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Wieder sitze ich hier vor meinem PC und surfe von Seite zu Seite - rastlos, zwanghaft, depressiv. Und ich weiß nicht, wie ich meinen Zustand ändern kann.
Als ich heute auf der Arbeit war und zwei Pflegerinnen rumalberten, wurde mir wieder ganz anders. Diese Unbekümmertheit, dieses Lachen - das kann ich gar nicht. Und wieder einmal wurde mir mein klägliches Dasein bewusst. Meine Unfähigkeit, mit anderen befriedigend zu kommunizieren, eine nähere Beziehung einzugehen. Meine Unfähigkeit, fröhlich zu sein, mit anderen zu lachen. Gut, ich kann zwar lächeln, aber das geht nur bis zu einem bestimmten Level. Aber richtig lachen - das kann ich nicht, dazu habe ich auch gar keinen Grund. Weswegen? Ich bin verdammt einsam, depressiv und ängstlich.
Es ist alles so schei.. Ich weiß echt nicht, was ich machen soll.

04.09.2009 22:07 • 07.09.2009 #1


23 Antworten ↓


schmetterlings_traum
Hallo Loneman73!

Wie gut ich dieses Gefühl kenne! Wenn zwar auch nicht so stark wie bei dir, aber manchmal habe ich auch solche Tage, an denen ich alles nur negativ sehe und die Anderen um ihr scheinbar unbeschwertes Leben beneide!....

Seit wann geht es dir denn so?
Weißt, was der oder die Auslöser für deine momentane Situation sein könnten?
Hast du Familie oder Freunde oder niemanden, der dich auffangen könnte?
Befindest du dich in therapeutischer Behandlung?

Vlg,
schmetterlings_traum

05.09.2009 12:33 • #2



Quälende Einsamkeit

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Hallo schmetterlings_traum,

ich beneide andere. Und ich weiß natürlich, dass jeder Mensch Probleme hat, aber meine sind existenziell. Und das sage ich nicht, um mich zu bemitleiden, sondern aufgrund trivialer Tatsachen: Ich bin depressiv, einsam, Sozialphobiker und habe Minderwertigkeitsgefühle.
Ich würde wirklich gern mit so manch anderem tauschen.

Seit wann es mir so geht... schon seit Jahrzehnten. Ich war früher in der Schule ein Außenseiter. Schon als Grundschüler war ich als Musterschüler von meinen Mitschülern geächtet und hatte im Grunde nur einen Freund, mit dem ich in der Grundschulzeit befreundet war.
Auslöser für meine Situation war u. a. sicherlich mein Stiefvater, der damals seinen Frust an mir ausließ, mich demütigte und kein gutes Haar an mir ließ. Und natürlich auch meine Situation in der Schule, das fehlende Interesse meiner Eltern an meiner Person (meine Mutter fragte mich z. B. in der Regel nur, ob ich meine Hausaufgaben gemacht habe), eine fehlende starke Vaterfigur etc.

Ja, ich habe Familie, aber die lebt ihr eigenes Leben. Ich habe mit meinen Eltern noch nie über Gefühle gesprochen, es geht immer nur um deren Krankheiten oder die anderer.
Meine Schwester hat selbst Familie. Und auch wenn wir uns ziemlich selten sehen und miteinander sprechen, kann sie mich nicht auffangen.
Dann gibt es da noch einen sehr guten Freund, der ist aber 200 km entfernt. Wir skypen zwar regelmäßig, aber das ist nicht das gleiche, als sich persönlich zu treffen und mal rauszugehen.
Natürlich könnte ich rausgehen, aber wohin soll ich? Als Depressiver wirkt man nicht gerade anziehend, und wenn du in dieser Gesellschaft kein "Gut drauf"-Typ bist, hast du schon die Ar. gezogen. Mir ist auch gar nicht zum Lachen, ich habe keinen Grund dazu. Wenn ich zur Arbeit gehe, dann lächle ich, aber das ist reine Höflichkeit und zeugt nicht von meiner inneren Einstellung.

Nein, ich bin nicht in therapeutischer Behandlung und weiß auch nicht, ob mir das was bringt. Es ist auch nicht so, als ob ich noch nie eine Therapie gemacht hätte - darunter waren zwei stationäre und noch mehr ambulante. Das Gefühl der Einsamkeit blieb immer, und ich fühle mich wie ein Außerirdischer in dieser Welt.

Grüße

Loneman

05.09.2009 13:46 • #3


Zitat von Loneman73:
Dann gibt es da noch einen sehr guten Freund, der ist aber 200 km entfernt.

Wie hast Du den kennengelernt?

05.09.2009 21:21 • #4


Zitat von B48:
Wie hast Du den kennengelernt?

Über das Internet, genauer: eine Mailing-Liste für Depressive, vor ca. 10 Jahren.

05.09.2009 21:36 • #5


Dann hast Du eine positive Eigenschaft, Du bist treu. Mal als Rückmeldung von aussen.

05.09.2009 21:49 • #6


Das Gefühl der Einsamkeit blieb immer, und ich fühle mich wie ein Außerirdischer in dieser Welt.

besser hätte ich es nicht ausdrücken können... obwohl ich eigentlich alles habe, was man sich augenscheinlich wünschen kann. ich habe familie, ich habe kinder, ich habe haustiere... aber jeden tag gibt es momente, in denen sich dieser schmerz in mein herz bohrt und ich als scheinbar einziger außenstehender inmitten all dieses geschehens stehe. wie ein kind, das vor einem spielzeugladen steht und sich seinen größten wunsch erfüllen möchte und als einziges den eingang nicht findet.

05.09.2009 21:58 • #7


Zitat von B48:
Dann hast Du eine positive Eigenschaft, Du bist treu. Mal als Rückmeldung von aussen.

Natürlich. Er ist mein bester Freund! Ohne ihn wüsste ich gar nicht, was ich machen soll. Er ist der einzige Mensch, dem ich wirklich alles erzählen und bei dem ich mich ausheulen kann.

@Kayleigh:
Weiß deine Familie denn von diesen Momenten, oder verheimlichst du sie vor ihr?

05.09.2009 22:12 • #8


@ loneman

hm, gute frage. ich bin jetzt seit 12 jahren mit meinem mann zusammen, er kennt mich besser als jeder andere. er weiß prinzipiell von diesen einsamkeitsgefühlen (meine "keiner-hat-mich-lieb-tage"), aber ich vermeide eher das gespräch darüber, um ihm kein gefühl von schuld zu geben. denn eigentlich verursache ich das gefühl von einsamkeit in mir selbst. ich sehne mich nach kontakt und wenn er dann da ist, sind meine erwartungen dermaßen hoch, dass ich innerlich abblocke mit dem gedanken, dass doch sowieso keiner versteht, was ich empfinde. dieses gefühl von ablehnung macht sich in mir so stark, dass ich nichts dagegen tun kann und mich emotional gegenüber allem und jedem abgrenze. es ist auch ein stück weit eine selbst auferlegte "buße". ich weiß nicht, ob dieser ausdruck wirklich das rüberbringt, was ich empfinde. so, als wäre ich es nicht wert...

05.09.2009 22:33 • #9


@Kayleigh:
Du kannst deinem Mann doch sagen, dass du ihm keine Schuldgefühle machen willst, wenn du mit ihm über deine Einsamkeitsgefühle sprichst. Ihr seid 12 Jahre verheiratet! Und da kann und sollte man so viel Vertrauen zum Partner haben.
Das Gefühl der Ablehnung und die emotionale Abgrenzung gegenüber allem und jedem, das du angesprochen hast, kann ich sehr gut nachempfinden - mir geht es nicht anders. Aber ich kann mich nicht anders verhalten, ich würde meiner Umwelt und mir wieder etwas vorspielen.

Du bist selbstverständlich so viel wert wie jeder andere Mensch auf dieser Welt auch. Sonst wärst du nicht hier.
Das klingt wie einer jener zahlreichen Sprüche aus Psycho-Ratgebern, ist aber wahr und sollte verinnerlicht werden. Wenn ich daran denke, wie viele Menschen es gibt, die den ganzen Tag nur schei. labern, gewalttätig sind und trotzdem gut ankommen, dann denke ich, dass gerade ich mich nicht verstecken muss.

06.09.2009 10:58 • #10


@ Loneman

klar könnte ich ihm sagen, dass ich ihm keine schuldgefühle machen will, aber mal ganz ehrlich. stell dir vor, du wärest er. würdest du dir nicht unzulänglich vorkommen, wenn deine partnerin dir sagt, dass sie sich trotz 12 jahren gemeinsamen lebens einsam fühlt? ich kann genau seinen traurigen blick vor mir sehen, wenn ich ihm zu erkennen gebe, wie ich mich fühle. deswegen suche ich eine andere möglichkeit, es irgendwo zur sprache zu bringen. ich suche irgendwie einen platz, an den ich hingehöre (außer den in meiner familie), an dem ich ich sein kann. denn selbst zu hause kann ich das oft nicht, da muss ich funktionieren der kinder wegen. vordergründig passe ich wohl auch nicht in dieses forum, weil es mir augenscheinlich ja prächtig geht - ich habe ja alles, was man sich wünschen kann, nicht? typischer fall von undankbarkeit, würde ich mal sagen. und trotzdem ist der wunsch nach einem freund so stark, dass ich mich alle paar jahre aufmache, mein glück zu versuchen. allerdings stehe ich mir leider gehörig selbst im wege. es ist mir wichtig, dass dieser jemand nicht das in mir sieht, was er gerne sehen würde, sondern wirklich MICH und mich überdies vielleicht sogar noch versteht, warum in manchen situationen einfach nicht anders handeln kann. bisher ist mir leider noch nie jemand begegnet, der mich und meine handlungen wirklich nachvollziehen konnte. dabei sind sie für mich so schlüssig.
eigentlich müsste ja alles gut und in ordnung sein und trotzdem fühle ich mich oft so unendlich einsam. es passiert ganz unerwartet, dieser schmerz im herzen, der so schwer auszuhalten ist, scheinbar ohne erkennbaren grund. und bisher bin ich noch nie jemandem begegnet, der ihn mir nehmen konnte. macht mich das zu einem potentiellen mitglied dieses forums?

natürlich sind wir beide genau so viel wert wie alle anderen, vielleicht der eine oder andere unter uns sogar noch viel mehr. das problem liegt doch eigentllich darin, dass wir unseren eigenen wert nicht erkennen, da kann man mit noch so viel sprüchen aufwarten, die information kommt einfach nicht im gehirn an. oder man will irgendwie nicht, dass sie ankommt, warum auch immer. ich bin es mir oft selbst nicht wert - das ist der entscheidende faktor. dabei mag ich mich so, wie ich bin. ich weiß nicht, ob ich jetzt wirklich rüberbringen konnte, was ich damit ausdrücken wollte....

06.09.2009 11:19 • #11


Zitat von Kayleigh:
aber ich vermeide eher das gespräch darüber, um ihm kein gefühl von schuld zu geben.

Ist es die Angst vor dem untrennbaren Wir?

06.09.2009 13:43 • #12


@ B48

das untrennbare wir?
wie genau meinst du das?

mein mann weiß grundsätzlich von meiner einsamkeit. und er weiß grundsätzlich auch, dass es nicht an ihm liegt. aber muss ich ihm deswegen mehr als nötig weh tun? natürlich kann ich mit ihm darüber reden. aber ich weiß auch, dass es unser ganzes familienleben belasten wird. er wird es immer auf sich beziehen, dabei bräuchte ich einen neutralen menschen, der das ganze von außen betrachtet.

der zweite faktor, warum ich den kontakt außerhalb suche ist der, dass ich einfach die akzeptanz von außen suche. es ist schwer, innerhalb der familie den eigenen wert erkennen zu können. familie ist familie, da wird zusammengehalten, ob man sich mag oder nicht.

06.09.2009 13:50 • #13


@Kayleigh:
Hm, ehrlich gesagt, nein. Denn in jeder Partnerschaft gibt es ja auch Depressive, Ängstliche, in welcher Weise auch immer Unzufriedene. Dies würde ja nach deiner Überlegung bedeuten, dafür jeweils den Partner verantwortlich zu machen. Wenn du deine Probleme vor deinem Mann verbirgst, hast du logischerweise primär Angst vor seiner Reaktion. Aber was könnte denn als Schlimmstes passieren?
Gut, ich bin jetzt in einer Position, in der es sich als Ratgeber gut reden lässt, aber da ich selbst massive Probleme habe, kann ich mich schon gut in andere Menschen mit Problemen hineinversetzen. Und deswegen halte ich persönlich es nicht für eine gute Lösung, wenn du dich mehr oder weniger davor drückst, deinem Mann reinen Wein einzuschenken. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch keine Garantie abgeben für meine Tipps, weswegen du vielleicht noch andere Meinungen (hier) einholen solltest.

Dass du hier nicht reinpasst, würde ich nicht sagen, denn sonst wärst du nicht hier, oder? Sicherlich gibt es hier auch den einen oder anderen mit Helfer-Syndrom, aber in der Regel haben hier doch alle ihre Probleme (mehr oder weniger).
Wenn du dich einsam fühlst, bist du natürlich richtig hier. Denn es geht hier doch um Einsamkeit. Woraus dieses Gefühl resultiert, ist doch unwichtig. Fakt ist, dass es da ist.

Dass du dir wünscht, deine Person wirklich, ungefiltert zu sehen, kann ich nachvollziehen. Aber wie soll jemand deine Handlungen nachvollziehen können, der dich, der dein Leben, deine Gefühle nicht kennt? Das geht gar nicht. Und das ist bei jedem anderen Menschen - mich logischerweise eingeschlossen - auch so.
Wenn ich mich z. B. (jetzt mal ganz theoretisch und völlig praxisfremd) zu einer Gruppe lachender und Witze reißender Leute bewegen würde, obwohl ich keine Miene verziehe und aussehe wie drei Tage Regenwetter, werden die sich auch ihren Teil denken und mich möglicherweise ablehnen oder zumindest nicht einbeziehen. Das liegt aber daran, dass sie mich nicht kennen - wobei es natürlich auch immer wieder Leute gibt, die mich nicht kennenlernen wollen (die Gründe dafür sind vielfältig). Und es liegt daran, dass es gesellschaftlicher Konsens ist, "gut drauf" zu sein, weil nur auf diese Weise längerfristig ein befriedigender Kontakt möglich ist.

Du hast schon recht, dass wir unseren Wert nicht erkennen, kein Selbst-Wert-Gefühl haben. Und für uns ist dieses Streben danach harte Arbeit. Ich weiß allerdings nicht, ob es damit zu tun hat, dass diese Information nicht im Gehirn ankommt, sondern gehe eher davon aus, dass gewisse Fähigkeiten in uns schlummern und nicht entfaltet werden können, weil die äußeren Bedingungen nicht optimal sind. Vielleicht verstehst du, was ich meine - ich habe auch manchmal Probleme, das, was ich denke oder fühle, in Worten so auszudrücken, dass das, was ich meine, für jeden nachvollziehbar ist.

06.09.2009 14:07 • #14


Zitat von Kayleigh:
aber muss ich ihm deswegen mehr als nötig weh tun? natürlich kann ich mit ihm darüber reden. aber ich weiß auch, dass es unser ganzes familienleben belasten wird. er wird es immer auf sich beziehen,

Schonung ist die positive Seite des negativen Nicht-Zutrauens. Ich bilde mir ein, in einer Beziehung sollte man über alles reden können und ausgesprochene Wahrheiten tun um Dimensionen weniger weh als unausgesprochene. Mal extrem: Was wäre, wenn er wirklich schuld an Deinen Einsamkeitsgefühlen wäre?
Zitat von Kayleigh:
dabei bräuchte ich einen neutralen menschen, der das ganze von außen betrachtet.

Klaschischer Fall für die Eheberatung.

06.09.2009 14:15 • #15


lieber loneman,

irgendwie reden wir in gewissen punkten aneinander vorbei, glaube ich. ich weiß nicht, warum ich das, was ich sagen will, nicht so rüberbringen kann, dass es verstanden wird. *grübelt*

also erst einmal definiere ich meinen wert klar über andere personen. das habe ich von jeher getan und verfalle leider immer wieder in dieses alte rollenmuster.

ich habe schon angst vor der reaktion meines mannes und zwar davor, dass ich ihn verletzen würde mit meiner aussage. ist das verwerflich? das schlimmste, was passieren könnte - aus meiner sicht - wäre wahrscheinlich, dass er verletzt wäre, ich mich schuldig fühlen würde und er mir in diesem moment absolut keine stütze wäre. ziemlich egoistische denkweise, ich bin mir dessen bewusst. aber warum immer um den heißen brei herumreden? ich würde versuchen, ihn wieder aufzubauen, ihm zu erklären, dass er nichts falsch macht und ein wundervoller mensch ist, obwohl das doch genau das wäre, was ich gerne hören würde. immer und immer wieder. ich brauche diese bestätigung wie die luft zum atmen.

damit, dass die information nicht im gehirn ankommt, meinte ich einfach diesen prozess, der in mir abläuft, sobald mir jemand etwas nettes sagt. es "kommt irgendwie nicht an", ich kann es nicht fühlen, nur hören. und vielleicht will ich es nicht zulassen, dass es bei mir ankommt, den in dem moment mache ich mich verletzlich, ich zeige angriffsfläche. kannst du mir folgen?

es geht übrigens nicht darum, dass mein mann nicht grundsätzlich von meinen problemen weiß. es geht um diese plötzlichen momente, in denen mein herz zugeschnürt wird und ich nicht mehr weiß, wohin mit mir. ich suche jemanden, der das gleiche schon einmal empfunden hat und das hat mein mann eben nicht. er versucht ja, es zu verstehen, aber es hat es noch nie gefühlt. ich sehne mich nach jemandem, der sagt...JA! das kenne ich!

dass man mich erst kennen muss, um mein wahres ich zu erkennen, ist mir schon klar. deshalb suche ich dieses "kennenlernen" in form von dialogen. mein gegenüber muss ja nicht immer richtig liegen mit seiner meinung, oft reichen nur ein paar wenige denkanstöße, um sich selbst besser kennenzulernen. mir hilft der dialog sehr, um über mich reflektieren zu können. ich bin in der hinsicht mein eigener therapeut.

es gibt da ein sprichwort (ich glaube aus indien), das passt ganz gut: in dem maße, in dem man einen anderen menschen kennenlernt, lernt man auch sich selbst kennen.

ich weiß nicht, ob es wirklich immer nur die äußeren umstände sind, die uns daran hindern, uns zu entfalten. sind wir nicht oft viel grausamer zu uns selbst, als unsere umwelt es jemals sein kann? in meinem fall ist das auf jeden fall so. ich bin selbst mein schärfster kritiker und das hat auch seinen guten grund.

06.09.2009 14:24 • #16


noch was... immer diese nachträge von mir.

du schreibst, du könnest nicht richtig lachen. hast du es je gekonnt? gab es situationen, in denen du dich von herzen freuen konntest? warst du jemals wirklich glücklich, wenn auch nur einen winzigen moment lang? kannst du dich daran noch erinnern?

übrigens... ich bin zum ersten mal in einem forum dieser art. ansonsten verkehre ich ihn foren ohne spezielle themen - foren mit "normalen" leuten *gg* und mich empfängt diese offenheit und direktheit hier mit einer gewissen wärme. normalerweise bin ich nämlich die einzige, die diese themen in einer solchen offenheit anspricht. ich wurde aufgrund dessen schon des öfteren als merkwürdig und seltsam tituliert. auch wenn es vielleicht nicht wirklich wertend gemeint war, tat es weh. vielleicht ist das auch der grund, warum ich meine problemCHEN außerhalb der familie unterbringen möchte. weil ich innerhalb der familie (alleine schon meiner kinder zuliebe) "normal" sein möchte. ich will nicht ständig der außenseiter sein. aber ehrlich gesagt, macht mich diese schauspielerei auch nicht glücklich. ich will beides sein dürfen. ich will alle facetten meiner persönlichkeit ausleben dürfen. und ich hatte immer schon diesen starken inneren drang, war schon immer auf der suche nach echten freunden. ich hatte mal welche - in einem früheren leben.

06.09.2009 14:35 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

@Kayleigh:
Vorab: Ich hoffe, dass das "Lieber" bei der Anrede nicht oberlehrerhaft gemeint ist.

Dass du deinen Wert über andere Personen definierst, ist ein Fehler. Und das weißt du ja auch, sonst hättest du nicht geschrieben, dass du immer wieder in dieses alte Rollenmuster verfällst. Kann es vielleicht sein, dass du Konfliktängste hast und dich deswegen den Vorstellungen anderer anpasst, selbst wenn es dir gegen den Strich geht?

Was heißt "verwerflich"? Die Frage, ob es verwerflich ist, deinen Mann zu verletzen, wenn du ihm sagst, dass du dich einsam fühlst, stellt sich doch primär gar nicht. Oder willst du ihn etwa vorsätzlich verletzen? Wohl kaum.
Du fragst dich selbst, warum du immer um den heißen Brei herumreden sollst, machst aber genau das, indem du deinem Mann nicht sagst, was los ist. Mal ein anderes Gedankenexperiment: Stell dir vor, du würdest deinem Problem einem oder mehreren anderen Fremden anvertrauen, und dein Mann würde zufällig davon erfahren. Was meinst du, würde er von dir denken, weil du es vorgezogen hast, dich anstatt an ihn an andere zu wenden, die du bei weitem nicht so lange kennst? Würde er nicht denken, dass du ihm nicht so weit vertraust, dich mit deinen Problemen ihm anzuvertrauen?
Warum denkst du, dass dein Mann dich nicht verstehen kann, wenn du wieder so einen Moment hast, in dem dein Herz zugeschnürt wird? Ihr seid 12 Jahre verheiratet! Mein bester Freund fühlt auch nicht so wie ich, und oft habe ich keine große Lust, mit ihm zu sprechen, weil mich in dem Moment was anderes bewegt, aber wenn es darauf ankommt, dann ist er für mich da. Ich weiß eben, warum er mein bester Freund ist! Du wirst nie einen Menschen finden, der haargenau so fühlt wie du; allenfalls Menschen, denen es ähnlich geht wie dir. Löse dich von der Vorstellung, dass du jemanden finden wirst, der quasi ein Spiegelbild von dir darstellt; das frustriert nur und bringt dich nicht weiter.

Es würde dir auch herzlich wenig bringen, wenn dein Gegenüber immer nur einer Meinung mit dir wäre, um es dir recht zu machen. Mir persönlich würde Feedback auch viel bringen - aber über das Internet ist das so eine Sache, weil da Worte oft zu wenig sind und die Gestik wegfällt.

Das Sprichwort gefällt mir ganz gut.

Nein, es sind natürlich nicht nur die äußeren Umstände, aber sie tragen meiner Ansicht maßgeblich dazu bei, ob man sich entfalten kann oder nicht. Primär müssen natürlich der Wille und ein gewisser innerer Druck vorhanden sein, um sich zu entfalten, aber wenn die äußeren Umstände ungünstig sind, erschwert das den Willensprozess. Auf der anderen Seite kann aber gerade ein schwieriger äußerer Umstand der Motor dafür sein, sich zu erproben und ein Wagnis einzugehen.
Nun, ich denke auch, dass ich mit mir zu hart ins Gericht gehe und mich zu sehr auf mich selbst konzentriere.

Okay, jetzt versteh ich, was du meinst, wenn dir jemand was Nettes sagt.

06.09.2009 15:01 • #18


@ loneman

nein, das lieber war ganz und garnicht oberlehrerhaft gemeint, es kam von herzen.

ja, natürlich sollte man seinen wert nicht über andere personen definieren. aber irgendwie passiert es wieder und wieder, ohne dass ich es recht bemerke. auf jeden fall habe ich konfliktängste. ich tue mich schwer, für mich selbst einzutreten. für andere kann ich das ganz gut und wenn mir etwas wirklich, wirklich wichtig ist, schaffe ich es auch, meine eigenen wünsche irgendwie durchzuboxen, aber im grunde bin ich ein sehr harmoniesüchtiger mensch, der gerne den weg des geringsten widerstandes geht. und mir ist oft nicht bewusst, dass ich mich derart anpasse, dass ich mich manchmal selbst garnicht mehr wiedererkenne.

deine sichtweise in bezug auf meinen mann ist interessant. ganz ehrlich? so weit habe ich noch garnicht gedacht, dass er verletzt wäre, wenn er herausbekäme, dass ich mit anderen über meine probleme spreche, aber nicht mit ihm. hier war wohl doch eher der egoist in mir am werke.

ich weiß nicht, warum ich so denke, dass mich keiner versteht. vielleicht deshalb, weil es bisher noch nie so war. das ist hier allerdings die frage. bin ich separiert von meiner umwelt oder separiere ich mich selbst und wenn letzteres zutrifft, warum in gottes namen tue ich sowas?

ich finde, dass feedback übers internet auch gut funktioniert. vor allem, weil es viele menschen gibt, die besser über sich schreiben können, als es dir erzählen könnten, wenn sie vor dir stünden. genau so wichtig finde ich in dem falle den dialog. denn nicht nur das, was mein gegenüber mir zu sagen hat, finde ich wichtig, auch das, was ich von mir gebe, vor allem, wenn es spontan und impulsiv kommt, regt mich zum nachdenken an.

und warum genau gehen wir so hart mit uns ins gericht? bei mir ist es eine form von... ich versuche angriffspunkte zu vermeiden. ein weiterer aspekt wäre... ich tue mir lieber selbst weh, bevor ein anderer es tut. logisch betrachtet, ziemlicher schwachsinn, aber ich bin auch nur ein produkt meiner eigenen gedankenwelt.

06.09.2009 15:20 • #19


@ loneman

du hast recht...ich sollte nicht hier sein. ich sollte das mit meinem mann bereden... irgendwann...

tut mir leid...

06.09.2009 15:28 • #20



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Dr. Reinhard Pichler