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Danke, Angsthase.

Hallo Leute,

ich erzähle Euch von meinem Arbeitstag:
Ich habe mich heute morgen zur Arbeit gequält. Es ist ein Wunder, dass ich diesen Tag überstanden habe. Ich war irgendwie gar nicht richtig anwesend, ich war einfach nur da und konnte mich kaum konzentrieren. Die Welt draußen habe ich nur aus meiner eigenen kleinen Welt heraus betrachtet und war gar kein Teil davon, obwohl ich ja mittendrin war. Einmal hätte ich fast geweint und wäre am Liebsten nach Hause gefahren, aber ich war tapfer und bin geblieben.
Alles an was ich denken kann ist Laurence, ich muss ihn immer betrachten, das ist alles was ich tue, so als wenn ich ihn in mir aufnehmen will, so dass wir eins werden.
Darüber vergesse ich alles, sogar Dinge die mir Freude machen.
Ich bin so verliebt. Dieses Gefühl ist so wunderbar und gleichzeitig so entsetzlich.

Wenn ich wenigstens weinen könnte, dann würde der Druck weniger werden.

LG, melancholy2

17.02.2017 19:52 • #21


Hallo Leute,

mir geht es etwas besser. Wenigstens was das Schlafen angeht. Ich konnte dieses Wochenende auch endlich weinen, das hat etwas Erlösung gebracht, denke ich.
Aber es ist noch lange nicht gut. Zu mal immer noch die großen Entscheidungen anstehen, vor denen ich mich die ganze Zeit versteckt habe.
Morgen gehe ich zur Therapie, davor habe ich etwas Angst. Es wird mir schwer fallen das alles zu zugeben. Eigentlich wollten wir die Therapie nach diesem Termin abschließen, aber ich glaube, ich brauche eine Verlängerung.
Ich leide immer noch an meinen heftigen Gefühlen, das wird auch noch länger so bleiben. Jetzt fühle ich mich Laurence sogar noch näher, denn er hat seine Tochter kurz nach deren Geburt verloren. Das erinnert mich an meine eigene Geschichte, meine Geburt und die vorherige Schwangerschaft waren auch kompliziert. Aber ich habe es überlebt.
Am liebsten möchte ich ihm das alles erzählen, mit ihm darüber reden, aber das geht nicht.
Ich komme mir so bescheuert vor.

LG, melancholy2

19.02.2017 23:00 • #22



Schon wieder quälende Starliebe *

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Icefalki
Das freut mich, dass es dir ein kleines bisschen besser geht. Deine Therapie würde ich auch verlängern. Du brauchst einfach diesen Halt.

Versuch, das positive, das dir dein Traum gibt, zu bewahren.

Ich weiss noch, als mein Therapeut mit mir die Traumreise gemacht hat, ich oben auf dem Berg stand, die Welt unter mir, den Wind im Gesicht, da hab ich mich so frei gefühlt. War auch nicht real, aber ein tolles Gefühl.

Ich denke, dir gibt das auch Kraft, die du brauchst.

Du liebst das Gefühl, machst es eben an einem unerreichbaren, echten Menschen fest.

Ich stand weit oben, direkt am Abgrund und glaub mir, real würde ich das nie bringen. Es geht um das Fühlen, die Kraft, die dahintersteckt.

Man kann sich verlieren, oder abstürzen, oder wir nutzen diese Energie für uns selbst. Diese tiefe, kraftvolle Gefühle.

19.02.2017 23:11 • x 1 #23


Hallo Icefalki,

ich versuche die Therapie zu verlängern, das wird in dieser instabilen Situation das Beste sein.

Ja dieser Traum hat tiefverschlossene Gefühle wieder erweckt.
Ich fühle mich viel lebendiger, verspüre wieder Lust, die ich mit meinem Freund auslebe, in gewisser Weise fühle ich mich erwachsener, obwohl ich mich verhalte wie ein liebeskrankes 14 jähriges Mädchen.

Deine Traumreise klingt wahnsinnig und intensiv.

Ich werde versuchen aus dem Traum Kraft zu schöpfen. Laurence ist mein imaginärer, großer, schwarzgekleideter Freund der mich beschützt, vllt. sogar selbstbewusster macht.

LG, melancholy2

20.02.2017 00:40 • #24


Um es noch präziser auszudrücken, der Traum hat bewirkt, dass ich wieder lieben kann.

20.02.2017 01:23 • #25


Hallo Leute,

ich war heute beim Psychiater. Es fiel mir schwer von meiner Situation zu erzählen und es war sehr anstrengend. Ich fühlte mich dabei total leer anfangs, dadurch war ich aber nicht so aufgeregt und konnte ganz gut erzählen. Die Leere kam wohl daher, dass ich vorher auf der Arbeit war und meiner Sehnsucht nicht nach kommen konnte.
Ich tat ihm glaube ich sehr leid.

Mein Psychiater hat nichts dagegen, wenn wir die Therapie verlängern. Er hat mich nach meinem Ziel gefragt, was ich damit erreichen will. Erst wusste ich nicht, was ich sagen soll oder wie er das meinte. Dann hat er es mir erklärt und ich sagte, ich will das was an mir anders ist als bei gesunden Frauen, akzeptieren und nicht mehr damit hadern.
Ich weiß nicht genau, ob es der richtige Weg ist und ob ich wirklich verstanden habe, wie er mir zu diesem Ziel verhelfen will und was da auf mich zu kommt, aber ich habe jetzt 2 Wochen Zeit mir zu überlegen was ich will.
Auf jeden Fall möchte ich akzeptieren, dass ich eine unerreichbare Liebe brauche, um leben und lieben zu können. Und dass diese Liebe genauso viel Gewichtigkeit hat, wie jede andere auch, zumindest für mich. Sie ist sehr tief und intensiv und nicht nur eine Laune oder Verrücktheit.

LG, melancholy2

20.02.2017 23:01 • #26


Icefalki
Mir gefällt dein Denken. Es geht auch einzig und alleine darum, was dir ganz persönlich Kraft und Freude bringt.

Wir befinden uns auf einem Weg. So seh ich das. Mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen.

Du scheinst ein sehr gefühlvoller, sensibler Mensch zu sein, der sich mit Hilfe eines Traumes aufrecht erhalten kann. Die Wirklichkeit mag dir zu schwierig erscheinen.

Andere brauchen Sex und Dro. and Rock n roll, hihi, du eben deine Traum.

Und erkenne doch deine Besonderheit an. Solange du positiv damit umgehen kannst, find ich das ok.

Deine Meditation ist eben , wie auch immer er heisst. Habs vergessen. .

20.02.2017 23:34 • x 2 #27


Hallo liebe Icefalki,
danke für Deine Antwort.

Zitat von Icefalki:
Mir gefällt dein Denken. Es geht auch einzig und alleine darum, was dir ganz persönlich Kraft und Freude bringt.

Wir befinden uns auf einem Weg. So seh ich das. Mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen.

Du scheinst ein sehr gefühlvoller, sensibler Mensch zu sein, der sich mit Hilfe eines Traumes aufrecht erhalten kann. Die Wirklichkeit mag dir zu schwierig erscheinen.

Andere brauchen Sex und Dro. and Rock n roll, hihi, du eben deine Traum.


Ja, dafür habe ich Sex und Rock n Roll in meinem Traum.
Ich bin dabei meine Besonderheit anzuerkennen. Hier bei Dir/Euch habe ich das auch irgendwie mit gelernt. Sicher, es wird auch oft genug schlechte Tage geben, wenn der Liebeskummer zu heftig wird. Aber dann weiß ich ja an wen ich mich wenden kann.

Er heißt Laurence Tolhurst von The Cure.

LG, melancholy2

21.02.2017 00:30 • x 1 #28


Hallo Leute,

ich denke mein größtes Problem war/ist es zu akzeptieren, dass die betreffende Person unerreichbar ist für mich.
Das fällt mir sehr schwer, denn durch die Unerreichbarkeit entstehen unerfüllte Sehnsüchte und Liebeskummer.
Ich möchte Laurence nah sein, dass mein Traum sich erfüllt, aber das geht nicht.
Jetzt gerade verändert sich meine Gefühlslage. Dieses hochdramatische Empfinden, das ich noch vor wenigen Tagen hatte verschwimmt etwas, wo durch ein Leeregefühl entsteht, das immer unerträglicher wird. Das nervige ist, es lähmt mich auch. Ich kann mich noch immer nicht aufraffen sinnvolle Dinge zu tun, obwohl die extremen Gefühle verschwommen sind.
Es war wohl zu viel Schmerz, meine Seele hat sich betäubt und ich warte auf den nächsten Rausch.
Aber ich denke noch immer an Laurence und muss ihn mir ansehen und die Sehnsucht und Liebe ist da.

LG, melancholy2

22.02.2017 21:34 • #29


Icefalki
Weisst du, eigentlich lebst du ein Drama in allen Facetten. Du bist Künstlerin, glaub ich, Oder?

Vielleicht brauchst Du das? Ich bin dir in keiner Weise ähnlich, aber ein bisschen mag ich das auch.

Kannst du das nicht einfach als Teil deiner Persönlichkeit akzeptieren, die extreme Gefühle leben Möchte?

Wenn du das Annehmen kannst, erschreckt du nicht mehr so, du kennst das doch.

Bei mir ist das so, wenn ich in meinen Icefalki Modus gerate, den ich kenne, dann droht zwar Gefahr, aber durch mein Wissen, dass ich jetzt wieder übertreibe, gerate ich nicht zu tief rein. Ich überwache mich quasi selbst.

Es entsteht bei Wissen mehr Gelassenheit. Und du kennst das doch auch, deine Neigung zur Übertreibung. Wie ich meine Neigung der Übertreibung kenne.

22.02.2017 23:21 • x 1 #30


Ich hatte als Jugendliche eine Art Verfolgungswahn mit illisionärer Verkennung und war ursprünglich in einen amerikanischen Schauspieler verliebt, der dann zu meinem Verfolger wurde. Im Prinzip war es eine Übertragung der Rolle und Funktion meiner Mutter auf ihn. Kompliziert...

Was ich eigentlich sagen will:

Ich habe damals wirklich geglaubt das er mich verfolgt und ihm daraufhin, nach Amerika, einen bösen Brief geschrieben er möge doch bitte aus meinem Leben verschwinden.

Zurück kam eine Autogrammkarte.

Heute lache ich da herzhaft drüber

Schicke ihm doch auch einen Liebesbrief. Vllt heilt dich das ja

22.02.2017 23:28 • #31


Hallo Icefalki und Flocke,

der Rausch ist wieder da. Ich komme nicht vom PC weg. Es ist nicht gut so wie es ist. Ich versuche dem Ganzen etwas gutes abzugewinnen, aber es ist einfach so, dass es mir zu heftig ist. Meine Seele hält das nicht aus. Es ist meine Art mich selbst zu verletzen, die ich nicht sein lassen kann. Aber mit geht es auch nicht. Was soll ich nur tun?

Ja, es stimmt ich bin eine Künstlerin (sozusagen).

Ich würde ihm gerne einen Liebesbrief schreiben, aber die Antwort, wenn eine käme, würde auch nichts besser machen.

LG, melancholy2

23.02.2017 00:34 • #32


Icefalki
Vielleicht hilft darüber nachdenken, warum du das tust. Hinter die Symptome schauen, warum du dich so quälen musst. Dich damit Beschäftigen? Vielleicht versuchen, den PC nicht zu benutzen? Mir fällt auch nix besseres ein.

23.02.2017 01:18 • x 2 #33


Danke Icefalki.
Ich bin total süchtig nach diesem Liebesschmerz, glaube ich.
Damit will ich die Leere vertreiben, die ich empfinde, weil ich gar nicht auf dieser Welt sein will und dieses Leben nicht leben will.
Ich habe das Gefühl, es wäre gut ein paar Tage frei zu nehmen, um etwas Stress heraus zu nehmen.

23.02.2017 01:27 • #34


Darf ich fragen wie alt du bist und welche Beziehungserfahrungen du bereits hast?

Wenn du ihm einen Brief schreiben und schicken würdest vllt würde dir das dann deine Irrationalität aufzeigen...
Du würdest merken wie bekloppt das ist...

Übrigens hat Icefalki schon ganz super aufgeführt was vermutlich eigentlich dein Problem ist

Was dagegen tun kannst nur du...

23.02.2017 07:03 • #35


Hallo Leute,

ich habe mich entschlossen zu Hause zu bleiben, um endlich einmal ausschlafen zu können und etwas Stress los zu werden. Sonst weiß ich nicht mehr was ich tun soll.
Ich weiß vor Liebeskummer nicht mehr ein noch aus. Ich verzehre mich nach ihm und das geht nicht. Durch die Arbeit wurde es nicht besser, der dadurch entstandene Stress hat meine Not noch vergrößert.

Flocke, ich weiß schon jetzt wie "bekloppt" das ist. Es ist meine Art mich selbst zu verletzen. Ich habe Borderline und bin 33.

LG, melancholy2

23.02.2017 11:28 • #36


Icefalki
Bekloppt sind wir alle. Mit Borderline kenn ich mich nicht so aus. Ich kenn nur den Begriff, ich hasse dich, drum liebe mich..Oder so ähnlich?

Wenn das zutrifft, wäre es möglich, dass du, um reale Personen zu schützen, in diese Welt eintauchst?

Kennst mich ja, ich versuche immer ein bisschen Logik reinzubringen. Also, ich denke quasi dauernd nach, warum man was tut, oder eben nicht.

Ich weiss natürlich auch, dass Logik, wenn man tief drin steckt, nicht viel bringt. Aber manchmal hilft vielleicht ein Wort, eine Erklärung, die alles ein bisschen besser macht.

Wenn du weisst, dass du dich selbst verletzen musst, kannst du das nicht ein bisschen akzeptieren?

Schau, meine Probleme, mein Muster bleibt auch immer. Ich bin auf Leistung gepolt. Es erfordert unheimlich Kraft, mir ständig bewusst zu machen, dass es auch anders geht. Wenn dann die Gefühle hochkommen, nicht mehr so toll zu sein, (mir macht das Angst), muss ich meinen Verstand einsetzen. Der weiss, dass ich auch mit weniger ok bin.

Und wenn ich leide, ich es alleine in der Hand habe, wie sehr ich das tue. Ergo, kann ich mich entscheiden.

Bissle ähnlich ist es ja bei dir auch. Du weisst, dass dieses Verliebtsein irrational ist. Trotzdem willst du es fühlen. Was bedeutet, dass du dieses Leiden brauchst.

Zu wissen, dass das ein Teil deiner Problematik darstellt, ist doch schon mehr, als sich unwissend diesen Gefühlen ausgeliefert zu fühlen.

Ich mach das auch so. Mir wird komisch, wenn ich mein Unzulänglichkeitsgefühl bekomme. Früher kamen dann die PA..Heute, weiss ich, hoppla, ich verrenne mich wieder. Dann beginnt mein Kopf, bewusst dagegen zu steuern. Mir ins Bewusstsein zu rufen, wo ich ich gerade befinde. Das beruhigt die ganze Situation.

Dein Kopf kann dir auch sagen, hey, bist wieder auf dem Trip. Warum mach ich das? Ok, als Borderlinerin ist das mein Verhalten. Ich verletze mich selbst. Wenn ich das tue, scheine ich ja auch etwas davon zu haben. Ich quäle mich selbst, weil die Qual mir was bringt.

Oder, ich lass es, bleibe im hier und jetzt.

Ich denke, wenn wir eine Entscheidung treffen, egal jetzt welche, nimmt das den Druck, Ausgeliefert zu sein.

Naja, soviel zu meinem Wort am Donnerstag. Grins.

23.02.2017 12:20 • x 2 #37

Sponsor-Mitgliedschaft

Hi Icefalki,

danke für Deine Unterstützung.

Zitat von Icefalki:
Bekloppt sind wir alle. Mit Borderline kenn ich mich nicht so aus. Ich kenn nur den Begriff, ich hasse dich, drum liebe mich..Oder so ähnlich?


Noch passender finde ich den Satz, ich hasse mich, darum liebe ich Dich.

Es stimmt, ich brauche diese Selbstverletzungen, weil sie mir etwas geben. Sie erwecken und halten etwas in mir wach, was sonst eingeschlossen bleibt, aber unbedingt raus will. Das wird mir sicher immer bleiben, darum muss ich es wohl akzeptieren.
In den letzten eineinhalb Jahren hatte ich Ruhe davon, deshalb hat es mich jetzt, wo es nach langer Zeit wieder passiert ist, schockiert und erschreckt.

Ich habe vorhin mit meiner Mutter geredet und sie hat mir einen Vorschlag gemacht: Da es mir so schwer fällt mit meiner Familie in näherem Kontakt zu stehen, würde es mir vielleicht helfen, wenn ich eine Zeit lang auch weniger Kontakt zu meinen Eltern habe, damit der Druck weniger wird. So können mein Freund und ich noch mehr auf eigenen Beinen stehen und Selbstbewusstsein tanken. Dann kann ich irgendwann wieder von ganz allein auf meine Familie zu gehen. Was sagst Du/Ihr dazu?

Als ich meiner Chefin mitteilte, dass ich heute nicht komme, hat sie so lieb reagiert, dass mir fast die Tränen gekommen sind. Ich bin froh, dass ich zu Hause geblieben bin, fühle mich schon ruhiger und gelassener.

LG, melancholy2

23.02.2017 20:25 • #38


Icefalki
Also, wenn ich das so lese, hast du in deinem Umfeld wirklich liebe und verständnisvolle Menschen. Sagt auch was über dich aus.

Frag nicht uns, frag dich, ob die Aussage deiner Mutter für dich zutreffen kann und was du dabei empfindest. Danach handelst du.

Ist immer alles im Fluss. Was heute schrecklich erscheint, kann sich morgen ändern. Man probiert dies und das, macht Fehler, macht es gut. Wichtig wird mit der Zeit, sich eine gewisse Gelassenheit zuzulegen, das Wissen, wirkliches Wissen, dass nach Regen auch wieder die Sonne scheint.

Vergiss das nicht.

23.02.2017 20:38 • #39


Danke Icefalki, Du bist auch ein lieber, verständnisvoller Mensch.

Nein, ich werde nicht vergessen, dass es immer wieder Sonnenschein gibt.

23.02.2017 21:05 • x 1 #40



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