Zitat von earth:Was soll ich denn nur tun?
Raus aus dem Selbstmitleid. Das Jahr war nicht prickelnd, okay. Mehr aber auch nicht. Du hast Rückschläge erlitten, Enttäuschungen erlebt und musst Frustration und Langweile aushalten. Das ganz normale Leben also.
Wenn man vom Leben erwartet, dass es ohne Krisen nett vor sich hinplätschert, wird man zwangsläufig unglücklich, denn das passiert nie. Irgendwas fällt uns irgendwann immer zwischen die Füße. Und dann kommen wir ins Stolpern, fallen vielleicht auch auf die Nase - aber nach dem Hindernis geht ein neuer Weg weiter. Um zu wissen, wie der aussieht, muss man oft einfach erst mal loslaufen. Wenn man sich die Decke über den Kopf zieht und darauf wartet, dass eine Fee den Zauberstab schwingt und einen plötzlich die Erleuchtung überflutet, wird man lange warten.
Die Psychotherapie ist eine gute Idee. Und begleitend dazu kannst du heute damit anfangen, dein selbst gewähltes Siechenlager zu verlassen und raus zu gehen. Geh spazieren, tanke frische Luft und neue Bilder, gönn dir irgendwo einen Kaffee oder was auch immer und fange an, deine Tage zu planen.
Dass das Studium nicht permanent Spaß macht, ist auch normal. Abbrechen ist einfach, so wie Vermeiden und Ausweichen immer der leichte Weg ist. Aber was kommt danach? Rumhängen und darauf hoffen, dass einem eine wunderbare Zukunft in den Schoß fällt?
Etwas zu Ende bringen, was man angefangen hat, ist ein ganz hervorragendes Mittel, um den eigenen Selbstwert zu steigern. Wenn man sich durchgebissen hat, gerade wenn das mühsam war, hat man allen Grund, stolz auf sich zu sein und sich auf die Schulter zu klopfen. Wenn man abbricht, hat man das nicht. Es gräbt eine Kerbe in die Latte der Versagensgefühle - und die braucht keiner.
Glücklich wirst du nicht ohne dein eigenes Zutun. Unterm Strich bist du doch weich gefallen, auch wenn es vorher vielleicht netter war. Schau dir die Leute an, denen es wirklich schlecht geht und nutze die Privilegien, die du hast zu deinem Nutzen, nicht zu deinem Schaden.