Weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll, bin ja auch noch neu in diesem Forum!

Es war so viel los, vor einigen Wochen! Das Wohnzimmer wurde umgestaltet, wir haben renoviert und neue Küche bekommen, dann mußte ich für einige Tage ins Krankenhaus (Schilddrüsen-OP), dann kam der Geburtstag unseres Sohnes, packen und schon ging es in den Urlaub, nach Italien - 19 Stunden Fahrt (1 Nacht schliefen wir gar nicht). Unser Sohn (ADHS) hat schon vorher, wegen der ganzen Umstellung am Rad gedreht, fing auf einmal an, nervlich durchzudrehen, mußte brechen, Magenkrämpfe, zitterte, heulte usw. Nach 3 Stunden Pause konnten wir weiter fahren, dann noch 2 Stunden Stau - wir waren völlig fertig, als wir ankamen! Dann brauchte Sohnemann noch fast 1 Woche, ehe er klar kam. Gegen 21.00 Uhr waren beide Kids im Bett, gegen 0.00 Uhr kehrte bei Sohnemann endlich Ruhe ein, er saß auch da heulen auf Klo, in der 2. Woche war das endlich vorbei und wir hatten einen ruhigen Resturlaub, um dann wieder 15 Stunden zurück zu fahren.

Dann hatte mein Mann noch 1 Woche Urlaub und heute muß er wieder arbeiten. Kaum standen wir auf, stand schon ein action-geladener Sohnemann da. Ich bin Morgenmuffel, brauche Anlaufzeit.....als wir am Frühstückstisch saßen (Tochter schlief noch), meinte mein Mann auf einmal, am besten würde ich für 6 Wochen in eine Klinik gehen, meine Nerven wären ja total runter. Unser Sohn nervte mich schon, kaum daß er den Mund aufmachte.
Ich sehne mich so sehr nach Ruhe, nach Totenstille. Keines der Kinder darf mir irgendeine Frage stellen, schon nervt es mich. Ich bin innerlich total kribbelig. Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn ich keine Kinder bekommen hätte! Sie tun mir leid. Unsere Tochter ist eine ganz liebe und ruhige, Sohn mit schwerem ADHS nunmal schwierig - sobald einer von beiden schon "Mama" ruft, rolle ich die Augen gen Himmel!

Ich fühle mich wie eine Rabenmutter, die Kids tun mir leid. Wie kann ich nur in dem Umfeld meine Nerven aufbauen? Aber, wie kann ich in "dem" Urlaub mal eben die Nerven aufbauen, die in all den Wochen vorher kaputt gegangen sind? Und als Angstpatient zur OP ins Krankenhaus, die letzten Wochen vorher waren grausam - und das noch mitten im Küchenchaos!
Sonntag fahren beide Kids mit meinen Eltern in Urlaub!! Ich hoffe, dann was zur Ruhe zu kommen - 10 ganze Tage! Totenstille, himmlisch!

Wie baut man Nerven auf?? Was kann ich tun?

21.07.2008 08:19 • 21.07.2008 #1


11 Antworten ↓


Huhu,

als erstes: Du bist KEINE Rabenmutter!

Jeder Mensch braucht mal Ruhe, muss seine Batterien mal aufladen...
Und das was Du da mit durchmachen musstest oder musst, wäre für jeden anstrengend..
Wenn man dann noch selber mit der Angst zu kämpfen hat wird das irgendwann zuviel, ganz logisch.

Wenn Du Deinem Körper und Deiner Seele keine Ruhe gibst oder geben kannst, gibt es irgendwann einen große Knall und sie holen sich das alleine, was sie brauchen..

Eine Kur machen, oder einige Wochen in eine Klinik zu gehen ist sicherlich nicht verkehrt und auch ich würde es machen um einmal richtig aufzutanken, jedoch glaube ich dass das "Glück" dort nicht von langer Dauer sein wird, da Du dann eben in diese Situation wieder zurückkehrst und alles wieder von vorne beginnt.

Es ist deshalb wichtig, an der Situation daheim etwas zu ändern.
Es gibt viele Möglichkeiten, sich mal Freiraum für Dich einzuräumen.

In erster Linie muss dort Dein Mann mitspielen..
Ich gehe mal davon aus, dass Du Hausfrau bist. Ihr könntet z.B. abmachen, dass Du jeden Abend eine Stunde oder zwei für Dich hast und er dort die Kinder alleine betreut und auch darauf achtet, dass Du nicht gestört wirst..
Diese Zeit kannst Du dann eben Gestalten, wie es Dir kraft gibt..

Ich bin ja ein großer Fan von Meditation etc..
Diese gibt es einmal aktiv und einmal passiv.. das Passive kann sich wie eine Traumreise gestalten und im aktiven beschäftigt man sich mit Dingen, die einen sogenannten medialen Zustand verursachen.
Bei mir ist das zum Beispiel das Malen und Zeichnen. Wenn ich das mache, vergesse ich um mich herum die Welt und bin auch kaum ansprechbar..

Weitere Möglichkeiten die mir grade einfallen sind:

- Autogenes Training od. progressive Muskelentspannung

- leichte Sportarten

- erlernen eines Instrumentes oder eben musizieren falls man schon eines beherrscht.

- spazierengehen


Dieses gestaltet man sich jedenfalls ganz nach seinen eigenen Bedürfnissen.
Ich finde es wichtig, dass Du sowohl mal Dampf ablassen als auch mal Ruhe tanken kannst.


Ich kenne jemanden der ebenfalls eine leichte Art von ADHS hat, er ist sehr hyperaktiv, immer hibbelich etc.

Er hat zum Beispiel einen großen Gymnastikball wo er drauf sitzt, keinen Stuhl.. Damit kann er rumhopsen wenn er hibbelich ist, ohne dabei gefährlich mit dem Stuhl zu wackeln z.B..
Ich denke gelesen zu haben, dass diese Menschen viel Bewegung brauchen, schonmal darüber nachgedacht mal mit ihm zum Sport zu gehen? So kann er sich auslasten.. (Ich weiß ja nun nicht, wie schwer Dein Sohn erkrankt ist?)
Es gibt bestimmt sicherlich auch viele Angebote für Kinder mit ADHS. Vielleicht musst Du ja noch nichtmal dabei sein, und kannst in dieser Zeit 2 mal die Woche zusätzlich nochmal Zeit für Dich einräumen, ohne das Gefühl zu haben Dein Kind abschieben zu wollen!
Oder daheim eine Beschäftigung einräumen, wo er sich nach Möglichkeit alleine beschäftigt für einen Zeitraum.

Unterstützend gibt es auch viele pflanzliche Mittel (Bachblüten, Baldrian etc) um eine Seele etwas auszugleichen.. (Ich bin nicht so der Fan von chemischen Mitteln. Solange man es vermeiden kann nehme ich auch nichts, selbst wenn ich 3 Tage mit Kopfschmerzen rumrenne).
Die kannst Du sowohl für Dich als auch für Deinen Sohn positiv nutzen.



So, ich hoffe Du konntest mit meinen Tipps ein bischen was anfangen!


lg, sherlock

21.07.2008 10:22 • #2



Heilige Nerven

x 3


aiM
Das Gefühl ist gut! 10 Tage frei! 10 Tage Freiheit! Du hast liebe Eltern, dass sie sich um Deine Kinder kümmern!

Ich würde die Zeit einfach auf mich zukommen lassen und mir die Freiheit nehmen, dass zu tun wozu ich Lust habe. Das wird vielleicht so aussehen, dass Du erst einmal ausschläfst. Dann in Ruhe frühstückst und Dir überlegst was Du machen möchtest.
Gut wäre es auch zu überlgen was bei Dir zu kurz kommt. Zeitlich! Bei mir waren es immer der Friseur, Kosmetikerin und mal in Ruhe bummeln gehen. Oder einen Spaziergang bei dem man die Seele baumeln lassen kann. Das könnte man dann in de Zeit machen.
Nach und nach setzt dann auch die Erholung ein. Doch für eine richtige Erholung von Deinem Alltag sind diese Tage eindeutig zu wenig. Mach Dir also nicht zu grosse Hoffnungen, dass Du nach den Tagen wieder voll fit bist.

Mia

21.07.2008 10:32 • #3


Hallo Lucky 70,

Hast Du schon mal mit Deinem Hausarzt, bzw. mit dem Kinderarzt über die Möglichkeit einer spezialisierten Mutter-Kind-Kur gesprochen?

Wenn Dir das jetzt völlig daneben erscheint, weil Du ja eigentlich nach Distanz und Abstand von Deinem Sohn strebst, dann kann ich das gut verstehen....ist halt nur so, dass Ihr ja alle Dauerhaft miteinander klar kommen müßt...und wie ich von einer Bekannten gehört habe, dann gibt es da einige spezialisierte Kliniken und Zentren, die da in der kurzen Zeit doch schon Recht gute langfristige "Erfolge" erzielen können...Du bist überreizt und überfordert und Dein Sohn auch...Mann und Tochter reagieren anders...aber gestresst und überreizt sind sie auch ...Das ist ja nichts, was Du alleine damit aus der Welt oder in den Griff bekommen kannst, dass DU alleine mal 10 Tage oder 6 Wochen Pause bekommst...letztlich würde dabei "nur" rauskommen: Wenn mein Sohn aus dem Haus ist, geht es mir besser..."das macht Dir ja jetzt schon Schuldgefühle...

21.07.2008 10:39 • #4


ui, vielen lieben Dank für Eure Ratschläge.....

Sherlock, ich denke auch, eine Kur o.ä. wäre eine Art Auszeit, aber wenn ich wieder zu Hause bin, dann holt mich der Alltag schnell wieder ein. Ich habe 2 Kuren mit den Kindern hinter mir, weil die Beziehung zwischen Simon und mir so eng ist, riet der Kinderarzt von einer Trennung ab. Die Erholung hielt so etwa für 4 Monate an....ich denke auch, ich muß hier, jetzt, im Alltag was verändern!

Ich habe mit walken angefangen, nach unserem Urlaub, mit Stöcken, habe ich in der Kur kennengelernt. In der Zeit parke ich Simon vor der Glotze oder dem Computer, ist mir in dem Moment egal! Wenn er mit käme, hätte ich keine Ruhe, alleine lassen geht anders nicht, sonst fackelt er evtl. das Haus ab! So hole ich in vor dem Fernseher oder Computer wieder ab, er bekommt nichts mehr mit - ich kann mich auspowern und die Stille im Wald genießen!

Ja ich bin Hausfrau. Tja, mein Mann muß mitspielen. Früher war er viel auf Geschäftsreise, mit dem neuen Job ist er zwar abends da, bemüht sich auch so da zu sein, daß er Simon ins Bett bringen kann, wenn ich Glück habe, ist das so gegen 20.00 Uhr....die schwierige Zeit, so ab 18.00 Uhr (dann wirkt das Ritalin nicht mehr), habe ich alleine....aber an solchen Dingen müssen wir dringend arbeiten! Früher ist alles an mir hängen geblieben, auch da muß mein Männe umdenken....!
Aber ist ja interessant, wie Du darüber denkst. Ich habe von meiner Mutter beigebracht bekommen, daß die Frau alles alleine packen muß - was ich jahrelang praktiziert habe...bis zum Zusammenbruch! Und umdenken ist so schwierig, langwierig....

Du malst auch? Ich habe in der Kur damit angefangen. Allerdings habe ich keine Lust zu malen, wenn Simon mich ständig unterbricht oder stört. Ich male mit Acryl, mische die Farben selbst und die Farbe trocknet so schnell, mal eben aufhören ist schwierig! Also male ich nur selten, wenn ich Ruhe habe....
Ich habe mir eine CD mit Entspannung nach Jacobson gekauft, mal sehen! Im Zweifelsfall muß ich Simon eine Eieruhr stellen, vorher darf er ich nicht stören! Es muß doch eine Möglichkeit geben, auch mal zu HAuse Ruhe zu kriegen!
Das mit dem Instrument ist gut, auf die Idee bin ich noch gar nciht gekommen! Ich habe mal Klavier gelernt...da kann ich mich schnell zurückziehen und eine Auszeit nehmen!

Ja, da bist Du richtig informiert. Diese Kinder brauchen Bewegung. Da SImon als kleines Kind ständig Termine hatte, weigert er sich, noch mehr anzunehmen. Zumal er 1x pro Woche Psychotherapie und 1x pro Woche Förderung Rechenschwäche hat. Seit kurzem lernt er Gitarre. Da er täglich üben muß, zu den Hausaufgaben, hat er absolut keine Lust, noch mehr zu machen. Aber er ist ein Draußen-Kind. Sobald das Wetter einigermaßen mitspielt, ist er draußen, mit Go-cart, Fahrrad o.ä., das reicht schon.....darf nur nicht viel regnen (dann hole ich das kl. Trampolin raus!)...

Mit den Bachblüten muß ich mal gucken, wir haben eine Apotheke in der Nähe, die hat ganz viele Globulies. danke......

21.07.2008 13:33 • #5


Ja Mia, ich bin schon froh, daß meine Eltern helfen! Allerdings sind das mehr sporadische Hilfen, sie lieben das Reisen! Aber seit ich letztes Jahr im Oktober die rote Karte bekommen habe (stand wieder kurz vor burn-out), haben sie die Fahrten für die Rechenschwächeförderung übernommen (wenn sie da sind), nehmen die Kids auch so schonmal für 1 Nacht, 1 Tag, je nachdem wie sie Zeit haben. In den Osterferien sind sie seit 4 Jahren weggefahren, dieses Jahr kommen noch die 10 Tage hinzu. Nächstes Jahr Osterferien können sie leider nicht, mal sehen, dafür wollen sie in den Sommerferien wieder länger als 10 Tage fahren...
Ohne das würde ich wohl auf dem Zahnfleisch gehen!

Oh ja, kenne ich auch! Bummeln, einfach mal shoppen, ohne auf die Uhr zu sehen....das habe ich auch schon vor! Oder mit einer Freundin treffen, ohne Kinder, in Ruhe....und ich möchte malen, ein großes Bild für unsere Eßecke! Das kann ich dann tun, ohne aufhören zu müssen....
Tja, das mit der Erholung habe ich meinem Mann auch schon gesagt, als der heute Morgen meinte, er verstehe das nicht, wir hätten doch Urlaub gehabt! Urlaub?? Wo?? Wir waren weg, hatten einen Ortswechsel und am Strand auch einige Stunden Ruhe, wo er im Sand gespielt hat!

Und ich denke auch, die 1 erholsame Woche ist einfach zu wenig, um alles auszugleichen.....

Ich muß Möglichkeiten suchen, Pausen zu Hause zu finden! Ich muß es endlich schaffen, mein Leben zu ändern, sonst komme ich nie da raus!

21.07.2008 13:39 • #6


Cathy, ich habe 2 Mutter-Kind-Kuren hinter mir. In der ersten war Simon zum Schluß sehr krank, stand kurz vor der Lungenentzündung. In der 2. waren die Abende schwierig, da er vor lauter ungewohnter Geräusche nicht schlafen konnte und mittags bei mir essen wollte, er kam mit den ungewohnt vielen Kindern nicht zurecht, kam nicht zum Essen, weil er zu sehr abgelenkt war.

Wir haben das beste draus gemacht, es war schon mal sehr angenehm, alleine keine Förderung zu haben, haushaltstechnisch nichts zu tun - ich habe in der Zeit kaum gewaschen u.ä. gemacht!! Einfach mal Pause! Ich könnte auch wegen Simon jedes Jahr versuchen in Kur zu gehen, aber mir graut es auch davor, weil er sich mit Umstellungen so schwer tut. Und ich habe kein reines ADHS Haus gefunden, sondern eines, in dem sich sich damit auskennen und was sehr groß war. Ich hätte lieber ein kleines gehabt, spezialisiert auf ADHSler, aber anscheinend gibt es das nicht.

Damit er inpunkto Schule nichts versäumt, bzw. einen anderen Lehrer bekommen muß, fahre ich nur in den Ferien. LEtztes Jahr ist dafür der Urlaub mit meinem Mann drauf gegangen, wir waren in den SOmmerferien weg. Wir haben uns darauf geeinigt, daß wir höchstens alle 2 Jahre in Kur gehen, damit auch die Familie was hat...wäre also nächstes Jahr. Mal sehen!
Mir würde es mehr bringen, wenn ich ohne Simon fahren würde, aber dann gerät für ihn ja alles aus den Fugen, weil Mama auch noch weg ist....ich werde nächstes Jahr mal sehen, was ich so an Kurhäusern finde! Das, was ich ganz toll fand, in der Kur - die haben ein Programm für Problemkinder und Mütter angeboten. Wir haben zusammen geturnt und Dinge gemacht. Es war richtig schön! Die nannten das Distanz und Nähe. Mal was anderes als Förderung und Probleme! War richtig klasse!

Es hat sich eine Kurnachsorgegruppe gebildet. Wir treffen uns außerhalb der Ferienzeit 1x pro Woche, machen zusammen Entspannung und besprechen dann einiges. Wir haben schon gesagt, daß wir versuchen wollen, zusammen Kur zu machen. Vielleicht bietet sich dann ja auch die Möglichkeit, gegenseitig auf die Kids aufzupassen, damit man mehr Freiheit hat, mal sehen, was sich daraus ergibt!

Was meinst Du für spezielle Kliniken? Kurkliniken? Ich bin für jeden Tipp dankbar!!

Oh ja, mit den Schuldgefühlen, stimmt schon...alles steht und fällt mit mir. Wenn ich gut drauf bin, ruhig, geduldig, dann klappt alles, dann ist Harmonie da. Aber die letzten Monate waren so anstrengend, ich habe die Nerven nicht mehr dafür, ruhig zu sein...und das färbt auf Simon ab...

Die Kinder fahren ja seit 4 Jahren mit meinen Eltern für 2 Wochen weg. Bisher war es so, daß ich die Zeit herbeigesehnt habe, einmal Ruhe, Totenstille, einmal einige Abende Ruhe, kein Kind, was ständig aus dem Zimmer kommt, bis fast 22.00 Uhr....himmlisch. Je näher der Termin rückte, desto mehr habe ich geheult, als sie dann weg waren, habe ich die Ruhe genossen und nach den 2 Wochen war ich dann soweit, daß ich mich tierisch auf die beiden gefreut habe. Ja, die 2 Wochen machen nicht alles wett, sind eigentlich zu wenig, um richtig aufzutanken, aber um mal Luft zu holen, reichen sie, sind besser als nichts.
Und sie helfen uns beiden, daß wir eine Pause bekommen und uns danach wieder auf die Kids freuen können.....

Tja, alles läuft irgendwie darauf hinaus, daß ich es zu Hause schaffen muß, was zu ändern.......

21.07.2008 13:53 • #7


aiM
Ich kenne noch dieses Brett mit den Rollen drunter! Das fand mein Sohn damals supergenial. Oder eine Art Hängematte/Höhle. Ich weiss nicht ehr wie das Teil genannt wurde. Hing von de Decke und Junior konnte darin stundenlang schaukeln und sich verstecken. Was er auch gern angenommen hat! Das schaffte mir kurzfristig kleine Auszeiten. Oder Trampolinspringen, da konnte er sich so doll auspauern wie er es brauchte.
Wir haben damals auch eine Ernährungsumstellung vorgenommen. Denn über eine spezielle Diät haben wir festgestellt, dass gewisse Nahrungsmittel die Zappeleien auslöste. Und wir waren regelmässig bei einer Pysiotherapeutin. Erst war er mit ihr allein und dann später in einer ausgewählten Gruppe. Das war toll, die haben da die witzigsten Sachen gemacht. Einen Teil davon haben wir übernommen und zuhause auch gemacht!

Auf Neuharlingersiel gibt es eine Mutter-Kind-Kur mit Schwerpunkt ADHS. Ich habe viel Gutes davon gehört!

Liebe Grüße

Mia

21.07.2008 14:19 • #8


Mensch, stimmt, die Kurkliniken bieten ja auch spezielle Kuren an, ist wohl meistens außerhalb der Ferien......stimmt!!

Hihi, hatten unsere Kinder dieselbe Therapeutin? Er hat jahrelang Ergotherapie gehabt und uns wurde so eine SChaukelhöhle von Ikea empfohlen, ist wie ein Sack mit einem aufblasbaren Kissen drin. Als er kleiner war, ist er sogar darin eingeschlafen.....irre!!
Das Brett hatten wir mal versucht, aber irgendwie hatte er motorisch so Probleme, wir haben es weggetan.

Wenn er nicht raus kann, holen wir auch das Trampolin raus, allerdings wird er dadurch total kirre, ist danach total überdreht, aber immerhin ausgepowert!

Wir hatten den Kinderarzt auch mal auf Ernährung angesprochen, er hatte uns davon abgeraten. Ein Allergietest hatte nichts ergeben.
Ich weiß nur, daß er gelbe Limo meiden soll, wegen des Farbstoffes und wir schränken Zucker ein, was das Kribbelige unterstützen würde.
Kaugummi liebt er - und hilft wohl laut Ergotherapeutin.
Und (außer im Urlaub!) wir verzichten fast komplett auf irgendwelche Fertigessen, Fertigsoßen usw. enthalten KOnservierungsstoffe, die für ADHSler auch nicht so gut sein sollen. Also Soßen usw. mögl. selbst machen! Habe, damit es auch mal schnell gehen kann, z.B. großen Topf Nudelsoße gekocht und portionsweise eingefroren....
Mehr weiß ich auch nicht. Gibt es noch mehr?

21.07.2008 15:02 • #9


Huhu,


wäre die Zeit, während er Gitarre spielt, nicht ideal für Dich zum entspannen?

Wenn Du wieder Klavier oder Keyboard spielst hat das auch einen doppelten Sinn: Klassische Musik wird Deinen Simon bestimmt auch positiv aufs Gemüt schlagen..

Ich kann nur nochmal zum Gymnastikball raten.. da kann er rumwippen wie er möchte, das macht Spaß, ist ausserdem auch noch gesund für den Rücken weil man automatisch grade drauf sitzt!

Bei der Ernährung.. Wenn es nicht zu sehr stresst, kann Simon ja auch mal helfen? Weiß nicht wie sicher er im Umgang mit einem Messer ist aber Gemüse abwaschen oder abschälen das kann man ja schon in relativ jungem Alter machen..

zum Malen nochmal.. Ich habe im Kindergartenalter angefangen, richtig zu zeichnen - da wo andere grade anfingen Strichmännchen zu krickeln.

Seidenmalerei, Fensterbilder, Keramikfiguren anmalen - dies sind Dinge, die man auch mal unterbrechen kann..
Kreative Tätigkeiten wirken sich zumindest auf jede Weise positiv auf das Unterbewusstsein aus..

Du brauchst keinerlei Schuldgefühle habe..
Das klassische "Mama = Haushalt; Papa = Arbeit" ist doch schon lange nichtmehr möglich.. und auch nichtmehr nötig..

Denke daran, dass Du Deinen Kindern auch nichts geben kannst mit einem Burnout-Syndrom und Zusammenbruch..
Irgendwann ist das Fass einfach voll..

21.07.2008 16:16 • #10


Sherlock, die Idee ist nicht schlecht! In der Kur haben wir auch Seidenmalerei gemacht, außerdem mit Speckstein gearbeitet u.v.m. Müßte ich mich mal wieder mit befassen und Ideen sammeln, damit ich was Kreatives zu tun habe....aber irgendwie bin ich immer so in meinem Trott drin, daß ich gar nicht auf die Idee komme, mich mal zu bewegen!

In der Kur war das kein Problem, da ging das, aber zu Hause....?

Wir haben z.B. Muscheln mitgebracht, daraus wollte ich ein Windspiel basteln, gut, wir sind erst 1 Woche zurück, aber die Muscheln liegen noch immer herum....

Also wenn Simon Gitarre spielt, ist er recht laut, er singt auch dabei. Er hat in einer Gruppe Unterricht, der Lehrer ist super klasse. Die lernen spielerisch, singen sofort mit und da er sehr musikalisch ist und das seine Leidenschaft ist, - wenn er spielt und singt, ist keine Ruhe im Haus....

Hm, mit dem Ball, das habe ich auch schon gelesen. Er macht aber noch immer unter Aufsicht in der Küche Hausaufgaben, das soll auch noch eine Weile so bleiben. Da hat er weniger Reize, ist konzentrierter und oft sitze ich noch daneben. Und da auf einem Ball? Wir essen ja auch da. Wobei, morgens und abends, wenn das Medikinet nachläßt, wäre das sicherlich eine Erleichterung....aber sind die denn so hoch wie Kinderstühle? Auf so einem Tripp Trapp sitzt er im Moment nämlich noch.

Ich mache leider zu selten was mit den Kindern. Wenn ich die HAusaufgaben und Förderung erledigt habe, habe ich schon keinen Nerv mehr und bin froh, wenn er zum Spielen nach draußen geht und ich Ruhe habe. Ist leider so. Ich weiß auch nicht. Schade eigentlich. Sie werden so schnell groß! Meine Schwiegermutter backt mit ihnen Plätzchen, macht Pudding usw., sie hat da wohl mehr Nerven, als ich.

Wir haben mal zusammen Pizza gemacht, dabei lief ein Hörbuch, das war mal schön. Aber leider ist das selten. Läuft kein Hörbuch, steht sein Mund nicht mehr still, nicht nur brabbeln, sondern auch fragen ohne Ende - und irgendwann kann ich nicht mehr.

Ich habe aber das typische Hausfrau/Mannbild bis zum Zusammenbruch perfekt beibehalten!! Und das, was man gelernt hat, mal eben auszutauschen ist schwierig....nur wenn ich mir überlege, daß mein Mann täglich 2 Stunden im Auto sitzt, dann noch mind. 8 Stunden im Büro arbeitet, während ich - wenn es mir nicht gut geht - vielleicht mal koche und mit unseren Hunden rausgehe und ansonsten auf der Couch hänge, dann fühle ich mich wie ein Versager, wenn er sich auch noch abends um die Kinder kümmern soll.....ich habe eh das Gefühl, eher eine Belastung, als ein wirklicher Partner zu sein!

21.07.2008 17:48 • #11


aiM
Du bist keine Belastung für Deinen Partner. Du leistest Großes, bis zur Selbstaufgabe. Da müssen Pusen drin sein. Ohne die bist Du sonst bald wieder dort wo Du schon einmal warst! Gehe sorgsam mit Dir um! Du wirst noch gebraucht!

Kinder brauchen aber auch den Vater! Gerade für die Jungs ist es wichtig, dass der Vater mal für sie da ist. Erst recht wenn die Kids ASHS haben. Väter spielen anders mit den Kids als die Mütter und genau diese Veränderung brauchen sie. Dein Mann kann sich ruhig mal um sie kümmern. Vielleicht um Simon und Du hast dann Zeit enspannt für Deine Tochter da zu sein?

Gibt es diesen Ball, den sherlock meint, nicht auch in so einem Gestell? So dass man den Effekt vom Ball hat, er aber damit nicht abhauen kann?

Zucker ist nicht gut für die Kids. Das ist wie als wenn man Öl ins Feuer schüttet. Wir sind auf Süssstoff umgestiegen. Ist gesundheitlich nicht der Bringer, aber ich dachte mir, der Zweck heiligt die Mittel.
Ich habe Nudelsaucen in allen Variationen und großen Mengen gekocht und dann eingefroren. Da musste ich dann nur noch die Nudeln kochen. Fast so wie Du! Auch Apfelmus habe ich auf diese Weise gemacht, denn finde mal ein Apfelmus, dass nicht mit Zironensäure verfeinert wurde.

Die Ruhe für Kreativität zu finden ist im Alltag sehr schwer. Fast unmöglich! Leider! Ich habe in der Zeit auch viele Dinge reduziert oder eben in die Abendstunden gelegt! Das war dann meine Zeit!

Liebe Grüße

Mia

21.07.2008 18:22 • #12



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag