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Soul1977
Viele kennen diese Sprüche bestimmt wie "stell dich nicht so an" oder "jetzt reiß dich mal zusammen". Solche Sprüche sind absolut deplaziert und helfen einem als Betroffenen überhaupt nicht weiter. Das Gegenteil ist der Fall, man fühlt sich in seinen Leid nicht ernst genommen oder macht sich sogar Vorwürfe, weil man es nicht schafft ständig stark zu sein. Zwar sind psychische Krankheiten in der Gesellschaft mittlerweile akzeptierter, dennoch trifft man oft auf Unverständnis. Viele Menschen verstehen einen meistens nur wenn sie selbst betroffen sind, ist leider so.

Gerne würde ich von euch wissen wie ihr mit intoleranten Menschen umgeht, die euch keinerlei Verständnis entgegenbringen. Ist euch das schnuppe oder geht euch das schon sehr nah?

28.10.2019 17:36 • 15.11.2019 x 4 #1


241 Antworten ↓


Safira
Mitgefühl für diese armen Menschen viel viel Mitgefühl

manchmal klappt es. Stellt sich eher die Frage was Du wirklich Erwartet hast?

28.10.2019 17:39 • x 2 #2


soleil
Da ich über meine psychischen Krankheiten nicht öffentlich rede, höre ich solche Sprüche nicht.
Mein Freundeskreis weiss Bescheid und die sagen so was nicht.
Das blödeste was mir ein Freund mal gesagt war "Sonne hilft bei Depressionen. Du solltest mehr raus gehen. Du hockst zu viel in der Bude."

28.10.2019 17:45 • x 4 #3


Soul1977
@Safira
Ich spreche da gar nicht mehr mit Dritten drüber, aus einen gesunden Selbstschutz heraus. Außerdem habe ich keine Lust mich zu erklären oder zu rechtfertigen. Problematisch wird es erst, wenn es sich um Familienangehörige wie den eigenen Vater handelt, der partout nicht verstehen will das man krank ist.

@soleil
Das kann ich gut nachvollziehen, der Spruch ist auch wirklich daneben. Wenn es so einfach wäre, dann wäre wir alle schon längst gesund.

28.10.2019 17:45 • x 1 #4


soleil
Kennst sich dein Vater vllt. zu wenig aus mit psychischen Krankheiten?
Vielleicht sollte er mal ein Buch drüber lesen, dann würde er evtl. anders drüber denken.

28.10.2019 17:51 • #5


Chingachgook
Nichts ist bequemer als kein Verständnis zu haben.
Sich in die Lage eines anderen hineinzuversetzen verlang immer ein gewisses Mass an gedanklichem und emotionalem Aufwand. Man muss nach parallelen Empfindungen im eigenen Leben suchen und seine Fantasie aktivieren.
Dazu ist nicht jeder in der Lage.

Und das will auch nicht jeder, denn sonst müsste man von einem (behaglichen) Überlegenheitsgefühl abrücken.

28.10.2019 17:53 • x 7 #6


Safira
Soul, möglicherweise fühlt sich Dein Vater einfach nur hilflos, weil er nicht weiß wie er Dir helfen soll.

28.10.2019 17:54 • x 1 #7


Cloudsinthesky
Genau mein Spruch, den ich immer zu mir selbst sage "Stell dich nicht so an". Ich würde gern mir selbst gegenüber erstmal toleranter sein... da hätte ich schon einiges gewonnen. Der Beitrag sprang mich gerade richtig an!

28.10.2019 17:57 • x 1 #8


survivor3
Zitat von Chingachgook:
Nichts ist bequemer als kein Verständnis zu haben.Sich in die Lage eines anderen hineinzuversetzen verlang immer ein gewisses Mass an gedanklichem und emotionalem Aufwand. Man muss nach parallelen Empfindungen im eigenen Leben suchen und seine Fantasie aktivieren.Dazu ist nicht jeder in der Lage.Und das will auch nicht jeder, denn sonst müsste man von einem (behaglichen) Überlegenheitsgefühl abrücken.
... evtl ist es aber eine Hilfslosigkeit,die jemand empfindet?

28.10.2019 17:58 • #9


Soul1977
Ja, mein Vater ist in Sachen psychische Krankheiten ein Laie. Er will sich auch gar nicht mit dem Thema auseinander setzen, stattdessen trägt er die rosarote Brille und redet sich ein alles sei toll. Auch von der Pharmaindustrie hält er nichts. Mein Vater hat kein Verständnis dafür das ich Tabletten einnehme. Dazu muss ich aber auch sagen das ich meinen Vater alle Jubeljahre sehe, dass liegt daran das er sehr weit weg wohnt, aber auch weil er sehr viel Alk. trinkt, was ich als sehr belastend empfinde.

28.10.2019 17:59 • #10


Safira
Dein Vater ist ein klassicher Verdränger. Unreflektiert und hilflos. Sonst würde er nicht trinken.

28.10.2019 18:01 • #11


Chingachgook
Zitat von survivor3:
.. evtl ist es aber eine Hilfslosigkeit,die jemand empfindet?


Dann wäre es sicher besser, das auch zu kommunizieren. Würde ich sagen.

28.10.2019 18:02 • x 1 #12


Lottimaus500
Mich machen solche Sprüche echt wütend und ein bisschen traurig.
Ich würde die Person sagen das sie nicht weiß wie es ist in so einer Situation zu stecken, deswegen würde ich sie bitten solche Sprüche zu unterlassen.
Weil sie kann ja sowas nicht sagen wenn sie nicht weiß wie es für die Person ist.

28.10.2019 18:02 • x 2 #13


Soul1977
Mein Vater ist ja selber krank, dass würde er sich allerdings nie eingestehen. Schon damals war ihm seine Freiheit wichtiger. Dro., Alk. und Frauen (Stichwort: Promiskuität), dass ist das Leben meines Vaters. An erster Stelle steht immer er, danach kommt erstmal lange nichts. Als ich ein Kind war, hat er mir auch nie eine Geburtstagskarte geschrieben und angerufen hat er auch nicht, aber als ich erwachsenen war, da wollte er unbedingt das ich zu ihm ziehe. Er hat als Vater einfach versagt, dass muss ich knallhart mal sagen. Doch das ist ein anderes Thema.

28.10.2019 18:18 • x 1 #14


Safira
Und dann erwartest Du Verständnis?

28.10.2019 18:19 • #15


Soul1977
Von meinen Vater erwarte ich kein Verständnis, er will mich auch nicht verstehen und kommt sofort mit seinen Erklärungen. Seit ein paar Jahren besteht auch Funkstille. Was soll ich auch mit jemanden der nur an seine eigenen Vorteile denkt. Pathologisch gesehen ist er ein Narzisst, durch und durch. Ich habe ihm immer wieder eine Chance gegeben, die hat er jedes mal verspielt. Dabei bin ich nicht der nachtragende Typ, aber irgendwann ist auch mal Schluss. Wenn er auf mich zukommt in Ordnung, ich werde es von mir aus nicht mehr tun.

28.10.2019 18:27 • #16


juwi
Zitat von Cloudsinthesky:
Genau mein Spruch, den ich immer zu mir selbst sage "Stell dich nicht so an". Ich würde gern mir selbst gegenüber erstmal toleranter sein... da hätte ich schon einiges gewonnen. Der Beitrag sprang mich gerade richtig an!

Geht mir auch so! Ich selbst bin mein schärfster Richter, der oft nicht einsehen will, dass manches krankheitsbedingt halt echt nicht geht.

28.10.2019 19:17 • x 2 #17


Safira
Zitat von juwi:
Geht mir auch so! Ich selbst bin mein schärfster Richter, der oft nicht einsehen will, dass manches krankheitsbedingt halt echt nicht geht.

nicht nur das. Es sind ja auch generell Grenzerfahrungen die man macht und man selbst seine Grenze nicht einsehen will oder kann. Thema Akzeptanz, die man immer wieder vergisst.

28.10.2019 19:32 • x 1 #18


JollyJack
Zitat von Safira:
Soul, möglicherweise fühlt sich Dein Vater einfach nur hilflos, weil er nicht weiß wie er Dir helfen soll.


Richtig, wie ich meine.
Das ist mMn nicht mal ein Symptom irgendeiner Erkrankung seinerseits, er weiß es eben nicht besser. Ich würde daraus keinen Strick drehen, das führt zu Nickes.
Wie andere User hier schon empfohlen haben: Redet miteinander. Wird schon....

Cheers!
JJ

28.10.2019 19:46 • x 1 #19


Zitat von Soul1977:
Gerne würde ich von euch wissen wie ihr mit intoleranten Menschen umgeht, die euch keinerlei Verständnis entgegenbringen.


Ihnen aus dem Weg gehen, sie ignorieren.
Warum sollte man solchen Menschen überhaupt etwas erzählen wollen?

28.10.2019 20:45 • x 2 #20




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