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mariwa
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Sammelthema
Die Angst vor engen und geschlossenen Räumen, Tunneln, vollen Einkaufstätten, in vollen Kirchen, bei Veranstaltungen, beim Tanzen, in Ortschaften mit engen Straßen, es ist einfach immer so eine beklemmende Situation da. Man kann sich auch mit niemanden darüber unterhalten, außer mit dem Therapeuten der Partnerin, bei allen anderen ist man doof.
Obwohl ich nun schon lange in Therapeutischer Behandlung bin, brauche ich oft noch sehr lange bis ich so weit bin in die betreffende Situation zu gehen. Konkret stehe ich oft lange vor der Tür von dem Saal bevor ich darein gehen kann. Dann wieder mal schaffe ich es unterwegs schon mich so zu stimulieren das ich gleich in die Situation gehe. Geht es noch jemanden so?

24.05.2021 #1


59 Antworten ↓
Yannick

Yannick
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Zitat von Hotin:
Hallo Yannik,

zu der von Dir beschriebenen Angst ist es nicht leicht, etwas dazu zu sagen.
Zu viele Möglichkeiten gibt es, wo eine Ursache liegen kann.


Dein Alter kann durchaus hier eine nennenswerte Rolle spielen.
Ein älterer Mensch greift gedanklich auf viel mehr Erfahrungen und Berichte von
schlimmen Ereignissen zurück.
Sobald man deshalb in einer schwierigen Situation anfängt über mögliche
Konsequenzen nachzudenken, kann sich eine Angst natürlich leicht aufschaukeln.
In jungen Jahren sieht man viele Gefahren noch gar nicht.


Ja, sowas dachte ich mir schon. Auch die Ausbilder kamen gleich mit dieser Theorie.
Sie sagten, ich solle jetzt nicht so hart mit mir selbst sein und mir etwas Zeit geben...

Zitat:
Dir wünsche ich, dass Du Deine innere Sicherheit schnell wiederfindest.

Viele Grüße

Bernhard


Vielen lieben Dank, lieber Bernhard!
Ich werde es weiterhin probieren und dann muß man mittelfristig sehen, wie die Dinge stehen bzw. wo man selbst steht.

Zitat von Perle:
die Psyche kann ja ziemlich trickreich sein und sich immer wieder neue Wege suchen, um sich bemerkbar zu machen. Dazu braucht es auch in Deinem Fall nicht unbedingt ein klaustrophobisches Ereignis. Ich finde, Einsamkeit und Überwachung sind nach Deinem Schilderungen ziemlich stark vorhanden und belasten Dich entsprechend. Gerade durch Überwachung würde ich mich sehr in die Enge getrieben fühlen. Was macht also Deine Psyche, um Dich auf dieses sagen wir mal Dilemma hinzuweisen? Sie sendet Dir eine Metapher wie z. B. Angst unter Maske oder im vernebelten Raum.

Was ist bei Deinem Arbeitgeber geschehen, dass Du plötzlich überwacht wirst? Haben Deine Kollegen das gleiche Problem? Könntest Du durch Gespräche mit der Führungskraft dann Thema klären?


Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Die ersten Jahre hat man mich in Ruhe und mir meine "flexiblen Arbeitszeiten" gelassen. Plötzlich ist einer der Manager aufgewacht und will mir sagen, dass es eigentlich nur 8-16 Uhr gibt.
Auf irgendeine Art finde ich es amüsant, dass das von jemanden kommt, der von Montag bis Freitag hübsch in seinem HomeOffice sitzt und noch nicht mal in der gleichen Niederlassung, sondern hunderte Kilometer entfernt und mich also eh nie zu Gesicht bekommt...

Es ist aber hier ein generelles Problem mit den Regeln hier... alles ist (noch) sehr rückwärtsgewandt im Vergleich mit anderen Firmen im gleichen Berufsfeld.

Zitat:
Ich habe noch eine Frage zu meinem Verständnis: Lebst Du in den USA oder bist Du wieder in Deutschland?


Sehr aufmerksame Leserin! Wink
Ich habe tatsächlich den Mut gefasst, mich hier bei der Feuerwehr zu bewerben. Die erste lange Phase war in Deutschland.
Das ist schon noch eine ziemliche Umstellung und Herausforderung - vielleicht spukt das auch noch im Kopf rum...

Zitat:
Zu meiner Angststörung: Das ist sicher ein Kumul von verschiedenen Themen und Ereignissen. Ich habe viele Probleme mit mir herum geschleppt und konnte keine Auswege für mich finden. Ich konnte auch im Vorwege nicht sehen, auf welchem Weg ich mich befinde und das dieser nicht gut für mich ist. Ich musste viel über mich, das Leben und die menschliche Natur lernen. Ich bin aber auf einem guten Weg und recht stabil, wenn man von einigen Ausreißern mal absieht.

LG, Perle


Ich denke, wir alle lernen ein Leben lang. Ob wir wollen oder nicht. Manchen fehlt die Aufmerksamkeit und merken nicht, dass sie mit jeder Situation tatsächlich etwas dazu lernen, obwohl es nicht in einer schulischen Einrichtung, sondern im Leben stattfindet. Wink
Mir geht's ähnlich, nunja, insbesondere auch noch durch meinen Schritt, in ein anderes Land zu gehen... Was man da über andere, aber eben auch über sich selbst alles lernt. Von daher wird es immer eine Entscheidung sein, die man nicht bereuen kann! Egal, wie sie vielleicht ausgehen mag, welche Entscheidungen man nun in der Zukunft treffen wird.

Ja, diese "Ausreißer"... kenne ich auch (wie man an meiner derzeitigen Aktivität hier doch wieder sehen kann).
In vielen Dingen bin ich durchaus stolz, wie ich damit umgehe, da ich den Vergleich kenne, wie es vor Jahren noch war!

Ich bin doch froh, dass es hier soviele "Gleichgesinnte" gibt und man doch nie so ganz allein ist. Man muß sich nur trauen, etwas von sich zu erzählen. Smile

LG und Dankeschön erneut!
Yannick

20.03.2019 07:23 • x 1 #18


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Klaustrophobie - Panik in engen Räumen

x 3


Yannick

Yannick
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1842
Mitglied seit:
Hallo liebe LeserInnen,

ich weiß seit dem Wochenende nicht mehr, was mit meinem Kopf plötzlich los ist. Daher möchte ich meine Erfahrung kurz mit euch teilen. Eventuell gibt es hier "Gleichgesinnte", denen es ähnlich (er)geht, mit denen man sich austauschen kann?! Vielleicht gibt es gar welche, die Tips geben können, ob man das nochmal rückgängig machen kann, was da im Kopf scheinbar kaputt ist. Oder zumindest eine Erklärung wissen, warum es nie so war...bis eben zum letzten Samstag. Sad

Also... erstmal kurz der Hintergrund:
Ich war seit meiner Jugend Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Vor etwa 6 Jahren musste ich leider aus beruflichen und privaten Gründen sehr viel kürzer treten bis hin zu langen Phasen in denen ich gar nicht mehr aktiv dabei sein konnte.

Nun habe ich dieses Jahr beschlossen, nach ein paar Jahren Pause, dieses Hobby wieder aufzunehmen.
Weit gekommen bin ich allerdings nicht... Sad

Was ist passiert?
Am Samstag hatte ich seit der langen Pause meine erste Übung unter "schwerem Atemschutz", d.h. mit Atemschutzmaske und Atemluftflasche auf dem Rücken.
Uns wurden die Masken abgeklebt, um "Null-Sicht" zu simulieren, und wir in einen Raum mit einem engen Hindernisparcours geschickt.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Schon nach ein paar Minuten musste ich diese Übung abbrechen. Sad

Zuvor hatten wir eine Runde im dunklen Raum gemacht, aber eben ohne abgeklebte Maske, so dass wir wenigstens ab und zu den Lichtblitz einer Taschenlampe zur Orientierung benutzen konnten. Da war ich noch wegen meiner Ruhe gelobt worden.

Was mir seitdem im Kopf rumgeht:
Wie gesagt, sind mir Übungen dieser Art und ihre Notwendigkeit nicht unbekannt.
Ich konnte mich übers Wochenende sogar an relativ viele solcher Übungen erinnern, wo das Abdecken meiner Maske und somit völliger "Blindheit" keine Probleme bereit haben. Auch eine total vernebelte, riesige Tiefgarage, in der wir uns total verlaufen haben, hat mir damals nie ein Problem bereitet.
Das war alles in meinen 20ern, jetzt gehöre ich inzwischen zur Gruppe Ü40.

Ich erinnere mich an kein Ereignis, dass mein so plötzlich verändertes Verhalten erklären kann. Richtige Klaustrophobie scheint es (noch) nicht zu sein. Ich fahre Fahrstuhl, fliege mit dem Flugzeug, gehe auf Veranstaltungen mit Menschenmassen, etc.

Kann mir jemand helfen, dieses Phänomen zu erklären? Kann sowas mit dem Alter zu tun haben, dass der Kopf halt immer besorgter wird um alles was passiert?

Ist hier noch jemanden mal was ähnliches passiert? (ich weiß, sehr unwahrscheinlich hier noch andere Feuerwehr-ler zu treffen. Und falls doch, vielleicht ist das sogar ein Tabu-Thema?).

Hat jemand eine Empfehlung, was ich jetzt machen könnte?
Ich bin derzeit rat-und hilflos und eben auch traurig, weil es, wie es dann ja ausschaut, dieses Hobby nicht mehr ausüben kann, obwohl es mich fast mein Leben lang begleitet hat und mir auch in den letzten Jahren zunehmend gefehlt hat. Sad

Würde mich über Austausch zu dem Thema freuen!
Vielen Dank fürs Lesen!
Yannick

18.03.2019 20:37 • #13


Zum Beitrag im Thema ↓


M
ich habe das nicht so extrem wie du. Aber ich werde in großen Menschenmengen sehr nervös und kann extrem enge Räume, wie zB eine Abstellkammer nicht leiden. Da bleiben ich immer mit einem Bein draußen. Und bei den Menschenmengen schaue ich immer, dass ich in die Ecke gehe, wo die wenigsten stehen.

#2


T

Hypnose bei Klaustrophobie

Ich leide schon länger an Klaustrophobie und habe dadurch auch meine Arbeit verloren. Leider hat nichts geholfen (Hypnose, diverse Therapien, Kliniken etc...) Mittlerweile lebe ich damit, würde mich aber sehr gerne mit Betroffenen austauschen.

#3


Fee*72
hallo..
ich hab sowas auch...weis nich genau den Auslöser...war vor jahren beim MRT...vlt daher..bei mir wurde Leberadenom festgestellt...
bin nich gern bei Ärzten,Gebäuden,selbst bei der Thera fühl ich mich oft unwohl und zu hause...
seit wann hast du das?

lg
Fee

#4


H
Musste kürzlich ins MRT (Kopf), da bin ich auch fast abgetilt..... Hab mich zusammen gerissen und dann voll auf die Panik konzentriert. Wollte sie herausfordern.

Das Gegenteil kam dabei raus, ich wurde ruhig und hab mir ganz entspannt die Röhre angeguckt.

Später gings wieder los und ich hab schnell an irgendwas gedacht. Dann gings. Aber so richtig glücklich war ich da nicht bei.....

Und dann funktionierte da auch noch was nich und das hat sich noch 10 min länger hingezogen!

Habs aber überlebt.

#5


L
Ich bin sogar mir Fahrstuhl gefahren....
Das war ein tolles Gefühl-ich lebe noch !
Ich konnte auch Treppen steigen-aber ich habe mich überwunden !


Daumen hoch

#6


F
Das kenne ich auch, im MRT ganz krass und in Fahrstühlen, aber das ist schon besser geworden. Laufe viel die Treppen hoch.
Du bist damit nicht allein...

#7


T
MRT ginge bei mir gar nicht! Wenns nur die Fahrstühle wären, die kann man vermeiden. Viel schlimmer ist es bei Bus und Bahn, da quäle ich mich halt durch, wenn ich Termine habe. Kann ja nicht nur zuhause bleiben. Dass ich keine Reisen mehr machen kann und nicht aus der Stadt rauskomme, das macht mir am meisten zu schaffen.

#8


Fee*72
Ob MRT jetzt ginge weis ich nicht..Bus und Bahn meide ich noch..Autofahrten sind schon anstrengend...auch als Beifahrer..

#9


KiaPippilotta-
Ich habe schon seit Jahren Klaustrophobie. Angst in engen Räumen. Angst keine Luft zu bekommen und zu sterben und dass andere mich dabei auslachen. Angst nicht fliehen zu können.
Ich möchte so gerne Flugzeug fliegen, doch alleine bei dem Gedanken an dieses geschlossenE Fahrwerk wird mir Himmelangst und meine Panik ist heftig. Es ist zum weinen. Wie hört das nur endlich auf? Andere Leute sind ganz normal und können in den Urlaub fliegen, nur ich nicht.

#10


Schlaflose
Das hört nicht einfach so von alleine auf. Das geht nur mit Konfrontationstherapie. Bei solchen spezifischen Phobien funktioniert das ziemlich gut und schnell.

#11


KiaPippilotta-
Geht es auch mit Hypnose?

#12


Yannick

Dunkle und beengte Räume

Hallo liebe LeserInnen,

ich weiß seit dem Wochenende nicht mehr, was mit meinem Kopf plötzlich los ist. Daher möchte ich meine Erfahrung kurz mit euch teilen. Eventuell gibt es hier "Gleichgesinnte", denen es ähnlich (er)geht, mit denen man sich austauschen kann?! Vielleicht gibt es gar welche, die Tips geben können, ob man das nochmal rückgängig machen kann, was da im Kopf scheinbar kaputt ist. Oder zumindest eine Erklärung wissen, warum es nie so war...bis eben zum letzten Samstag. Sad

Also... erstmal kurz der Hintergrund:
Ich war seit meiner Jugend Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Vor etwa 6 Jahren musste ich leider aus beruflichen und privaten Gründen sehr viel kürzer treten bis hin zu langen Phasen in denen ich gar nicht mehr aktiv dabei sein konnte.

Nun habe ich dieses Jahr beschlossen, nach ein paar Jahren Pause, dieses Hobby wieder aufzunehmen.
Weit gekommen bin ich allerdings nicht... Sad

Was ist passiert?
Am Samstag hatte ich seit der langen Pause meine erste Übung unter "schwerem Atemschutz", d.h. mit Atemschutzmaske und Atemluftflasche auf dem Rücken.
Uns wurden die Masken abgeklebt, um "Null-Sicht" zu simulieren, und wir in einen Raum mit einem engen Hindernisparcours geschickt.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Schon nach ein paar Minuten musste ich diese Übung abbrechen. Sad

Zuvor hatten wir eine Runde im dunklen Raum gemacht, aber eben ohne abgeklebte Maske, so dass wir wenigstens ab und zu den Lichtblitz einer Taschenlampe zur Orientierung benutzen konnten. Da war ich noch wegen meiner Ruhe gelobt worden.

Was mir seitdem im Kopf rumgeht:
Wie gesagt, sind mir Übungen dieser Art und ihre Notwendigkeit nicht unbekannt.
Ich konnte mich übers Wochenende sogar an relativ viele solcher Übungen erinnern, wo das Abdecken meiner Maske und somit völliger "Blindheit" keine Probleme bereit haben. Auch eine total vernebelte, riesige Tiefgarage, in der wir uns total verlaufen haben, hat mir damals nie ein Problem bereitet.
Das war alles in meinen 20ern, jetzt gehöre ich inzwischen zur Gruppe Ü40.

Ich erinnere mich an kein Ereignis, dass mein so plötzlich verändertes Verhalten erklären kann. Richtige Klaustrophobie scheint es (noch) nicht zu sein. Ich fahre Fahrstuhl, fliege mit dem Flugzeug, gehe auf Veranstaltungen mit Menschenmassen, etc.

Kann mir jemand helfen, dieses Phänomen zu erklären? Kann sowas mit dem Alter zu tun haben, dass der Kopf halt immer besorgter wird um alles was passiert?

Ist hier noch jemanden mal was ähnliches passiert? (ich weiß, sehr unwahrscheinlich hier noch andere Feuerwehr-ler zu treffen. Und falls doch, vielleicht ist das sogar ein Tabu-Thema?).

Hat jemand eine Empfehlung, was ich jetzt machen könnte?
Ich bin derzeit rat-und hilflos und eben auch traurig, weil es, wie es dann ja ausschaut, dieses Hobby nicht mehr ausüben kann, obwohl es mich fast mein Leben lang begleitet hat und mir auch in den letzten Jahren zunehmend gefehlt hat. Sad

Würde mich über Austausch zu dem Thema freuen!
Vielen Dank fürs Lesen!
Yannick

#13


Perle
Hallo Yannick,

bin kein Feuerwehrmann aber habe vergleichbare Probleme. Bei mir begann das mit der Angststörung 2014, ich nannte es damals "Der Sarg-Traum". Eine Angst vor Enge und Dunkelheit, die überkam, wenn ich abends im Bett lag und kurz vor dem Einschlafen war. Eine starke Bedrückung überkam mich, eine Gefühl, aus etwas nicht mehr heraus zu kommen. Ich musste dann immer meine Nachttischlampe anlassen und die Schlafzimmertür weit öffnen, damit ich nicht "ersticke". Etwas nimmt mir die Luft zum Atmen oder die Orientierung. Nun, Dieses Schlafzimmer-Phänomen habe nur noch selten aber ich es z. B. nicht mehr ertragen, wenn meine Augen abgedeckt werden, noch nicht mal mit Wattepads bei der Kosmetikerin.

Mit dem Fahrstuhl kann ich noch ganz gut fahren, er darf nur nicht zu klein sein. Flugzeug werde ich Ende April ausprobieren aber mir ist etwas mulmig dabei wegen der Enge. Andererseits will ich mich nicht beschneiden lassen, sondern so viel Freiheit wie noch möglich für mich haben.

Hast Du denn vielleicht eine Idee, ob Dich irgend etwas oder irgend jemand in Deinem Leben einengt und sich das in den von Dir genannten Beispielen spiegelt?

LG, Perle

#14


Yannick
Hallo Perle,

vielen Dank für deine offene Beschreibung und Antwort zu meinem Thema!

Nun, es gibt einige "Baustellen" in meinem Leben. Aber bei keiner würde ich jetzt einen direkten Zusammenhang vermuten damit, was mir da am letzten Wochenende passiert ist. Es gab kein "klaustrophobisches Ereignis" an sich, so wie ich das in anderen Theme gelesen hatte, wo z.B. die Röhre bei einem MRT für Einzelne zum Auslöser wurde.

Was mich bedrückt im Leben sind halt das Alleinsein desöfteren (daher ja der Versuch, wieder zu einem Hobby mit Menschen, Kameradschaft, zurückzukehren) und eine sehr schwierige Situation auf der Arbeit:
Meine Kollegen sind alle nett, aber meine Chefs machen mir das Leben gefühlt zur Hölle. Ständige "Überwachung" und Kontrolle meiner Arbeits-und Anwesenheitszeiten. Ich bin es aus vielen Jahren gewohnt, flexible Zeiten zu haben und auch in den letzten 2 Jahren in der jetzigen Niederlassung war das nie ein Thema, bis neulich plötzlich. Seitdem traue ich mich kaum mal, eine Stunde eher zu gehen für einen Termin, der mir nichts anderes übrig läßt und obwohl ich im "Home Office" immer mehr Stunden habe und ich mir auch für freiwillige Wochenendarbeit nie zu schade war.
Hinzu kommt seit Langem eine ziemliche Langeweile und Unterforderung im Büro, die mich nochmal zusätzlich meine Anwesenheit hinterfragen lässt.
Ich denke auch immer öfter daran, doch nach etwas anderem zu suchen. Aber ich bin schon fast 20 Jahre in der Firma und niemand, der schnell solche Bindungen (beruflich oder privat) hinwirft.

Ob solche "Baustellen" unbewusst diese neue Angst auslösen können?

Wenn ich fragen darf, woher kam bei dir diese Angststörung? Gab es da Vorzeichen in dieser Richtung? Oder war die auch "plötzlich" einfach da?

Ich drücke dir Daumen für April! Was einem wichtig ist, sollte man nie leichtfertig aufgeben! Ich habe auch erstmal vor, weiter dabei zu bleiben. Auch die Übungsleiter haben mir erstmal Mut gemacht und gesagt, ich solle mir selbst auf jeden Fall nochmal eine Chance geben.

Je nachdem, wohin die Reise geht, sind die heutigen Flieger sogar sehr geräumig heutzutage und mit Gangplatz kann man auch immer wieder nen Stück laufen, und durchatmen. Smile

Viele Grüße

#15


Hotin
Hallo Yannik,

zu der von Dir beschriebenen Angst ist es nicht leicht, etwas dazu zu sagen.
Zu viele Möglichkeiten gibt es, wo eine Ursache liegen kann.
Zitat:
Auch eine total vernebelte, riesige Tiefgarage, in der wir uns total verlaufen haben, hat mir damals nie ein Problem bereitet.
Das war alles in meinen 20ern, jetzt gehöre ich inzwischen zur Gruppe Ü40.


Dein Alter kann durchaus hier eine nennenswerte Rolle spielen.
Ein älterer Mensch greift gedanklich auf viel mehr Erfahrungen und Berichte von
schlimmen Ereignissen zurück.
Sobald man deshalb in einer schwierigen Situation anfängt über mögliche
Konsequenzen nachzudenken, kann sich eine Angst natürlich leicht aufschaukeln.
In jungen Jahren sieht man viele Gefahren noch gar nicht.

Dir wünsche ich, dass Du Deine innere Sicherheit schnell wiederfindest.

Viele Grüße

Bernhard

#16


Perle
Hallo Yannick,

die Psyche kann ja ziemlich trickreich sein und sich immer wieder neue Wege suchen, um sich bemerkbar zu machen. Dazu braucht es auch in Deinem Fall nicht unbedingt ein klaustrophobisches Ereignis. Ich finde, Einsamkeit und Überwachung sind nach Deinem Schilderungen ziemlich stark vorhanden und belasten Dich entsprechend. Gerade durch Überwachung würde ich mich sehr in die Enge getrieben fühlen. Was macht also Deine Psyche, um Dich auf dieses sagen wir mal Dilemma hinzuweisen? Sie sendet Dir eine Metapher wie z. B. Angst unter Maske oder im vernebelten Raum.

Was ist bei Deinem Arbeitgeber geschehen, dass Du plötzlich überwacht wirst? Haben Deine Kollegen das gleiche Problem? Könntest Du durch Gespräche mit der Führungskraft dann Thema klären?

Ich habe noch eine Frage zu meinem Verständnis: Lebst Du in den USA oder bist Du wieder in Deutschland?

Zu meiner Angststörung: Das ist sicher ein Kumul von verschiedenen Themen und Ereignissen. Ich habe viele Probleme mit mir herum geschleppt und konnte keine Auswege für mich finden. Ich konnte auch im Vorwege nicht sehen, auf welchem Weg ich mich befinde und das dieser nicht gut für mich ist. Ich musste viel über mich, das Leben und die menschliche Natur lernen. Ich bin aber auf einem guten Weg und recht stabil, wenn man von einigen Ausreißern mal absieht.

LG, Perle

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Yannick
Zitat von Hotin:
Hallo Yannik,

zu der von Dir beschriebenen Angst ist es nicht leicht, etwas dazu zu sagen.
Zu viele Möglichkeiten gibt es, wo eine Ursache liegen kann.


Dein Alter kann durchaus hier eine nennenswerte Rolle spielen.
Ein älterer Mensch greift gedanklich auf viel mehr Erfahrungen und Berichte von
schlimmen Ereignissen zurück.
Sobald man deshalb in einer schwierigen Situation anfängt über mögliche
Konsequenzen nachzudenken, kann sich eine Angst natürlich leicht aufschaukeln.
In jungen Jahren sieht man viele Gefahren noch gar nicht.


Ja, sowas dachte ich mir schon. Auch die Ausbilder kamen gleich mit dieser Theorie.
Sie sagten, ich solle jetzt nicht so hart mit mir selbst sein und mir etwas Zeit geben...

Zitat:
Dir wünsche ich, dass Du Deine innere Sicherheit schnell wiederfindest.

Viele Grüße

Bernhard


Vielen lieben Dank, lieber Bernhard!
Ich werde es weiterhin probieren und dann muß man mittelfristig sehen, wie die Dinge stehen bzw. wo man selbst steht.

Zitat von Perle:
die Psyche kann ja ziemlich trickreich sein und sich immer wieder neue Wege suchen, um sich bemerkbar zu machen. Dazu braucht es auch in Deinem Fall nicht unbedingt ein klaustrophobisches Ereignis. Ich finde, Einsamkeit und Überwachung sind nach Deinem Schilderungen ziemlich stark vorhanden und belasten Dich entsprechend. Gerade durch Überwachung würde ich mich sehr in die Enge getrieben fühlen. Was macht also Deine Psyche, um Dich auf dieses sagen wir mal Dilemma hinzuweisen? Sie sendet Dir eine Metapher wie z. B. Angst unter Maske oder im vernebelten Raum.

Was ist bei Deinem Arbeitgeber geschehen, dass Du plötzlich überwacht wirst? Haben Deine Kollegen das gleiche Problem? Könntest Du durch Gespräche mit der Führungskraft dann Thema klären?


Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Die ersten Jahre hat man mich in Ruhe und mir meine "flexiblen Arbeitszeiten" gelassen. Plötzlich ist einer der Manager aufgewacht und will mir sagen, dass es eigentlich nur 8-16 Uhr gibt.
Auf irgendeine Art finde ich es amüsant, dass das von jemanden kommt, der von Montag bis Freitag hübsch in seinem HomeOffice sitzt und noch nicht mal in der gleichen Niederlassung, sondern hunderte Kilometer entfernt und mich also eh nie zu Gesicht bekommt...

Es ist aber hier ein generelles Problem mit den Regeln hier... alles ist (noch) sehr rückwärtsgewandt im Vergleich mit anderen Firmen im gleichen Berufsfeld.

Zitat:
Ich habe noch eine Frage zu meinem Verständnis: Lebst Du in den USA oder bist Du wieder in Deutschland?


Sehr aufmerksame Leserin! Wink
Ich habe tatsächlich den Mut gefasst, mich hier bei der Feuerwehr zu bewerben. Die erste lange Phase war in Deutschland.
Das ist schon noch eine ziemliche Umstellung und Herausforderung - vielleicht spukt das auch noch im Kopf rum...

Zitat:
Zu meiner Angststörung: Das ist sicher ein Kumul von verschiedenen Themen und Ereignissen. Ich habe viele Probleme mit mir herum geschleppt und konnte keine Auswege für mich finden. Ich konnte auch im Vorwege nicht sehen, auf welchem Weg ich mich befinde und das dieser nicht gut für mich ist. Ich musste viel über mich, das Leben und die menschliche Natur lernen. Ich bin aber auf einem guten Weg und recht stabil, wenn man von einigen Ausreißern mal absieht.

LG, Perle


Ich denke, wir alle lernen ein Leben lang. Ob wir wollen oder nicht. Manchen fehlt die Aufmerksamkeit und merken nicht, dass sie mit jeder Situation tatsächlich etwas dazu lernen, obwohl es nicht in einer schulischen Einrichtung, sondern im Leben stattfindet. Wink
Mir geht's ähnlich, nunja, insbesondere auch noch durch meinen Schritt, in ein anderes Land zu gehen... Was man da über andere, aber eben auch über sich selbst alles lernt. Von daher wird es immer eine Entscheidung sein, die man nicht bereuen kann! Egal, wie sie vielleicht ausgehen mag, welche Entscheidungen man nun in der Zukunft treffen wird.

Ja, diese "Ausreißer"... kenne ich auch (wie man an meiner derzeitigen Aktivität hier doch wieder sehen kann).
In vielen Dingen bin ich durchaus stolz, wie ich damit umgehe, da ich den Vergleich kenne, wie es vor Jahren noch war!

Ich bin doch froh, dass es hier soviele "Gleichgesinnte" gibt und man doch nie so ganz allein ist. Man muß sich nur trauen, etwas von sich zu erzählen. Smile

LG und Dankeschön erneut!
Yannick

x 1 #18


Oranca

Engegefühl in engen Räumen

Dass ich eine generalisierte Angsterkrankung hab, weiß ich schon lange. Aber jetzt spüre ich in engen Räumen mit vielen Leuten darin ein so ungutes Gefühl, das ist neu für mich.

Aufgefallen ist mir das, als ich einem neuen Schützenverein beigetreten bin. Das Schießen findet 1 x die Woche statt und da gehen schon mal über 40 Leute ein und aus und zeitweise ist es dann voll im Schützenheim. Das war vor 2 Wochen der Fall und ich bekam dann plötzlich Atemnot, schwitzte und musste schnellstens raus.
Jetzt bin ich total unsicher, wie ich das weiterhin aushalten soll. Ich möchte ungern den Verein verlassen.

Helfen dagegen vielleicht Medikamente ? Ist das schon eine Phobie ?

#19


Lottaluft
Klingt für mich nach Klaustrophobie
Bist du derzeit in therapeutischer behandlung ?
Denn Medikamente alleine werden nicht helfen da diese ja nur die Symptome unterdrücken

x 1 #20


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Dr. Christina Wiesemann
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