✔ Bereits empfohlene Antwort
lieber loneman,
irgendwie reden wir in gewissen punkten aneinander vorbei, glaube ich. ich weiß nicht, warum ich das, was ich sagen will, nicht so rüberbringen kann, dass es verstanden wird. *grübelt*
also erst einmal definiere ich meinen wert klar über andere personen. das habe ich von jeher getan und verfalle leider immer wieder in dieses alte rollenmuster.
ich habe schon angst vor der reaktion meines mannes und zwar davor, dass ich ihn verletzen würde mit meiner aussage. ist das verwerflich? das schlimmste, was passieren könnte - aus meiner sicht - wäre wahrscheinlich, dass er verletzt wäre, ich mich schuldig fühlen würde und er mir in diesem moment absolut keine stütze wäre. ziemlich egoistische denkweise, ich bin mir dessen bewusst. aber warum immer um den heißen brei herumreden? ich würde versuchen, ihn wieder aufzubauen, ihm zu erklären, dass er nichts falsch macht und ein wundervoller mensch ist, obwohl das doch genau das wäre, was ich gerne hören würde. immer und immer wieder. ich brauche diese bestätigung wie die luft zum atmen.
damit, dass die information nicht im gehirn ankommt, meinte ich einfach diesen prozess, der in mir abläuft, sobald mir jemand etwas nettes sagt. es "kommt irgendwie nicht an", ich kann es nicht fühlen, nur hören. und vielleicht will ich es nicht zulassen, dass es bei mir ankommt, den in dem moment mache ich mich verletzlich, ich zeige angriffsfläche. kannst du mir folgen?
es geht übrigens nicht darum, dass mein mann nicht grundsätzlich von meinen problemen weiß. es geht um diese plötzlichen momente, in denen mein herz zugeschnürt wird und ich nicht mehr weiß, wohin mit mir. ich suche jemanden, der das gleiche schon einmal empfunden hat und das hat mein mann eben nicht. er versucht ja, es zu verstehen, aber es hat es noch nie gefühlt. ich sehne mich nach jemandem, der sagt...JA! das kenne ich!
dass man mich erst kennen muss, um mein wahres ich zu erkennen, ist mir schon klar. deshalb suche ich dieses "kennenlernen" in form von dialogen. mein gegenüber muss ja nicht immer richtig liegen mit seiner meinung, oft reichen nur ein paar wenige denkanstöße, um sich selbst besser kennenzulernen. mir hilft der dialog sehr, um über mich reflektieren zu können. ich bin in der hinsicht mein eigener therapeut.
es gibt da ein sprichwort (ich glaube aus indien), das passt ganz gut: in dem maße, in dem man einen anderen menschen kennenlernt, lernt man auch sich selbst kennen.
ich weiß nicht, ob es wirklich immer nur die äußeren umstände sind, die uns daran hindern, uns zu entfalten. sind wir nicht oft viel grausamer zu uns selbst, als unsere umwelt es jemals sein kann? in meinem fall ist das auf jeden fall so. ich bin selbst mein schärfster kritiker und das hat auch seinen guten grund.