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Ich bin 51 Jahre jung, seit 10 Jahren geschieden, liebe das Leben, möchte einfach nur glücklich sein… aber das wird mir so schwer gemacht – oder mache ich es mir vielleicht selber schwer?

Habe schon seit vielen Jahren tierische Angst vorm tot sein, vorm nicht mehr auf dieser Welt leben dürfen… vorm unheilbar krank sein… vor Schicksalsschlägen... manchmal vor anderen Menschen, vor bestimmten Situationen - man redet von einer generalisierten Angststörung.

Beruflich fühle ich mich überfordert, allgemein im Leben fühle ich mich als Versager (habe bei der Erziehung meiner mittlerweile erwachsenen Kinder trotz aller guten Vorsätze total versagt, habe sie zu keinen lebenstüchtigen Menschen sondern zu Einzelgängern erzogen), habe so oft Fehlentscheidungen getroffen, gebe mir die Schuld an allem.

Mit sogenannten Freunden habe ich gerade in diesem Jahr große Enttäuschungen hinnehmen müssen - ich vereinsame immer mehr obwohl ich es gar nicht möchte. Weihnachten werde ich allein (okay, meine beiden Kinder werden bei mir sein) verbringen… 51 Jahre alt und an den Feiertagen ohne irgendeine Freundin, ohne irgendeinen Freund – welch ein Horror! Ich komme mir wie eine Aussätzige vor.

Aktuell habe ich (fast normalgewichtig) in den letzten 6 Wochen 8(!) kg zugenommen – als „Ausgleich“ und Belohnung zu meinem unglücklichen einsamen Leben gönne ich mir so gerne Schokolade und andere leckere Dinge, zudem ist auf der Couch sitzen und TV gucken für mich das scheinbar Schönste… man ist abgelenkt, man muss nicht ständig an seine Sorgen und Probleme denken.

Ich bin auf dem Weg in die Sackgasse.

Es wäre schön, wenn ich hier „angenommen“ würde und man sich hier mit mir austauscht.

11.12.2013 21:50 • 25.12.2013 #1


10 Antworten ↓


Hallo Posemuckel,
herzlich willkommen hier. Schau dich ruhig um, du bist mit deinen Problemen hier nicht alleine. Die Angst vor dem Tod kenne ich nicht. Bei mir war es eher andersrum. Ist aber wahrscheinlich auch nicht besser. Allerdings konnte ich mich bewusst für das Leben entscheiden. Na ja, bewusst für den Tod entscheiden ist wohl keine Lösung.
Aber hier sind einige unterwegs, die die gleichen Ängste haben. Geselle dich einfach dazu.

12.12.2013 08:39 • x 1 #2



Einsamkeit - fühle mich als Versager

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Hallo du glaub mir es geht dir nicht anders als vielen hier, gerade das Alleinsein ist ein großes Thema. Außerdem bist du nicht wirklich alleine deine Kinder kommen ja vorbei, freu dich darüber und wenn es dich tröstet ich verbringe schon seit vielen Jahre alle Festtage allein. Ist genau wie bei dir nicht mein Wunsch, ich denke jedoch das dies leider eine normale Entwicklung in unserer Gesellschaft ist. Du kannst damit auf 2 Arten sinnvoll umgehen. Mach dir für dich eine möglichst schöne Zeit oder versuch solche Feste bei deinen du dich alleine fühlst total zu ignorieren. Ja nach Persönlichkeit kommst du mit der einen oder anderen Strategie besser klar.

12.12.2013 10:20 • x 1 #3


Fee*72
Hallo Posemuckel..

willkommen hier in unserer Runde und fühl dich wohl hier..

vielen geht es ähnlich wie dir..ich hab auch familie,einen Mann,aber fühle mich dennoch alleine...
Schön das deine Kinder an den Feiertagen vorbei kommen...macht euch ein paar schöne Tage zusammen und versuch zu geniessen..

lg
Fee

12.12.2013 13:20 • x 1 #4


Danke an Rohdiamant, Fee*72 und Chaoslexikon.

Es stimmt, ich bin an Weihnachten zwar ohne Freunde/ohne Freundin/ohne Freund aber mit meinen Kindern - jedoch wohnen meine beiden erwachsenen Kinder (22 und 25) noch bei mir im Haushalt. Sie haben keine tatsächlichen Freunde (nur im Internet), sind außer ihrer Arbeit immer zuhause. Wie schon geschrieben habe ich es nicht geschafft, sie zu lebenstüchtigen "normalen" Menschen zu erziehen. Sie sind genau so Einzelgänger wie ich. Ich habe versagt! Ich bin schuld daran!

Junge Erwachsene, die Weihnachten in ihren Zimmern und stundenweise mit ihrer Mutter verbringen - ich bin so sehr unglücklich darüber.

An Weihnachten alleine - das kann ich für mich selber noch irgendwie akzeptieren. Nicht aber für meine Kinder. Man kann sich bzw. ich kann mir die Tage richtig schön machen, ja. Falls mich Andere fragen sollten, werd ich natürlich wieder (not-)lügen... ich würde nicht zugeben (wollen), dass ich an diesen Tagen keinen Besuch hatte, nirgendwo zu Besuch war. Vor allen Dingen nicht, dass meine Kinder Niemanden haben, nirgendwo waren.

Ich verstehe nicht, warum wir scheinbar so ungeliebt/unbeliebt sind. Keine Ahnung!

13.12.2013 22:58 • #5


He ihr seit doch gar nicht alleine ihr habt euch, das ist auch etwas wert. Schade das es dir gerade nicht bewust ist.

13.12.2013 23:57 • #6


hallo posemuckel,
eines is mir bei Ihrem bericht aufgefallen: sie haben geschrieben, dass sie geschieden sind, ihre kinder bei ihnen leben, und dass allein Sie die schuld daran tragen, dass ihre kinder zu außenseitern usw geworden sind. stimmt da was nich? wie können sie alleine an allem schuld sein, wenn ihr ex-mann der familie (also auch seinen kindern) fern bleibt? da is mindestens eine unstimmigkeit.
ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich in Ihre lage nicht hineinversetzen kann. ich bin 20 und männlich und kann mich daher wahrscheinlich eher mit ihren kindern identifizieren, aber trotzdem habe ich das sichere gefühl, dass sie ihre ausführungen unbewusst verdreht dargestellt haben. es kommt oft vor, dass menschen dazu neigen, die schuld prinzipiell sich selber anzulasten; genau wie es menschen gibt die dazu neigen, die schuld prinzipiell anderen anzulasten. versuchen sie also, trotz der situation einen kühlen kopf zu bewahren. ich hoffe es gibt mindestens eine person in ihrem leben, mit der sie über ihre familienangelegenheiten vertraut reden können. denn ich vermute, dass es notwendig ist, die familiengeschichte zumindest teilweise auszubreiten um eine vorstellung davon zu bekommen, warum sie und ihre kinder heute in dieser situation sind, woher dieses gefühl des versagens kommt und wo es ansätze gibt die sie verfolgen können, um die lage zu verbessern. sollte es so eine person in ihrem leben nicht geben, möchte ich sie dazu ermutigen, dafür das forum zu nutzen. dazu ist es da.

14.12.2013 01:30 • x 1 #7


pixeliene
Hallo posemuckel

Herzlich willkommen,auch von mir.
Generalisierten Angststörung habe ich auch,die Angst vor der Angst ist wohl die fieseste unter den Angststörungen finde ich.
Mein Therapeut hat mir gesagt.

Generell gilt: Es sind nicht die Symptome ,die Angst auslösen,sondern Ihre Bewertung der Syptome,nämlich dass diese lenbensgefährlich sind.
Je weniger panische Gedanken mann sich macht,umso weniger Panik verspürt mann.

Ich mache jetzt immer diese Atemübung:

Atme etwas tiefer ein,als gewöhnlich und atme in einer Bewegung wieder aus,d.h. ohne den Atem nach dem Einatmen anzuhalten.
Wenn ich ausgeatment habe halte ich den Atem für ca 6 bis 10 Sekunden an.
das mache ich so 6 bis 9 mal,maches mal auch bis zu 1 Std.bis ich ruhiger geworden bin.

Ich wünsche dir einen schönen 3. Advent.

15.12.2013 15:05 • x 1 #8


Hallo posemuckel,

auch von mir ein willkommen im Club.

Du solltest versuchen, die Schuld nicht bei dir zu suchen. Deine Kids sind vllt nicht ohne Grund bei dir. Hast du ihre Beweggründe schon mal erfragt?
Ich für meinen Teil ( bin auch 51) finde es gar nicht schlecht, wenn die Familie zusammen ist. Ich lebe nun auch seit Monaten alleine. Mit zunehmendem Alter habe ich festgestellt, daß ich in Punkto Freundschaften pflegen auch nachgelassen habe. Den Freunden geht es aber auch so. Also ist das für mich ok.
Genieße doch einfach die Zeit. Sterben werden wie alle mal, daß war schon seit unserer Geburt klar und unausweichlich. Habe da ein Gedicht für dich:

Genieße das Leben, auch wenn du in Not bist.
Was hast du vom Leben, wenn du erst tot bist?

LG und Kopf hoch....

17.12.2013 08:31 • #9


Leider komme ich erst heute dazu mich noch mal zu Wort zu melden. Ich bin Vollzeit berufstätig und renoviere zur Zeit abends nebenbei meine Wohnung, da geht natürlich alles nur Stück für Stück für Stück und alles dauert ewig lang.

@ Chaoslexikon: Sicher ist es was wert, dass meine Kinder und ich uns haben. Natürlich weiß ich das auch zu schätzen, ich bin dankbar dafür. Aber mir wär's lieber und mir ging's wesentlich besser, sie würden ab und zu mal z. B. zum Essen reinschauen und ansonsten fast immer unterwegs sein, beim Sport, mit Kollegen oder bei Freunden – was ich für Menschen im Alter von Anfang bis Mitte 20 total normal fänd. Andere Mütter müssen darum bitten, dass sie Kinder überhaupt irgendwann mal zu Gesicht bekommen. Dieses ständige zuhause sein meiner Kinder (außer wenn sie auf der Arbeit sind) macht mich fertig!

@ Brian: Vom Erzeuger meiner Kinder habe ich mich vor 10 Jahren getrennt. Ich habe keinen Kontakt zu ihm. Von ihm war und ist nichts zu erwarten. Wir drei wurden früher jahrelang (vor seinem Auszug) immer nur als „Lälles“ und „Dummschwätzer“ betitelt, er sah sich als der große Macher, weil er das Geld verdiente. Würde man ihn auf evtl. Fehler in der „Erziehung“ ansprechen, würde er behaupten, dass er alles richtig gemacht habe, auf mich zeigen und sagen, dass ich die Kinder „verweichlicht“ habe, dass also alles meine Schuld sei. Anstatt sie alle 14 Tage am Wochenende zu sich zu holen, hat er lieber Sport getrieben und die Kids ab und zu (nicht wöchentlich) abends zum Döner oder Pizza essen abgeholt und sie danach wieder heim gebracht. Da kann natürlich keine Erziehung stattfinden geschweige denn ein persönliches Verhältnis zu den Kindern aufgebaut werden – ich war also ganz alleine „zuständig“ für Alles.

Und ja, ich habe es mir angewöhnt, für alles und jedes die Schuld bei mir zu suchen. Reden über alles kann ich nur mit einer Person, einer Verwandten, die aber selber viele Probleme hat.

@ pixeliene: Lieben Dank für die Atemübung, sie macht einen tatsächlich ruhiger.

@ okok: Meine Kids sind mangels anderer Möglichkeiten bei mir. Wenn man keine Kontakte hat, dann ist man halt eben immer zuhause. Auch als junger Erwachsener.
Den Satz „Sterben werden wir alle mal“ bekomme ich sehr oft zu hören – da kommt in mir schon wieder die riesengroße Angst hoch … ja klar werd auch ich sterben … und das ist so schrecklich … und unausweichlich. Ich will nicht sterben, möchte trotz aller Probleme und Widrigkeiten, die es im Leben gibt, ewig leben!
Danke für's Gedicht, für den ersten Teil jedenfalls, im zweiten kommt leider der Tod vor.

Zum Thema Freundschaften pflegen … ich meine, dass ich mich immer mehr um Andere bemühen muss, als sich Andere um mich bemühen. Merke, dass Andere sich ganz oft nur um sich selber drehen. Ich bin bestimmt nicht ganz so einfach zu händeln, sehe Dinge eher nüchtern und kritisiere eher als das ich Beifall klatsche, sehe nicht ein, mich ständig nach der neuesten Mode zu kleiden und bin aber trotzdem nicht altbacken oder unmodern gekleidet … ich bekomme nicht gerne Besuch, lade daher auch nicht leichtfertig Leute ein.

23.12.2013 22:40 • #10


na das klingt ja schon deutlich anders. es ist tragisch, dass deine ehe so gescheitert ist, aber wenn ich mir so durchlese, wie der typ so drauf war, kann ich mir beim besten willen nicht mehr vorstellen, dass die trennung und die schwierige situation in deiner familie deine schuld ist. gab es denn eigenlich einen grund dafür, dass deine kinder bei dir blieben? wurden sie von ihrem vater verstoßen oder fühlten sie sich bei dir einfach wohler?

und noch eine sache: wann hat diese einsamkeit und dieser ganze todesangst-wahnsinn denn angefangen? war das schon immer oder hat sich das mit der trennung/scheidung erst entwickelt?

25.12.2013 02:14 • #11



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