Ängste sind wirklich was Schlimmes, das ist nicht nur ein Schnupfen. Such Dir wirklich andere Menschen mit denen Du darüber reden kannst. Ich weiß dass viele Ängste nicht verstehen können, aber oft kennt doch der Eine oder Andere in seinem Umfeld jemanden mit Panikattacken oder ähnlichem. Die Leute reden nur eben nicht so offen darüber, was wirklich schade ist.
Ich selbst rede eigentlich auch nur mit guten Freunden oder Vertrauten darüber. Es tut aber gut, wenn man weiß, der Andere weiß Bescheid, das entspannt einen, weil man nicht das Gefühl hat, etwas unterdrücken zu müssen oder sich für etwas schämen zu müssen.
Eine Angstkrankheit ist eine Krankheit wie jede andere. Aber es ist leider auch typisch, dass die Ängste mit der Zeit einschränkend sind.
Mit einem Psychologen arbeitet man daran diesen Einschränkungen entgegen zu wirken.
Zur Not können auch Medikamente, niedrig dosiert, helfen die Zeit bis zur Therapie zu überbrücken. Gerade gegen Panikattacken können Medikamente recht gut wirken. Eine Therapie ist aber auf Dauer trotzdem wichtig. Die Ablösung vom Elternhaus kann Ängste auslösen, das ist gar nicht so ungewöhnlich.
Es gibt in manchen Städten auch Stellen, wo Du anrufen kannst, wenn Du Ängste hast, manchmal hilft es schon sich die Notfalltelefonnummer aufzuschreiben und nur mal zu probieren dort anzurufen, dann erkennt man, in der Not gibt es immer einen Ansprechpartner.
Im Zug könnte es Dir vielleicht helfen, mit jemandem ins Gespräch zu kommen um Dich abzulenken. Und mir hilft es auch immer, den worst case gedanklich durchzuspielen und mir Lösungen vorzustellen. Wenn es Dir schlecht geht, könntest Du jemanden im Zug ansprechen und der wird dann mit Sicherheit Hilfe holen. Was könnte schlimmstenfalls passieren? Dass Du ohnmächtig wirst? Oder hast Du Angst vor einer peinlichen Situation? Im Endeffekt sind alle diese Dinge nicht katastrophal und auch nicht peinlich und ebenso nicht lebensgefährlich. Das sind Dinge, die menschlich sind und jeden Tag passieren, unangenehm vielleicht, mehr aber nicht.
Unsere Fantasie macht diese Situationen nur so schlimm. Und das Gefühl der Ohnmacht und diese Angstgefühle die eben nicht immer leicht auszuhalten sind.
Es wäre vielleicht auch hilfreich wenn Du mit einer Freundin im Zug nebenbei telefonieren könntest, idealerweise jemand, der von Deinen Ängsten weiß.
Ängste verstecken kostet immer viel Kraft und verstärkt die Ängste mehr, als wenn man das Gefühl hat, ich kann offen über das reden was mich ängstigt oder belastet.
Such Dir einen guten Therapeuten, bei dem Du ein gutes Bauchgefühl hast, den Du vertrauenswürdig findest. Auch Selbsthilfegruppen für Ängstler können SEHR hilfreich sein, weil man andere in seinem Umkreis kennenlernt denen es genauso geht und das Reden in der Gruppe kann sehr befreiend sein.
Zitat von masky:Das mag für euch alles recht banal klingen, aber ich habe niemanden zum Reden.
Nein das klingt überhaupt nicht banal. Jeder der Ängste kennt weiß, kann Deine Situation gut nachvollziehen. Ängste sind ganz und gar nicht banal.
Ein Tipp noch: je früher Du mit einer geeigneten Psychotherapie beginnst umso größer die Erfolgschancen. Also nicht noch viele Jahre damit warten. Es ist eine sehr gute Zeit in Deinem Alter damit zu beginnen.