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Ich lege am besten gleich alle Karten offen auf den Tisch: Ich habe zurzeit psychische Probleme. Ich leide an Antriebs- und Perspektivlosigkeit, das schlimmste ist aber die Einsamkeit. Sie verstärkt alle anderen Probleme, so dass ich wirklich nicht mehr weiß was ich tun soll. Es tut so weh niemanden zu haben dem man sich anvertrauen kann, niemanden der einen unterstützt, niemanden der einen liebt, niemanden dem man nah sein kann. Manchmal fehlt mir körperliche Nähe so sehr, dass ich das Gefühl habe vor Verlangen zu verbrennen und fast verrückt werde. Ich rede nicht von Sex, sondern vom umarmen, streicheln ... kuscheln einfach. Alles um mich herum wirkt kalt und tot ...

Es ist nicht so dass ich nie unter die Leute komme - durch mein Studium muss ich mich mehr oder weniger mit anderen Leuten abgeben und ich habe auch Kollegen mit denen ich mich gut verstehe und ab und zu ausgehe. Das wars aber auch schon, viel mehr als Kollegen sind sie nicht. Meine richtigen Freunde hab ich verloren als wir vor 4 Jahren umgezogen sind, die Beziehung mit den Eltern ist alles andere als gut und Freundin hab ich sowieso keine.

Mir geht es nicht ohne Grund so. Ich hatte eine schwere Kindheit, ich bin schon von kleinauf viel alleine gewesen und ich bin es gewohnt, dass ich immer mit allem alleine fertig werden muss weil sich kaum einer um mich schert. Über die Jahre hinweg habe ich mich immer mehr zurückgezogen und bin sehr introvertiert geworden. Deshalb fällt es mir heute sehr schwer unter die Leute zu gehen und Kontakte zu knüpfen. Vor allem bei Frauen bin ich schüchtern. Stehe ich vor einer Frau die mir gefällt, ist mein Kopf leer, ich weiß einfach nicht was ich reden soll ... Mittlerweile habe ich aber auch keine Motivation mehr rauszugehen um nach der Liebe zu suchen weil ich immer nur Enttäuschungen erlebe. Nie ist es zu einer intimen Beziehung gekommen. Vor 1 Monat musste ich feststellen, dass meine Traumfrau einen Freund hat und wir nie zusammen kommen werden. Diese Enttäuschung hat mich fast umgebracht und ich verfalle immer noch in Depression wenn ich höre oder daran denke wie sie mit ihrem Freund das Leben genießt. Aber nicht nur sie, auch alle anderen scheinen glücklich zu sein - draußen sieht man bei dem schönen Wetter überall händchenhaltende Pärchen, meine Studienkollegen sehe ich immer wieder mit ihren Freundinnen knutschen und jeder hat anscheinend jemanden vom dem er geliebt wird.

Nur ich nicht.


Ich poste hier nicht, weil ich glaube hier die große Liebe zu finden, sondern weil das alles einfach mal raus muss. Ich bin es satt immer alles in mich hineinzufressen und still zu leiden. Ich habe im echten Leben ja niemandem der sich wirklich für mich interessiert und mit dem ich über meine Probleme reden kann.

Vielleicht kennt auch jemand Foren, Social Websites oder ähnliches auf dem man (gleichgesinnte) Partner finden und sich austauschen kann. Von all den kostenpflichtigen Partnervermittlungen im Internet halte ich nichts, das ist meistens nur Abzocke und ich habe noch nie von jemandem gehört der darüber seinen Traumpartner gefunden hat.

20.06.2010 00:23 • 04.07.2010 #1


9 Antworten ↓


also in deinem Beitrag sind einige dinge wo ich sagen könnte, das bin doch ich...ich habe auch einige Psychische Probleme...das haben wohl fast alle hier im forum...
ja das mit den zärtlickeiten und so fehlt mir auch, hoffe das ich das wieder bekomme...

20.06.2010 10:10 • #2



Quälende Einsamkeit

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Hallo Bär,

ich kann Dir gut nachfühlen. Mir geht es in vielen Punkten ähnlich. Bin von meiner Familie weggezogen, selbständig tätig, das heißt den ganzen Tag quasi allein, ausser, wenn ich zu Kunden muss.

Was die Liebe angeht, so bin ich sogar verliebt und ich denke, die Frau liebt mich auch. Aber unsere Beziehung ist noch sehr jung, ob es eine dauerhafte Beziehung wird, ist noch nicht sicher. Ssie hat aus beruflichen Gründen kaum Zeit, wir können unsere Bezeihung kaum leben. Ich denke auch, dass es sehr schwierig wäre, sie mehr Zeit hätte. Ich glaube, ich würde sie mit meinem Kontaktbedürfnis im Moment erdrücken.

Fazit und Anmerkung für Dich: bitte sei Dir bewußt, dass Du erst deine Probleme lösen solltest, bevor Du eine Beziehung mit einer Frau eingehst. Du wirst Deine Liebe nicht finden oder keine vernünftige Beziehung aufbauen können, wenn Du sie mit Deinen Problemen erdrückst. Meine Erfahrung ist auch, dass Frauen in der Regel starke Männer wollen und keine Heulsusen. Sorry, wenn ich das so formuliere.

Glaub mir, ich kämpf da grad selbst fürchterlich mit mir. Ich möchte sie eigenlich anrufen und um Hilfe bitten, ihr meine Lage schildern. Ich lasse es, versuche gelassen zu bleiben, eine Perspektive für mich zu finden, um dann entspannt mit der Frau umgehen zu können. Ich denke nur so entsteht dann etwas Gesundes und keine "therapeutische " Beziehung, die ja ihren Sinn verliert, sobald der Therapiegrund = Einsamkeit entfällt.

Viel Glück und viele gute Gedanken

Wundervogel

20.06.2010 14:54 • #3


Zitat von bär:
Mittlerweile habe ich aber auch keine Motivation mehr rauszugehen um nach der Liebe zu suchen weil ich immer nur Enttäuschungen erlebe.

Dann geh halt bewusst raus, ohne nach der Traumfrau zu suchen, zumindest könnte das zeitweise ein ganz neues Lebensgefühl sein. Schliesslich ist sonne Suche auch enorm Stress. Einen Versuch wäre es doch wert und derart cool veränderst Du bedeutend Deine nonverbale Kommunkation.

Nur nicht an Birnbaum denken oder wars Apfelbaum... Egal.

20.06.2010 18:44 • #4


Ich habe mich hier noch nicht vorgestellt und ich möchte auch nicht meine ganzen Probleme anderen auflasten und alles offenlegen, aber wisst ihr, was ich unter Einsamkeit verstehe:

Wenn man sich auf die Müdigkeit freud um endlich schlafen zu können, denn im Traum ist man nie allein aber wiederum Angst hat zu schlafen, denn wenn man erwacht ist man wieder allein und es hat sich nichts geändert.

Ich habe schon Magenkrämpfe vor Einsamkeit und das schlimme ist, ich habe alles schon versucht zu ändern und meine Situation zu verbessern, doch nichts wurde besser. Im Gegenteil, jetzt ist es mir egal, wenn ich "gehen" muß. Das Einzige was mich daran hintert, sind meine Tiere. Sie allein sind ohne mich verloren.

Ich war wirklich ein lebenslustiger Mensch und bin auf Mensch zugegangen, habe viel gelacht und war unternehmungslustig, aber ich bin es leid und müde immer und immer wieder den ersten Schritt zu machen. Ich weiß, von nichts kommt nichts und das Leben ist immer ein Kampf, aber wenn ich um jede Freundschaft und Nähe kämpfen muß, ohne das Freundschaft und Zuneigung einmal von ganz allein kommt, dann wird man überdrüssig und fragt sich was soll das Ganze.
Stimmt, ich bin verbittert aber glaubt mir, das kommt nicht von Ungefähr, das kam schleichend, hinterrücks und ohne erkennbare Vorwarnung.
Das schlimmste ist, umso älter man wird umso schwerer ist Einsamkeit ertragen, denn es fehlt immer mehr die Kraft und der Ansporn.

Für diese Lebenssituation die ich jetzt führe, bin allein ich verantwortlich, aber ich werde wahrscheinlich daran zerbrechen.

21.06.2010 01:11 • #5


Es tut gut zu hören, dass es auch andere gibt die so an der Einsamkeit leiden. Zeitweise hab ich echt geglaubt ich bin der einzige auf der Welt.

Zitat von wundervogel:
Fazit und Anmerkung für Dich: bitte sei Dir bewußt, dass Du erst deine Probleme lösen solltest, bevor Du eine Beziehung mit einer Frau eingehst. Du wirst Deine Liebe nicht finden oder keine vernünftige Beziehung aufbauen können, wenn Du sie mit Deinen Problemen erdrückst. Meine Erfahrung ist auch, dass Frauen in der Regel starke Männer wollen und keine Heulsusen. Sorry, wenn ich das so formuliere.
Dass Frauen weg sind oder sich distanziern sobald man anfängt von seinen Problemen zu erzählen habe ich selber schon gemerkt. Ich weiß, dass ich meine anderen Probleme lösen muss bevor ich eine richtige, dauerhafte Beziehung eingehen kann, aber es ist so verdammt schwer immer mit allem alleine zurechtzukommen zu müssen. Manche meiner Probleme belasten mich schon so lange, die Einsamkeit zum Beispiel schon seit ich denken kann. Als Kind war es nicht so schlimm, aber es hat sich im Laufe der Zeit gesteigert und die letzten Monate ist es unerträglich geworden. Irgendwann kann auch der stärkste Mann nicht mehr und wird zur "Heulsuse". Das schlimme ist dann, dass es keiner versteht oder verstehen will, wenn man wegen der jahrelangen psychischen Belastung einfach nicht mehr kann und mit der Kraft am Ende ist.

Ich werde mir wohl einen Therapeuten suchen müssen, denn ich selbst hab keine Kraft oder Motivation mehr um meine Probleme anzugehen und meine angeblichen Freunde oder Kollegen interessieren sich nicht wirklich für mich und meine Probleme. Da krieg ich höchstens Antworten wie "Reiss dich zusammen!", "Wir alle haben unsere Probleme" oder "Das wird schon wieder" und es wird schnell das Thema gewechselt.

Zitat von saidndone:
Zitat von bär:
Mittlerweile habe ich aber auch keine Motivation mehr rauszugehen um nach der Liebe zu suchen weil ich immer nur Enttäuschungen erlebe.

Dann geh halt bewusst raus, ohne nach der Traumfrau zu suchen, zumindest könnte das zeitweise ein ganz neues Lebensgefühl sein. Schliesslich ist sonne Suche auch enorm Stress. Einen Versuch wäre es doch wert und derart cool veränderst Du bedeutend Deine nonverbale Kommunkation.

Nur nicht an Birnbaum denken oder wars Apfelbaum... Egal.
Meine Traumfrau habe ich schon gefunden. Leider leider wird es nie mehr als eine oberflächliche Internetfreundschaft sein, egal wie sehr ich mich anstrenge. Daran zerbreche ich fast und, so wie es momentan aussieht, werde ich wohl nie darüber hinwegkommen.

Zu einer festen Beziehung bin ich momentan glaub ich auch gar nicht im Stande. Ich wünsch mir nur eine Frau die mich versteht und mit der ich reden kann. Eine, die mir Zuneigung zu Teil werden lässt und der ich auch köperlich nah sein kann. Aber so etwas habe ich noch nie erfahren und werde es warscheinlich auch nie ...

Zitat von Destiny:
Wenn man sich auf die Müdigkeit freud um endlich schlafen zu können, denn im Traum ist man nie allein aber wiederum Angst hat zu schlafen, denn wenn man erwacht ist man wieder allein und es hat sich nichts geändert.
Du sprichst mir aus der Seele. Seit ein paar Monaten geht es mir genauso. Jeden verdammten Tag. Das frisst einen auf.

Ich denk mir dann immer wieder, die Leute die ein "normales" Leben führen und einen Partner haben wissen oft gar nicht wie gut es ihnen geht.

23.06.2010 01:12 • #6


Zitat von Destiny:
Für diese Lebenssituation die ich jetzt führe, bin allein ich verantwortlich, aber ich werde wahrscheinlich daran zerbrechen.


den Gedanken kenn ich nur zu gut. Und das seit gut acht Jahren.

24.06.2010 21:03 • #7


Kenn ich auch. Und wundere mich ständig, dass es noch andere gibt, denen es ebenso geht.

24.06.2010 21:18 • #8


Das Leben ist in der Tat Dunkelheit, wenn der Trieb fehlt,
Un aller Trieb ist blind, wenn das Wissen fehlt,
Und alles Wissen ist vergeblich, wenn die Arbeit fehlt,
Und alle Arbeit ist leer, wenn die Liebe fehlt.

03.07.2010 23:31 • #9


Zitat von Destiny:
Das Leben ist in der Tat Dunkelheit, wenn der Trieb fehlt,
Un aller Trieb ist blind, wenn das Wissen fehlt,
Und alles Wissen ist vergeblich, wenn die Arbeit fehlt,
Und alle Arbeit ist leer, wenn die Liebe fehlt.
Das ist leider zu wahr ... komplett ohne Liebe geht nichts. Ich habe lange gebraucht um das zu begreifen. Zu lange wie es scheint ...

Wieder einmal habe ich eine Bestätigung erhalten dass sich meine "Traumfau" 0 für mich interessiert.
Wieder einmal gehe ich alleine ins Bett und muss ohne jegliche Nähe oder Liebe einschlafen.

Mein ganzes schei. Leben geht das schon so mit dem allein sein, lange halte ich das nicht mehr aus. Der Hunger nach Zuneigung und Liebe wird mich entweder in den Wahnsinn treiben oder in den Tod ... Besser wäre letzteres, dann müsste ich wenigstens nicht mehr jeden Tag bis zur Verzweiflung leiden.

04.07.2010 02:48 • #10



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