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Hallo zusammen,

wie im Vorstellungsthread schon geschrieben, ich heiße Michael, bin 32 und Student. Bis vor 2 oder 3 Jahren war mein Leben noch in Ordnung.
Ich war ein lebensfroher Mensch, machte mir keine Sorgen (außer halt den kleinen, alltäglichen) und war ein einigermaßen selbstbewusster Mensch.
Wenn ich mich heute anschaue, ich erkenne mich einfach nicht mehr wieder.

Ich hoffe ich bin hier richtig mit meiner Geschichte. Verglichen mit den Sorgen und Ängsten von anderen mag meine Geschichte vielleicht "langweilig" klingen oder eine Kleinigkeit sein. Ich versuche es jetzt zumindest mal, meine Geschichte einigermaßen verständlich runter zu schreiben, dafür fang ich mal etwas weiter in der Vergangenheit an.

Wie kam es dazu?

Früher verlief mein Leben in ganz normalen Bahnen. Ich hab zwar das Gymnasium abgebrochen (in der 8. Klasse fand ich dann andere Dinge einfach interessanter als mich mit Latein, Kunst und dergleichen zu beschäftigen), danach aber einen recht ordentlichen Abschluss an der Realschule gemacht und eine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Nach dieser Ausbildung zum Bund und den Grundwehrdienst abgeleistet und danach wieder zurück in die Firma, in der ich die Ausbildung gemacht hatte. Dort war ich dann aufgrund eines befristeten Vertrages nur 1,5 Jahre. Wäre dieser befristete vertrag nicht gewesen, ich würd wohl nicht in der jetzigen Situation stecken.

Zu dieser Zeit gab es bei mir in der Gegend nämlich nur Stellen als Leiharbeiter. Und was ich von anderen Leiharbeitern so erfahren habe (miese Bezahlung, man wird einfach nur in der Gegend rumgeschickt), das wollte ich mir nicht antun. Also kam der Michl auf die Idee: Junge, Du bist ja nicht dumm, mach Dein Abi nach und dann gehst Du studieren.

Gesagt, getan. 2005 auf die Berufsoberschule und die Fachhochschulreife nachgeholt. Und dann 2006 auf die Fachhochschule. Von vornherein die Überlegung "Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen?". Aufgrund der Ausbildung für Maschinenbau entschieden, jedoch bemerkt, dass das nicht so meines ist. Also 2007 der Wechsel zu Wirtschaftsingenieurwesen. Das gefiel mir dann auch ganz gut. Es war nicht so einseitig wie Maschinenbau, da man sowohl einen Einblick in die technische als auch in die wirtschaftliche Richtung bekam. Soweit so gut. Lief dann auch einigermaßen gut, wenn auch ich von vornherein wusste, dass ich es in der Regelstudienzeit nicht schaffen würde. Da ich kein Bafög bekam und es sich mit einem Studienkredit über 250 Euro im Monat nicht leben ließ, musste ich nebenher einige Jobs machen um über die Runden zu kommen. Gut, fand ich zu dem Zeitpunkt nicht so schlimm. Ich dachte ja, wenn das Studium dann beendet ist, verdienst Du so gut, dass der Studienkredit ohne Probleme zurückzuzahlen geht.

Wie auch immer, Studium lief vor sich hin, es gab Höhen und Tiefen. Ende 2011 dann Praktikum in einem Unternehmen. Dort blieb ich dann danach noch ein halbes Jahr als Werkstudent, mit der Aussicht dort meine Diplomarbeit schreiben zu können. Ja, Diplomarbeit. Das, was mittlerweile von Bachelor und Master abgeschafft wurde. Und da fing mein Problem dann an.

Ich bekam eine Abschlussarbeit angeboten. Die hörte sich richtig interessant an, also sagte ich zu. Im Oktober 2012 sollte es los gehen, also Abgabe Ende Februar 2013. Anfangs lief es noch ganz ok, es war interessant und ich war sehr euphorisch. Doch dann lief alles aus den Rudern. Mein Betreuer, an den ich mich eigentlich wenden sollte, wenn Fragen oder Probleme aufkamen, war nur unterwegs und nie zu greifen. Also trat ich auf der Stelle. Und war Ende Dezember genausoweit wie Ende Oktober. Diese Zeit war für mich die Hölle und da fing es an, an mir zu nagen.

Ich wurde immer ruhiger, verschloss mich vor anderen, zog mich zurück. Morgens wenn ich in die Firma fuhr hatte ich Bauchschmerzen, abends wenn ich heimkam, bekam ich Heulkrämpfe, weil wieder nichts voranging. Dazu dauernd die Gedanken "Das schaffts Du nicht", "Wenn Du das nicht schaffts, war das Studium verschenkte Zeit. Dann stehst Du mit einer Ausbildung da, die aber schon 10 Jahre her ist. Und mit Schulden." Da war ja noch der Kredit, der zurückzuzahlen ist. Es nagte und nagte und ich wusste nicht mehr weiter. Schließlich schickten mich meine Freundin und meine Eltern zum Arzt, da ich nicht mehr zu beruhigen war. Der diagnostizierte eine leichte bis mittlere depressive Verstimmung, verschrieb mir Laif900 zur Stimmungsaufhellung und riet mir dazu, die Wurzel für diese Probleme zu beseitigen. Sprich die Diplomarbeit. Nach langer und reiflichen Überlegung (eine Besserung im Unternehmen war einfach nicht in Sicht) und Rücksprache mit dem Hochschulberater, entschloss ich mich Ende Januar dazu, die Arbeit abzubrechen und mir woanders eine zu suchen.

Kaum hatte ich diesen Schritt getan, merkte ich tatsächlich eine Besserung. Ich konnte wieder lachen. Konnte mich wieder mit Freunden treffen. Hatte wieder Spaß am Sex mit meiner Freundin (das war in der schwierigen Zeit nicht immer der Fall). Ich konnte wieder nach vorne blicken.

Kurze Zeit später, nach einigen Bewerbungen, hatte ich im Mai dann auch tatsächlich die Zusage von einem anderen Unternehmen, dort meine Abschlussarbeit schreiben zu können. Herrlich, ich hatte wieder Land in Sicht! Also, einen Professor als Betreuer gesucht, nebenbei in das thema eingearbeitet, Ziel für mich: Du haust das Ding nun durch, Mitte/Ende November gibst Du ab und dann gehts endlich mit dem richtigen Leben los.

Kaum war ein Professor gefunden und das Thema von ihm abgesegnet, ging es aber auch schon wieder los. Der Betreuer im Unternehmen auch wieder fast nur unterwegs. Wenn doch mal eine Besprechung zustande kommt, fühl ich mich danach einfach nur noch dumm. Und Mitte/Ende November abgeben scheint für mich nun irgendwie schon wieder utopisch. Zumal wieder die alten Bekannten zurück sind: Die Sorgen und Gedanken.

Da sind sie wieder... "Das schaffts Du nicht"..."Was soll ich nur machen, wenn das wieder schief geht?"...."Wenn Du das verhaust, kannst Du auch gleich nen Strick nehmen. Dann stehst Du da mit 7 jahren Studium, ohne Abschluss. Findest keinen Job, kannst Deine Schulden nicht zahlen."... "Versager"....

Diese Gedanken, diese Angst davor zu versagen, diese Angst davor "Was dann?", sie quält mich tagein, tagaus. Sie lähmt mich. Und ich weiß einfach nicht mehr weiter. ich will doch nur diese Arbeit beenden, will danach einen Job finden, will Geld verdienen, will meine Schulden abbezahlen, will meiner Freundin was bieten können. Es sind doch gar keine großartigen Wünsche, die ich hab.

Und doch: Ich habe wieder einfach nur Angst, dass ich es nicht schaffe und keiner dieser "Wünsche" auch nur ansatzweise in Erfüllung geht. Ich habe Angst zu versagen und dann vor einem Scherbenhaufen zu stehen, von dem ich nicht weiß, wie ich den dann zusammenkehren und wieder was gutes daraus machen könnte....ich würde am liebsten einfach nur noch heulen, schreien,weglaufen...nicht mehr sein, dann wären diese Ängste und Sorgen nicht mehr...aber da ist ja noch meine Freundin, der einzige Mensch, der mein Leben im Moment noch lebenswert macht...


Oh Gott...das ist nun ein ganz schön langer Text geworden... mal schauen, vielleicht liest ihn sich ja doch jemand durch und gibt eine Meinung dazu ab.

Bis dahin,
Michl

28.09.2013 19:03 • 08.10.2013 #1


25 Antworten ↓


In welcher Weise hilft denn der Betreuer? Warum brauchst du den für die Doktorarbeit? Kannst du die Infos nicht auch anders bekommen?

Es ist ein sehr mieses Gefühl abhängig zu sein und in der Luft zu hängen!

Hast du dein Problem schon mit dem Betreuer besprochen? Hast du ihm ganz deutlich gesagt, wie wichtig er für dich ist?

28.09.2013 19:12 • #2



Angst zu versagen & vor der Zukunft - Depressionen

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Erst mal, schonmal danke für die Antwort.

Der Betreuer im Unternehmen soll mir eigentlich die Informationen liefern, die ich für die Arbeit brauche.

Grob gesagt:

1. Teil: Theorie (Literatur auswerten und schreiben. Das mach ich gerade nebenher)
2. Teil: Aufnahme der Ist-Situation bei einem Projekt (da brauch ich Informationen vom Betreuer)
3. Teil: Konzept erstellen, anhand dieses Projektes (da brauch ich eben auch wieder die Informationen von ihm)

Die Informationen kann ich wohl nur von ihm bekommen, da er für dieses Projekt zuständig ist.

Ja, es ist wirklich ein sehr mieses Gefühl...vor allem wenn man ja auch sieht, wie die Zeit davon läuft.

Ich habe es ihm schon angedeutet, dass ich eben auf die Informationen von ihm angewiesen bin. Aufgrund der Geschichte Ende letzten/ Anfang diesen Jahres und der daraus resultierenden Depression, hat aber mein Selbstbewusstsein so gelitten, dass ich mich einfch nicht traue, da vielleicht etwas energischer ranzugehen.

28.09.2013 19:37 • #3


Hallo Michael,

habe dir ja eben schon was zur Begrüßung geschrieben. Mit Betreuer meinst du wahrscheinlich Tutor, richtig? Da es auch einen Betreuer im juristischen Sinne nach BGB gibt.
Ich kann dein Gefühl nachvollziehen, da auch meine Tochter derzeit ein Lehramt studiert und sich alleine gelassen fühlt, allerdings ohne Tutor.
Gehe dich beschweren! Sprich konkret den Prof an. Sollte das nicht fruchten, so gibt es eine Leitung bei einer Uni oder FH! Use it!
Du kannst stolz sein auf deine Freundin! Das ist Liebe in meinen Augen. Trage sie auf Händen, sie hat es verdient.
Zu deiner Person: Mach dir keinen Kopp, alles was du bisher gemacht hast, war richtig und gut für dich. Du hast zu einem Zeitpunkt erkannt, du willst weiter machen. Richtig so!
Das Leben wird dir immer Steine in den Weg legen!
Du mußt sie weg räumen. Aber das kannst du. Also..... nicht resignieren, sondern agieren....
In diesem Sinne....

LG und Kopf hoch, das klappt schon

Denke positiv....

28.09.2013 19:37 • x 2 #4


okok, so ist es!

Michael, es gibt viele Männer, die, wenn sie in der Luft hängen gelassen werden so empfinden, wie du! - Also wundere dich nicht über deine Reaktion!

Aber an deinem Selbstwertgefühl soll das nicht kratzen! Es hat nichts mit dir zu tun, dass andere ihrer Pflicht nicht nachkommen. Du solltest nicht verzagen! Sondern dir deinen Betreuer schnappen und ein ernstes Wort mit ihm reden! Lass dich nicht abwimmeln oder vertrösten! Bettel nicht! Sondern fordere! Freundlich und bestimmt! Es geht um deine Zukunft und die lässt du dir nicht versauen! Wenn du es jetzt schaffst, auf den GONG zu hauen, dann wirst du in der Zukunft immer gerade stehen können! Nicht nur die Doktorarbeit ist deine Aufgabe! Sondern auch dich durchzusetzen! Ran an den Mann! Wenn er sich dünne macht hinterher telefonieren, ihn nerven, ihm deutlich machen, wie wichtig das für dich ist!

28.09.2013 19:47 • #5


@ Gina68,

Danke dir ....

28.09.2013 20:00 • #6


@ okok:

Mit Betreuer meine ich meinen Ansprechpartner in der Firma. Der Verantwortliche für das Projekt über das ich etwas schreiben soll.
Auf dessen Informationen ich angewiesen bin, um überhaupt weiter zu kommen.
Hab jetzt übernächste Woche endlich mal wieder einen Termin mit dem Prof von der Hochschule (der wr die letzten 6 Wochen nicht zu erreichen -> vorlesungsfreie Zeit...), hoffe, dass mich das Gespräch dann wieder etwas weiter bringt.

Auf meine Freundin bin ichauch stolz, das kannst Du mir glauben. Und ich behandel Sie auch wie eine Prinzessin. Hab nur leider zu selten die Gelegenheit dazu, da sie in Leipzig lebt und ich in der Nähe von Würzuburg. Können uns also nur alle paar Wochenenden sehen


@Gina:
Naja, es kratzt aber extrem an meinem Selbstwertgefühl. So sehr, dass ich oftmals denke, dass gar keines mehr vorhanden ist. Das macht mich fertig. Und dadurch schaff ich es halt auch einfach nicht, es so zu machen, wie Du vorschlägst. Mal etwas einzufordern, ihn meinetwegen auch mal in die Ecke zu drängen und zu sagen "Hey, Du hast die Betreuung übernommen, dann sei auch für mich da". Ich schaff das einfach nicht, weil mir dazu das Selbstbewusstein fehlt. Und darunter leidet dann mein Vorankommen mit der Arbeit und das nährt wieder die angesprochenen Gedanken, die sich dauernd in meinem Kopf tummeln.

Es ist ein Teufelskreis....

28.09.2013 20:03 • #7


Okay

Denk mal an deine Freundin. Wie wäre es, wenn sie in dieser Situation wäre? Würdest du sie unterstützen und dir notfalls ihren Betreue mal an die Brust nehmen? Würdest du das für sie tun?

Ich denke, ja, das würdest du tun.

Was hindert dich daran, es für dich zu tun?

stelle dir einfach mal vor, es gäbe zwei Michaels. Trenne dich gedanklich von dem Michael, dem das Selbstbewusstsein fehlt und stelle dir vor, du wärst sein großer Bruder, der das Recht für den kleinen Michael durchboxt.

Du magst aus irgend einem Grund Angst davor haben dein Recht durchzuboxen. - Aber du wirst dich viel wohler fühlen, wenn du mit deinem Betreuer sprichst. Dem guten Mann ist vielleicht gar nicht bewusst, was er da verbockt. Solange du dich nicht großartig rührst, denkt der vielleicht, es wäre doch alles in Ordnung.

Michael, du und ich, deine Freundin und auch dein Betreuer, wir sind alle gleich. Es gibt niemanden von uns, der mehr wert wäre als der andere ... nur weiter kann man sein... mutiger, offener und zugänglicher, oder aufmerksamer... Wenn du ihn ansprichst kann dir gar nichts negatives passieren - nur positives. Dann weißt du, woran du bist!

28.09.2013 21:25 • #8


Du hast Recht, wenn meine Freundin in so einer Sitaution wäre, ja, ich würde alles dafür tun, dass sie da irgendwie wieder raus kommt.

Warum ich das für mich nicht kann? Das ist eine wirklich gute Frage. Eigentlich könnte es ja so einfach sein. Hingehen, den Mund aufmachen, einfach sagen, was Sache ist. Klingt so einfach.

Nur irgendwie kann ich das gerade nicht. Da ist wohl durch die Geschichte in der alten Firma etwas in mir kaputt gegangen. Mein Selbtbewusstein ist seitdem auf jeden Fall nicht mehr das, was es einmal war. Bei weitem nicht...

Der Gedanke an einen zweiten Michael, mit dem Selbstvertrauen, dass dem Michael jetzt fehlt - das ist ein interessanter Ansatz. Nur ob ich das irgendwie umsetzen kann, das kann ich mir gerade nicht wirklich vorstellen.

Aber danke auf jeden Fall für die Sichtweise. Es tut gut einfach mal Meinungen und Tipps von anderen zu lesen.

28.09.2013 21:46 • #9


Durch deine Erfahrung in der anderen Firma hast du vielleicht einen leicht Tick zur Sozialphobie entwickelt. Vielleicht liegen deine Ängste auch in der Vergangenheit, wo du eventuell ähnliches durchmachen musstest.

Versuche es mal so:

Denke mal an deinen Betreuer! Warum kommt er nicht mit seiner Unterstützung rüber? Ist er eventuell nur einfach sehr beschäftigt? Kann es nicht sein, dass gar keine Böse Absicht vorliegt? Solltest du nicht nachsichtig mit ihm sein und ihm verzeihen, dass er soviel im Kopf hat, dass er vergessen hat seinen Pflichten bei dir nachzukommen? Erinnere ihn doch einfach noch mal und zwar mit Nachdruck.

Gibt es irgendeinen Grund an deinen Wert zu zweifeln? Du bist intelligent, fällst gute Entscheidungen, was deine Zukunft angeht. Sag nicht, du kannst das nicht! Du kannst das! Wenn du es nicht für dich tun kannst, dann tu es für deine Freundin! Ihr wollt mal ein gesichertes Leben haben. Es steht da doch noch viel mehr auf dem Plan, als nur Schulden und vergeudetes Studium. Du willst aufrecht durch das Leben gehen! Wenn du das jetzt anpackst, dann schaffst du alles! Spring über deinen Schatten. Die Vergangenheit ist egal! Das JETZT zählt! - Weißt du, was der Betreuer denken wird, wenn du an ihn heran trittst? Er wird denken: "Ich hätte mich früher kümmern müssen und das tut mir leid! Der junge Mann hat Recht!"

Irgendwann willst du nicht sagen müssen: Ich hab die Doktorarbeit nicht geschafft, weil ich mich nicht getraut habe den Mund aufzumachen!

Du wirst sagen: "Gut, dass ich den Mund aufgemacht habe und auf die Unterstützung des Betreuers bestanden habe!"

Hab keine Angst! Er ist ein Mensch wie du! Er macht Fehler, Versäumnisse ... kann passieren, muss sich aber ändern! Dafür sorgst du!

Es ist nicht deine Schuld, dass andere versäumen, oder nachlässig sind ... Es hat NICHTS mit dir zu tun, sondern nur mit IHREN Fehlern - die man verzeihen kann, aber auf die man sie manchmal eben hinweisen muss!

28.09.2013 22:10 • #10


Sozialphobie, gut möglich. Ich weiß auf jeden Fall, dass es mir durch diese depressive Grundstimmung nach dieser Geschichte
in der alten Firma schwerer fällt auf andere zuzugehen als vorher.

Mein Betreuer ist sehr beschäftigt. Dieses Projekt, um das es geht, ist in Brasilien. Und da ist er halt gut eingespannt, weil es noch nicht abgeschlossen ist. Das heißt, er ist auch oft mal für 2 Wochen dort drüben und dann steh ich hier in der Zeit wieder auf Stillstand, weil ein Ansprechpartner fehlt.

Ob es einen Grund gibt an meinem Wert zu zweifeln? Ich weiß es nicht. Mir kommt es halt so vor, als würde ich nichts wirklich gebacken kriegen. Mir fehlt ja nur noch diese blöde Abschlussarbeit, dann könnte ich dieses Kapitel für mich abschließen und in die Zukunft blicken. In eine Zukunft, die dann hoffentlich nicht mehr so sorgenvoll ist, wie sie mir momentan einfach erscheint.

Es steht viel auf dem Spiel, das ist Fakt. Schaff ich das jetzt nicht, dann werd ich Probleme kriegen, wieder einen Job zu bekommen. Einen Job, durch den ich einerseits die Schulden abbezahlen kann und andererseits auch sonst etwas ruhiger durchs Leben gehen kann. Durch den ich meiner Freundin etwas bieten kann, durch den wir ein (zumindest finanziell) gesichertes Leben leben können, uns auch mal etwas gönnen können. Wenn ich das jetzt nicht hinbekomme, dann steht das auch alles auf dem Spiel. Das gibt mir halt nochmal zusätzlich Druck.

28.09.2013 22:29 • #11


Verwandel den "Druck" in etwas positives. Ändere ihn in "Ich will" und "Ich werde" Denn die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Der Moment zählt. Wenn dein Betreuer wieder da ist, dann sag einfach: "Ich muss meine Doktorarbeit jetzt fertig stellen!" Wenn er gleich wieder einen Abflug machen muss, dann soll er entweder einen Stellvertreter an Ort festlegen oder über Internet und Email erreichbar sein! Ist er per Email erreichbar, dann leg einfach los mit deinen Fragen!

Und ansonsten gibst du mir mal die Büroadresse von dem werten Herrn und ich komm mal da längs und erzähle ihm mal ein paar Takte!

Du schaffst das! In wenigen Wochen wirst du uns von deinem Erfolg erzählen und dann wirst du reich und dann wirst du mit uns allen hier teilen und dann werden wir alle reich!

So, nun schlaf gut und mach dir keinen traurigen Kopf mehr! Alles wird gut!

28.09.2013 22:52 • #12


Guten Tag zusammen,

oh mann, heute ist wieder ein richtig mieser Tag. Gestern Abend noch schön für heute geplant:

Um 8:00 aufstehen, gemütlich Kaffee trinken und ne Kleinigkeit frühstücken. Dann so ab 9 an den Rechner setzen und etwas sinnvoll
für die Arbeit machen. Und wenns auch nur kleine Schritte sind.

Und wie kam es jetzt? 8:00 Uhr, Wecker geht, ach, halbe Stunde geht noch. Wecker ging wieder, weggedrückt. Hallo Gedanken. "Bringt doch eh nichts, wenn Du Dich da jetzt ran setzt. Kommst ja eh nicht weiter. Schaffst Du ja eh nicht". Danke Gedanken und hallo zurück Antriebslosigkeit und Mutlosigkeit. Könnte gerade schon wieder einfach nur heulen und würde am liebsten alles hinschmeißen.

29.09.2013 12:32 • #13


Machste aber nicht - das mit dem Hinschmeißen!
Mir hilft immer eine schöne warme Dusche... Dann ein nettes Frühstück basteln, Kaffee neben den Rechner stellen und dann geht es los.

Fang doch mit einem Fragekatalog für den Betreuer an. Hast du seine Email-Adresse?

29.09.2013 13:45 • #14


Ne, hinschmeißen ist dann ja auch keine Lösung. Das würde es ja dann wohl noch schlimmer machen.
Ich will das ja schaffen und will dann zu meinen Gedanken sagen können "Ha, seht ihr. Euch hab ich es gezeigt. Ich kann es doch!"

Aber dahin ist es wohl noch ein weiter Weg....

Werd jetzt erstmal an die frische Luft gehen, vielleicht bringt das ja was.

Gibt es hier denn jemanden, der auch schon in so einer Situation steckte bzw. gerade steckt? Wie geht Ihr damit um?
Wie bringt Ihr Eure Gedanken denn wieder soweit in den Griff, dass ihr wieder einigermaßen klar denken könnt? Wie schafft ihr es, dass
ihr durch Rückschläge nicht direkt wieder entmutigt seid?

Bin nun wie gesagt mal eine halbe Stunde oder so draußen. Bis später.

29.09.2013 14:24 • #15


So, wieder zurück. Wahnsinn, was einem so durch den Kopf geht, wenn man allein draußen unterwegs ist.

29.09.2013 15:25 • #16


Puh, war jetzt noch mal an der frischen Luft. Irgendwie bringt das gerade auch nichts.

29.09.2013 18:28 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Guten Abend zusammen.

So, Tag 1 der neuen Woche vorbei.

Was soll ich sagen, wirklich weiter gekommen bin ich nicht. Hab aber morgen wenigstens mal 1 Stunde mit meinem Betreuer. Hoffe da rückt er dann auch mal mit den Informationen rüber, die ich benötig. Zumindest mit nem Teil, damit ich endlcih mal wieder weiterkomm.

Ansonsten...hab mir heute schon wieder viel zu viele negative Gedanken gemacht. War dann nach der Arbeit mal in der Apotheke und hab mich mal beraten lassen, ob man gegen dieses Gedankenkarusell was machen kann. Würde so gerne einfach mal wieder klar denken können, ohne mir andauernd die Zukunft schwarz zu malen. Die Apothekerin hat sich das angehört und hat mir Lasea empfohlen. Soll wohl gegen Angszustände und zur Beruhigung sein. Kennt das jemand von Euch oder hat sogar Erfahrungen damit?

Würde mich über ein paar Antworten sehr freuen

30.09.2013 19:37 • #18


Tag 2 der neuen Woche....

War heute mit meinem Betreuer zusammen gesessen. Sogar länger als geplant. Hab einige Informationen bekommen, sogar fast zu viele.
Das Problem istz, ich hab jetzt gerade absolut keine Ahunung, welche ich davon überhaupt verwenden kann und wie. Fühl mich schon wieder einfach nur überfordert.

Seit ich zu Hause bin, geht es mir nun auch schon wieder richtig mies. Mein Kopf spielt wieder verrückt. Ich hab wieder das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. War jetzt am Rand eines Nervenzusammenbruchs. Zumindest stell ich mir einen so vor. Hab gezittert, konnte nicht aufhören zu heulen, seh einfach keinen Sinn.

Ich weiß echt nicht weiter. Da steh ich, ein Kerl mit 1,85m und 90 Kilo und sink in mich zusammen, wie ein kleines Kind...

01.10.2013 19:35 • #19


Hallo Michl981,

ich würde mich an deiner Stelle noch mal mit dem Betreuer zusammen setzen und ihm deine Unentschlossenheit mitteilen. Sage ihm, daß du arbeitswillig bist, dich aber derzeit auf Grund der Fülle der Informationen überfordert fühlst. Vllt kann er dir ja ein paar Tipps geben, die du dann in deine Entscheidung mit einfließen lassen kannst.

LG

02.10.2013 08:05 • #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser