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Hallo Leute,

ich schwebe im 7. Himmel. Immer muss ich an Laurence denken, ihn ansehen. Durchschlafen kann ich immer noch nicht. Es fällt mir immer noch sehr schwer mich nicht mit ihm und meiner Liebe zu beschäftigen. Gestern habe ich es wenigstens geschafft die große Wäsche zu erledigen. Das ist schon ein großer Erfolg für mich.
Das alles fühlt sich gleichzeitig wunderschön und entsetzlich an. Und es ist anstrengend.
Aber es ist eben wie es ist....

Am Montag ist mein Geburtstag und mein Freund und ich haben beschlossen den Tag am Meer zu verbringen. Wir beide müssen dringend einmal an einen Ort gehen, den wir beide lieben, an dem unsere beiden Köpfe freier werden können. Welcher Tag würde sich dazu besser eignen als mein Geburtstag, dem ich ja mit gemischten Gefühlen entgegen sehe? Ich hoffe, dass ich anschließend in einen "etwas normaleren" Zustand geraten werde. Dass meine Liebe zu Laurence nicht mehr über allem steht oder alles andere überdeckt.

Ich habe auch beschlossen, dass ich den Vorschlag meiner Mutter annehme offiziell und im Guten auf Abstand zu gehen. Dadurch werde ich mit Sicherheit etwas freier, ohne den Druck meiner Familie etwas schuldig zu sein im Nacken sitzen zu haben.

LG, melancholy2

25.02.2017 13:54 • #41


Icefalki
Ja, das ist doch mal eine gute Idee. Meer, ich liebe es auch. Bin ganz neidisch.

Wünsch dir dazu gaaaaanz viel Vergnügen, und lass dir den Kopf freipusten. Super Idee.

25.02.2017 14:48 • #42



Schon wieder quälende Starliebe *

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Danke Icefalki,

ich freue mich schon sehr darauf!
Wir wohnen ja nicht all zu weit vom Meer entfernt, so dass man einmal für einen Tag hin fahren kann.

LG, melancholy2

25.02.2017 19:47 • #43


Brandungsburg
Hallo melancholy2,

Ich habe mir deinen Thread mal durchgelesen und entschieden auch ein paar Zeilen dazu zu schreiben, weil mir das Ganze bekannt vorkommt. Eine Zeit lang habe ich mich ebenfalls in unerreichbare Personen verliebt (jetzt nicht in einen Star, aber trotzdem absolut unerreichbar). Einerseits habe ich das ganze sehr genossen, das Verliebtsein war so toll, diese Beschäftigung mit der Person und die ganzen aufregenden Tagträume... Ich habe meine ganze Zeit mit dieser Person verbracht und mein reales Leben dabei komplett vernachlässigt. Andererseits habe ich furchtbar gelitten unter dieser Sehnsucht und dem Wissen, dass ich der Person nie so nah sein werde, wie ich es mir wünsche. Aber auch dieser Schmerz hat mir auf eine Art "gefallen" (ich finde irgendwie kein passendes Wort), ich hatte eine Beschäftigung und konnte diese innere Leere in mir füllen. Immer wieder habe ich Bilder von diesem Menschen gesammelt (die ich dann auch auf dem Handy hatte, weil selbst wenn ich unterwegs war, musste ich sie ab und zu anschauen) oder auch Videos... eigentlich alles, was mit ihm zu tun hatte.

Und auch dieser Satz kommt mir bekannt vor "Ich hasse mich, darum liebe ich dich."

In deinem Titel steht ja "SCHON WIEDER quälende Starliebe", wie bist du denn die vorherige losgeworden?

Liebe Grüße von Jamie

26.02.2017 15:12 • x 1 #44


Hallo Jamie,

tja, los geworden kann man eigentlich nicht wirklich sagen. Die Person wurde immer wieder durch eine andere ersetzt. Ich bin also ungefähr seit meinem 13. Lebensjahr dauerverknallt gewesen, mal mehr, mal weniger.
Zwischen dem letzten und diesem Mal war es allerdings so, dass ich eine Art Selbstheilungsübung gemacht hatte, nach der ich auch ungefähr eineinhalb Jahre Ruhe hatte und ich dachte schon ich wäre "geheilt". Aber wie man sieht, war das ein Trugschluss.

Bei mir ist es so, dass ich ohne diese Liebe nur ein halber Mensch bin, wie eine Holzpuppe die im Alltag funktioniert, aber deren Gefühle auf einer gewissen Seite eingeschränkt sind. Ich bin auf das Gefühl angewiesen, um gewisse Dinge ausleben zu können. Außerdem brauche ich diesen Liebesschmerz um anderen unbegreiflichen, bedrohlichen Schmerz damit zu überdecken. Nicht selten wird der Liebesschmerz bei mir dann letztendlich auch bedrohlich: Beim letzten Mal musste ich in die Notaufnahme wegen akuter Selbstmordgedanken, letzte Woche war ich auch kurz davor ins KH zu gehen.

LG, melancholy2

26.02.2017 17:25 • #45


Icefalki
Huhu, hab gerade dran gedacht, alle Liebe und Gute, und vor allem Gesundheit, wünsche ich dir von ganzen Herzen. Genieße deinen Tag am Meer.

27.02.2017 20:43 • x 1 #46


Liebe Icefalki,

vielen Dank!
Ja, es war ein toller Tag. Das Wetter war schön, nicht zu viel Wind und es kam sogar mal die Sonne heraus. Mein Freund und ich fühlen uns jetzt wirklich freier und gerade richtig gut.

Ganz liebe Grüße, melancholy2

27.02.2017 20:55 • #47


Hallo Leute,

heute Nacht war es mir endlich einmal möglich "ruhig" zu schlafen. Ich bin zwar aufgewacht, aber schnell wieder eingeschlafen. Auch schaffe ich es jetzt wieder mich ein bisschen aufzuraffen, um im Haushalt etwas zu erledigen.

Mein gestriger Arbeitstag war sehr anstrengend für mich und ich stand ständig kurz vor einer Panikattacke. Heute war es etwas besser, aber die Rückfahrt in der Straßenbahn war schlimm. Ich hasse es so viele Menschen um mich herum zu haben. Laurence war wieder bei mir und wollte mich beschützen, aber heute war es belastend. Manchmal stört er mich, wenn ich das Gefühl habe er versteht mich nicht oder macht sich über mich lustig. Zu Hause wenn ich mich wieder beruhigt habe, denke ich dann, wie konnte ich nur so etwas von ihm denken, er ist doch mein Laurence. Gleichzeitig habe ich das Gefühl ins Irrenhaus zu gehören, wenn ich seine Präsenz so stark spüre.

Ich fühle mich wieder so leer. Dabei habe ich einiges klären können mit meiner Familie und ich sollte mich frei fühlen, was ich auch tue. Aber ich schätze, wenn ich mich nicht elend oder euphorisch fühlen kann, dann fühle ich mich leer.

Am Sonntagabend habe ich mir einen meiner Lieblingsliebesfilme angesehen.
Wenn ich vorher noch irgendwelche Zweifel an meinen Gefühlen für Laurence hatte, waren sie spätestens zu dem Zeitpunkt bei Seite geräumt. Es ist Wahnsinn, wie stark und tief ich schon für ihn empfinde nach so kurzer Zeit.
Tja, so ist das eben.

Ich wollte eigentlich noch mehr schreiben, aber mir fällt nichts mehr ein. Vllt. später...

LG, melancholy2

01.03.2017 19:37 • x 1 #48


Brandungsburg
Hallo melancholy2,

Erst einmal, alles gute nachträglich! Und ich hoffe, dass du einen schönen Tag am Meer hattest. Ich bin ja ebenfalls total begeistert von diesem Gefühl einfach im Sand vor den Wellen zu sitzen, absolut befreiend.

Das habe ich mir fast gedacht, dass sich das Verliebtsein immer ablöst, habe erst überlegt es noch in meine erste Antwort hinzuzufügen. Genauso war es bei mir auch. Ich habe auch eine Art "Traurigkeit" empfunden, als dieses Gefühl in manchen Zeiten etwas abgeflaut ist. Es war, als würde etwas in meinem Alltag fehlen und noch heute habe ich keinen einzigen vergessen, in den ich mal so verliebt war. Diese Gefühle von damals kann ich auch noch mit Fotos und Videos der betreffenden Personen wieder hochleben lassen und bin dann tatsächlich oft für 1-2 Tage wieder in diesem "Rausch". Allerdings frage ich mich, ob ich dieses Gefühl von damals nicht einfach erzwingen möchte, um es zurückzubekommen und ich mir deshalb einbilde wieder so wie damals zu empfinden. Mir fehlt dieser süße Schmerz sehr oft.

Allerdings frage ich mich bei dir auch noch eine Sache. Du schreibst ja, dass du einen Freund hast, bist aber dennoch nun mit deinen Gedanken ganz woanders, bei einem anderen Mann. Wie schaffst du das? Oder habe ich etwas überlesen?

Liebe Grüße von Jamie

01.03.2017 20:02 • x 1 #49


Hallo Jamie,

Dankeschön. Es war wirklich ein toller, befreiender Tag.

Ich kann die Gefühle für eine Person meistens nicht wieder aufleben lassen. Was einmal vorbei ist, ist vorbei, wie bei einer "echten" Trennung. Das kann schon sein, dass Du den süßen Schmerz erzwingen möchtest. Gönne ihn Dir ruhig oder kannst Du ihn durch ein anderes gutes Gefühl ersetzen?

Ja, wie ich schon geschrieben habe, kann ich nicht richtig lieben. Diese Liebe zu Laurence hat eigentlich nichts mit der Beziehung zu meinem Freund zu tun, abgesehen von der Tatsache, dass sie unser Sexleben wieder angekurbelt hat. Das hat nur mit mir und meinem Innersten zu tun, ist einfach meine Art mit dem Leben und mir selbst umzugehen. Ich habe Borderline und deshalb keinen Zugang zu mir selbst und meinen Gefühlen. Es ist auch eine Art Spiegelung, Projektion und Selbstverletzung (Liebeskummer). Es ist schwer zu erklären. (Wenn es Dich interessiert, lese bitte dazu meine anderen Beiträge.)

LG, melancholy2

01.03.2017 22:33 • #50


Icefalki
Meine Liebe, aber irgendwie, trotz allem, scheinst du damit umgehen zu können, vielleicht , in den heftigsten Momenten, verlässt dich mal die Kraft. Aber reflektieren kann du doch sehr gut.

01.03.2017 22:42 • x 1 #51


Danke liebe Icefalki.
Du machst mir Mut.

01.03.2017 22:55 • x 2 #52


Hallo Leute,

auf die Gefahr hin langsam nervig zu werden, aber ich habe das Gefühl verrückt zu werden. Heute auf der Arbeit war er wieder die ganze Zeit bei mir und das war gleichzeitig schön aber auch so nervig. Ich war nicht im Stande mich zu konzentrieren. Noch vor einem Monat bin ich so gern zur Arbeit gegangen, aber jetzt ist es total belastend für mich, weil ich immer an Laurence denken muss und mir immer Videos von ihm ansehen muss. Die Arbeit "lenkt mich ab" von meinem Drang meinen Gefühlen nach gehen zu können. Unterwegs und auf der Arbeit bin ich in meiner eigenen Welt und habe keinen Bezug mehr zur Außenwelt. Dadurch fühle ich mich so unsicher.
Ich versuche es so hinzunehmen, aber irgendwas in mir wehrt sich so sehr dagegen. Dadurch werden meine Gefühle immer extremer und das Verliebtsein ist alles andere als schön. Langsam weiß ich nicht mehr weiter. Ich quäle mich nur noch herum und gönne mir kaum etwas gutes. Weinen kann ich auch kaum...
Glaubt Ihr es wäre ratsam einen Klinikaufenthalt in Erwägung zu ziehen?
Das wurde mir schon öfters empfohlen, aber ich habe mich nie dazu durchringen können. Ich war mal mit 10 Jahren 6 Wochen in einer Klinik, das war traumatisch, glaube ich (Heimweh).

LG, melancholy2

02.03.2017 23:54 • #53


Icefalki
Weisst du was? Probiere es doch, so hab ich mit damals mit meiner Angst gearbeitet, obwohl ich da noch keine Therapie hatte. Ich hab mich dahingehend motiviert, dass, egal, was ist, ich immer raus aus der Situation kann. Aber erstmals rein.

Das hat generell an der Angst nicht gross was verändert, aber ich hab funktioniert. Dieses Funktionieren war einseits mein Problem, andererseits war es auch, lt. meinem Psychiater, meine Rettung.

Was ich damit sagen möchte, Du warst damals noch ein Kind. Jetzt bist du erwachsen, die Möglichkeiten und die Therapieen deutlich besser und kein Mensch auf der Welt kann dich davon abhalten, abzubrechen, wenn es wirklich nicht mehr geht.

Dieses Denken hat mir geholfen. Ich mach es, und wenns gar nicht mehr geht, ok, dann hau ich ab. Es ging immer. Die Angst ging zwar nicht weg, ich denke, so ohne Anleitung und Hilfe funktionierte meine Konfrontation eben nicht.

Und vielleicht ist es eine kleine Krücke, die du auch nehmen kannst, bis du dort dann professionelle Hilfe bekommst.

03.03.2017 01:36 • #54


Danke Icefalki für Deine Antwort.

Ja, ich denke im Moment auch, dass es mal an der Zeit ist in eine Klinik zu gehen.
Ich habe im Moment kein Ventil für meine Gefühle und diese sind so heftig und unberechenbar, dass ich es kaum ertragen kann. Je, älter ich werde um so schwerer kann ich damit umgehen.

LG, melancholy2

03.03.2017 01:42 • #55


Hallo Leute,

heute Morgen hatte ich eine Depriphase und kam nicht aus dem Bett, weil mein Freund und ich uns nachts gestritten haben. Tja, es läuft alles drunter und drüber.
Aber jetzt geht es mir wieder einigermaßen. Ich habe heute sogar Gartenarbeit gemacht.
Am Montag habe ich einen Termin bei meinem Psychiater und am Donnerstag einen beim Arbeitsamt, wegen meiner neuen Tätigkeit in einer Behindertenwerkstatt. Das wird also eine Woche die Entscheidungen bringt, oder mich zumindest Entscheidungen näher bringt. Aber ich habe Angst davor, denn ich weiß ja, dass das Ergebnis wahrscheinlich eher unangenehm für mich ausfallen wird (Klinik; neuer Arbeitsort, an dem ich nicht sein will) Doch wenigstens weiß ich dann, woran ich bin.

LG, melancholy

04.03.2017 21:10 • #56


Icefalki
Ich habe festgestellt, dass Ungewissheit mein Gleichgewicht auch sehr durcheinander bringt. Ich denke auch, je nach psychischer Verfassung, geht's mal leichter, dann wieder schwerer.

Aber, wir kennen das doch. Weisst du, wir werden immer um eine gewisse Stabilität ringen dürfen. Deine mag deutlich indifferenter als meine sein. Aber was nützt das alles? Unsere Befindlichkeiten sich eben da. Sie gehören zu uns.

Ich denke, mit der Akzeptanz, nun mal eine Krankengeschichte zu haben, wird es leichter.

Ich lebe nun schon so lange damit, natürlich zwischenzeitlich sehr gut, aber ohne die Akzeptanz derselben, würde ich mich auch sehr oft verlieren. Gerade, wenn Veränderungen anstehen, braucht es auch meine ganzen erworbenen, erlernten Mechanismen, um nicht in alte Muster zu verfallen.

Was wir immer vergessen, dass Veränderungen auch eine Chance sind. Und nach einiger Zeit auch wieder zur Routine werden.

Ein KlinikAufenthalt ist ja nicht negativ, sondern eine Chance, mit der Erkrankung besser umzugehen. Und ein neuer Arbeitsplatz muss nicht negativ sein, wer weiss, welche neuen Erkenntnisse, Erfahrungen auf einen warten.

Wenns nicht besser wird, wenns ein Reinfall wird, verdammt, dann hat man es wenigstens probiert. Hundertmal besser, als nix zu tun.

Du packst das.

04.03.2017 23:18 • #57

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Hallo Icefalki,

danke für Deinen Zuspruch und Du hast mal wieder vollkommen Recht.

Es ist halt so, dass ich im Kopf immer noch wie eine Jugendliche bin und mir einfach das ganze Leben einer Erwachsenen Angst macht und überfordert. Darum verstecke ich mich in meine eigene Welt, auch aus Angst vor Einsamkeit und Verletzungen durch andere Menschen. Aber das muss ich akzeptieren, wie alles andere auch.

LG, melancholy2

04.03.2017 23:48 • x 2 #58


Icefalki
Zitat von melancholy2:
Aber das muss ich akzeptieren, wie alles andere auch


Ja. Genau. Tu es jetzt.

05.03.2017 01:17 • #59


Mach ich.

05.03.2017 02:21 • #60



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