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Hi,

ich habe eine Frage an Euch im Forum.

Ich habe vor zwei Monaten eine Frau mit Beziehungsangst kennengelernt. Mittlerweile sind wir dann auch wieder auseinander. Ich habe selber eine Angsterkrankung (Hypochondrie, in Therapie) und habe deshalb auch genauer hingeschaut, was hier so passiert bzw. was bei der Frau passiert.
Letztendlich konnte ich jedoch nicht vermeiden, dass ich ihr zu Nahe kam und Sie dann verbal um sich geschlagen hat, um wieder Distanz zu schaffen.
Dabei ist dann die Beziehung auf der Strecke geblieben.

Die Situation bei dieser Frau ist wie folgt:

Sie hat eine schwere Krankheitsangst, über Jahre mit massiver (Beziehungs)-Vermeidung und keiner Therapie.
Sie hat bei den Beziehungen, wenn Sie zuende sind, scheinbar keinen Leidensdruck. Sie spürt ja ihre Emotionen nicht.
Wenn ich über meine Erkrankung und Therapie gesprochen habe, hat sie das stark abgewertet, nach dem Motto:
Sie sei ja gesund und brauche sowas nicht. Dann würde sie eben keine Männer (oder Beziehungen) mehr haben. Das sei ja nicht so schlimm.
In Ihrem Umfeld hat sie eine starke Bindung zu Ihren Schwestern, die Kinder haben. Dort ist sie sehr beliebt und geht sehr fürsorglich mit den Kindern um. Das ist aber anscheinend auch eine Art Kompensation. Hier kann sie die Nähe kontrollieren und es droht ja auch keine Beziehung. Weitere Kompensation: Viel Arbeit und Sport

Nun weiss ich von meiner Angsterkrankung, dass diese von alleine nicht besser wird, wenn weiter Vermeidungsverhalten ausgeführt wird. Ebenso weiss ich, dass ich erst dann zum Therapeuten gegangen bin, als mein Leidensdruck (starke Angst, Panikattacken) so groß war, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe.

Nur wie soll diese Frau jemals zur Therapie motiviert werden? Muss da auch der Leidensdruck erst so groß werden? Wann soll das sein wenn sie scheinbar kaum Leidensdruck hat.
Ich (und Ihre Familie, Schwester) sind da echt am verzweifeln.

Gibt es irgendeine Möglichkeit sie zur Therapie zu bringen. Von aussen Druck aufzubauen (nur eine Idee)?

Habt ihr da mehr Erfahrungen?

Vg M

08.06.2016 18:26 • 08.06.2016 #1


7 Antworten ↓


fragile1980
Puh, das ist ein komplexes Thema.
Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass die Meinungen von anderen eher zweitrangig sind und höchstens Beiwerk in der Entscheidungsfindung. So war es zumindest bei mir: Hab es erst eingesehen, als gar nichts mehr bei mir ging.

Aber trotzdem ist es wichtig, darauf hinzuweisen, was Du als wichtig erachtest.

08.06.2016 18:32 • #2



Fehlende Krankheitseinsicht, k Motivation für Therapie

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ja ok. Aber was heisst denn garnichts mehr ging bei dir?

08.06.2016 18:37 • #3


fragile1980
Ging nicht mehr raus, konnte somit nichts mehr erledigen. Vor allem aber habe ich die Unruhe in mir nicht mehr ausgehalten und war ein emotionales Wrack. Erst dann kamen die Erinnerungen an die Aussagen von Freunden und Familie, ich solle mir Hilfe suchen. Vorher habe ich sie ignoriert und eher als Beleidigung aufgefasst.

08.06.2016 18:41 • x 1 #4


jerry
Hallo ich bin da Wie fragile 1980 hab es auch erst eingesehen als garnichts ging
Das größte Problem bei deiner Freundin sehe ich darin das sie selber sich wohl noch garnicht eingestanden hat das sie krank ist dort zu helfen ist schwer man muss dem jeni gen ja erstmal vermitteln das er ein Problem hat und das ist ein schmaler Grat. ..

08.06.2016 18:42 • x 1 #5


@fragile1980:

ah ok. Das ist sehr interessant!

Wann war denn deine Unruhe am größten? Nach einem Beziehungsende? Unter Stress? Unter Drcuk von aussen?

08.06.2016 18:47 • #6


Es ist ihr Leben und wenn sie das nicht will, dann will sie nicht. Da braucht man dann nicht herum zu analysieren und sie ändern wollen. Wir Menschen brauchen die meisten erstmal eine Ohrfeige, bis wir aufwachen und etwas verändern wollen. In dem Punkt ist sie keine Ausnahme.

08.06.2016 19:00 • x 1 #7


fragile1980
Zitat von m_ww:
@fragile1980:

ah ok. Das ist sehr interessant!

Wann war denn deine Unruhe am größten? Nach einem Beziehungsende? Unter Stress? Unter Drcuk von aussen?


An dem Punkt, wo ich so nicht mehr sein wollte. Das hatte definitiv nichts mit anderen zu tun. Ich wollte mich verändern, ich wollte eine bessere Lebensqualität.

08.06.2016 19:04 • #8




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf