Hallo teichmaus,
vielen Dank für deine aufmunternden Worte.
Es ist nicht so, dass ich mich selbst bemitleide, im Gegenteil, ich verspüre einen kaum mehr zu kontrollierenden Selbsthass, habe enorme Schuldgefühle und bin unsicher, denke, dass, wenn ich mit mir selbst nicht klarkomme, nicht akzeptiere, dann können das andere auch nicht.
Wegen der Missbrauchserfahrungen ist es mir zudem unmöglich, eine Beziehung einzugehen. Es macht mir Angst und ich gerate schon in Panik, wenn sich jemand unmittelbar neben mich setzt oder gar berührt. Ich weiß nicht, ob man allein nach so etwas jemals in der Lage sein wird, ein stinknormales und erträgliches Leben zu führen. Liebe empfinde ich nicht mehr, außer für meine und andere Tiere. Liegt wohl daran, dass sie mir nie was angetan haben.
In Therapie bin ich ja seit 2005, ich ging damals sogar freiwillig, ohne jeden Zwang und inzwischen konnte sich auch ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufbauen.
Mühe gebe ich mir auch, ich gehe zum Beispiel unter Menschen oder versuche Dinge, welche mir die, die mich kennen, gar nicht glauben würden. Manches habe ich ja schon gepackt. Aber da ist noch so vieles, was sich irgendwie zu einer zwar durchsichtigen, aber dennoch nicht zu durchbrechenden Wand aufgebaut zu haben scheint.
Du hast schon Recht, was du über die Vergangenheit schreibst. Auch das, was in der Vergangenheit geschah, versuche ich zu vergessen, zu akzeptieren. Nur gibt es Situationen, in du geraten kannst, nicht willst, sie nicht provozierst, und dann assoziierst du wieder, du setzt einfach dem aktuellen Typen den Kopf des damaligen auf und schon ist die Sperre da.
Und gerade in den letzten Wochen kommen immer wieder diese Suizidgedanken. Es geht mittlerweile wieder einmal so weit, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich irgendwas für die nächsten Monate plane. Das ist idiotisch, ich weiß das. Aber solche Gedanken ruft man nicht, die kommen ungefragt.
Die, die nie mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten, können es auch nicht verstehen, dass man Angst vor Menschen bekommen kann, vor Aufzügen, vor der Höhe, oder dass man unter Zwang manche Dinge tut, stets an Selbstmord denkt, auch, sobald ein Problem auftaucht. Ich meine nicht dich oder andere hier, sondern die, die mir in meinem so genannten Umfeld auf's manchmal fieseste begegnen, obwohl ich niemandem von ihnen etwas erzähle, geschweige denn, dass ich mich auch bei nur einem ausheul(t)e. Nein, sie geben mir ungefragt Ratschläge, wollen mir das Versprechen abringen, dass ich mich nicht mehr schneide, erwarten von mir, dass ich Trauerarbeit im Turboverfahren zu absolivieren habe, aber so einfach, geht das nun mal nicht.
Ich werde mir auf jeden Fall dein Beisipel nehmen, vielleicht kann ich mir ja etwas daraus entnehmen. Danke dir.