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Alice1983

Alice1983

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Hallo zusammen,

ich habe mich gerade frisch angemeldet.
Ich würde gerne Feedback & Erfahrungen von außen bekommen. Da meine rationale Entscheidung, sich emotional in Angst und Tränen äußert.
Ich stehe vor der Entscheidung meine Gebärmutter zu veröden, da mein starke Periode extremen Eisenmangel verursacht hat. Hormonspirale wäre auch theoretisch eine Option, aber alles in mir weigert sich Hormone zu nehmen. Bin 36 Jahre und seit ich 19 bin nehme ich auch keine Pille. Damals schon fühle ich mich einfach nie gut damit. Ich war einfach nicht ich. Mittlerweile habe ich eine Medikamenten Angst entwickelt. Durch Depression ( viele psychiatrische Erkrankungen) und einen gendefekt für erhöhtes Schlaganfall Risiko, Rauchen und so weiter, ist die Spirale ein no Go für mich.
Ich habe zwei Kinder. Ich bereue nicht zwischen den 2 en kein weiteres Kind bekommen zu haben ( 2 verlorene Kinder in der Schwangerschaft).
Und nach der Geburt meiner kleinen Tochter, wurde mir dringend abgeraten noch weitere Kinder zu bekommen. Risikoschwangerschaft.
Also Rational spricht alles für die Verödung. Dennoch habe ich große Angst diese Entscheidung doch hinterher zu bereuen.
Mein Mann unterstütz mich sehr. Er würde sich parallel auch sterilisieren ( heißt das so beim Mann?) um mich zu unterstützen. Auch um mir die Angst zu nehmen, er sucht sich ne jüngere die noch Kinder bekommen könnte. um mir so zu zeigen er ist wahnsinnig glücklich mit den 2 Kindern die wir haben. Wir hätten eigentlich beide gern noch ein Kind gehabt. aber Gründe (s.o) Geld, Platz, Zeit und überhaupt sprechen gegen ein weiteres Kind. Mir war es aber psychisch wichtig ich könnte noch.

Ich weiß es gibt so viele Frauen die gar keine Kinder bekommen können. Ich habe zwei. Und dennoch, habe ich Angst. Ich muss einfach weinen. Eigentlich ist es eine durchdachte Entscheidung. Meine Periode ließ ein normales Leben in der Zeit schon lange nicht mehr zu.
Diese Entscheidung wäre so endgültig. Mein Mann & ich sprechen auch darüber was wäre wenn. wir haben keinen Zweifel, ob mit oder ohne Bereuen, dass wir es gemeinsam zu wuppen.
Warum macht mich das alles so traurig?

17.09.2019 11:36 • 18.09.2019 #1


11 Antworten ↓


Icefalki

Icefalki


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Vielleicht nur, weil diese Verödung wieder ein Beispiel dafür ist, dass dir einfach Grenzen gesetzt sind, die dich jetzt eben triggern.

17.09.2019 12:18 • x 1 #2


Alice1983

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Zitat von Icefalki:
Vielleicht nur, weil diese Verödung wieder ein Beispiel dafür ist, dass dir einfach Grenzen gesetzt sind, die dich jetzt eben triggern.


Meinst du weil ich eben erkrankt bin? Weil ich eben erkrankt bin und unter anderem deswegen, keine Medikamente nehmen kann? Mmm, den Ansatz finde ich gut.
Mir kommt gerade der Gedanke, ob es so eine Art Selbsvorwurf/ Schuld sein könnte... ich habe gerade eine Therapie Pause eingelegt, da ich mit meinem Erfolg in der Therapie unzufrieden bin...
Ich bemühe mich so sehr gesund zu werden, und bin sauer auf mich selbst nicht besser zu sein. Ein Tag nach der Vereinbarten Pause kommt mein Arzt mit sowas um die Ecke. Tolles Timeing.
Vielleicht sollte ich mir gegenüber mehr Mitgefühl/ Selbstfürsorge haben. Ich denke über deine Worte nach und muss schon wieder weinen...

17.09.2019 12:27 • x 1 #3


Icefalki

Icefalki


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Zitat von Alice1983:
Meinst du weil ich eben erkrankt bin? Weil ich eben erkrankt bin und unter anderem deswegen, keine Medikamente nehmen kann? Mmm, den Ansatz finde ich gut. Mir kommt gerade der Gedanke, ob es so eine Art Selbsvorwurf/ Schuld sein könnte... ich habe gerade eine Therapie Pause eingelegt, da ich mit meinem Erfolg in der Therapie unzufrieden bin...Ich bemühe mich so sehr gesund zu werden, und bin sauer auf mich selbst nicht besser zu sein. Ein Tag nach der Vereinbarten Pause kommt mein Arzt mit sowas um die Ecke. Tolles Timeing. Vielleicht sollte ich mir gegenüber mehr Mitgefühl/ Selbstfürsorge haben. Ich denke über deine Worte nach und muss schon wieder weinen...



Genau das meinte ich. Unsere Art mit Problemen umzugehen ist eine gewisse Überforderung, die sich dann in psychischen Problemen ausdrücken kann.

Letztendlich mal eben wieder das Tröpfchen, das das Fass zu überlaufen bringt. Rein logisch betrachtet, wäre diese Entgültigkeit das Richtige. Psychisch aber eben auch gerade diese Entgültigkeit, die mal wieder eine Akzeptanz nötig macht, - schon wieder- die überfordert.

17.09.2019 12:39 • x 1 #4


Coru

Coru


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Das ist natürlich eine sehr persönliche Entscheidung. Aus meiner Sicht wäre es verständlich, wenn du es machen lassen würdest. Meine Mutter hat bereits viel früher als du genau das gleiche getan. Sie hat sich damals gesagt, dass sie ja wunderbare Kinder hat. Du hast auch zwei Kinder. Ich verstehe aber, dass es mehr um den Gedanken geht, dass du noch könntest wenn du wolltest. Vielleicht hilft der der Gedanke, dass man auch ein Kind adopiertieren könnte.

17.09.2019 12:46 • x 1 #5


Orangia

Orangia


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Mir fällt noch was ein, was ich bei meiner Schwiegermutter erlebt habe, als sie noch jünger war.
Ihr wurde die Gebärmutter operativ entfernt, ihrem Mann gegenüber sagte sie , sie hätte wohl eine Gyn-OP aber sie hat ihm nicht die Wahrheit gesagt, dass die Gebärmutter entfernt wurde.
Sie hat mir mal anvertraut, dass sie sich nicht mehr als vollwertige Frau gefühlt hat.
Kann es sein, dass es bei dir ähnlich ist ?

17.09.2019 12:53 • #6


Alice1983

Alice1983


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Zitat von Trulla65:
Mir fällt noch was ein, was ich bei meiner Schwiegermutter erlebt habe, als sie noch jünger war.Ihr wurde die Gebärmutter operativ entfernt, ihrem Mann gegenüber sagte sie , sie hätte wohl eine Gyn-OP aber sie hat ihm nicht die Wahrheit gesagt, dass die Gebärmutter entfernt wurde.Sie hat mir mal anvertraut, dass sie sich nicht mehr als vollwertige Frau gefühlt hat. Kann es sein, dass es bei dir ähnlich ist ?


Hi, habe ich auch kurz überlegt. Deswegen nur die Verödung. Wenn meine Gebärmutter ( + Möppels) weg wären, dann würde ich mich vermutlich tatsächlich irgendwie unvollständig fühlen.
Aber so bleibt die erste EinRaumWohnung meiner Kinder ja bei mir

17.09.2019 12:57 • #7


Alice1983

Alice1983


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Zitat von Coru:
Das ist natürlich eine sehr persönliche Entscheidung. Aus meiner Sicht wäre es verständlich, wenn du es machen lassen würdest. Meine Mutter hat bereits viel früher als du genau das gleiche getan. Sie hat sich damals gesagt, dass sie ja wunderbare Kinder hat. Du hast auch zwei Kinder. Ich verstehe aber, dass es mehr um den Gedanken geht, dass du noch könntest wenn du wolltest. Vielleicht hilft der der Gedanke, dass man auch ein Kind adopiertieren könnte.


Stimmt. Das ist ein schöner & beruhigender Gedanke. Danke

17.09.2019 12:59 • #8


Bernie1970

Bernie1970


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Zeugungsfähig und Gebärfähigkeit gelten vielen Menschen - immer noch - als Wert an sich, als Indiz dafür, (noch) "wer" zu sein. Warum eigentlich?

Ich gebe zu, noch nie ein großes Glück im Kinderkriegen habe erkennen können, aber ich akzeptiere natürlich die - noch - weit verbreitete Ansicht in dieser Angelegenheit.

Selbstschutz durch die wohl nötige Verödung ist sicher richtig, auch aus Sicht Deiner beiden Kinder.

Wurdest Du über die zusätzlichen gesundheitlichen Folgen dieser OP ausreichend informiert? Könnte mir das durchaus gar nicht so unproblematisch vorstellen..?

17.09.2019 13:28 • #9


Alice1983

Alice1983


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Zitat von Bernie1970:
Zeugungsfähig und Gebärfähigkeit gelten vielen Menschen - immer noch - als Wert an sich, als Indiz dafür, (noch) "wer" zu sein. Warum eigentlich?Ich gebe zu, noch nie ein großes Glück im Kinderkriegen habe erkennen können, aber ich akzeptiere natürlich die - noch - weit verbreitete Ansicht in dieser Angelegenheit.Selbstschutz durch die wohl nötige Verödung ist sicher richtig, auch aus Sicht Deiner beiden Kinder. Wurdest Du über die zusätzlichen gesundheitlichen Folgen dieser OP ausreichend informiert? Könnte mir das durchaus gar nicht so unproblematisch vorstellen..?


Mmm, meine Kinder rauben mir oft den letzten Nerv, aber diesen inneren Frieden den ich spüre, wenn sie zum Beispiel seelig schlafen ( im Schlaf zeigt sich für mich in ihren Gesichtern, ihre unschuldige schützenswerte Seele) oder ich miterlebe, wie sie kleine Meilensteine in ihrem Leben meistern. Bevor sie da waren, konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass dieser innere Frieden, dass schönste sein könnte was ich erleben darf.

Das Gespräch mit dem Oberarzt findet noch statt. Dennoch informiere ich mich grundsätzlich gerne zusätzlich, zum Beispiel im Internet.
Dinge die nicht objektiv sind, zum Beispiel beschreibt jede Frau die Schmerzen nach der OP anders, da gehe ich erstmal davon aus, dass es bei mir stärkere Schmerzen sein könnten. Freue mich, wenn es dann doch nicht so doll ist wie befürchtet.
Ops können immer schief laufen, egal wie routiniert ein Doc ist... aber ich stelle mir immer vor, er hat kein Interesse daran, dass ich bei der OP Ex gehe. Versaue ihm sonst seine Quote.
Da ich durch meine PTBS gerne Kontrolle behalte, lese ich immer sehr viel. Das gibt mir Sicherheit.

17.09.2019 14:51 • x 1 #10


nektarine


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Hallo!
Ich habe mir mit 32 die Gebärmutter entfernen lassen, ich habe/hatte endometriose, starke Schmerzen und extreme Blutungen. Meine Eierstöcke habe ich noch, deshalb hat sich hormonell gar nichts geändert, bekomme sogar noch jeden Monat ganz leicht meine Tage.
Ich habe es nicht bereut, habe auch schon 2 Kinder.
Schmerzen hatte ich danach kaum, bin aber nicht schmerzempfindlich.
Liebe Grüße

17.09.2019 16:11 • x 2 #11


Flor


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Du kannst stolz auf deine Kinder sein und das Leben genießen. Mach dir keine Vorwürfe, du bist deshalb nicht schlecht oder anders. Ich drücke dir die Daumen für die OP. Fühl dich gedrückt!

18.09.2019 20:29 • #12




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