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Ich heiße Peter, komme aus Kelkheim am Taunus und bin 51 Jahre alt.

Meine Vorgeschichte
Wir vier Geschwister wurden mit viel häuslicher Gewalt, körperlicher und seelischer Natur, erzogen. Ich bin der Jüngste von ihnen. Aus der körperlichen Gewalt beider Eltern und auch der Geschwister (die das ihnen angetane weitergegeben haben) und insbesondere der psychischen Gewalt der Mutter ist bei mir eine narzisstische und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ entstanden.

Heute
D.h. für mich im Alltag, daß mir Menschen, die mir ein mir gegenüber ablehnendes, unfreundliches, prüfendes oder hochnäsiges Verhalten entgegenbringen, Probleme bereiten. Bin ich einigermaßen stabil -das ist meist der Fall- komme ich irgendwie damit klar. Es ist halt eine ständige Belastung. Wenn ich wie die letzten Tage sehr fragil bin, können mich aber die geringsten Irritationen sofort zum Kippen bringen. Ich habe heute Morgen meinen Autoschlüssel nicht gefunden. Das hat die Verzweiflung alles nicht mehr zu schaffen, die komplette Außenabwehr (gegen alles und gegen jeden) aktiviert und ich habe mich daraufhin krank gemeldet.

Von außen betrachtet würde das niemand verstehen, daß ich mich zwei Tage krank melde, weil ich meinen Autoschlüssel verlegt habe.

Dann kommt dazu, daß ich hohe aggressive Spannungsspitzen bekommen kann, wenn ich mich von jemanden in emotional fragilen Zuständen unter Druck gesetzt fühle (emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ). Ich bin damit überhaupt nicht glücklich, da mich das im Alltag immer wieder von Zeit zu Zeit in Gefahr bringt mir meine Zukunft zu verbauen. Zudem ist dieser Zustand, sind diese tiefen schwarzen Abgründe des Hasses, der Wut und der Negativität, die ablehnende Weise in der mir die Menschen dieser Welt zu begegnen scheinen, furchtbar im Erleben.

Mein mich belastendes Erleben ist zu facettenreich für eine Vorstellung, deshalb bleibt es hier erstmal dabei.

Peter

12.09.2013 07:08 • 03.08.2020 #1


23 Antworten ↓


Hallo Peter-G,

herzlich willkommen hier im Forum.
Ich wünsche Dir einen netten Austausch.

Bekomme ebenfalls die Panik wenn ich Geldbörse oder Schlüssel nicht finden kann.
Kann Dich also sehr gut verstehen.


Viele Grüße,
Mari

13.09.2013 15:39 • #2



Emotional instabile Persönlichkeitsstörung - impulsiver Typ

x 3


Danke Mari und 'tschuldigung, daß ich erst fast vier Wochen später reagiere.

Lieben Gruß,
Peter

Zitat von Mari1964:
Hallo Peter-G,

herzlich willkommen hier im Forum.
Ich wünsche Dir einen netten Austausch.

Bekomme ebenfalls die Panik wenn ich Geldbörse oder Schlüssel nicht finden kann.
Kann Dich also sehr gut verstehen.


Viele Grüße,
Mari

06.10.2013 21:32 • #3


Hi Peter,

Sei gegrüßt bei UNS !

Mach Dir keine Sorgen, wir verurteilen Dich nicht......

Wir unterstützen einander und versuchen unsere Probleme mit dem Leben und den Mitmenschen erträglicher zu machen...

Selbst bin ich zwar kein Udos Panikrocker aber für jeden und alles offen!

Wenn dich was plagen sollte schmeiß mich einfach aus dem Bett


VLG
Schinkencrossiant

06.10.2013 21:49 • #4


Hallo Schinkencroissant,

ich bin soeben hier reingestolpert und habe gesehen, daß ich hier bereits registriert war (ich habe dieses Forum komplett aus den Augen verloren...).
Entschuldigung bitte für die zweijährig verzögerte Antwort ...

Ich bin gestern nach über elf Wochen aus der psychosomatischen Klinik entlassen worden und suchte jetzt nach sozialen Kontaktmöglichkeiten für psychisch Erkrankte.
Zwischenzeitlich hat sich mein Erkrankungsbild etwas verändert. Die Impulsivität ist nicht mehr ganz so brisant. Dafür komme ich jetzt an die Traurigkeit ran, die hinter dem aggressiven Schutzwall steckt ...

Liebe Grüße,
Peter

Zitat von Schinkencrossiant:
Hi Peter,

Sei gegrüßt bei UNS !

Mach Dir keine Sorgen, wir verurteilen Dich nicht......

Wir unterstützen einander und versuchen unsere Probleme mit dem Leben und den Mitmenschen erträglicher zu machen...

Selbst bin ich zwar kein Udos Panikrocker aber für jeden und alles offen!

Wenn dich was plagen sollte schmeiß mich einfach aus dem Bett


VLG
Schinkencrossiant

13.05.2016 07:42 • #5


31.07.2020 17:35 • #6


Ich habe eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ. Die Krankheit äußert sich bei mir in extremen Stimmungsschwankungen, quälenden Gefühlen, emotionalen Spannungszuständen und impulsiven Verhalten.

Ich habe Schwierigkeiten meine intensiven Gefühle zu regulieren und neige aufgrund dessen zu impulsiven Verhalten. Die Gefühle überschwemmen mich, worauf es zu einem Blackout kommt, ich bin dann nur noch Gefühl und werde impulsiv, verliere die Kontrolle.

Die Impulsivität äußert sich bei mir in extremen Gefühlsausbrüchen (z.B weinen, schreiend auf den Boden schmeißen, irgendwo gegen tretten oder schlagen), selbstverletztenden Verhalten (mit dem Messer die Arme aufschneiden, in Foren schlecht darstellen), Suizidversuchen (Überdosis Tabletten schlucken), selbstgefährdenden Verhalten (vor ein Auto rennen, versuchen aus dem Fenster zu springen), suizidale Äußerungen oder das ich ständig einen Krankenwagen rufe.

Trotz meiner Impulsivität werde ich anderen Gegenüber aber nie gewaltätig, weil ich Gewalt verabscheue. Ich richte eher alles gegen mich.

31.07.2020 21:12 • x 1 #7


Hört sich schlimm an. Mich zerreißen die Gefühle manchmal innerlich, bin schnell auf 180, werde sehr laut, schmeiß Sachen auf den Boden und bei Problemen in der Beziehung verletzte ich mich manchmal selbst. Aber nicht großflächig, so damit man es nicht mehr sind wenn es verheilt ist. Ich hasse mich auch nicht selbst, sondern eher andere Menschen die mir extrem auf den Sack gehen. Hab sehr große Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Kann nicht lange mit den selben Leuten auf einem Haufen sein. Arbeitsplatz habe ich deswegen auch schon oft gewechselt. 7 Jahre Dro. in der Vergangenheit

01.08.2020 13:25 • x 1 #8


Und meine Stimmungen können von einer Sekunde auf die andere wechseln.

01.08.2020 13:26 • x 1 #9


So wie Du es beschreibst ist es bei mir auch.

Das ist eine Achterbahn der Gefühle, ein ständiges Auf und Ab, ich empfinde das als sehr quälend.

Mal bin ich traurig, dann wieder wütend oder getrieben. Doch es gibt auch Phasen in denen ich eine übersteigerte Euphorie empfinde, doch diese Zustände sind eher selten. Ich habe eine sehr geringe Stresstoleranz.

Die Impulsivität ist ja auf die Gefühle zurückzuführen, die Gefühle sind so extrem, dass es zu einer unmittelbaren Affektentladung kommt. Im psychiatrischen Fachjargon nennt man sowas eine Unterregulationsstörung. Ich musste erstmal recherchieren was das ist.

Das habe ich im Netz zum Thema Unterregulationsstörung gefunden: Wenn Emotionen zu intensiv sind (überwältigend - unterreguliert), dann muss zu ihnen Distanz geschaffen werden.

Deshalb ziehe ich mich auch zurück, weil es draußen überall Spannungsfelder gibt, die mich mich emotional belasten. Doch wenn ich mich extrem isoliere, kommt es wieder zu Einsamkeitsgefühlen, was mir emotional auch wieder sehr zusetzt, mich destabilisiert. Ich muss da einen gesunden Mittelweg finden.

Die Ärzte sagten mir das mein Gefühlsleben beschädigt sei, dass bedeutet, dass bei mir ein Ungleichgewicht der Botenstoffe vorliegt, aufgrund dessen bin ich stimmungslabil. Ich muss deshalb regelmäßig Tabletten einnehmen, sonst wäre dieser Zustand nicht auszuhalten. Mit Tabletten bin ich relativ stabil, Vorraussetzung dafür ist, dass ich sie jeden Tag einnehmen muss, sonst ist der Spiegel wieder unterbrochen.

01.08.2020 18:15 • x 2 #10


Ich isoliere mich auch regelmäßig, weil mich andere zu sehr aufregen. Bestes Beispiel: Schwiegermutter. Mich regen manche Dinge so extrem auf, dass ich sogar schwerst depressiv deswegen werde. Wenn mein Freund dann auch noch anfängt, mich als schei. Psycho zu bezeichnen, weil er die Krankheit einfach nicht verstehen kann, dann seh ich rot und der nächste Gegenstand (egal was, auch das Handy) fliegt mit voller Wucht auf den Boden. Er macht wirklich sehr viel mit mir mit und sagt dann im Affekt böse Dinge, für die er sich dann auch entschuldigt. Ich war die letzten Tage echt wieder viel besser drauf. Aber seitdem er heute wieder erwähnen musste, dass ihm seine Mutter wichtiger ist als ich, ist meine Stimmung von glücklich und ausgeglichen auf innerlich zerrissen und hasserfüllt auf die Frau gesunken. Jetzt dauert es wieder tagelang, bis es mir wieder besser geht, weil ich mich ständig an diesen Gedanken aufhänge. Zusätzlich hab ich auch Panikattacken und da hat er mir gestern unterstellt, ich würde die inszenieren, wenn mir was nicht passt. Ist sehr verletzend, weil es nicht stimmt. Was für Medikamente nimmst du?

01.08.2020 19:09 • x 1 #11


Sowas wie Provokation seitens anderer können wir gar nicht gebrauchen. Geht gar nicht, dass dein Freund böse Dinge zu Dir sagt, dann eskaliert es ja erst Recht.

Das viele die Krankheit nicht verstehen, kenne ich nur zu gut. Ich stoße auch oft auf Unverständnis, mich macht das auch richtig wütend. Die einzigsten die mich verstehen sind Ärzte und Psychologen, dass ist schon traurig.

Der Spruch mit seiner Mutter ist auch voll daneben.

Das er Dir unterstellt, dass Du simulieren würdest ist ebenfalls ein absolutes No-Go. Das sind alles Sachen die Du nicht gebrauchen kannst, die Dich immer mehr destabilisieren.

Das kenne ich auch, wenn ich viel Stress hatte, dann dauert es Tage, bis die emotionale Anspannung wieder abklingt, ich bin dann innerlich richtig am beben.

Ich nehme Seroquel Prolong 50 mg zur Nacht ein, weil ich dann besser durchschlafen kann. Das Sertralin 100 mg nehme ich morgens ein, dass hellt meine Stimmung auf. Und auf Bedarf soll ich 100 mg von dem unredadierten Seroquel einnehmen, bis zu 3 Mal am Tag.

Zur mir sagte mal eine Ärztin, dass man bei einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ, vorsichtig mit Antidepressiva sein sollte, weil die antriebssteigernd wirken, was sich kontraindiziert auf das Krankheitsbild auswirken kann. Ich selber habe mal 200 mg Sertralin (ist die Höchstdosis), statt 100 mg eingenommen, ich war dann extrem überdreht, darauf habe ich wieder 100 mg eingenommen.

Ein Handy hat bei mir auch schon das zeitliche gesegnet.

01.08.2020 20:47 • x 1 #12


Seroquel musste ich nach ein paar Tagen wieder absetzten weil es die Depression verschlimmert hat. Ich hab regelmäßig depressive Episoden und eben Panikattacken, deswegen brauch ich die Medikamente um arbeiten zu können. Nehme momentan Venlafaxin 225 mg, was eine sehr hohe Dosis ist. Bupropion hatte ich die ganze Zeit 300mg - auch sehr hoch. Mir war das dann zu viel und nehme jetzt nur noch 150.
Zum schlafen nehme ich 100-200 mg Opipramol. Zusätzlich hab ich auch noch ADS. Eine einzige Baustelle

01.08.2020 21:12 • x 1 #13


Ich darf das Sero Pro nicht zu hochdosieren, sonst kommt es zu einer extremen Gewichtszunahme. Ich hatte auch mit Sero Pro 600 mg Impulsausbrüche. Und depressiv war ich auch, als das Sero Pro so hochdosiert war.

Elontril bspw. Bupropion kann ich nicht vertragen, damit habe ich mich gefühlt wie ein Kreisel auf Speed. Ich habe mich dann fast im Kreis gedreht, bin zickzackmäßig gelaufen, so aufgepusht hat mich das Medikament.

01.08.2020 21:53 • x 2 #14


Bei mir macht das gar nix. Würde mich aber gerne wieder mal so fühlen
Bupropion soll ja bei ADS helfen und die Impulsivität bessern. Bei mir leider nicht

01.08.2020 22:07 • #15


Lotta1983
Zitat von Soul1977:
Ich darf das Sero Pro nicht zu hochdosieren, sonst kommt es zu einer extremen Gewichtszunahme. Ich hatte auch mit Sero Pro 600 mg Impulsausbrüche. Und depressiv war ich auch, als das Sero Pro so hochdosiert war. Elontril bspw. Bupropion kann ich nicht vertragen, damit habe ich mich gefühlt wie ein Kreisel auf Speed. Ich habe mich dann fast im Kreis gedreht, bin zickzackmäßig gelaufen, so aufgepusht hat mich das Medikament.



Was nimmst du denn zur Zeit?

02.08.2020 12:20 • #16


Ich nehme Seroquel Prolong 50 mg und Sertralin 100 mg. Das Elontril habe ich vor kurzem verschrieben bekommen, dass soll ich ebenfalls einnehmen.

Da ich durch das Elontril (der Wirkstoff gehört übrigens zu der Gruppe der Amphetamine) unter einer extremen Agitiertheit leide, habe ich es wieder abgesetzt. Meine Ärztin meinte ich sollte es trotzdem weiterhin einnehmen, eventuell würde die Agitiertheit irgendwann verschwinden. Ich halte die Agitiertheit aber nicht aus, ich empfinde diesen Zustand als unerträglich. Ich konnte mit Elontril nicht mal eine Mail schreiben, ich bin wie aufgepusht in der Wohnung hin und hergelaufen und in meinen Gehirn drehte sich alles. Eine Ärztin aus der Klinik sagte schon vor der Einnahme zu mir, dass die Gefahr besteht, dass ich durch das Elontril extrem überdreht werden könnte, weil es antriebssteigernd wirkt, sie hatte Recht.

02.08.2020 15:28 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Echt krass, wie das bei dir wirkt. Ich hab zwei antriebssteigernde Medikamente. Bin trotzdem entspannt für was hast du das Elontril eigentlich verschrieben bekommen?

02.08.2020 15:54 • #18


Lotta1983
Elontril hätte ich auch gerne versucht. Ich leide unter dieser Agitiertheit allerdings schon ohne Medias. Ich nehme jetzt Venla. Das macht mich aber eher zur Schlaftablette.

02.08.2020 18:45 • #19


Echt? Ich nehme das frühs auch. Bin noch nie müde geworden davon.

02.08.2020 18:57 • x 1 #20



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