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Hallo zusammen,

ich wollte mich mal an euch wenden, vielleicht kann mir hier jemand helfen.

Ich heiße Hannah und bin 20 Jahre alt und war eigentlich immer ein sehr fröhlicher Mensch, der viel gelacht hat und auch immer einen Spruch auf lager hatte und immer Spaß am leben hatte. Ich weiß nicht genau, wann und wie mein jetziges Problem aufgetreten ist.

Ich habe schreckliche Angst zu versagen, meistens im Job. Ich mache im Moment eine duale Ausbildung, in der ich auch super gut bin, habe super Noten in der Schule und auch im Betrieb habe ich riesigen Spaß und werde akzeptiert als Person.
Seit einiger Zeit bin ich aber von Ängsten geplagt, sodass ich denke, dass ich versage und meinen Aufgaben nicht gewachsen bin. Ich habe Angst in wichtigen Situationen krank zu werden und somit nicht "funktioniere" wie ich es sollte oder will. Generell habe ich Angst davor krank zu werden, ganz besonders habe ich Angst vor Magen-Darm-Grippen, weil sie immer so plötzlich und in den unpassenden Situationen einen quasi überfliegen. In den letzten vier Wochen wurde es immer schlimmer, alles angefangen mit einer bakteriellen Infektion auf der Haut, was sich aber nach Antibiotika-Einnahme schnell erledigt hatte. Da war ich 2 Wochen krank geschrieben, habe mich schon dafür quälen müssen, da ich so ungern auf der Arbeit fehle. Weihnachten und Silvester waren für mich absolut nicht schön. Ich kann kaum noch richtig essen und habe keinen Appetit mehr, und ich war sonst immer ein guter Esser! Ich habe dann solche Angst, wenn ich zB. in der Öffentlichkeit essen muss und dann krieg ich kaum einen Bissen runter - sehr schlecht, denn auf der Arbeit wird immer für alle zusammen gekocht und immer gemeinsam gegessen. Jedes Mal habe ich dann schon große Angst, dass ich das Essen nicht runter bekomme und zwinge mich zum Essen.

Dann war ich wieder beim Arzt, weil es mir wieder so schlecht ging mit Magenprobleme und Durchfall und Kreislaufproblemen, der hat mich weiterhin krank geschrieben. Er hat mein Blut gecheckt und da sei alles in Ordnung. Deswegen sagte er, es könnte psychisch bedingt sein, dass mich irgendwas belastet. Ehrlich gesagt wüsste ich aber nicht was. Mein Job macht mir Spaß, bin gut in der Schule und habe eine tolle Beziehung und auch eine tolle Familie.

Naja, ein weiteres Problem ist, dass ich aus den ganzen Ängsten schon Angst habe vor die Tür zu gehen, aus Angst, dass es mir schlecht gehen könnte und ich umkippen könnte. Ich fühl mich dann schon immer so wackelig auf den Beinen und unsicher, habe Angst mich Übergeben zu müssen. Manchmal ist es besser und manchmal fühle ich mich so schrecklich. Mache mir endlose Gedanken und habe Angst, da nicht wieder raus zu kommen aus diesem Tief. Ich habe ja sogar mittlerweile schon Angst etwas mit Freunden zu machen, aus Angst, ich könnte umkippen oder mir könnte es schlecht gehen und ich kann aus dieser Situation dann nicht "entfliehen". Auf der Arbeit bin ich zB. jetzt schon mehrmals zusammen gebrochen und bin nach Hause gefahren. Jetzt habe ich wieder Angst davor, dass es wieder passieren könnte das nächste mal auf der Arbeit..

Mein Leben macht mir so absolut keinen Spaß mehr und ich weiß einfach im Moment gar nicht weiter und weiß nicht wie ich aus diesem Teufelskreislauf aussteigen kann. Denn ich will endlich wieder Freude und Spaß am Leben haben, wie sonst auch immer!

Wie geht ihr mit solchen Ängsten um? Was kann ich tun, dass es mir besser geht und ich besser damit umgehen kann?

Vielen Dank, für eure Aufmerksamkeit!

08.01.2016 16:15 • 08.01.2016 #1


11 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Hey Hannah,

ganz herzlich Willkommen hier bei uns.

Hm, Angst vor erbrechen, umzukippen, sich zu blamieren, raus zu gehen ... All dies sind typische Angstsymptome mit Agoraphobie (Vermeidungsverhalten). Wichtig ist dagegen anzugehen, den Ärzten zu glauben und evtl. Hilfe von einem Therapeuten annehmen.

08.01.2016 16:54 • #2



Angst vor dem Versagen

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Vielen Dank für deine rasche Antwort.

Ich habe ehrlich gesagt auch große Angst, mir selbst einzugestehen, dass ich mal zu einem Therapeuten gehen sollte. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass meine ganzen Symptome von einer Angststörung kommen könnten und ich professionelle Hilfe brauche.

08.01.2016 17:03 • #3


Vergissmeinicht
Liebe Hannah,

auch diese Angst kenne ich. Wo ist das Problem; ist halt ne andere Berufsgruppe und war und bin selber in Therapie.

Hey, steh zu Dir, denn die Angst bist Du selbst.

08.01.2016 17:16 • #4


Meinst du, dass es ohne Therapie nur schlimmer wird? Oder könnte ich auch erstmal versuchen, mit anderen Mitteln und Wegen Besserung zu schaffen? Kennst du eventuell auch irgendwelche Hilfen, die mir helfen könnten,damit umzugehen?

08.01.2016 17:25 • #5


Vergissmeinicht
Hey Hannah,

das kann ich so nicht verallgemeinern. Mitunter bringen die Therapeuten uns andere Sichtweisen bei etc. und all dies kann sehr hilfreich sein.

Wichtig ist, sich von der Angst nicht einschüchtern zu lassen und den Perfektionismus abzulegen.

Wenn die Angst kommt hilft Ablenkung und stelle Dir mal einenn LINK von den mir kürzlich eingestellten Zeilen hier ein:

erfolgserlebnisse-f59/skills-zur-ablenkung-bei-druck-zur-beruhigung-t69784.html

08.01.2016 17:42 • x 1 #6


Schlaflose
Zitat von Vergissmeinicht:
Hm, Angst vor erbrechen, umzukippen, sich zu blamieren, raus zu gehen ... All dies sind typische Angstsymptome mit Agoraphobie (Vermeidungsverhalten).


Das stimmt aber so nicht. Agoraphobie ist nicht das gleiche wie Vermeidungsverhalten. Es heißt wörtlich Angst vor großen Plätzen. Daraus folgt ein Vermeidungsverhalten, nämlich, dass man solche Orte meidet oder im Extremfall gar nicht rausgeht.

Ich habe auch Angst, mich zu blamieren, aber ich habe keine Agoraphobie. Man kann sich auch sehr gut in geschlossenen Räumen blamieren, umkippen und erbrechen ebenfalls

08.01.2016 18:45 • #7


Icefalki
Hallo Hannah, ich denke mir, dass viele Menschen, die sehr ehrgeizig, leistungsorientiert, pflichtbewusst, strebsam usw. eher an dieser Angst erkranken können, als vielleicht, die relaxteren.

Nenn es ständig "unter Strom" stehen, d.h. Der innere Stresslevel ist insgesamt sehr hoch. Und aus den oben geschilderten Umständen nimmt man es nicht bewusst war.

Und dann kommt eben irgendwann die Quittung.

Vielleicht steckt unbewusst hinter der ganzen Perfektion eine Angst, nicht genügen zu können. Daher dann die extremen Bemühungen, alles super gut zu meistern.

Und wenn das zutrifft, kann man mal in sich gehen und sich überlegen, ob nicht das die Haupttriebfeder ist.

Dazu passt nämlich immer die Angst, sich zu blamieren, quasi als "Versager" dazustehen.

Man erlebt sich nämlich total hilflos in der Panik und genau dagegen hat man bisher sein ganzes Leben eingerichtet, alles perfekt zu machen.

Nenn es den Hilferuf deiner Seele, die dir sagen will, dass weniger für uns manchmal mehr sein kann.

08.01.2016 19:01 • x 2 #8


Vergissmeinicht
Hey Schlaflose,

mir ist die wörtliche Übersetzung bekannt. Dennoch bleibe ich bei meinen Zeilen und ich hatte eine Agoraphobie.

Sie ist eine übertriebene Angst vor Personen, Situationen etc. Daher vermeidet und damit verbunden ist die Angst die Kontrolle zu verlieren. Schaue ich mir die ganzen Beiträge hier an, haben die Meisten eher Angst raus zu gehen, sich zu blamieren etc. und viele fühlen sich eher nur in ihren vier Räumen wohl; die PA aussen vor etc.

08.01.2016 19:20 • #9


Zitat von Vergissmeinicht:
Hey Hannah,

das kann ich so nicht verallgemeinern. Mitunter bringen die Therapeuten uns andere Sichtweisen bei etc. und all dies kann sehr hilfreich sein.

Wichtig ist, sich von der Angst nicht einschüchtern zu lassen und den Perfektionismus abzulegen.

Wenn die Angst kommt hilft Ablenkung und stelle Dir mal einenn LINK von den mir kürzlich eingestellten Zeilen hier ein:

erfolgserlebnisse-f59/skills-zur-ablenkung-bei-druck-zur-beruhigung-t69784.html


Hallo Vergissmeinicht,

danke für deine Antwort. Ich werde mich mal in dem Link einlesen.
Werde mich auch nächste Woche an einen Therapeuten wenden.
Sag mal, hast du Erfahrung mit homoöpathischen Mitteln bezüglich meiner Symptome?

Liebe Grüße

08.01.2016 21:37 • #10


Zitat von Icefalki:
Hallo Hannah, ich denke mir, dass viele Menschen, die sehr ehrgeizig, leistungsorientiert, pflichtbewusst, strebsam usw. eher an dieser Angst erkranken können, als vielleicht, die relaxteren.

Nenn es ständig "unter Strom" stehen, d.h. Der innere Stresslevel ist insgesamt sehr hoch. Und aus den oben geschilderten Umständen nimmt man es nicht bewusst war.

Und dann kommt eben irgendwann die Quittung.

Vielleicht steckt unbewusst hinter der ganzen Perfektion eine Angst, nicht genügen zu können. Daher dann die extremen Bemühungen, alles super gut zu meistern.

Und wenn das zutrifft, kann man mal in sich gehen und sich überlegen, ob nicht das die Haupttriebfeder ist.

Dazu passt nämlich immer die Angst, sich zu blamieren, quasi als "Versager" dazustehen.

Man erlebt sich nämlich total hilflos in der Panik und genau dagegen hat man bisher sein ganzes Leben eingerichtet, alles perfekt zu machen.

Nenn es den Hilferuf deiner Seele, die dir sagen will, dass weniger für uns manchmal mehr sein kann.


Hallo icefalki,

wahrscheinlich hast du Recht und ich sollte einfach mal kürzer treten und versuchen meinen Perfektionismus ein wenig abzulegen. Ich muss lernen, nicht immer alles perfekt machen zu können und wenn ich es nicht alles immer schaffe, dass das auch nicht schlimm ist.

Vielen Dank für deinen Worte und deine Mühe.

08.01.2016 21:46 • #11


Vergissmeinicht
Hey Hannah,

nun, es gibt ja Baldrian, Johanniskraut, Lasea, Bachblüten etc. Denke aber, ab eines gewissen Schwergrades greifen pflanzliche Mittel eher nicht. Andere haben gute Erfahrungen gemacht; probiere es aus.

08.01.2016 22:10 • #12



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Dr. Reinhard Pichler