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alice01
Hallo,

wir bekommen ja täglich von unseren Menschen im Umfeld unser Verhalten reflektiert. Solange dies positive Kritik ist, funktioniert das ja ganz gut. Negative Verhaltensweisen werden dagegen meist in Form von Vorwürfen reflektiert, was ich ehrlich gesagt auch gerne und in einer sehr direkten Art und Weise mache! Das führt unweigerlich dazu, dass die Person, die ihr Verhalten reflektiert bekommen hat ein Verteidigungshaltung einnimmt - logischerweise!
Wie reflektiert man jedoch auf eine wertschätzende und konstruktive Weise?
Mir ist bei Menschen in meinem Umfeld, die das können, aufgefallen, dass sie dies über Fragen machen. Aber wenn ich das versuche, weiß ich nicht, welche Fragen ich stellen muss.
Versteht ihr mein Problem?
Hat jemand Tipps? Oder gibt es da "Anleitungen"? Buchtipps?

23.05.2015 11:01 • 28.05.2015 x 1 #1


15 Antworten ↓


Mondkatze
Hallo Alice01

ich finde es toll, dass Du Dir darüber Gedanken machst.
Auch finde ich es gut, dass Du die Art, wie Du jemandem was sagst, damit in Frage stellst oder zumindest übedenkst.

Echt super!

Nur leider kann ich Dir keinen Tipp geben, den hätte ich auch gerne.
Denn ich komme oft holperig rüber und reagiere emotional, was mich selbst ärgert.

Vielleicht bekommen wir ja hier tolle Anregungen.

23.05.2015 13:24 • #2



Richtig reflektieren

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alice01
Zitat von Mondkatze:
Hallo Alice01

ich finde es toll, dass Du Dir darüber Gedanken machst.
Auch finde ich es gut, dass Du die Art, wie Du jemandem was sagst, damit in Frage stellst oder zumindest übedenkst.

Echt super!

Nur leider kann ich Dir keinen Tipp geben, den hätte ich auch gerne.
Denn ich komme oft holperig rüber und reagiere emotional, was mich selbst ärgert.

Vielleicht bekommen wir ja hier tolle Anregungen.

Hallo Mondkatze,
trotzdem vielen Dank für deine Rückmeldung!
Ich denke, dass es ein erster wichtiger Schritt ist sich seine Verhaltensweise bewusst zu machen, um diese ändern zu können. Und zumindest das haben wir beide ja schon einmal erreicht!

23.05.2015 13:28 • #3


Mondkatze
ja genau

das gute am Forum ist doch, dass man eine Rückmeldung bekommt, so oder so.
Ich finde das sehr wichtig, denn ansonsten sagt einem doch niemand, wie man rüberkommt.
ich wundere mich dann nur, warum ich "anecke" oder der oder diejenige nicht mehr mit mir spricht usw.

23.05.2015 13:58 • #4


alice01
Genauso geht geht es mir auch!
Wie gesagt, ich bin sehr offen und direkt und wünsche mir das auch von anderen, damit ich weiß woran ich bin!
Erst vor zwei Jahren hat mir jemand eine Freundschaft gekündigt, einfach so! Kann ich mir bis heute nicht erklären! Ich habe die Person regelrecht genervt mir den Grund zu sagen. Weißt du was die Antwort war:
Menschen und ihre Lebenssituationen ändern sich halt. Es ist ja nicht so, dass ich die Freundschaft nicht gut fand, aber anscheinend reicht es nicht für die Zukunft!

Kannst du dir daraus einen Reim machen? Ich verstehe es bis heute nicht!

Da wäre ich um eine Reflektion froh gewesen, auch gerne in Form eines Vorwurfs!

23.05.2015 14:07 • #5


Mondkatze
ja so ist das halt mit den Menschen.

Ich hatte früher beim Sport eine gute Freundin, es war echt eine sehr schöne Zeit.
tja und auf einmal war sie verschwunden. Das muß man sich mal überlegen. Einfach weg.

Ich Doofe habe recherchiert und herausgefunden, wo sie hingezogen war. Und als ich bei ihr anrief sagte sie kühl: wie hast Du mich denn gefunden?
Die Betonung lag auf DU

Sie hat das Telefonat auch ganz schnell beendet.
Ich kann das bis heute nicht nachvollziehen und schlimm finde ich, dass ich keine Erklärung bekommen habe.

Das ist jetzt schon bestimmt 10 Jahre her und ich denke immer noch so oft daran, weil für mich die Freundschaft ja nicht beendet war, bzw. hatte ich ja keinen Anteil daran.

Ich gehe immer von mir aus und denke, so würde ich niemals handeln.

Aber die Realität zeigt uns immer wieder, dass es nicht einfach ist, Verhalten nachzuvollziehen und ich denke, so wie es auch bei Deiner Freundin womöglich war, dass die Menschen auch irgendwelche Unstimmigkeiten mit sich selbst haben und vielleicht auch nicht aus ihrer Haut können.

Das ist zwar nur ein schwacher Trost, aber viel anderes bleibt uns nicht übrig.

23.05.2015 14:27 • #6


alice01
Schade Mondkatze! Wir müssen so ungehobelt bleiben

23.05.2015 19:14 • #7


Mondkatze
ach ich glaube, da geht noch was
Geduld

und wenn nicht, dann reflektieren wir beide eben allein

24.05.2015 00:37 • #8


Zitat von alice01:
Genauso geht geht es mir auch!
Wie gesagt, ich bin sehr offen und direkt und wünsche mir das auch von anderen, damit ich weiß woran ich bin!
Erst vor zwei Jahren hat mir jemand eine Freundschaft gekündigt, einfach so! Kann ich mir bis heute nicht erklären! Ich habe die Person regelrecht genervt mir den Grund zu sagen. Weißt du was die Antwort war:
Menschen und ihre Lebenssituationen ändern sich halt. Es ist ja nicht so, dass ich die Freundschaft nicht gut fand, aber anscheinend reicht es nicht für die Zukunft!

Kannst du dir daraus einen Reim machen? Ich verstehe es bis heute nicht!

Da wäre ich um eine Reflektion froh gewesen, auch gerne in Form eines Vorwurfs!


Also das genannte Beispiel IST doch aber begründet und sogar sehr gut wie ich finde. Es ist doch tatsächlich so, dass sich Menschen und Lebensentwürfe manchmal ändern. Man heiratet, bekommt Kinder die Proiritäten ändern sich und dann " passen " ( sorry mir fällt kein anderes Wort ein ) manche Freundschaften einfach nicht mehr. Wie gesagt du bist vielleicht grad im Job so richtig am Start und gibst Gas während deine ehemals beste Freundin noch immer " vor sich hindümpelt " im 18 Semester Sozialpädagogik studiert und an 5 von 7 Tagen mit dir auf Partys will oder zum 8 mal diesen Monat " unsterblich " verliebt ist. Das geht eine Weile gut we man sich halt mag aber auf Dauer " passt " ihr halt einfach nicht mehr zusammen.

Man muss den Leute nicht immer die unangenehme Wahrheit vor den Latz knallen. Klar kannst du deiner Freundin " reflektieren " du nervst mich inzwischen weil du nur säufst, Party machst, dein Leben vertrödelst und dich benimmst wie ne 16 jährige. Aber ganz ehrlich WER von euch beiden hat etwas davon ? Sowas hinterlässt nur verbrannte Erde.

Ansonsten wenn du unbedingt wissen willst warum etwas so gelaufen ist wirst du " nachbohren " müssen.

24.05.2015 08:24 • x 1 #9


alice01
Zitat von nicowersonst:
Also das genannte Beispiel IST doch aber begründet und sogar sehr gut wie ich finde. Es ist doch tatsächlich so, dass sich Menschen und Lebensentwürfe manchmal ändern. Man heiratet, bekommt Kinder die Proiritäten ändern sich und dann " passen " ( sorry mir fällt kein anderes Wort ein ) manche Freundschaften einfach nicht mehr. Wie gesagt du bist vielleicht grad im Job so richtig am Start hast Gas während deine ehemals beste Freundin noch immer " vor sich hindümpelt " im 18 Semester Sozialpädagogik studiert und an 5 von 7 Tagen mit dir auf Partys will oder zum 8 mal diesen Monat " unsterblich " verliebt ist. Das geht eine Weile gut we man sich halt mag aber auf Dauer " passt " ihr halt einfach nicht mehr zusammen.

Man muss den Leute nicht immer die unangenehme Wahrheit vor den Latz knallen. Klar kannst du deiner Freundin " reflektieren " du nervst mich inzwischen weil du nur säufst, Party machst, dein Leben vertrödelst und dich benimmst wie ne 16 jährige. Aber ganz ehrlich WER von euch beiden hat etwas davon ? Sowas hinterlässt nur verbrannte Erde.

Ansonsten wenn du unbedingt wissen willst warum etwas so gelaufen ist wirst du " nachbohren " müssen.

Du magst unter der von dir beschriebenen Situation vielleicht noch recht haben. Aber wir waren beide berufstätig, ich habe geheiratet und sie ist mit ihrem Mann in die Familienplanung eingestiegen. So unterschiedlich ist diese Lebensplanung gar nicht. Oder müssen Freundschaften beendet werden, sobald einer Nachwuchs möchte? Ich hätte sie liebend gerne durch diese Lebensphase begleitet. Außerdem verliert es sich bei deiner beschriebenen Situation zuerst, bevor die Freundschaft rum ist und wird nicht von heute auf morgen einfach gekündigt!
Und bohren kann ich sehr gut und habe ich auch tagelang gemacht, bis sie mir dann gar nicht geantwortet hat.

Und die Wahrheit ist immer noch am fairsten, auch wenn sie nicht schön ist! Und meine Freundin kannte mich sehr gut und wusste, dass ich jemand bin, der die Wahrheit wissen möchte, so unangenehm sie auch ist!

24.05.2015 08:59 • #10


Vielleicht hilft das ja

Hans J Kratz - 30 Minuten für konstruktives Kritisieren und Anerkennen

Ich war mal in einem Seminar wo das besprochen wurde und die Leiterin hatte das Hörbuch!

24.05.2015 11:30 • #11


alice01
Hallo lokigirl,
danke für den Tipp, werde ich mir mal ansehen!
Und wie war das Seminar? Weißt du jetzt wie man auf eine wertschätzende Art und Weise reflektiert? Falls ja, hast du dich mit der Umsetzung sehr schwer getan?

27.05.2015 19:28 • #12


Das war nur mal so eine Tagesthema, aber interesssant.

Ich hab das hier und da schon erfolgreich anwenden können,muss mich aber darauf konzentrieren, wenn ich nicht aufpasse , falle ich wieder in die alten Muster zurück.

27.05.2015 19:33 • #13


Icefalki
Ich mache da Unterschiede.

In Patientengesprächen reflektiere ich äußerst vorsichtig und auf die Person bezogen.

Privat, meinem Mann gegenüber bin ich sehr deutlich.

Man kann mit "Wahrheiten" so ziemlich alles erschlagen. Und welche Wahrheit ist es, meine oder die des anderen?

Das Problem ist doch meistens, dass die Wahrnehmungen so unterschiedlich ausfallen.

Der eine möchte wirklich was erfahren, der andere sieht sich angegriffen.

Und in welcher Position befindet man sich? Das ist dann auch sehr wichtig. Beim Therapeuten will ich es wissen. Einem xy würde ich das dann nicht gestatten.

Ist echt nicht leicht.

Aber wir bemühen uns ja.

27.05.2015 19:55 • #14


Hotin
@ alice01

Hallo alice,

Zitat:
Negative Verhaltensweisen werden dagegen meist in Form von Vorwürfen reflektiert, was ich
ehrlich gesagt auch gerne und in einer sehr direkten Art und Weise mache! Das führt unweigerlich dazu,
dass die Person, die ihr Verhalten reflektiert bekommen hat eine Verteidigungshaltung einnimmt - logischerweise!
Wie reflektiert man jedoch auf eine wertschätzende und konstruktive Weise?



Verschiedene Möglichkeiten können zu konstruktiver Kritik führen.
Und etwas Übung sollte man dafür haben.

Genau genommen, ist das ein sehr großes Gebiet mit vielen Varianten.

Sehr direkt kritisiere ich eigentlich nur schriftlich. Das lesen viele von mir hier im Forum und werden oft
erschrecken und es für falsch empfinden. Der Sinn für mich, dies so zu machen ist folgender. Entweder
jemand liest es und fängt an darüber nach zu denken, oder, wer konstruktive Kritikversuche scheinbar
überliest, wird auch in Zukunft kein Interesse an einem weiteren Gespräch haben.

Zitat:
wir bekommen ja täglich von unseren Menschen im Umfeld unser Verhalten reflektiert.


Das sieht so aus, ist aber nur selten wirklich so. Ein falscher Umgang mit unseren Gefühlen und Ängsten
lässt uns meiner Meinung nach leider häufig falsches reflektieren. Dies führt dann dazu, das schon nach
wenigen Sätzen in einem zweier Gespräch das Thema nicht mehr Kern des Gespräches ist. Es wechselt
vom Thema weg, hin zu einem gegenseitigen "Austeilen und Verteidigen."

Wertschätzend kritisieren kannst Du im persönlichen Gespräch etwa so.

Sätze und Themen beginnen mit. "Ich meine, ich finde, ich habe den Eindruck."

Kritik beginnen mit einer Frage. "Darf ich Dir mal etwas sagen? Merkst Du, was Du mit mir machst? Spürst
Du, was Du mit Deinem Verhalten erzeugst?"

"Warum beleidigst Du mich? Warum beschuldigst Du mich? Willst Du mir schaden?"

Eine sehr wichtige Anfangsfrage kann sein. " Was habe ich falsch gemacht?
Was habe ich Dir eigentlich getan? Warum meidest Du mich. Bin ich dir zu nahe gekommen?

Alle hier im Angstforum sollten eigentlich Spezialisten für diese Fragen sein.
Wir wissen doch bestens. Was Angst in uns erzeugt. Daher sollte es doch möglich sein, die Worte
aus unserer Kritik weitgehend raus zu filtern, die anderen Angst machen werden.

Der Sachverhalt der Kritik wird dadurch viel besser herausgestellt.

Viele Grüße

Hotin

28.05.2015 12:00 • x 1 #15


alice01
Danke Euch!
Theoretisch sind mir die Dinge wie Ich-Botschaften, erst nachfragen, bevor man in Worte voreilig etwas reininterpretiert...
Das Problem liegt bei mir da bei der praktischen Umsetzung bzw. indem Moment vergesse ich was ich eigentlich weiß
Aber es stimmt schon, wir sollten eigentlich so feinfühlig sein, zu wissen, was den Gegenüber Angst machen kann! Aber ich scheine da der berüchtigte Elefant zu sein....

28.05.2015 20:26 • #16



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