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-wenn ich denke das mein mann mir aus meine kriese raushelfen kann?(ein beispiel als mein mann noch mehr zeit für mich hatte....war ich in der lage mit ihn gemeinsam einkaufen zu gehn...)
ich hör immer nur du musst das allein schaffen....ich wüsste mal gern wie ihr darüber denkt?

danke mausi

11.11.2009 23:22 • 12.11.2009 #1


5 Antworten ↓


Hallo angstmausi,

ich kann dich gut verstehen, ich warte auch immer, wann mein Mann nach Hause kommt, dann geht es mir besser, weil man sich sicherer fühlt. Und am Wochenende traue ich mir dann mit ihm gemeinsam wieder mehr zu.
Aber ich weiß auch, daß das der falsche Weg ist. Wir dürfen uns nicht zu sehr abhängig machen, nur wir alleine können den Weg heruas finden. Sicher ist es wichtig, daß unsere Partner uns unterstützen, aber wir müssen lernen, auch wieder alleine am Leben teilzunehmen.

Liebe Grüße
gitti64

12.11.2009 08:17 • #2



Bin ich egoistisch? ich weiss nicht obs hier richtig ist)

x 3


Hallo...

klar musst Du lernen es wieder alleine zu schaffen,es wird ja dadurch nicht besser für Dich.
Du wirst immer isolierter und abhäniger von Ihm...
Schön wenn Er Dir eine Hilfe ist aber lerne wieder an Dich zu glauben....

lg.Eva

12.11.2009 08:33 • #3


Der Mann ist ja eigentlich nicht dazu da deine psychischen Probleme zu Therapieren, auch wenn er dir dabei helfen kann. Aber sowas sollte man dann doch eher mit einem Therapeuten 'üben'. Zumal du dich sonst emotional von deinem Mann abhängig machst.

12.11.2009 09:19 • #4


Christina
Hi,

ich finde nicht, dass du egoistisch bist. Aber was du von ihm erwartest oder erhoffst, ist nicht realistisch. Das wäre es vielleicht, wenn deine Krise wirklich nur eine kurzfristige (!) Krise wäre, nicht eine jahrelange, schwere Angsterkrankung. So, wie es jetzt ist, soll er dir immer Sicherheit geben, dich immer begleiten, dich möglichst nie allein lassen - sich letzten Endes intensiver um dich kümmern, als es für ein Grundschulkind z.B. nötig wäre. Das zehrt, das überfordert und das nervt wohl auch. Ich glaube, die wenigsten erwachsenen Menschen mögen es, ständig - wodurch auch immer - an einen anderen Menschen gefesselt zu sein. Das schürt u.a. Aggressionen, pflegende Angehörige können davon ein Lied singen. Und auch Mütter von Kleinkindern sind heilfroh, wenn sie ihre Lieblinge mal stundenweise bei der Oma abliefern können... Aus deiner Not heraus verlangst du m.E. zu viel von deinem Mann.

Andererseits soll er dich als erwachsenen Menschen respektieren, weil du zu Hause deine Rolle als Partnerin, Hausfrau und Mutter ja ausfüllen kannst. Und er soll dich für Leistungen und Fortschritte loben. Damit machst du dich sogar in Bereichen, in denen du klar kommst, von ihm abhängig und begibst dich in die Rolle eines Kindes. Wenn dir das ausreicht für dein Leben - okay. Niemand hat dir vorzuschreiben, ob und wie du gegen deine Angsterkrankung vorzugehen hast. Du musst aber damit rechnen und es m.E. auch akzeptieren, dass die Menschen in deiner Umgebung es anders sehen, ihr Leben leben wollen, an dich Anforderungen stellen und letzten Endes aufhören, dich (in der Aufrechterhaltung der Angst) zu unterstützen. Es gibt Angstpatienten, die erst dann einen ernsthaften Therapieversuch unternehmen, wenn ihre Angehörigen glaubhaft androhen, sie gar nicht mehr zu unterstützen, oder wenn sie tatsächlich fallengelassen/verlassen/rausgeschmissen werden. Vor vielen Jahren ist es mir mit meinen Eltern so gegangen. Es hatte den Erfolg, dass ich nach vier Jahren des Rumhängens zu Hause in eine Klinik gegangen bin und danach jahrelang symptomfrei war... Meine Angst vor der Klinik war gigantisch, trotzdem war diese Maßnahme unvermeidlich.

Liebe Grüße
Christina

12.11.2009 12:00 • #5


Ich denke auch nicht, dass du egoistisch bist.

Aber indem du deinen Mann so sehr in deine Krankheit einbindest, bürdest du ihm die Verantwortung für deine Krankheit und dein Leben auf.
Und das ist sicherlich falsch.

Er soll Alles machen, was du nicht kannst, er soll dich stützen und dir helfen, die ganze Zeit -so viel Kraft hat ein normaler Mensch nicht.
Was du von ihm verlangst, ist viel zu viel.
Du machst ihn zu deiner Krücke und ziehst ihn in deine eigene Krankheit mit hinein. Daran kann er nur irgendwann kaputt gehen, diese Belastung hält er nicht ewig aus.

Du hast die Krankheit.
Du musst lernen, damit umzugehen, wieder aus dem Haus zu gehen, Einkaufen zu gehen, ein normales Leben zu führen.
Indem er diese Aufgaben für dich übernimmt, bestärkt er dich sogar in deiner Angst. So wirst du sie niemals los.

Du musst also den Schritt wagen und sagen:
Ich schaff das. Und zwar allein!

Wenn er in der Arbeit ist, zieh dich warm an, und geh mal einkaufen.
Mach das -und zwar ohne ihn als Krücke zu missbrauchen, ohne seinen Rückhalt. Einfach nur du auf dich allein gestellt.
Wirst sehen: Wenn du es mit ihm konntest dann kannst du es ohne ihn auch. Denn ob er dabei ist oder nicht macht keinen echten Unterschied.
Höchstens in deinem Kopf.

Ich selber litt nicht mal ein halbes Jahr an Panikattacken und meiner Angsterkrankung, aber ich habe meine Familie und meinen Freund völlig aus dem Thema heraus gehalten. Ich habe von Fortschrotten und Rückschlägen auf Nachfrage hin berichtet. Manchmal war jemand dabei, wenn ich eine Attacke hatte, und hielt meine Hand. Das wars.
Ich bin zum Therapeut, ich hab mein Leben geändert, und ich bin jetzt wieder gesund. Allein.
Denn sowas muss man allein schaffen.
Der Therapeut gibt Hilfestellungen und Anregungen und der Partner/die Familie stehen einem zur Seite, wenn es schlimm wird, halten sie deine Hand oder beruhigen dich.
Aber die harte Arbeit, die hat man selbst. Die schweren Schritte zurück zu einem normalen Leben muss man ganz alleine gehen.
Anders geht es meiner Meinung nach nicht.
Man muss den Sprung vom passiven Jammerlappen zum aktiven Kämpfer schaffen.

Zu guter Letzt noch ein Tipp:
Dein Mann ist ein Mensch genau wie du.
Mit eigenen Sorgen, Problemen und Ängsten.
Du erwartest zu viel von ihm.
Denn er ist dein Mann.
Nicht dein bezahlter Therapeut, der sein Fach 5 Jahre oder mehr studiert hat.


Alles Gute,
Pilongo

12.11.2009 12:35 • #6




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