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Sokige

Sokige
Mitglied

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Meine Mutter liegt im Pflegeheim und stirbt seit Samstag. Es ist so furchtbar. Es war abzusehen, aber das -wie- macht mich fertig.
Sie weint, bittet, fleht mich an, sie nach Hause, zu IHRER Mutter zu bringen. Meine Mutter ist 88, natürlich gibt es dieses Zuhause nicht mehr. Es zerreißt mir das Herz. Sie versucht aufzustehen, kann es aber nicht. Alles gut zureden hilft nicht, ich komme mir nun hier zuhause so vor, als hätte ich ihr gesagt „ es ist alles in Ordnung, mach dir keine Sorgen….und jetzt bleib schön liegen und warte auf den Tod“
Ich habe mir nun vorgenommen, egal was die Pfleger sagen, sie morgen anzuziehen, und ein bisschen im Heim herum zu fahren. Vielleicht nach draußen, in der Hoffnung, dass sie wieder rein will.
Hat jemand einen Rat für mich / sie? Sie bekommt schon Medis zur Beruhigung…Aber sie schläft 2 Minuten, schreckt dann hoch, will aus dem Bett und weint.

07.01.2026 x 6 #1


29 Antworten ↓


D
Hallo, das tut mir sehr leid für dich. Es muß furchtbar sein, kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht mitgemacht hat.

Sprich mit einem Arzt in der Einrichtung und bitte ihn, deiner Mutter etwas Anderes/Stärkeres zu geben. Niemand muß sich in den letzten Stunden/Tagen/Wochen seines Lebens unnötiog quälen. Ja, vielleicht beschleunigen diese Medikamente den Sterbeprozess, aber in den Zustand hat es ja keinen Sinn, mit Qualen etwas länger zu leben.

Und ja, zieh sie an, fahr mit ihr rum. Sie sieht was Anderes, vielleicht lenkt sie das ab und welchen Schaden sollte es anrichten?

Leidet sie unter Alzheimer/Demenz? Dann sag ihr ruhig, dass ihr morgen zu ihrer Mutter fahrt oder ihre Mutter herkommt oder so. Das beruhigt sie für den Moment und morgen weiß sie es nicht mehr. Das ist zwar lügen, aber im Interesse deiner Mutter. Es lindert ihre Qualen. Sag ihr nicht, dass ihre Mutter längst tot ist oder sowas.

Und verbringe möglichst viel Zeit bei ihr. Auch wenn du nichts machen kannst. Es ist immer beruhigend, wenn jemand Vertrautes da ist.

x 5 #2


A


Mutter stirbt grade

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Dunkelbunte
Zitat von Drkingschultz:
Ja, vielleicht beschleunigen diese Medikamente den Sterbeprozess,

Ich habe es ähnlich mal miterlebt und die Morphine helfen demjenigen loszulassen. Es ist Gnade.

x 3 #3


D
Die kosten zwar Lebenszeit, aber werden ihr helfen.

x 1 #4


Sonnenzauber
@Sokige erst mal schön dass du sie begleitest und bei ihr bist. Ich denke auch dass man das ganze mit Medikamenten etwas lindern kann. Das mit dem rum fahren ist eine schöne Idee, oder was vorlesen, Foto Alben anschauen alles was du deiner Mama vielleicht noch mitgeben kannst. Manchmal hilft es auch mitzuteilen dass es ok es wenn sie geht, viele sträuben sich am Ende etwas weil sie nicht los lassen können, weil sie ihre Angehörigen nicht zurück lassen wollen. Habe neulich einen ganz interessanten Podcast gehört vielleicht hilft er dir etwas:

x 1 #5


Sonnenzauber
Meine Oma ist erst gestorben als ich ihr sagte sie kann jetzt gehen.
Und sie meinte wohin?
Dann meinte ich in den Himmel
Sie starb an einem Sonntag mit 88 Jahren. Die meisten entscheiden sich dann auch alleine zu gehen.

x 3 #6


Mupfl
@Sokige
Hallo. Ich kann einiges von deinem erlebten nachempfinden. Meine Mutter ist im September verstorben und die letzten drei Wochen gingen mir auch an die Substanz. Mach definitiv was dein Gefühl sagt. Ich habe gelernt, es gibt kein richtig und kein falsch beim Sterben.

Mir hat damals geholfen, einfach da zu sein und ruhig auf sie einzureden. Zu deiner Frage mit dem Rollstuhl: Wenn es sie beruhigt, kann es helfen, darauf einzugehen. In dieser letzten Phase geht es weniger um Wahrheit als um Trost. Meine Mutter war gedanklich auch manchmal in früheren Zeiten unterwegs. Darauf einzugehen hat ihr sichtlich geholfen und sie beruhigt. Für mich war es dann auch gut, sie so zu sehen.

Wie schon einmal geschrieben. Hör auf dein Gefühl

x 4 #7


Sokige
@Drkingschultz ich bin mir nicht sicher, ob sie es vergessen würde. Dass ihre Mutter tot ist, hab ich ihr nicht gesagt, würde ich auch nicht. Ich werde morgen mal den Palliativ Dienst fragen, ob es andere Medikamente gibt, ihre scheinen sie nicht zu beruhigen. Obwohl die Pflege gesagt hat, es ist vor dem Sterben normal, dass Mensdhen unruhig werden und die Medis nicht wirken.
Danke für deine Antwort

#8


Sokige
@Mupfl danke für deine Antwort, ich werde mal schauen, ob sie noch auf das hört was ich sage. Ich hoffe auf den Raumwechsel, dass sie dann aus dem schlimmen Drang raus kommt, nur weg zu wollen. Hoffe dann ist ein Gespräch möglich

x 1 #9


Sokige
@Sonnenzauber danke für deine Antwort. Ich will ihr nicht sagen, dass sie gehen „darf“, nicht so. Ich denke, sie weiß ja nicht dass sie stirbt. Sie hat heute noch gesagt, sie muss ja auch wieder zur Arbeit. Ich sage ihr nur, dass alles in Ordnung ist, das es allen gut geht, sie sich keine Sorgen machen braucht. Aber ihr zu sagen, sie darf jetzt sterben….das traue ich mich nicht

#10


Sokige
@Sonnenzauber vielen Dank für deine Antwort. Möglicherweise würde meine Mutter die gleiche Antwort geben wie deine

#11


Mupfl
@Sokige
Gerne. Bei meiner Mutter war es ähnlich. Allerdings gab es dann plötzlich Tage in denen sie ruhiger war, ohne dass wir etwas verändert hatten. Deshalb kann sich so eine Situation auch von einem Tag auf den anderen anders zeigen.
Vielleicht ist es morgen ruhiger, vielleicht auch nicht. Beides ist möglich.
Ich wünsche dir auf jeden Fall für die kommende Zeit viel Kraft.

x 1 #12


Abendschein
Zitat von Drkingschultz:
Die kosten zwar Lebenszeit, aber werden ihr helfen.

Das finde ich nicht in Ordnung. Meine Mama war auch im Pflegeheim, aber ich als ihre Tochter und mein Bruder haben dafür gesorgt, das es ihr wieder besser geht, aber nicht so um sie vollzustopfen, mit Medikamenten. Wir haben uns um sie gekümmert. Haben sie mitgenommen, zu uns nach Hause (sofern das Möglich ist) Irgendwann ist sie im Heim angekommen. Sie hat noch fast zwei Jahre gelebt.

Als sie starb hat man uns angerufen, weil die Atmung schwach wurde. Wir Kinder haben sie in den Tod begleitet und auch gesagt, das sie gehen darf, zum Papa.

x 1 #13


N
Hallo, ich habe vor einigen Jahren den Sterbeprozess meines Vaters mit begleitet. Es war die schlimmste Zeit in meinem Leben, aber im Nachhinein bin ich sehr dankbar ihm in dieser schweren Zeit beigestanden zu haben. Auch er hat in den letzten Tagen nach seiner Mutter gerufen, das ist ganz normal. Ich würde auch etwas mit ihr spazieren fahren, das Palliativteam um Rat bitten oder sogar um Verlegung in ein Hospiz bitten, dort kennt man sich besser aus als im Pflegeheim, das Ambiente ist ein ganz anderes, es gibt viel weniger Patienten und mehr Personal und die ganze Atmosphäre ist ruhiger und würdevoller. Du wirst irgendwann an dieser Zeit zurückdenken und stolz auf dich sein, deine Mutter in dieser Zeit nicht alleine gelassen zu haben, auch wenn es Dir zur Zeit alles abverlangt. Wenn es gegen Ende geht, werden die letzten Tage sehr viel ruhiger, mein Vater lag z.b drei bis vier Tage in einer Art Sterbekoma, bei meiner Großmutter war es genauso.

Viel Kraft

x 4 #14


Dunkelbunte
Zitat von Abendschein:
Das finde ich nicht in Ordnung. Meine Mama war auch im Pflegeheim, aber ich als ihre Tochter und mein Bruder haben dafür gesorgt, das es ihr wieder besser geht, aber nicht so um sie vollzustopfen, mit Medikamenten

Sehr unsensibel von dir, Abendschein! Du kannst ja gerne erzählen wie Du es bei deiner Mutter gemacht hast. Aber es als falsch und nicht in Ordnung zu bewerten, in dieser Situation, geht gar nicht.

Es gibt nicht das richtige Sterben.

Bin gerade ziemlich angeätzt. Unmöglich!

x 2 #15


L
Mein Papa ist Ende September im Pflegeheim gestorben.
Die letzten 3 Wochen wurde es tgl schlechter, er hat dann in der letzten Woche das Essen und Trinken eingestellt, schlief nur mehr. Dazwischen unruhige Phasen. Die letzten Tage im Sterbekoma.
Da er Atemprobleme hatte, bekam er die letzten 4 Tage Morphium gespritzt, schlucken konnte er es nicht mehr.
Am 5. Tag ist er gestorben.
Es war schlimm das mit anzusehen, waren abwechselnd rund um die Uhr bei ihm.
Am letzten Tag vor seinem Tod, haben wir ihm die Krankensalbung geben lassen, ab da wurde er ganz ruhig, obwohl er im Koma war, Gesicht entspannte sich.
Ich wünsche dir viel Kraft.
Bei uns war es Erlösung am Ende.

x 5 #16


H
Liebe Sokige, ich bin sicher, dein Gefühl wird dir sagen was richtig ist. Ich persönlich würde alles an Medikamenten einsetzen lassen, die zur Beruhigung beitragen und dann einfach reden. Über was auch immer deine Mutter mag. Sie in Gespräche verwickeln.
Ich bezweifle auch, dass die Medikamente, die eingesetzt werden, das Leben verkürzen. Das wäre ja Sterbehilfe und ist daher verboten.
Und über richtig und falsch sollten wir hier wirklich nicht sprechen. Ich wünsche dir in dieser Zeit einfach Stärke. Du bist eine ganz wundervolle Tochter, die sich sehr um ihre Mutter sorgt. Liebe Grüße

x 5 #17

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T
Vieleicht hast du ja in der Nähe einen Hospizverein . Die Menschen dort haben mir vor drei Jahreb als meine Mutter im Sterben lag zur Seite gestanden. Sie ist zur Hause gestorben und die wollte auch immer heim . Sie hatte Demenz
. Auch hat sie die letzten Tage ihre verstorbenen Eltern und ihren Mann gesehen . Ich bin überzeugt sie waren auch da . Die letzen Stunden war sie nicht wach. Sie wollte nicht mehr ins KH. Ich hatte sie gefragt ob wir sie gehen lassen sollen die Antwort war ja . Ich habe ihr auch immer gesagt dass sie gehen darf dass alle Arbeit erledigt ist . Sie war die letzten Tage ziemlich friedlich und wirkte zufrieden dass hat mir auch die Frau vom Hospitzdiensr bestätigt . Ich hatte ein Morphon Nasenspray da wenn es mit der Atmung zu heftig wird hat sie aber nicht gebraucht . Ja es könnte das Leben verkürzen um ein paar Stunden .

Ich wünsche dir viel Kraft
Toni

x 4 #18


Waldträumerin
Auch ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese Zeit und habe großen Respekt davor, wie liebevoll du deine Mutter begleitest. Ich konnte das leider nicht so wie du, als meine Mutter starb. Es ist bestimmt gut, wenn du sie innerhalb des Gebäudes ein bisschen mit dem Rollstuhl herumfährst. Und es ist so wertvoll, dass du einfach bei ihr bist! Du kannst ja vielleicht ihre Hand halten und streicheln, und ihr sagen, dass du sie lieb hast und dass sie nicht allein ist. Dass du an sie denkst, auch wenn du gerade nicht bei ihr bist. Und wenn sie nach ihrer Mutter fragt - vielleicht könntest du dann sagen, dass sie nicht weit weg ist und sie beschützt. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass sie das Gefühl hat, nicht allein zu sein.
Alles Liebe wünsche ich dir und deiner Mutter, und dass du sie gehen lassen kannst, wenn es so weit ist. Ich glaube daran, dass unsere Toten, wenn sie gegangen sind, auf eine andere, neue Art immer bei uns sind und uns beschützen.

x 3 #19


A
Auch von mir viel Kraft dafür.
Habe das letztes Jahr auch erlebt mit meinem Vater..Ging 3 Wochen ungefähr. Die Trauer kam viel später nochmal nach..man funktioniert ja erst nur.

x 5 #20


A


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