Hey ihr da draußen,
Ich brauche dringend ein bisschen Trost/Verständnis und neue Anregungen zu meiner Situation. Ich bin gerade so verzweifelt, aber in mir ist wie ein Knoten, den ich nicht lösen kann. Vielleicht kurz zur Vorgeschichte:
Ich bin weiblich, 19 und studiere im 3. Semester. Bis zum Abitur ging es mir super. Ich bin total gerne zur Schule gegangen, und sie war auch mein absoluter Lebensmittlepunkt. Nicht wegen meinen Klassenkameraden (hatte nur ein paar Freunde, aber die waren ganz okay) sondern weil ich irgendwie ein richtig gutes Verhältnis zu meinen Lehrern hatte, und v.a. das wichtigste in meinem Leben war, dass mich meine Lehrer mögen. Ich weiß bis heute nicht, woher das kam. Nach dem Abi ist für mich eine absolute Welt zusammengebrochen. Da ich mir in der Schule angewöhnt habe, immer voll dabei zu sein, immer volle Leistung zu geben, damit ich gewertschätzt wurde, habe ich das natürlich versucht nacht dem Abi aufrecht zu erhalten und gleich studieren zu gehen. Ich wurde an meiner Wunschuni angenommen, die in Pendelreichweite von meinem Elternhaus liegt. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich ein Zimmer im Studentenwohnheim beziehen, was dann aber nicht geklappt hat. Daher blieb ich bei meinen Eltern wohnen.
In dem Sommer vor dem Studium hab ich mich furchtbar in die Angst vor dem Studium reingesteigert. Dazu kam, dass ich die Schule schrecklich vermisst habe und ich mich unglaublich leer und unglücklich gefühlt habe. Als das 1. Semester anfing, ging es mir so schlecht, dass ich eine Therapie angefangen habe. Ich hatte wahnsinnig Glück, so schnell einen Platz bekommen zu haben.
Anfangs war mein Therapeut auch noch sehr davon überzeugt, dass das ganze sich von selbst gibt, weil ich ja grad an einer Schwellensituation im Leben stünde. Er hat dann auch erwähnt, dass es für mich gut wäre, von daheim auszuziehen, weil ich von meinem Vater doch ziemlich Druck bekomme. Wieder zu Hause hatte ich dann einen Nervenzusammenbruch. Inhalt: Ich will nicht erwachsen werden! Ich will nicht von zuhause weg! Es hänge so stark an meiner Mutter und ich schaffe das alleine nicht!
Seit dem geht es immer weiter bergab. Über Weihnachten habe ich dann Medikamente genommen, weil ich jeden Nachmittag geweint habe und morgens Angstattacken hatte, weil ich nicht zur Uni wollte. Da dachte ich auch noch, dass ich mich schon noch irgendwann an die neue Situation gewöhne. Das erste Semester habe ich dann irgendwie überstanden und auch meine Noten waren okay. Zweites Semester ebenso. Trotz Angst und Weinkrämpfen hab ich das Ganze durchgezogen.
Allerdings habe ich mich in einen Gedankenkreislauf verstrickt:
Ich schaffe es nicht auf eigenen Beinen zu stehen --> Ich bin unfähig --> Ich verdiene es nicht mich daheim wohlzufühlen. Dieser Druck zusammen mit der Angst in der Uni zu versagen ist einfach die Hölle. Ich konnte nach und nach kaum noch Dinge ohne Angst selbstständig tun, die früher kein Problem waren (Mit Freunden in die nächste Großstadt, Kochen etc.). Alles in mir sträubt sich, den Schritt ins Leben zu tun. Ich werde später ja eh arbeitsunfähig. Wozu soll ich dann überhaupt noch weiterleben?
Seit dem dritten Semester wird es immer schlimmer.
Ich habe so Angst morgens Kräftemäßig nicht mehr in die Uni zu kommen. Das ist nicht schlimm solange ich keine Anwesendheitspflicht habe, aber da ich was aus den NaWis studiere, habe ich auch Pflichtveranstaltungen. Das dritte Semester war jedenfalls so stressig, dass ich Dauerangespannt war und kurz vor den Prüfungen einen Panikanfall in der Uni hatte. Seitdem traue ich mich kaum noch raus. Die Prüfungen gingen mit Ach und Krach, Angstattacken und viel Unterstützung meiner Mutter irgendwie rum. Allerdings habe ich nächste Woche einen ganztägigen Laborblock mich quälen seit ein paar Tagen meine Ängste. Werde ich es am Montag überhaupt in die Uni schaffen ohne eine (sowieso längst überfällige) Panikattacke zu kriegen? Ich fahre 50 min mit der Bahn. Werde ich den Tag im Labor ohne die besagte Panikattacke überstehe und danach auch wieder nach Hause kommen? Welche Konsequenzen hat es, wenn ich es nicht schaffe?!
Ich fühle mich vom Leben einfach völlig überfordert. Dazu kommt, dass ich schon seit der Kindheit Probleme mit dem Essen haben und immer sehr dünn war (ständig Übelkeit). Seit dem Studium habe ich ständig das Gefühl mich übergeben zu müssen und ich kann kaum Essen. Dementsprechend bin ich im Untergewicht. Meine größte Angst ist, wenn ich auf mich gestellt bin, es nicht schaffe Einkaufen zu gehen und zu verhungern bzw es nicht schaffe zu Essen.
Ich sehe für mich einfach keine Zukunft. Ich will weder vorwärts noch rückwärts und sehe alles, was mich aus meinem sicheren Zuhause zerren will, als Gefahr. Wie soll ich es jemals schaffe alleine klar zu kommen?
Vielleicht fällt ja jemandem irgendwas ein. Ich bin selber inzwischen so verwirrt, dass ich nicht mehr klar darüber nachdenken kann. Alles in mir schreit nur noch: Ich will nicht mehr!
LG, Masky