bestehe oder sie nicht mitschreibe.

05.01.2021 #1


46 Antworten ↓
Calima

Calima
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Zitat von earth:
Was soll ich denn nur tun?

Raus aus dem Selbstmitleid. Das Jahr war nicht prickelnd, okay. Mehr aber auch nicht. Du hast Rückschläge erlitten, Enttäuschungen erlebt und musst Frustration und Langweile aushalten. Das ganz normale Leben also.

Wenn man vom Leben erwartet, dass es ohne Krisen nett vor sich hinplätschert, wird man zwangsläufig unglücklich, denn das passiert nie. Irgendwas fällt uns irgendwann immer zwischen die Füße. Und dann kommen wir ins Stolpern, fallen vielleicht auch auf die Nase - aber nach dem Hindernis geht ein neuer Weg weiter. Um zu wissen, wie der aussieht, muss man oft einfach erst mal loslaufen. Wenn man sich die Decke über den Kopf zieht und darauf wartet, dass eine Fee den Zauberstab schwingt und einen plötzlich die Erleuchtung überflutet, wird man lange warten.

Die Psychotherapie ist eine gute Idee. Und begleitend dazu kannst du heute damit anfangen, dein selbst gewähltes Siechenlager zu verlassen und raus zu gehen. Geh spazieren, tanke frische Luft und neue Bilder, gönn dir irgendwo einen Kaffee oder was auch immer und fange an, deine Tage zu planen.

Dass das Studium nicht permanent Spaß macht, ist auch normal. Abbrechen ist einfach, so wie Vermeiden und Ausweichen immer der leichte Weg ist. Aber was kommt danach? Rumhängen und darauf hoffen, dass einem eine wunderbare Zukunft in den Schoß fällt?

Etwas zu Ende bringen, was man angefangen hat, ist ein ganz hervorragendes Mittel, um den eigenen Selbstwert zu steigern. Wenn man sich durchgebissen hat, gerade wenn das mühsam war, hat man allen Grund, stolz auf sich zu sein und sich auf die Schulter zu klopfen. Wenn man abbricht, hat man das nicht. Es gräbt eine Kerbe in die Latte der Versagensgefühle - und die braucht keiner.

Glücklich wirst du nicht ohne dein eigenes Zutun. Unterm Strich bist du doch weich gefallen, auch wenn es vorher vielleicht netter war. Schau dir die Leute an, denen es wirklich schlecht geht und nutze die Privilegien, die du hast zu deinem Nutzen, nicht zu deinem Schaden.

11.11.2020 14:43 • x 2 #45


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Studium und Depressionen, Angst zu versagen

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Icefalki

Icefalki
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@masky , im Moment lebst du in einem ganz kleinen Radius einer Gedankenwelt, die von worst Szenarien beherrscht wird. Im Prinzip fokussiert sich alles auf eine extreme Angst, und Angst bedeutet, das Leben wird bedroht. Das mal ganz sachlich auf einen Nenner gebracht.

Wenn also das Leben als bedrohlich empfunden wird, bedeutet es, mal sollte diese Leben verändern. Und da Panikattacken nicht wirklich etwas mit realer Bedrohung zu tun haben, ist es ganz logisch eine empfundene Bedrohung. Und Empfindungen haben etwas mit der eigenen Sicht auf das Draussen zu tun.

Jeder von uns wurde aus Erziehung, Genetik, Erfahrungen, usw. geprägt. Damit gehen wir durchs Leben und erleben Empfindungen. Werden diese Empfindungen nun plötzlich negativ, sprich, man bekommt Angst vor 08/15 Situationen, sind es nicht die Situationen, sondern die dahinterliegenden Ängste.

Und die können sein: Ich hab mich übernommen, ich lebe einen extremen Stress, weil ich über Leistungen mein mangelndes Selbstwertgefühl kompensiere. Ich ordne mich dem Diktat anderer unter, lebe deren Vorstellung, was gut und richtig sein sollte. Habe das, ohne nachdenken selbst verinnerlicht. Traue mich nicht mehr, Nein oder Halt zu sagen. Sprich, ich bewege mich auf verdammt gefährlichem Terrain, denn jederzeit könnte dieses Konstrukt zusammenbrechen.

Das macht natürlich Angst ohne Ende. Und deshalb gibt es immer mehr Angsterkrankungen in unserer Leistungsgesellschaft, weil nur noch Leistung, Erfolg, Schönheit und Gesundheit als Massstab herangezogen wird. Wer auf der Strecke bleibt, ist verloren.

Eine Angsterkrankung ist eine Chance, sich mit sich selber auseinanderzusetzen. Innezuhalten und sich neu zu definieren. Alte Glaubenssätze zu überdenken, Persönlichkeitsarbeit zu leisten um andere Sichtweisen entwickeln zu können.

Alles hat mit einer inneren Sicherheit zu tun, die man verloren hat, oder insgesamt nie besonders ausgeprägt war. Weil das aussen, wie man gesehen wurde, oder gesehen werden wollte, unendlich viel Kraft kostet, und nun plötzlich noch mehr verloren gegangen ist.

Sich einzugestehen, dass man seine Grenzen hat, ist der erste Schritt. Und diese Grenzen sind gar nicht mehr so schlimm, wenn man lernt, sie zu erkennen. Du bist noch sehr jung und hast jetzt diese Möglichkeit, dein wahres, wirkliches Ich erkennen zu lernen.

Glaub mir, das ist ein Geschenk, trotz allem Horror, der damit einhergeht. Nütze das einfach. Wenn dich die Panik überrollen will, sprich mit deiner Angst. Frag sie, Hey, was willst du mir denn sagen? Hab doch Erbarmen, ich bemühe mich ja, hinter alles zu schauen, aber noch kapiere ich diese Zusammenhänge überhaupt nicht. Und wenn die Situation heute ein Zusammenbrechen sein sollte, dann breche ich eben zusammen. Ich darf das. Ich darf eh alles, was ICH will. Und wenn ich mich lächerlich machen sollte, ist es eben so. Ist eh nur meine eigene Annahme, dass das jetzt lächerlich für andere sein könnte.

Übrigens, kauf dir Resque Tropfen. Sind homöopatisch, und ob nun Placebo oder nicht, helfen tun die immer. 5 Tropfen auf das Daumengrundgelenk träufeln und ablecken. Schön im Mund behalten und die beruhigende Wirkung zulassen.

24.02.2019 13:52 • x 1 #32


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P
Wenn kommt dann kommt. Studiere mittlerweile nach dem Motto. Glaub mir kaum einen Arbeitgeber juckt wie lange das Studium dauert. Und wenn sowas leicht wäre , hätten mehr leute ein Studium hinter sich

#2


T
Liebe Aqua,

Deine Situation ist verzwickt und das daraus Probleme für dich entstehen und du dich fragst wie es weitergehen soll ist nur verständlich. Was mir aber anhand deines ersten Posts und den Infos die darin enthalten sind erstmal aufällt ist folgendes, du bist von vielen Menschen mehr oder weniger abhängig, die wenn sie sich anders oder umentscheiden dein Leben massiv verändern können (zum schlechten wie zum guten).

Jeder sagt dir etwas anderes und keiner weiss dabei genau was du eigentlich willst.

Ist dir das Studium wichtig?
Hast du -zumindest manchmal - freude oder Spaß daran dafür etwas zu tun?
Bist du am Tag meistens allein?
Gibt es keine "Lernpartner" in der Uni oder im Freundeskreis?
Wie sind sonst deine Soziale Kontakte so?

Gruß
Tiberias

x 1 #3


Statson
Liebe Aqua,

diese Form von Selbstzweifeln kenne ich sehr gut, weil ich selbst seit über zwanzig Jahren an immer wiederkehrenden und langwierigen Depressionen leide und mehrere Klinikaufenthalte hinter mir habe.
Viele Menschen kennen sich mit Depressionen nicht aus und können diese Krankheit nicht nachvollziehen, besonders natürlich, wenn sie sich jahrelang hinzieht und von aussen wenig Veränderung zu beobachten ist. Haben sich Deine Angehörigen und Deine Freunde über Depressionen informiert?
Ich kann Deine Angst vor der Prüfung gut nachvollziehen. Eine gute Möglichkeit, die ich im Studium selbst nutzte und die ich Dir gern ans Herz legen möchte, ist, Deinen Dozenten oder Deine Dozentin in die Angst vor der Prüfung einzuweihen. Ich rannte seinerzeit offene Türen ein und traf auf liebevolles Verständnis für meine Situation. Meine Prüfer und mein Diplomvater haben mich beinahe schon durch die Prüfung hindurch getragen. Jedenfalls kann Dir so ein Gespräch Deine Angst nehmen, offenbar steht ja Dein Abschluss auf dem Spiel, wer hätte da keine Angst?
Ansonsten gibt es in jeder Universität eine Anlaufstelle für Studierende mit Prüfungsängsten, das wäre auch eine Möglichkeit. Warst Du bereits in der Beratungsstelle für Prüfungsaufschub und Prüfungswiederholungen?
Jetzt hoffe ich mal, Deine Prüfung ist nicht gleich heute, wenn ich Dir mit solchen Ideen komme...
Denk jetzt lieber nicht über Deinen Freund nach, sondern konzentrier Dich auf Deine Prüfung.
Ganz liebe Grüsse, liebe Aqua:
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und gute Konzentration für diese Woche!

#4


Carcass
Moin Moin,

ich kann mir denken was du durch machst, kenne viele Menschen die so ticken. Also eine Beziehung während eines Studium ist schon mal Gift für ein Fortkommen, egal welcher Studiengang, denn ein Studium beansprucht sehr viel Energie. Als ich meine Frau kennenlernte war sie fast fertig mit dem Studium und die 2 Klausuren die sie dann machte wearen voller Angst und eine mündliche Prüfung auch. Natürlich mit Bravour bestanden und diese Tiefstapelei und Vesagensangst macht nur stark.
Was ich immer nicht verstehen kann, ist dieses Lernen, das habe ich so nie praktiziert beim Studium. Entweder weiss ich es oder eben nicht, Fragen gab es ja im Vorfeld nicht einzusehen. Also dein Freund setzt dich zusätzlich noch unter Druck und macht dir Angst ob der Trennung. Weisst du was? Trenn du dich von ihm und sag ihm, dass du dein Leben mit allem erst einmal sortierst und endlich ankommen musste. Denn auch ein Lebenspartner kann einen anderen vom Leben abhalten. Wir hier hatten uns immer zusammengerissen und immer wieder aufgebaut, egal wer gerade mal Theater im Beruflichen Sinne hatte.

Ich erleb in deinem Schreiben viel Druck und Angst und die solltest du ausstellen. Und wenn du erst einmal fertig bist, dann wird der Kopf auch freier und wenn dein Freund nix anderes zu berichten weiss als sich noch von dir trennen zu wollen, ist das Druck. Feige scheint er auch noch zu sein, denn er quält dich statt dich zu befreien von ihm!

Ich sage das nicht aus boshafter Absicht, aber solche Typen Menschen kenne ich , war lange genug mit so einem Psychotischen Menschen zusammen, der tut dir nicht gut, aber das ist nur meine Prognose des Geschriebenen.

Kopf hoch und du schaffst das!


Was studierst du denn?

#5


wahnfritz
Ich gebe @Tiberias Recht! Mir scheint, dass du dich verschiedensten Ansprüchen ausgesetzt siehst (Menschen, Studium), und es kommt mir bei dir ein wenig vor wie in dem Märchen von Hase und Igel: irgendwie läufst du immer hinterher, versuchst, allem und allen gerecht zu werden und schaffst es nicht. Hast du dich schon mal gefragt, was DU eigentlich willst - und ob es wirklich das Studium ist, das du willst?

x 1 #6


A
Danke für eure lieben Antworten,

das Studium macht mir Spaß, das Lernen an sich auch. Prüfungsangst direkt habe ich nicht, wenn ich sehr gut vorbereit bin, dann bin ich auch recht ruhig. Aber ich schiebe das Lernen immer so vor mir her, dass ich nicht genug weiß, wenn die Prüfung ansteht.

Von Seiten der Uni hab ich leider negative Erfahrungen gemacht. Der zuständige Ansprechpartner sagte mir vor ein paar Jahren schon, ich solle einfach schreiben und durchfallen. Und er Psychologe war ganz schräg drauf.
Atteste bekomme ich immer von meinem Hausarzt, aber der sieht das jetzt auch kritisch, wenn ich in 1 Jahr nur 1-2 Klausuren schreibe.

Aus der Uni kenne ich kaum jemanden, habe alle Kurse schon absolviert und es fehlen nur noch ein paar Prüfungen. Über Facebook habe ich ein paar Kontakte, aber aktuelle Gruppen gibt es da nicht mehr.

Meine Familie und mein Freund wohnen etwas von der Uni entfernt, als ich alleine bei der Uni wohnte bin ich mehrmals in der Woche zu denen gefahren. Jetzt wohne ich bei meinem Freund und bin da auch die meiste Zeit alleine.
Mir kommt der Tag morgens immer so lange vor, da schlafe ich dann bis mittags und bis ich den Haushalt gemacht habe kommt mein Freund nach hause. Versuche das jetzt durch meinen Nebenjob so zu ändern, dass ich da immer Vormittags hingehe.

Leider habe ich jetzt nicht mehr die Möglichkeit, alleine zu Wohnen, da ich kein Geld mehr dafür habe. Sollte das mit meinem Freund nicht klappen müsste ich zu meinen Eltern ziehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich deswegen bei meinem Freund bleibe.

Die meisten wissen recht gut, was ich habe, in meinem engeren Kreis, aber ich denke sie verdrängen das eher oder nehmen es so hin.


Mein Freund verdrängt auch die "schlechten Zeiten" und manchmal so wie gestern, kommt es dann wieder hoch und er ist so unzufrieden. Er verlangt, dass ich langfristig was änder, so dass er es sieht. DA könnt man auch sagen, man legt die Beziehung auf Eis und ich komme wieder, wenn ich mein Studium abgeschlossen habe und fest im Beruf stehe..

#7


F
Vielleicht ist es besser so, wenn ihr mal Pause macht. Ich sehe es auch so wie meine Vorschreiber, er setzt dich nur unter Druck. Bei manchen Menschen funktioniert das, bei manchen eben nicht, die werden durch Zuviel Druck blockiert. Zu welchen gehörst du?

Überleg dir doch mal, warum du das Lernen vermeidest, was da dahinter steckt. Ist es dein "innerer Vermeider" Anteil? Überlege dir, was dieser Anteil für eine Funktion hat. Will er dich schützen vor Versagen? Vor Gefühlen? Tritt mit ihm in freundlich und wohlwollende Kommunikation, besorge dir eine Spielzeugfigur, die diesen Anteil repräsentiert und frage ihn, was er will, warum er da ist. Das kannst du immer dann machen, wenn du wieder das Lernen vor sich hinschiebst. Informiere dich mal über deine inneren Anteile im Internet, es gibt sicher Informationen dazu, wie du mit denen umgehen kannst.

Es ist Zeit, dass du anfängst, dir gefallen zu wollen und nicht deinem Freund. Es kann tatsächlich sein, dass er deine Entwicklung blockiert, da du von ihm und seinem Wohlwollen abhängig bist. Überlege dir, wo du deinem Freund gefallen willst und wo dir. Das kann dir zu mehr Klarheit verhelfen.

#8


A
Danke. Bin mit meinem Freund "erst" seit 3 Jahren zusammen und die Jahre davor ging es mir genau so, es liegt also nicht an ihm.

Das Lernen vermeide ich tätsichlich, um nicht zu versagen. Wenn ich genug Zeit hab und nicht unter Druck bin, habe ich das Gefühl, ich kann nicht lernen, ich würde bis zur Prüfung eh alles vergessen.
Ursprünglich war es so, dass ich nicht erwachsen werden wollte. Jetzt ist es immer noch so, dass ich Angst vor der Arbeitswelt habe. Dass ich mich jetzt auf dem Studium ausruhen kann, aber sobald ich einen Abschluss habe Vollzeit arbeiten muss. Und das nicht packe.

#9


F
Wer sagt denn, dass du Vollzeit arbeiten musst? Wenn das Geld reicht, kannst du dir doch dein Leben auch anders einrichten Very Happy

Warum denkst du, dass du Versagen würdest? Was würde passieren, wenn du Versagen würdest? Tritt dann der Katastrophierer in Kraft, der sich die schlimmsten Katastrophen vorstellt? Wenn ja, wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass so eine Katastrophe auch zurtrifft? Und vor was will dich der Katastrophierer schützen, was war seine Funktion in der Kindheit und was ist seine Funktion heute?

Warum hast du Angst vor dem Erwachsen werden? Angst davor, Verantwortung zu übernehmen? Ich denke, auch wenn du jetzt Angst davor hast, könnte dies doch dein Befreiungsschlag werden. Fast alle haben ab und an Angst vor Zuviel Verantwortung. Aber wenn man es dann geschafft hat, dann kommt ein Gefühl von Stolz und Selbstvertrauen. Für andere musst du nicht Verantwortung übernehmen, nur für dich und dein Handeln.

Und: wir leben zum Glück in einer sehr offenen Gesellschaft mittlerweile. Wir können uns wirklich auch ein bisschen selber im Leben so einrichten, dass uns wohl ist (natürlich nicht immer und überall, aber in Teilbereichen ganz sicher). Ob du nun 100% arbeitest oder Teilzeit, ob du ein Job mit viel Veranwortung annehmen willst oder mit weniger Verantwortung, ob du alleine wohnst, in einer WG oder mit deinem Freund, das kannst du alles nach deinem Gefühl selber entscheiden, sobald du ein regelmässiges Einkommen hast. Das bringt viel Freiheit mit sich. Ich beispielsweise bin sehr froh, nach dem Studium nicht mehr in einer WG wohnen zu müssen. Und ich suche nun eine Stelle mit weniger Verantwortung, weil mir dabei einfach wohler ist. Das ist alles ok.

x 1 #10


A
Freisein, du hast Recht, man "muss" in diesem Sinne nichts.

Wahrscheinlich erwarte ich, das mir jeder Job, der mir auch genug Geld zum wenigstens überleben bringen würde, überfordern würde. Weil ich es nichtmal geschafft habe, zur Uni zu gehen, manches Mal sogar der Schule fern blieb und ich auf Dauer nichtmal bei einem Nebenjob blieb.

Aber ich weiß eigentlich, dass das nicht so sein muss. Und auch da werde ich von Freund und Familie ein wenig unter Druck gesetzt, denn man "muss" viel verdiene und als Geringverdiender könnte man sich nicht mal 1 Kind leisten.

#11


F
@Aqua ja, ich kenne solche Erwartungen von der Verwandschaft aus und auch von Freunden. Ich habe mich da auch ständig unter Druck gesetzt selber, weil ich dachte die haben alle recht. Aber die haben eben nicht recht.

Ich bin eher arm aufgewachsen, meine Eltern hatten in jungen Jahren wenig Geld. Es gab oft Sparmenüs wie Reis mit Kompott oder Reis mit Käse. Manchmal haben wir uns mit Zeitungspapier den Hintern abgewischt. Manchmal haben wir gefroren, wir hatten nur einen alten Ölofen für das ganze Haus. Aber es war nicht das materielle das mir fehlte. Mir fehlte die Liebe und Zuwendung und Sicherheit. Dass ich in Ordnung bin so wie ich bin. Das ist wichtig, die Kinder zu lieben und sie in gutem Urvertrauen aufwachsen zu lassen.
Stell dir mal vor, dann hätten ja nur noch die Grossverdiener Kinder, das stimmt so einfach nicht.

Ausserdem: willst du Kinder?

Das was du beschreibst klingt in meinen Ohren ein bisschen wie ein Leben, das man zwingend so zu leben hat. Man macht Ausbildung, man heiratet, man macht Kinder, man geht wieder arbeiten, man macht immer am selben Ort Urlaub, etc. man hat dies und das zu tun und so sei es normal und damit richtig. Nein ist es nicht. Es ist eine Form von vielen. Und das weisst du eigentlich auch.

Viele denken sie müssten den Kindern etwas bieten können und denken dabei an das Materielle. Aber das ist echt und wirklich nicht wichtig für ein Kind! Liebe, Sicherheit, Geborgenheit, Zuwendung ist wichtig für ein Kind, alles menschliche Werte.

#12


I
@Aqua
Weißt du denn schon, was du dir für nach dem Studium wünscht? Ist das Studium dafür zielführend?

#13


Carcass
Ich habe mein Studium durchgezogen im Eiltempo weil ich endlich Kohle verdienen wollte. Und machen wir uns nix vor, nur deswegen studiert man doch, es sei denn man ist Rentner und sucht eine Herausforderung für sein Hirn. Bei dir klingt es auch nach Druck und dann hast du noch einen Menschen der dich verändern will. Beides ist schwachsinnig und frech. Wenn du dich für ihn ändern solltest, gibst du dein Leben auf und dann ist das Studium eh hinfällig. Änderst du dich nicht, trennst dich und ziehst dein Leben durch, wirst du glücklich sein. Ein Mensch der versucht einen anderen Menschen zu verändern, hat selber nix im Leben geschissen gekriegt und zeigt sich wenn man so will neid und missgünstig. Du musst dich nur mal hier durch einige Threads lesen, dann wird dir einiges klar Wink

x 2 #14


A
Hallo,

erstmal der aktuelle Stand. Ich habe mich 2 Tage vorher entschieden, die Klausur nicht zu schreiben und dafür eine andere zu schreiben, die thematisch sehr ähnlich ist, die aber erst diese Woche statt findet.

Meine Ziele, früher aufzustehen und mehr zu lernen habe ich nicht erreicht.

Aktuell hindert mich am Lernen, dass ich nicht glaube, es zu schaffen. Es kommt mir unrealistisch vor und entweder ich lerne jetzt weiter, weil um sonst lernt man nie, oder ich konzentriere mich auf die nächste Klausur, die ich schreiben möchte, im März.

Kinder möchte ich schon, zumindest eins, allerdings frage ich mich oft, ob ich das schaffen kann. Habe auch Bedenken, weil meine psychische ERkrankung offenbar vererbbar ist.

Caracass: Ich bin da anders, habe mir das Studium nicht wegen dem verdienst ausgesucht, dann hätte ich eine Ausbildung gemacht. Mich interessiert das Thema sehr.
Um mein Geld zu verdienen suche ich aber keine Herausforderung, da könnte ich mir auch Bereiche vorstellen, die mit meinem Studium nichts zu tun haben, was bei meiner Studiendauer auch nicht unwahrscheinlich ist.

#15


I
Hört sich nicht gerade nach einem plan an. Für mich hat es den Anschein das die ziele entweder unklar sind oder teilweise in konflikt miteinander stehen. Einer klaren Entscheidung gehst du durch prokastinieren aus dem weg.

#16


H
Liebe Aqua,
vllt. kannst Du ja die Gedanken Studienabschluß gleich Vollzeitjob gleich Stress/Versagen von einander trennen. Also Abschluß machen und dann in Ruhe überlegen, was Du möchtest und was Dir gut tut.
Liebe Grüße!

#17

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M

Beginnende Angststörung durch erwachsen werden?

Hey ihr da draußen,

Ich brauche dringend ein bisschen Trost/Verständnis und neue Anregungen zu meiner Situation. Ich bin gerade so verzweifelt, aber in mir ist wie ein Knoten, den ich nicht lösen kann. Vielleicht kurz zur Vorgeschichte:

Ich bin weiblich, 19 und studiere im 3. Semester. Bis zum Abitur ging es mir super. Ich bin total gerne zur Schule gegangen, und sie war auch mein absoluter Lebensmittlepunkt. Nicht wegen meinen Klassenkameraden (hatte nur ein paar Freunde, aber die waren ganz okay) sondern weil ich irgendwie ein richtig gutes Verhältnis zu meinen Lehrern hatte, und v.a. das wichtigste in meinem Leben war, dass mich meine Lehrer mögen. Ich weiß bis heute nicht, woher das kam. Nach dem Abi ist für mich eine absolute Welt zusammengebrochen. Da ich mir in der Schule angewöhnt habe, immer voll dabei zu sein, immer volle Leistung zu geben, damit ich gewertschätzt wurde, habe ich das natürlich versucht nacht dem Abi aufrecht zu erhalten und gleich studieren zu gehen. Ich wurde an meiner Wunschuni angenommen, die in Pendelreichweite von meinem Elternhaus liegt. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich ein Zimmer im Studentenwohnheim beziehen, was dann aber nicht geklappt hat. Daher blieb ich bei meinen Eltern wohnen.
In dem Sommer vor dem Studium hab ich mich furchtbar in die Angst vor dem Studium reingesteigert. Dazu kam, dass ich die Schule schrecklich vermisst habe und ich mich unglaublich leer und unglücklich gefühlt habe. Als das 1. Semester anfing, ging es mir so schlecht, dass ich eine Therapie angefangen habe. Ich hatte wahnsinnig Glück, so schnell einen Platz bekommen zu haben.
Anfangs war mein Therapeut auch noch sehr davon überzeugt, dass das ganze sich von selbst gibt, weil ich ja grad an einer Schwellensituation im Leben stünde. Er hat dann auch erwähnt, dass es für mich gut wäre, von daheim auszuziehen, weil ich von meinem Vater doch ziemlich Druck bekomme. Wieder zu Hause hatte ich dann einen Nervenzusammenbruch. Inhalt: Ich will nicht erwachsen werden! Ich will nicht von zuhause weg! Es hänge so stark an meiner Mutter und ich schaffe das alleine nicht!
Seit dem geht es immer weiter bergab. Über Weihnachten habe ich dann Medikamente genommen, weil ich jeden Nachmittag geweint habe und morgens Angstattacken hatte, weil ich nicht zur Uni wollte. Da dachte ich auch noch, dass ich mich schon noch irgendwann an die neue Situation gewöhne. Das erste Semester habe ich dann irgendwie überstanden und auch meine Noten waren okay. Zweites Semester ebenso. Trotz Angst und Weinkrämpfen hab ich das Ganze durchgezogen.

Allerdings habe ich mich in einen Gedankenkreislauf verstrickt: Ich schaffe es nicht auf eigenen Beinen zu stehen --> Ich bin unfähig --> Ich verdiene es nicht mich daheim wohlzufühlen. Dieser Druck zusammen mit der Angst in der Uni zu versagen ist einfach die Hölle. Ich konnte nach und nach kaum noch Dinge ohne Angst selbstständig tun, die früher kein Problem waren (Mit Freunden in die nächste Großstadt, Kochen etc.). Alles in mir sträubt sich, den Schritt ins Leben zu tun. Ich werde später ja eh arbeitsunfähig. Wozu soll ich dann überhaupt noch weiterleben?

Seit dem dritten Semester wird es immer schlimmer. Ich habe so Angst morgens Kräftemäßig nicht mehr in die Uni zu kommen. Das ist nicht schlimm solange ich keine Anwesendheitspflicht habe, aber da ich was aus den NaWis studiere, habe ich auch Pflichtveranstaltungen. Das dritte Semester war jedenfalls so stressig, dass ich Dauerangespannt war und kurz vor den Prüfungen einen Panikanfall in der Uni hatte. Seitdem traue ich mich kaum noch raus. Die Prüfungen gingen mit Ach und Krach, Angstattacken und viel Unterstützung meiner Mutter irgendwie rum. Allerdings habe ich nächste Woche einen ganztägigen Laborblock mich quälen seit ein paar Tagen meine Ängste. Werde ich es am Montag überhaupt in die Uni schaffen ohne eine (sowieso längst überfällige) Panikattacke zu kriegen? Ich fahre 50 min mit der Bahn. Werde ich den Tag im Labor ohne die besagte Panikattacke überstehe und danach auch wieder nach Hause kommen? Welche Konsequenzen hat es, wenn ich es nicht schaffe?! seufzen

Ich fühle mich vom Leben einfach völlig überfordert. Dazu kommt, dass ich schon seit der Kindheit Probleme mit dem Essen haben und immer sehr dünn war (ständig Übelkeit). Seit dem Studium habe ich ständig das Gefühl mich übergeben zu müssen und ich kann kaum Essen. Dementsprechend bin ich im Untergewicht. Meine größte Angst ist, wenn ich auf mich gestellt bin, es nicht schaffe Einkaufen zu gehen und zu verhungern bzw es nicht schaffe zu Essen.
Ich sehe für mich einfach keine Zukunft. Ich will weder vorwärts noch rückwärts und sehe alles, was mich aus meinem sicheren Zuhause zerren will, als Gefahr. Wie soll ich es jemals schaffe alleine klar zu kommen?
Vielleicht fällt ja jemandem irgendwas ein. Ich bin selber inzwischen so verwirrt, dass ich nicht mehr klar darüber nachdenken kann. Alles in mir schreit nur noch: Ich will nicht mehr!

LG, Masky

#18


Icefalki
Hallo @masky , willkommen im Forum.

Du hast keine Angststörung, weil du Angst vor dem Erwachsen werden hast, sondern du hast Angst, zu versagen. Es anderen Recht machen zu wollen, hat dich an deine Leistungsgrenze gebracht und darüber hinaus. Jetzt schaltet dich deine Psyche quasi ab.

Ist eine Chance, allerdings für dich noch total unverständlich. Ich würde dir zu einem Klinikaufenthalt raten , und das Studium anschliessend wieder aufzunehmen. Verloren geht dir gar nichts. Wenn du eh schon untergewichtig bist, ist es eh höchste Zeit, sich mal um dich zu kümmern. Je früher, desto besser.

x 2 #19


M
@Icefalki

Erstmal danke für deine Antwort. Ich merke halt, wie der Druck und die daraus resultierenden Ängste sich immer mehr ausweiten. Geschlossene Räume (bevorzugt Prüfungsräume Shocked ) bringen mich an meine Grenzen, Autofahren geht kaum noch. Außer meine Mutter ist dabei. Dann geht natürlich fast alles Crying or Very sad
Was mein Untergewicht betrifft: Ich werde demnächst mal einen Allergietest + Magenspiegelung machen lassen. Da das mit der Übelkeit schon so lange so geht, muss ich das abklären lassen.

In eine Klinik will ich eigentlich nicht. Dann würde ich nur den Anschluss an meinen Freundeskreis in der Uni verlieren. Es war so schwer Anschluss zu finden.

Irgendwie hat mich das gerade ein bisschen beruhigt, dass du der Meinung bist, dass es keine Angsstörung ist, sondern "nur" Versagensängste. Das klingt irgendwie eher so, dass man das in den Griff kriegen kann.

LG

#20


A


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