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Casiopeya
Hallo zusammen,
der Titel sagt wohl schon einiges aus. Ich bin jetzt 44 , meine Tochter ist 25. Und ich habe das Gefühl ich habe ihr das ganze Leben verdorben.
Wie man so nachrechnen kann habe ich sie ziemlich jung bekommen , einfach hatten wir es nie. Aber ich weiss , andere haben es besser hinbekommen.
Sie kam ziemlich früh in die Kita, weil ich a) meinen Schulabschluss nachgeholt habe und b) vom damaligen Sozialamt weg wollte und das *Glück* hatte ( 16 Jahre später sehe ich das Glück anders) einen guten Job anschließend zu finden.
Ich fing an zu arbeiten als sie sieben war, Vollzeit, immer den Chef im Nacken der mir sagte wie froh ich sein kann dass ich die Stelle habe. 14 Jahre lang. Ich weiss nicht wieviele Weihnachtsfeiern in der Kita, in der Schule, Abschlussfeiern usw ich versäumt habe weil ich immer arbeiten war.
Dinge die nie wieder kommen. Tage die nie wiederkommen. Sie machte sich ihr Essen nach der Schule selbst warm und machte ihre Hausaufgaben.
Zum Punkt: Meine Tochter ist nun 25, hatte noch nie einen Freund, tut sich generell schwer mit Menschen und wohnt auch zuhause. Ich bin nach den Jahren in der Firma so total im Eimer gewesen, dass ich einen Burn out hatte und nun Harzt vier beziehe. Viele fragten: warum hast du dann da solange gearbeitet? Ich weiss es selbst nicht.
Meine Tochter hat ihr Abi nicht auf regulären Weg geschafft sondern einfach ein Fachabi gemacht.
Leider war der Notendurchschnitt auch nicht so gut dass sie direkt an die Uni kam und nun auf eine geht die man selbst bezahlen muss, berufsbegleitend. Sie jobbt eben auch nebenbei. Verkauft Hamburger.
Das Gefühl ihr alles verdorben zu haben, Schuld zu sein dass ihr Leben nicht wie bei anderen in ihrem Alter ist , sie es immer so schwer hatte macht mich fertig. Ich meine so richtig platt. Oft sitze ich hier und denke wenn du selbst nicht mehr wärst .. würde sie die Lebensversicherung bezahlt bekommen und müsste sich nicht mehr so abrackern. Wir haben seid ich den Burn out hatte und vom Jobcenter Geld bekomme nur Sorgen, eine jagt die nächste. Ich sehe ja ihre Freundinnen, die haben einen Freund, ein Auto, können sich was leisten. Sie nicht. Es tut mir so leid für sie, ich bin sicher dass es an mir liegt dass sie noch nie einen Freund hatte( sie ist wirklich sehr hübsch) . Seufz, ich schreibe momentan etwas schwerfällig, normal drücke ich mich besser aus.
Casi

05.05.2015 18:59 • 07.05.2015 x 1 #1


23 Antworten ↓


Hi Casiopeya

So wie Du das Ganze schreibst, könnte man in der Tat so denken, wie Du gerade denkst.
Liest man aber zwischen den Zeilen, dann kannst Du eigentlich auf Deine Tocher stolz sein (und auch auf Dich und Deine Erziehung). Sie hat ein Fachabi, studiert und jobbt nebenher. Freilig, es hätte alles besser kommen können. Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof, wie man so schön sagt. Ihr gebt nicht auf und das ist eine Menge wert. Ihr beide seid noch recht jung und bei Deinem Kind fängt das Leben gerade erst an.
Ich finde es eigentlich ganz gut, dass sie sich durchkämpfen muss bzw. sich ihre Dinge erarbeiten muss und nicht alles hinterhergeschmissen bekommt. Das prägt und bildet Grundwerte aus, die wichtig sind, wenn sie mal eigene Kinder haben sollte.
Dass mit dem Freund etc. pp. sind lediglich Vermutungen Deinerseits. Man weiss nicht, was wäre gewesen wenn... die Fragen stellen sich einfach nicht; es bringt ansich auch nix in der Vergangenheit nachzuschauen und sich zu fragen, was wäre gewesen, wenn Du...
Sei stolz, dass Dein Kind trotz all der wideren Umstände kämpft und aus sich etwas machen möchte. Und Du dieses ebenso getan hast in der Vergangenheit. Nur, die Vergangenheit ist nicht mehr wichtig, die Gegenwart und die Zukunft zählt. DA kannst Du Deiner Tochter unter die Ärmel greifen und ihr helfen und ihr beistehen.
Ich weiss, ein Aussenstehender hat immer leicht reden und es hört sich so an wie "alles easy". Nur, wenn Du nun so denkst und nicht nach vorne schaust, dann wirst Du in 10 Jahren exakt wieder vor der gleichen Situation stehen und Dich fragen "warum habe ich vor 10 Jahren...".

05.05.2015 19:45 • x 1 #2



Ich bin ein totaler Versager als Mutter

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Icefalki
Hallo, als ich deinen Beitrag gelesen habe, war das erste gefühl, whow, warum schreibst du negativ, wenn das Ergebnis doch positiv ist?

Eine Tochter, die gerne bei dir ist, studiert , arbeitet, ihren Weg gehen will.

Ich sehe hier keine Mutter, die versagt hat. Im Gegenteil, eine Frau die gekämpft hat,,damit sie sich und ihre Tochter durchbringen kann.

Ich bin mir sicher, dass deine Tochter das auch so sieht.

Also, lächle mal und sei stolz auf dich. Der Rest kommt dann auch noch.

05.05.2015 19:57 • x 1 #3


Ich finde auch das Du stolz sein kannst, auf Dich und Deine Tochter. Alles ist gut. Bitte glaube das.
Wer sagt denn das Frauen im Alter von 25 Jahren einen Freund haben müssen und dazu noch ein Auto?
Ganz toll und Hut ab wie Du Dein Leben gemeistert hast. Rückgängig geht eh nicht mehr und mach das Beste draus. Geieße einfach die Zeit, die ihr habt und gesund seid. Das ist mehr wert als alles Andere. Vergleich Dich nicht mit Anderen, das ist die ihr Leben und Du hast Dein Leben.

Liebe Grüße
der Abendschein

05.05.2015 20:13 • #4


Casiopeya
Danke euch für die Beiträge. Sitze hier und bin am weinen. Ich bin kein einfacher Mensch , war ich nie. Ich wollte immer dass meine Tochter es mal besser hat,
( ich weiss wie es sich anhört, als wäre ich 70 und stamme aus einer anderen Zeit).
Aber ich weiss, ich spüre es, dass sie nicht glücklich ist. Das tut mir so weh. Ich gebe ein Beispiel: Sie war auf einen Geburtstag bei einer Freundin und bekam mit dass die ganze Gruppe nach Movie World will. Ihre Freundin sagte dann zu ihr: ja weisst du, wenn du mitkommst, dann musst du alleine ( Geräte) fahren du hast ja keinen Freund. Wir sind alles Paare....
Sie erzählte es mir abends als sie zurück kam.. ihr Gesichtsausdruck schnitt mir so ins Herz.. dann sagte sie noch leise.. und ob wir Geld dafür haben weiss ich ja auch noch nicht. Ich ging ins Bett und heulte mich in den Schlaf.
Für manche nur Kinderkram ..für mich ein Schlag ins Gesicht wenn meine Tochter so leidet. Wieder der Gedanke: warum habe ich es nicht besser hingekriegt.
Dann wieder die Gedanken: ohne mich wäre sie besser dran. Ich weiss nicht ob das jemand versteht. Ich weiss dass ich stolz auf sie sein kann.. nur ich wollte doch dass sie stolz auf mich ist. Ich habe sie alleine großgezogen, war nie verheiratet.. und ich hatte selbst eine alptraumhafte Kindheit. Darum wollte ich doch alles besser machen.. nun denke ich dass ich alles falsch vorgelebt habe.

05.05.2015 20:36 • #5


Was wäre denn wenn Du nicht da bist? Warum wäre sie dann besser dran?
Bitte tue Dir das doch nicht an und weine nicht jeden Tag. Es ist wie es ist.
Redet miteinander, damit nicht jeder allein ist und in sein Kissen weint.
Ich kann Dich vielleicht nicht so ganz verstehen, aber was Du tust, finde ich jetzt auch nicht gut.
Was soll daran besser sein, wenn eine Tochter ihre Mama nicht mehr hat?

05.05.2015 21:10 • #6


Klar wollen wir als Elternteil alle, dass unsere Kinder es besser haben. Aber was ist schon besser? Ich finde es toll, dass Dir Deine Tochter erzählt was sie bedrückt. Das ist doch ein riesen Kompliment an Dich als Mutter.
Du hast doch alles richtig gemacht, sie ist doch auf dem richtigen Weg. Schade nur, dass Du dabei jetzt auf der Strecke geblieben bist. Pass ein bischen auf Dich auf, Dein Kind schafft das

Coffie

05.05.2015 21:16 • x 1 #7


Dass Deine Tochter derzeit (noch) keinen Freund hat, das ist halt so. Man kann bestimmte Sachen eben nicht forcieren. Selbst wenn Du 200% gegeben hättest. Das Leben ist nicht berechenbar und steuerbar nur zu einem ganz bestimmten kleinen Teil.
Sei Dir einfach bewusst. Du hast in dem Augenblick damals das Beste getan, so wie Du es konntest und wusstest. Jetzt in der Gegenwart und in der Zukunft nicht daran zu glauben, fände ich traurig. Denn jetzt aktuell kannst Du doch noch Positives für Dein Kind tun?!
Wenn Du etwas falsches vorgelebt hättest, würde sie heute in der Gosse sein und rumgammeln! Dass sie das offenbar nicht tut, dass ist u.a. DEIN Verdienst!

05.05.2015 21:19 • x 1 #8


vonnchen
Was sind das für freunde die sowas zu ihr sagen. Ich habe die größte angst als mutter zu versagen, dabei würde ich sehr gerne ein kind bekommen. Ich finde auch , dass du nicht versagst.du scheinst mir sehr liebevoll zu sein. Sagt ihr euch gegenseitig auch das ihr euch lieb habt oder so? Hat sich dein kind jemals beschwert, aber als student etc hat sie doch ein normales leben. Je nachdem was sie studiert, hat sie bestimmt bessere berufschancen als ihre freunde. Finde diese freunde echt komisch, man kann sich ja wohl abwechseln oder so.meine beste freundin deren freund oft am we arbeiten muss ist oftmals auch mit meinem partner und mir unterwegs.
Ach ich wünschte ich könnte dir die sorgen nehmen. Ich finde alles hört sich an wie ein ganz normales leben.deine tochter ist auch ihres Glückes schmied. Du hast ihr doch vorgelebt für sich zu sorgen. Das weiß sie bestimmt zu schätzen

05.05.2015 21:33 • #9


Hallo Casiopeya,
hast Du jemals mit Deiner Tochter darüber geredet, was in Dir vorgeht?
Ich würde mir eine Mutter wünschen, die so denkt wie Du! Die sich Gedanken macht über ihr Verhältnis zu ihrer Tochter und ihre Verantwortung für die Tochter!

Ich will jetzt nicht groß von mir reden. Ich hatte eine furchtbare Kindheit. Unter den Konsequenzen habe ich jetzt sehr zu leiden. Meine Mutter trägt dafür die Hauptverantworung.

Das Krasse ist, dass sie sich kein Stück damit auseinandersetzt. Sie weist alles von sich. Ich bin die schlechte, undankbare Tochter und sie die gute Mutter.
Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass sie sich damit auseinandersetzt und sich nur ein einziges Mal fragt, wie es mir als ihrer Tochter geht - so wie Du das tust!

Hör auf zu denken, dass Deine Tochter ohne Dich besser dran wäre!
Es wäre für sie bestimmt schlimm, Dich zu verlieren.
Ich weiß jetzt nicht, ob ich da etwas Falsches zwischen Deinen Zeilen lese. Aber bei Suizid zahlt meines Wissens keine Lebensversicherung. Sorry, dass ich so deutlich werde.

05.05.2015 21:35 • #10


Luna70
Du hast ja schon ganz viele Antworten bekommen und die anderen haben dir viel gesagt, was ich auch denke. Ich wollte dir nur noch den einen Aspekt mitgeben: Kinder bringen auch Charaktereigenschaften mit (zum Beispiel Schüchternheit) und sind nicht nur Ergebnis unserer Erziehung. Meine Kinder sind völlig unterschiedlich. Dabei haben sie den gleichen Vater, die gleiche Erziehung bekommen, das gleiche Umfeld, sogar die gleiche Kindergartengruppe. Trotzdem wie Feuer und Wasser. Eines schon immer mit vielen Freunden, ständig eingeladen, Klassensprecher usw. , das andere schüchtern, zurückhaltend, wenig Freunde.

Sie wird ihren Weg schon gehen. Mache dir nicht zu viele Sorgen.

05.05.2015 21:42 • #11


vonnchen
Genau, ich würde mir das auch so wünschen. Hab zwar kein schlechtes Verhältnis aber auch kein nahes.wohnen fast nebeneinander und sehen uns trotzdem nur alle paar wochen. Aber die Vorstellung, dass sie sterben würde, würde mir den boden unter den Füßen weg reißen. Sind altersmäßig genauso entfernt wie ihr. Noch schlimmer wäre ein suizid. Habe gerade erst meine omi die leider mit 64 gestorben ist verloren, auch mehr oder weniger sich selbst aufgegeben und für meine mutter ist es richtig schlimm, für mich auch, sie war die einzige die meine ängste irgendwie verstanden hat.
Eine mutter zu verlieren , so jung, ist glaub ich für jedes kind der blanke horror. Mit Sicherheit würde sie sowas im leben nicht wollen nur um etw mehr geld zu haben.

05.05.2015 21:46 • x 1 #12


Casiopeya
Ja natürlich sage ich meiner Tochter ( jeden Tag sogar) wie lieb ich sie habe. Sie sagt mir das gleiche.
Sie liebt mich, trotzdem kann ich diesen Gedankenkreislauf nicht abstellen.

Ich mag niemanden anderen die Schuld zuschieben, aber für die 15 Jahre in der Firma habe ich teuer bezahlt. Burn out, Behandlung mit Antidepressiva und Benzodiazepan.
15 Jahre selbst tägliche Anrufe vom Büro im Urlaub.. klar bin ich irgendwann umgefallen, habe angefangen mir Krankheiten einzubilden. Das habe ich soweit im Griff seid ich dort weg bin.. nur
der Kerngedanke ..meine Tochter ..bleibt.
Ich liege abends im Bett und denke was habe ich wann wo falsch gemacht, hätte ich doch noch länger da durchgehalten, könnte ich das Studium bezahlen.
Meine Tochter ist mir ähnlich, verkrabbelt sich auch gerne in Fernseheserien und Büchern .. träumt sich glaube ich in ein anderes Leben. So kommt es mir vor. Furchtbar.
Wir können wirklich über alles reden. Ich weiss es hört sich nach einer guten Mutter Tochter Beziehung an, ist es vielleicht auch aber das täuscht nicht drüber weg dass ich das sichere Gefühl habe dass ich entscheidene Fehler gemacht habe dass sie nicht glücklich ist. Und damit drehe ich mich im Kreis.

05.05.2015 22:22 • #13


Lass' sie ihren Weg gehen, Casiopeya. Ich glaube, da liegt auch ein Stück Abnabelung mit bei und ein Stück "gehen lassen"...
Sie wird ihre eigenen Erfahrungen machen, positive wie negative. Du hast ihr einen Teil mit auf den Weg gegeben, den weiteren Teil wird sie selber bestreiten (müssen).

05.05.2015 22:36 • #14


kalina
Ich glaube, Du denkst im Moment so, weil Du etwas depressiv bist.

Bist Du in Behandlung? Du musst jetzt auch an Dich denken und mal eine Kur oder so machen.

Kümmere Dich um Dein Wohlergehen, damit lebst Du Deiner Tochter auch etwas positives vor.

Mach jeden Tag etwas Schönes für Dich (kann auch eine Kleinigkeit sein).

Ich finde, Du hast das alles prima gemacht, so, wie Du es eben altersgemäß konntest.

Vielleicht war zuwenig Zeit für Deine Tochter, okay, ist nicht ideal, aber sie hat bestimmt gespürt, dass Du sie liebst, und das
ist das Wichtigste!

Alleine schon, wie Du Dir Sorgen machst um sie, zeugt von Deiner Liebe.
Das ist sehr sehr wichtig für sie.

Das Schlimmste, was Du ihr antun könntest, wäre, wenn Du Dir was antust!

Sie ist viel viel schlechter dran ohne Dich.

Es wird ihr auch gut tun, wenn sie merkt, dass Du Dich jetzt um Deine Gesundheit kümmerst.

Geh doch mal aus, zum Tanzen oder so...

Ansonsten glaub ich, dass es gut für Deine Tochter wäre, wenn sie langsam auszieht, auch ihr eigenes Leben lebt. Das ist das Alter, wo sie langsam sich abnabeln sollte.
Das heißt aber nicht, dass ihr auch trotzdem viel Kontakt haben könnt.
Es ist schon möglich, dass sie auch gerne einen Partner hätte. Aber ich glaube, das kommt schon noch; sie muss halt einfach auch mal bisschen abends weggehen, tanzen gehen, Hobbys nachgehen und ... die Augen offen halten.
Vielleicht hat sie unbewusst Angst vor einer Beziehung. Muss man halt mal gucken, woran das liegen kann.

Ich glaube, es gibt keine Erziehung, wo alles richtig gemacht wird. Alle Eltern machen Fehler.

Ich glaube, Du hast zumindest eine Menge richtig gemacht!

05.05.2015 23:15 • x 2 #15


martha_r
Ich habe deinen Thread gerade gelesen, weil ich die Überschrift gesehen hatte. Ja, wenn es mir nicht gut geht, fühle ich mich auch als Versagerin als Mutter. Genau wie du und viele, die selbst kein gutes Elternhaus hatten, wollte ich alles soooo viel besser machen. Natürlich stößt man dann irgendwann an seine Grenzen. Wir sind alles nur Menschen und das Leben verläuft nicht perfekt.

Am wichtigsten ist es, diese Selbstvorwürfe sein zu lassen.

Du bist eine gute Mutter. Das liest man aus deinen Worten sofort heraus. "Schlechte" Mütter, die Grund zum Nachdenken hätten, machen sich in der Regel eher wenig Selbstvorwürfe und zweifeln nicht an sich. Die beschuldigen eher ihre Kinder.
Kümmere dich um dich und dein Wohlbefinden.

Vielleicht ist es für deine Tochter schwer, sich abzunabeln, weil sie sich Sorgen macht um dich.
Wenn du dich um deine Bedürfnisse kümmerst, muss das deine Tochter nicht übernehmen.
Sie scheint eine sehr fähige junge Frau zu sein und sie kann sich ja auch Hilfe suchen, wenn sie unter dem Gefühl, wenig Anschluss zu haben oder keinen Freund zu haben leiden sollte. Wenn sie studiert, kann sie z. B. psycholog. Beratung an der FH oder Uni bekommen und da gibt es oft auch Gruppenangebote, wo sie auch Gleichgesinnte treffen könnte.

Du hast es so gut wie möglich gemacht und du hast bestimmt auch vieles besser gemacht als deine eigenen Eltern.

Selbstvorwürfe und Schuldgefühle bringen nichts, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Tu dir selbst was Gutes, damit es dir besser geht.

06.05.2015 18:42 • #16


Hier ist eigentlich alles schon gesagt worden!

Aber von mir bekommst du noch einen drauf gesetzt; " Du bist eine total gefühlvolle und starke Mutter, von der sich so Manche eine Scheibe abschneiden können"!

Nix da mit " Versager als Mutter"! PUNKT

06.05.2015 20:34 • x 1 #17

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Casiopeya
Ich danke euch für eure lieben Worte. Das baut einen natürlich auf. Gerade heute ist so ein Tag..
Vielleicht liegt es wirklich daran dass ich momentan etwas depri drauf bin, mag sein. Aber wenn ich mir die letzten 25 Jahre angucke, geisterte dieser Gedanke schon immer im Kopf herum.
Kindisch ich weiss.. momentan denke ich gerade an ihren 8 Geburtstag: Einen Tag vorher gabs Windpocken und wir mussten alle wieder ausladen..
Sie hat so geweint.. mich hat das wochenlang total down gemacht .. Vorwürfe mir gemacht warum wieso hat sie sich Windpocken eingefangen.
Ich weiss wie sich das anhört.
Sie findet und fand auch nie einfach Freunde , ist eher zurückgezogen.. und ich bin mir sicher dass es mit an der Erziehung liegt.
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie elendig mir zumute ist wenn sie um 24 Uhr nach hause kommt, nach Hamburger riecht ,duscht und ins Bett fällt.
Ich brüte dann noch stundenlang auf der Couch, nehme eine Tablette, denke warum gehts deinem Kind nicht wenigstens besser?
Du bist eine ätzende Mutter.. wenn du sie lieben würdest würdest du dafür sorgen dass sie es nicht tun muss. Solche Gedanken..
Manchmal.. ach Leute.. ich weiss sowas darf man hier normal nicht schreiben ... aber manchmal liege ich im Bett, ziehe die Decken total fest um mich herum..
und denke.. jetzt einfach einschlafen.. dann musst du nie mehr darüber nachgrübeln.
Casi

06.05.2015 21:03 • #18


Liebe Casi, wenn ich Deine Zeilen lese, zerschneidet es mich jedes Mal.
Du kannst die Zeit nicht mehr zurückdrehen, alles ist so wie es ist. Geh doch bitte einmal liebevoller mit Dir um, bitte. Sei lieb zu Dir. Du möchtest am liebsten einschlafen, damit Du nicht mehr grübeln mußt. Aber wer sagt Dir das Du soviel Grübeln sollst? Du änderst doch nichts mehr an der Vergangenheit. Und das Du einschlafen möchtest, was ist dann mit Deiner Tochter? Meinst Du dann geht es ihr besser? Da irrst Du Dich gewaltig. Eine Mami zu verlieren und dann noch durch einen Suizid ist wohl für ein Kind das schrecklichste was es gibt. Meinst Du nicht auch, das Deine Tochter auch einmal eine lustige Mama haben möchte? Macht doch mal was zusammen. Einfach nur so. Statt dessen grübelst Du über Vergangenheiten, die nicht mehr zu ändern sind. Das Leben findet jetzt statt und Du solltest jetzt mit Deiner Tochter die Zeit genießen, statt immer nur darüber nachzudenken, was Du hättest alles anders machen können. Es gab eine Zeit in Deinem Leben da konntest Du es nicht anders machen. Aber jetzt könntest Du es anders machen. Grübel nicht über das was nicht mehr zu ändern ist.

Der Abendschein

06.05.2015 21:33 • x 1 #19


Casiopeya
Du hast ja recht, ich habe gerade mit ihr auf der Couch gesessen und wg des Jobs mit ihr geredet. Sie sucht sich jetzt etwas anders um Geld zu verdienen , das erspart mir das tägliche schlechte Gewissen wg Rückenschmerzen und Brandblasen an den Fingern bei ihr.
Ich beneide manchmal so sehr die Frauen die glücklich geheiratet haben, ihren Kinder ein sorgenloses und feierfreudiges Studium finanzieren können, zusammen noch im Urlaub sausen..
Nicht schön von mir aber ich tue es.

06.05.2015 23:11 • #20



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