Zitat von Jadee: Aber manchmal trauer ich der fehlenden Mutterliebe von damals hinterher. Und dafür finde ich keine Lösung,
Fühle den Schmerz, sei traurig, weine … das wäre eine Möglichkeit mit diesem Schmerz umgehen zu lernen. Mit der Zeit wird er nachlassen.
Zitat von Jadee: Manchmal weiss ich nicht ob es sinnvoller ist all den Kindheitskram innerlich zu verzeihen, oder aber die Denkweise nach dem Motto "Ich verhalte mich so und so dir gegenüber, aber anders kann ich es nicht wegen dem was du mir angetan hast".
Ich halte Ersteres für sinnvoller. Zweiteres erinnert mich ein wenig an den Spruch:
"An Zorn festhalten ist wie Gift trinken und hoffen, dass der Andere stirbt."
Damit tust du
DIR nichts Gutes!
Wenn man ewig an Altem, Vergangenem und letztlich – wie du ja selbst festgestellt hast – nicht mehr Änderbarem festhält, verletzt man im Grunde nur sich selbst und bleibt in einer Wiederholungsschleife hängen. Ihr beide bleibt euren Mustern verhaftet und eure Beziehung kann sich nicht zum Positiven verändern. Das möchtest du doch sicherlich – neben der Verarbeitung deines Schmerzes über die fehlende Mutterliebe – auch (?)
Wie ist deine Mutter denn heute dir gegenüber eingestellt? Wie geht ihr miteinander um?
Mir hat es geholfen, die Geschichte meiner Mutter zu reflektieren und mich in sie einzufühlen, mit all ihren (eingeschränkten) Fähigkeiten, ihrem Persönlichkeitstyp etc. Dadurch habe ich sehr vieles verstehen können und ich glaube auch verstanden zu haben, warum sie MICH nicht lieben konnte und - meiner Wahrnehmung nach - immer noch nicht kann.
Das habe ich akzeptiert und es macht mich nicht mehr traurig. Ich weiß gar nicht, ob ich das "Verzeihen" nennen würde… es ist einfach ein Verstehen und Akzeptieren.
Und das ist letztlich die Basis für einen schöneren Umgang miteinander, wenn beide es möchten.