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Liebe Community,
Ich habe ein Thema, das ich gerne ansprechen würde weil es mich sehr belastet.
Ich habe Bindungsangst, wahrscheinlich weil ich in meiner Kindheit sex. missbraucht wurde. Ich hatte noch nie eine Beziehung (bin auch erst 19), aber kriege Panik, wenn etwas ähnliches entsteht. Sofort wenn etwas mit einem Mann zu eng wird, fühle ich mich, als würde mir jemand die Luft nehmen. Egal wie sehr ich die Person vorher mochte - sobald es in Richtung offiziell geht, möchte ich wegrennen.
Es geht nicht um die körperliche Nähe, sondern um das Wissen, dass eine Beziehung endgültig ist. Es fühlt sich für mich an wie ein Zustand, aus dem ich nicht mehr flüchten kann, obwohl ich es mir so sehr wünsche. Meine Therapeutin meinte, dass ich wahrscheinlich meine Gefühle 'abtöte', quasi als Schutz.. Das tut mir gegenüber den Männern/ Mädels nur so Leid. Ich möchte sie nicht verletzen, aber kann auch nicht mit ihnen zusammen sein

Ich hasse diesen Teil von mir, weil ich einfach normal sein möchte.
Ich wäre euch so dankbar, wenn ihr eure Erfahrungen teilen könntet. Vielleicht können wir uns gegenseitig helfen?

Umarmung von O.

02.05.2021 20:04 • 16.05.2021 #1


14 Antworten ↓


cube_melon
Hallo und Willkommen

das tut mir sehr Leid das Du so etwas erlebt hast.

So was ist ein Trauma und das Unterbewusstsein entwickelt auch entsprechende Schutz- und Abwehmechanismen. Und ich denke das dies der Grund ist warum Du potenzielle Partner auf Distanz hälst.

Aus diesem Grund würde ich das gut mit deiner Therapeutin hinterfragen in wie weit Du überhaubt bereit für eine Partnerschaft bist.

02.05.2021 20:54 • x 2 #2



Fühle mich bedroht vor zu engen Bindungen

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Liebe Community,
Sorry dass ich so kurz aufeinanderfolgend etwas schreibe. Aber mir geht es nicht so gut.
Ich habe starke Beziehungsangst und stecke gerade in einer Situation, die mich einengt. Ich habe zu meinem besten Freund ein vertrautes Verhältnis entwickelt, quasi die Vorstufe vom Zusammensein. Das ging von uns beiden aus und ich hatte wirklich Gefühle für ihn. Den Rat meiner Therapeutin befolgend sage ich mir immer wieder,dass eine Beziehung ungefährlich ist. Dass ich die Kontrolle über mein Leben behalte. Und doch fühlt es sich so an, als würde mich etwas bedrohen, wenn ich eine feste Bindung eingehe.
Ich weiß nicht mehr weiter und habe keine Idee, wie ich mich dem Freund gegenüber verhalten soll. Er ist sehr verständnisvoll, allerdings mit Mädels auch schon erfahrener und fordert entsprechend Gefühle und Nähe ein. Ich möchte ihn auf keinen Fall verletzen, aber kann auch keine Beziehung eingehen, wenn ich Panik bekomme.
Leider habe ich dieses Gefühl bis jetzt bei allen Männern gehabt. Die Verliebtheit und der Wille waren da,aber es ist an dem Offiziellen gescheitert - allerdings nur bei Männern, denn bei Frauen habe ich mich wohler gefühlt. Falls das eine Rolle spielen sollte.

Auch jetzt ist in mir die Angst, längst gefangen zu sein in einer Bindung, die ich nicht haben möchte. Gleichzeitig hasse ich mich dafür, weil ich auch eine normale Partnerschaft eingehen möchte und niemanden mehr verletzen will.
Kennt ihr so ein Gefühlschaos?
Ich danke euch fürs 'Zuhören'.

Umarmung von O.

03.05.2021 15:58 • #3


Icefalki
Zitat von Stärkchen:
längst gefangen zu sein in einer Bindung,


Wie kommst du auf die Idee, dass man in einer Beziehung gefangen ist?

03.05.2021 16:02 • x 1 #4


cube_melon
Zitat von Stärkchen:
Und doch fühlt es sich so an, als würde mich etwas bedrohen, wenn ich eine feste Bindung eingehe.

Zitat von Stärkchen:
allerdings mit Mädels auch schon erfahrener und fordert entsprechend Gefühle und Nähe ein.

Versuche mal diese beiden Aussagen von dir zu in Kombination zu reflektieren.

03.05.2021 16:32 • x 2 #5


Zitat von Icefalki:
Wie kommst du auf die Idee, dass man in einer Beziehung gefangen ist?


Eigentlich ergibt es keinen Sinn. Man behält als Mensch ja die Kontrolle darüber, ob man in einer Beziehung bleibt, oder sie beendet. Mein Körper und die Psyche empfinden es nur anders und setzen sich mit Symptomen wie Erbrechen, Zittern und ständiger Übelkeit zur Wehr. In den Momenten fühle ich mich erstarrt und so, als müsste ich nur für den anderen funktionieren, um ihn nicht zu verletzen. Sowas wie den Blick auf mich selbst verliere ich dabei..

03.05.2021 16:39 • #6


Icefalki
Zitat von Stärkchen:
Mein Körper und die Psyche empfinden es nur anders


Weisst du, warum das bei dir so ist?

03.05.2021 16:44 • #7


Zitat von Icefalki:
Weisst du, warum das bei dir so ist?

Liebe Icefalki,
Meine Therapeutin meinte,dass mein Gehirn solche Nähe als Gefahr fehlinterpretiert. Ich hatte damit negative Erlebnisse in meiner Kindheit. Um meine Einstellung zu ändern, müsste ich andere Erfahrungen machen. Aber wie, wenn ich schon beim ersten Schritt scheiter?

03.05.2021 18:41 • x 2 #8


Icefalki
Zitat von Stärkchen:
Aber wie, wenn ich schon beim ersten Schritt scheiter?


Langsam angehen lassen. Schritt für Schritt und nicht gleich : Geht gar nicht.

Bedeutet, du interpretierst die Beziehung dann eben innerlich anders. Sagst dir, mal sehen, mal abwarten, kann immer noch Nein sagen. Und schaust, wohin dich das führt. Weil, machst du gleich zu, wirst du eine Beziehung nie kennenlernen dürfen.

03.05.2021 19:16 • x 1 #9


psychomum
Zitat von Stärkchen:
Liebe Icefalki, Meine Therapeutin meinte,dass mein Gehirn solche Nähe als Gefahr fehlinterpretiert. Ich hatte damit negative Erlebnisse in meiner ...


Hallo,

du beschreibst eines der Themen meines Lebens, nur dass ich das mit allen Menschen habe, also dieses Näheproblem.

Mir hilft immer zu wissen, dass das viele haben und auch ich weiß es entspringt meiner Kindheit...

Ich würde es auch, wie schon geschrieben ruhig angehen lassen, denn wer dich wirklich mag und schätzt der wartet...

vielleicht könntest du mit ihm auch darüber reden?

Und deine Therapeutin könntest du ja auch Fragen, wie du die ersten Schritte machen könntest...

liebe Grüße

03.05.2021 19:32 • x 1 #10


Icefalki
Zitat von psychomum:
ich weiß es entspringt meiner Kindheit...


Ja, schlechte Erfahrungen begleiten einen lange. Was man aber auch mal überlegen kann, ich bin schon lange kein Kind mehr, und wenn mich jetzt diese damaligen Erfahrungen so behindern, könnte ich doch beginnen, hier mal Änderungen auszuprobieren.

Man muss mal wirklich begreifen, dass man als Kind keine Chance hatte, dem Übel entrinnen zu können. Schuldige suchen wir gar nicht, sondern es geht darum, ok, es wurden Erfahrungen gemacht, die mich jetzt leiden lassen.

Wenn ich also weiterhin , vergangenen, negativen Erfahrungen glaube, oder mich nicht traue, andere positive Eindrücke in mein Leben zu lassen, werde ich immer Opfer damaliger Umstände bleiben.

Natürlich ist es ungerecht, da man das alleine oder in Therapie lernen muss, was andere geschenkt bekommen haben. Darüber darf man auch mal traurig sein.

Wenn diese Trauer aber vorüber ist, kann man in die Zukunft schauen und wirklich versuchen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ist befremdlich, anstrengend, beinhaltet Rückschläge, aber immer im Kopf haben, ICH bestimme nun meinen Weg. Und ICH werde bestimmt auch meine Fehler machen, werde noch lange unsicher sein, aber mein Seelenfrieden ist es mir wert.

03.05.2021 20:11 • x 2 #11


cube_melon
Zitat von Stärkchen:
Meine Therapeutin meinte,dass mein Gehirn solche Nähe als Gefahr fehlinterpretiert.

Bei dem was Du erlebt hast, wundert mich das Null.

Das war eine massive Grenzüberschreitung auf multibler Ebene.
So wie dein Unterbewusstsein reagiert, ist dein Angstzentrum damals entsprechend sensibel Programmiert worden.
Und nun verbindet es Vergangenheit mit der Situation in der Gegenwart und schiebt dich in die Symtpome wie Abwehrreaktionen, Angst, Stress, Gedanken, Zweifel, Selbsthass.

Was tut man gegen ein Trauma, welches durch eine Grenzüberschreitung hervorgerufen wurde?
Man durchläuft in einer Therapie stabilisierende Module um die eigenen Grenzen wieder herzustellen. Und zwar auf einem Level, das das eigene Unterbewusstsein, dem eigenen Ich wieder vertaut.
Und zwar so weit, dass es sich sicher ist, das man sich selbst vor belastenden und gefährlichen Situationen schützen kann und wird.

So lange dein Unterbewusstsein dir nicht vertraut, so lange hast du diese Symptome.

So lange Du dich selber oder gar der Freund zu Handlungen nötigt, welche solch deutliche emotionale belastend sind, ist das in meiner Erfahrung nach unzuträglich.

Zitat von Stärkchen:
allerdings mit Mädels auch schon erfahrener und fordert entsprechend Gefühle und Nähe ein.

Und da kommt wieder dieser Satz auf.
Du solltest versuchen das ehrlich zu dir selber, auch vllt. mit deiner Therapeutin zusammen zu reflektieren.
In wie weit Du das so interpretierst oder er sich real so verhält.

03.05.2021 20:39 • x 2 #12


Hoffnungsblick
Schön, dass du hier bist.

Du kannst ja schon mal deiner Therapeutin vertrauen. Warum sollte sich dein Vertrauen im Laufe der Zeit nicht weiterentwickeln?

Lass dir einfach noch Zeit.

08.05.2021 17:13 • x 1 #13


portugal
Das ist schlimm, was Dir widerfahren ist, mach Dir bitte keinen Druck, dass Du 19 bist und noch keinen Freund hattest.

Ich denke, wenn Du jemanden gefunden hast, der Dir richtig gut gefällt, dann steht ihr das gemeinsam durch und er wird verständnisvoll sein.

Hast Du schon einmal über eine Therapie nachgedacht?
Einfach, dass Du lernst, bestimmte Wege zu gehen .... und Du dieser Beklemmung entkommst?

08.05.2021 17:24 • x 1 #14


Hey ihr Lieben, Danke für eure hilfreichen Tipps. Ihr habt mir wirklich die erste Panik genommen und mich ein bisschen beruhigt!
Falls jemand diesen Eintrag später liest, der ähnliche Probleme hat, möchte ich gerne etwas mitgeben, das mir in der letzten Woche geholfen hat.

- Ich habe mit der Familie meines Freundes viel gemacht. Dadurch konnte ich mir einen Überblick über sein Umfeld verschaffen und habe mehr Ähnlichkeiten zwischen uns entdeckt. Also weniger Grund,vor irgendetwas Angst zu haben.

- Ich hatte das Glück,dass er den Druck rund ums Thema Sex rausgenommen hat.. ich musste nichts ansprechen, er weiß von meiner Geschichte und meinte, wir können uns viel Zeit lassen.

- Ich lasse nicht so viele Tage zwischen den Dates vergehen. Dadurch merke ich immer wieder, dass ich verliebt in ihn bin und mein Kopf kommt gar nicht erst zum Angstdenken.

- Ich sage mir immer wieder folgendes: Trotz Beziehung bleibe ich ein selbstständiger Mensch. Ich behalte die Kontrolle. Ich habe meine Familie im Hintergrund. Ich habe die Kraft, mir ein sicheres Gefühl zu geben. Das klingt wie ein abgedroschenes Mindset, hat aber einen großen Effekt.

Ich bin gespannt,was sich in der community noch ergibt. Ich fühle mich sehr wohl in dem Forum und danke euch für eure Offenheit

Umarmung von O.

16.05.2021 22:04 • x 1 #15



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