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Vanilleduft

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Hallo.

Hab lange überlegt ob ich davon erzähle...
Aber es belastet mich sehr. Deswegen erzähle ich es nun.

Mein Partner und ich sind seit 5,5 Jahren zusammen. Jeder lebt in seiner eigenen Wohnung.
Ich bin 8 Jahre älter als er.

Jetzt ist es so, das ich aufgrund von Krankheit und Medikamente so gut wie keine Libido mehr habe. Selbst für mich alleine kommt es vllt 3 mal im Jahr vor... Also sehr selten.

Ich selbst habe damit keine Probleme. Mir fehlt nichts. Aber für die Partnerschaft ist es belastend. Am meisten für mich. Denn ich stehe ständig unter Druck. Wir sehen uns 2-3 mal die Woche und es vergeht kein Treffen, ohne das er mich fragt ob etwas sexuelles zwischen uns läuft.

Beispiel:

Letzten Donnerstag war er da und ich bot ihm an ihn via Hand etwas Gutes zu tun. Und danach fragte er mich ungelogen 7 mal ob ich denn nicht doch mit ihm schlafen würde. Er begründet das dann immer damit, das meine Erregung ja durch den Akt käme. Was ja stimmt. Während des Verkehrs werde ich erregt; aber nur körperlich. Vom Kopf her bin ich nicht erregt.

Für mich ist das sehr schlimm. Das geht jetzt schon seit 4 Jahren so. Er will immer. Er kann immer. Und ich stehe mit dem Rücken an der Wand und habe den undankbaren Job NEIN zu sagen (auch 7 x hintereinander), mich immer wieder zu erklären und mittlerweile Angst vor dem nächsten Treffen zu haben.

Ich habe den großen Fehler gemacht, als nach so ca einem halben Jahr meine Libido nachließ (wg schwerer chronischer Erkrankung), fühlte ich mich für seine Bedürfnisbefriedigung "zuständig".
Damals war ich voll mit Verlustängsten und er bekam von mir alles ungefragt.

Irgendwann merkte ich, daß ich mich nicht gut dabei fühlte und da er immer zu mir gesagt hat, ich solle nichts machen, hinter dem ich nicht stehe - zog ich mich immer mehr zurück. Ich traue mich oft nicht mehr ihn zu umarmen oder richtig gute Laune zu haben. Weil ihn alles antörnd. Ich übertreibe jetzt auch nicht!

Ich will mir das einfach mal von der Seele schreiben. Das Leid ist doch sehr groß.

Ich bin übrigens seine 1. Freundin mit allem drum und dran. Ansonsten haben wir nicht mehr oder weniger Probleme als andere... Wir können gut miteinander reden, lachen und streiten uns selten.

09.04.2019 12:15 • 08.09.2019 #1


36 Antworten ↓


Froschkönigin

Froschkönigin


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Zitat von Vanilleduft:
Er begründet das dann immer damit, das meine Erregung ja durch den Akt käme. Was ja stimmt. Während des Verkehrs werde ich erregt; aber nur körperlich. Vom Kopf her bin ich nicht erregt.

Hallo @vanilleduft.... ich kenne das nur zu gut. Aus diesem Grund sind meine letzten Beziehungen unter anderem zerbrochen. Ich könnte schon will aber nicht, daher habe ich mich bisher (fast 4 Jahre) vor jeglicher Beziehung oder Nähe gedrückt... ich habe keine Lust auf S., ist für mich immer ein "notwendiges Übel" gewesen, gehört halt dazu, nach dem Motto Augen zu und durch... warum das so ist weiß ich nicht.
Ich weiß zwar nicht wie ich dir helfen kann, aber ich kann dich aus der Ferne drücken und die sagen, dass du damit nicht alleine bist.

Lieben Gruß

09.04.2019 12:23 • x 1 #2


nektarine


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Hallo!
Ich habe auch sehr selten Lust auf s.. bei mir liegt es an meiner Vergangenheit (missbrauch).
Ganz am Anfang der Beziehung hat es noch irgendwie geklappt, aber es ist immer schlechter geworden. Selbst wenn ich Lust hätte muss ich mich überwinden und kann es meist nicht genießen, sondern halte es aus.
Mein Mann und ich sind seit 17 Jahren ein paar und es hat zeiten gegeben, da konnte ich ein Jahr keine Nähe zulassen, auch kein umarmen.
Wir haben uns beide daran gewöhnt, obwohl ich sehr damit hadere, ich würde mir sehr wünschen meinem Mann nahe sein zu können.

Hast du eine idee, warum es dir so geht? Ist irgendetwas vorgefallen? War das in früheren Beziehungen auch schon so?

Was ich gar nicht gut finde, ist dass dein Mann ziemlich aufdringlich ist, er sollte ein Nein schon nach dem ersten mal akzeptieren.

Liebe grüße

09.04.2019 14:14 • x 1 #3


Vanilleduft

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Zitat von nektarine:
Hast du eine idee, warum es dir so geht? Ist irgendetwas vorgefallen? War das in früheren Beziehungen auch schon so?
Liebe grüße


Es liegt an meiner Erkrankung und den Medikamenten. Ich war deswegen auch schon bei meiner Gynäkologin und sogar bei der sozialen Beratung der AWO.

Ich hab Fybromyalgie.
Und das Fatique-Syndrom.

Weiß nicht ob dir das was sagt?

Am Anfang unserer Beziehung hatte ich noch Libido. Aber ein halbes Jahr später kam das mit der Fybromyalgie. Und dann halt immer diese Schmerzen.

Edit:
Unsere Beziehung könnte so angenehm sein. Wenn da nicht dieser Punkt wäre. Dazu muss ich sagen das er von mir das Go hat sich mit anderen Frauen für S** zu treffen. Also eigentlich haben wir uns auf eine offene Beziehung geeinigt.

Nur ich nutze das ja eh nicht und er hat keine Lust den Aufwand zu betreiben jemanden zu finden.

Sinn der Sache war, das ich den Druck los werde. Weil ich extrem drunter leide. Es stand auch schon die Beziehung deswegen auf der Kippe.

09.04.2019 14:45 • #4


nektarine


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Hallo!
Ja, fibro kenne ich, eine Freundin von mir hat das auch.
Nimmst du (niedrig dosierte) Antidepressiva dagegen? Das würde den libidoverlust erklären.
Ich kann das sehr gut verstehen, dass du deinem Mann einen Seitensprung "erlaubst", ich könnte es bei meinem Mann auch verstehen, wenn er mit einer anderen s.. hätte.
Der Gedanke macht mir aber auch Angst.
Ich würde ihm gerne etwas Nähe geben können, seine Hand halten, mit ihm Kuscheln, aber in meinem kopf dreht sich schon beim Gedanken daran alles.
Er weiß inzwischen, dass er keinerlei Anstalten machen darf, mir nahe zu kommen, bzw. mich nach Nähe zu fragen, das löst extreme flashbacks in mir aus.
Er sagt, für ihn ist das inzwischen in Ordnung.
Ich habe aber das Gefühl, dass ich durch meine Therapie etwas besser damit umgehen kann, ich hoffe es wird noch besser.
Liebe grüße

09.04.2019 15:00 • x 1 #5


Vanilleduft

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Ja, ich nehme Citalopram.
Ich hatte auch mal Amitriplitin genommen.
Aber mit Citalopram komme ich deutlich besser zurecht. Da ich ja auch die PTBS und Angststörung habe.

Verheiratet sind wir übrigens nicht.

Wir kuscheln auch und halten Händchen...
Aber jede Kleinigkeit an Nähe macht ihn an. Wir nehmen uns in den Arm und ihn erregt das. Aber das war früher schon so, als wir noch regelmäßig S** hatten. Das hat überhaupt nichts damit zu tun das er "ausgehungert" wäre...

Er sagt auch, wenn er wieder bei sich ist, ist die Erregung wieder weg. Er hat das nur bei mir so stark. Schon seltsam...

Das mit der offenen Beziehung hat natürlich die Kehrseite, das ich Angst hätte. Wäre er bei einer anderen. Aber andererseits hat er natürlich ein Anrecht auf gelebte Se***lit*t.

Wie ist das denn bei euch wenn ihr zb spazieren geht? Haltet ihr kein Händchen mehr?

09.04.2019 15:23 • #6


nektarine


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Für mich bedeutet jede körperliche Nähe Gefahr.. .. wenn er meine Hand nehmen würde, sehe ich mich schon beim s.. und s.. macht mir Angst.
Obwohl das eigentlich ein Blödsinn ist, weil er nie etwas tun würde, das ich nicht mag.
An dieser Problematik arbeite ich gerade sehr intensiv in der Therapie.

Das Problem mit Nähe habe ich aber nur bei Erwachsenen, ich kann ohne Probleme mit meinen Kindern kuscheln und auch in der Arbeit (bin kindergärtnerin) sitzen meist Kinder auf meinem Schoß und es stört mich überhaupt nicht.

Hast du mit deinem Mann schon mal darüber gesprochen, was es mit dir macht, wenn er dich nach körperlicher Nähe fragt?
Kannst du dir vorstellen mit ihm gemeinsam eine Therapie zu machen?

Ich nehme übrigens escitalopram, als fast das gleiche Medi wie du.

Liebe grüße

09.04.2019 15:31 • x 1 #7


Vanilleduft

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Zitat von nektarine:
Hast du mit deinem Mann schon mal darüber gesprochen, was es mit dir macht, wenn er dich nach körperlicher Nähe fragt?

Kannst du dir vorstellen mit ihm gemeinsam eine Therapie zu machen?

Ja. Ich habe es ihm schon sehr oft gesagt. In den letzten Jahren zig Mal. Es ändert sich nur nichts.

Ich persönlich vermute, daß er S** mit Liebe verwechselt. Ohne S** fühlt er sich von mir kaum bis gar nicht geliebt. Haben wir welchen, dann fühlt er sich auch auf der emotionellen Ebene von mir geliebt. Verstehst du wie ich das meine?

Merke ich auch daran, daß wenn ich einen guten Tag habe, lustig bin, mich frei verhalte - dann macht ihn das sofort wuschig. So nenne ich das jetzt mal...

Eine Therapie käme für ihn nie in Frage. Obwohl er dringend eine nötig hätte und es selbst auch sagt. Aber er will partout nicht.

Und wir wollten mal gemeinsam zur Beratung von einer sozialen Institution. Aber er hat nie wieder danach gefragt - ergo habe ich mich nicht drum gekümmert.

Das ich mit meinen Schmerzen, Psyche und Medis keine Libido mehr habe, finde ich nicht therapiebedürftig. Was will man da auch groß dran ändern. Es ist, wie es ist.

Und für mich sind es andere Dinge in einer Partnerschaft die wichtig sind. S** ist mir nicht wichtig.

09.04.2019 15:44 • #8


nektarine


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Hallo!
Ja, ich kann das alles sehr gut verstehen und nachvollziehen!
Wenn es für dich so in Ordnung ist und du mit seinen sexuellen annäherungen umgehen kannst, passt es ja, ansonsten würde ich das mit der Beratungsstelle noch einmal erwähnen.
Mir fehlt die körperliche Nähe sehr, das muss nicht mal s.. sein! In meinen Fantasien kann ich ihm auch die Hand geben und ihn umarmen, aber wenn er dann vor mir steht denke ich nur noch an den Missbrauch, der auch immer mit harmlosen Berührungen begonnen hat. Dann geht gar nichts mehr.
Ich liebe meinen Mann auch sehr, ohne s.., kann also verstehen was du meinst.
Liebe grüße

09.04.2019 16:26 • #9


Vanilleduft

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Zitat von nektarine:
Wenn es für dich so in Ordnung ist und du mit seinen sexuellen annäherungen umgehen kannst, passt es ja, ansonsten würde ich das mit der Beratungsstelle noch einmal erwähnen.

Ich komme damit überhaupt nicht klar. Deswegen habe ich sehr oft Tage oder ganze Phasen, wo mich sehr kühl und distanziert verhalte. Um ihn von vorn herein auf Abstand zu halten. Was aber auch extrem belastend ist. Ich möchte ICH selbst sein können.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Therapie.
Ist es deine 1. ?

09.04.2019 21:07 • #10


nektarine


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Aber wenn es dich so belastet wäre es vielleicht doch gut einmal gemeinsam mit einem Fachmann zu sprechen und eine Lösung zu finden, mit der ihr beide zurecht kommt.

Ich stelle mir diese Situation, wenn er etwas will und du nicht kannst grausam vor, schon die Vorstellung macht mir Angst. Vorallem wenn du dich immer wieder verstellen musst, damit er nicht auf die Idee kommt, da könnte was gehen.

Ich mache inzwischen die 3. Therapie. Mein erster Therapeut wurde nach 2 1/2 Jahren körperlich und sprachlich übergriffig, die 2. Therapeutin war ganz ok aber mit meiner Problematik total überfordert. Seit einem Jahr bin ich bei einer traumatherapeutin und vieles macht jetzt Sinn für mich, ich kann mein Verhalten besser verstehen und selbstbewusster damit umgehen. Ich glaube /hoffe diesmal ist es die richtige.

Liebe grüße

09.04.2019 21:45 • x 1 #11


Vanilleduft

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Ich würde mich total freuen wenn noch andere etwas dazu schreiben... Ich kann natürlich verstehen das es ein supersensibles Thema ist...
Das erzählt man nicht jedem .

10.04.2019 08:58 • #12


Phaedra


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Zitat von Vanilleduft:
Das ich mit meinen Schmerzen, Psyche und Medis keine Libido mehr habe, finde ich nicht therapiebedürftig. Was will man da auch groß dran ändern. Es ist, wie es ist.

Und für mich sind es andere Dinge in einer Partnerschaft die wichtig sind. S** ist mir nicht wichtig.

Ich weiß nicht, wie ehrlich ich hier sein darf - aber diese Sätze finde ich extrem schlimm. Du hast Dich mit Deiner Situation abgefunden und siehst für Dich keinerlei Handlungsbedarf, weil Dir ja nichts fehlt. Aber wie muß das für Deinen Mann/Freund sein? Seine Libido ist ja unvermindert vorhanden, und so wie es sich liest, hat er keinerlei Interesse daran, mit anderen Frauen zu schlafen, sondern er will genau Dich. Sicher hat er Verständnis für Deine Krankheit und Deine Medikamenteneinnahme, das ändert aber nichts an der Tatsache daß für ihn jetzt ein wichtiger Bestandteil der Beziehung einfach nicht mehr vorhanden ist. Du sagst, Sex ist Dir nicht wichtig und verlangst damit auch, daß sich Dein Partner damit abfindet - wie würdest Du reagieren, wenn Dein Partner Dir erklärt, kuscheln/küssen/gemeinsam Zeit verbringen oder ein beliebig anderer wichtiger Beziehungsaspekt sei ihm nicht wichtig, und Du mußt damit zurechtkommen weil der Partner beschlossen hat, daß kein Handlungsbedarf besteht?
Versteh mich nicht falsch, ich möchte niemanden verurteilen, aber zu sagen mir geht's ja gut, mir fehlt ja nichts, aber die dauernden Annäherungsversuche sind halt lästig und er möge das bitte lassen sind in meinen Augen recht hart.

10.04.2019 11:26 • x 1 #13


Icefalki

Icefalki


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Versuchen wir mal sachlich da ranzugehen. So wie ich das verstanden habe, kannst du seine Wünsche absolut nachvollziehen, hast dbzgl. aufgrund deiner Situation aber selbst keine.

Wie wäre es, so einen Mittelweg zu beschreiten. Alle 2 Wochen, oder wie auch immer, gibt es eine Verabredung zum Sex. Da gibst du dich hin, rein aus Vernunftgründen. Schreibst ja selbst, du verstehst das.

Dazu ist aber sonst Ruhe. Heisst, er muss sich dann daran halten. Nix mit Sex, nur am Tag X. Wäre ein Kompromiss.

Damit ist es eine klare Sache, für ihn und für dich. So mal ganz pragmatisch gedacht.

10.04.2019 11:33 • x 1 #14


Vanilleduft

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Zitat von Phaedra:
Ich weiß nicht, wie ehrlich ich hier sein darf - aber diese Sätze finde ich extrem schlimm. Du hast Dich mit Deiner Situation abgefunden und siehst für Dich keinerlei Handlungsbedarf, weil Dir ja nichts fehlt. Aber wie muß das für Deinen Mann/Freund sein?


Versteh mich nicht falsch, ich möchte niemanden verurteilen, aber zu sagen mir geht's ja gut, mir fehlt ja nichts, aber die dauernden Annäherungsversuche sind halt lästig und er möge das bitte lassen sind in meinen Augen recht hart.

Seid ruhig ehrlich. Ich bin es ja auch.

Also "gut" geht es mir überhaupt nicht.
Deswegen habe ich mich ja nach 4 Monaten durchgerungen hier zu schreiben.

Das schlimmste an allem ist, das er mir jeden Spielraum genommen hat, von selbst Angebote zu machen. Bis vor ca einem Jahr war es so, das wir noch so ca 1 bis 2 x im Monat miteinander geschlafen haben. Das habe ich seit Nachlassen meiner Libido für ihn gemacht. Und für uns; unsere Beziehung; das große Ganze.

Zusätzlich zum gev, bekam er von mir noch HJ, spanisch, AV und meine Füße. Er steht auf meine Füße. Ich finde, auf die Jahre gesehen, musste er nun nicht zölibatär leben

Ich würde es ja so ähnlich machen wie Icefalki vorschlug (1- max 2 x im Monat gev), wenn ICH ganz alleine von selbst auf ihn zukommen könnte. Er weiß das auch. Hab ich schon Dutzende von Malen gesagt. Ich möchte nicht gedrängt oder bebettelt werden. Ich möchte es ihm von selbst geben.

Aber tatsächlich ist meiner Meinung nach niemand in einer Beziehung für die Bedürfnisbefriedigung des Partners "zuständig". Das ist doch keine Verpflichtung.
Und wenn jemand das überhaupt nicht mehr aushält - dann muss er sich trennen.

10.04.2019 19:02 • #15


Phaedra


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Zitat von Vanilleduft:
Aber tatsächlich ist meiner Meinung nach niemand in einer Beziehung für die Bedürfnisbefriedigung des Partners "zuständig". Das ist doch keine Verpflichtung.

Natürlich nicht; darum geht es aber doch auch in einer gelebten Paarsexualität gar nicht. Ich denke auch nicht, daß Dein Partner mit so einem Sex -Pflichtprogramm zufrieden wäre, zumindest würde es mir so gehen. Zu wissen, daß die Partnerin keine Lust verspürt und mir quasi nur einen Gefallen tut, weil es halt mal wieder Zeit dafür ist, würde bei mir sämtliche Lust in den Keller fallen lassen. Paarsexualität sollte im besten Fall etwas gemeinsames sein, und nicht " er bekommt von mir x, y und z", weil genau daraus entwickelt sich das dauernde bitten und betteln: er wartet darauf, daß er etwas von dir "bekommt", nicht, daß ihr gemeinsam Sex habt. Und wie bekommt man was? Man bittet drum oder nervt wahlweise so lang, bis der andere nachgibt.
Auf Dauer wird das nicht gutgehen; auch für den Mann ist es nicht angenehm, ständig in der Bittsteller-Pose zu sein und dauernd abgewiesen zu werden. Das kratzt am Ego ("sie begehrt mich nicht mehr"...) und letztendlich auch am Gefühl zum Partner.
Versteh mich nicht falsch, ich möchte Deinen Leidens-Anteil in der Geschichte nicht mindern, nur auch die Sicht des Partners beleuchten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr das Sex -Gebettel nerven kann. Nach der Geburt meines ersten Sohnes war ich mit dem plötzlich Mutter sein und den ganzen Anforderungen so dermaßen gefordert, daß Sex so ziemlich das letzte war, an dem ich Interesse hatte. Und ich war der Meinung, meinem Partner müsse es doch auch so gehen. Das war ein Irrtum. Erst im Laufe der Zeit hat es sich dann wieder eingespielt, aber er hatte tatsächlich auch die Befürchtung, daß wir nie wieder ein gemeinsames Sex-Leben haben werden. Bei Kind 2 wußten wir dann beide, daß nach einer gewissen Durststrecke auch wieder entspanntere Zeiten kommen, deshalb war die Verzweiflung nicht ganz so groß
Bei Deinem Partner könnte ich mir vorstellen, daß es ähnlich ist: er wird sich fragen, ob es jetzt für den Rest eures Lebens so bleiben wird oder ob irgendwann auch mal wieder Besserung eintritt..
Was sagen denn die Ärzte? Wäre es möglicherweise durch eine Umstellung der Medis möglich, Deine Libido wieder zu erwecken?

11.04.2019 08:11 • x 1 #16


Vanilleduft

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Ich nehme alleine schon 4 Medikamente die zu einem komplett Libidoverlust führen können.
Zusätzlich die seelische Belastung durch tägliche Schmerzen.

Das ist nicht änderbar.
Das ist der Ist-Zustand.

11.04.2019 09:55 • #17


Phaedra


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Zitat von Vanilleduft:
Das ist nicht änderbar.
Das ist der Ist-Zustand

Hast Du ihm das in genau dieser Deutlichkeit gesagt?

Hast Du Deine Ärzte auf den Libidoverlust angesprochen? Würdest Du überhaupt da rangehen wollen, den Libidoverlust umzukehren, falls es denn ginge?

11.04.2019 11:26 • x 1 #18


Vanilleduft

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Ich fühle mich auch null verstanden. Muss ich ehrlich sagen. Als wenn ich hier die Böse wäre und der arme Kerl nichts bekommt. Er hat 3,5 Jahre mindestens jede Befriedigung bekommen, obwohl ich keine Libido hatte.

Habt ihr ne Ahnung wie sich das alles anfühlt?

Jetzt mache ich das seit gut einem Jahr nicht mehr in der Größenordnung wie vorher und ICH muss was ändern!?

Ich habe Paartherapie vorgeschlagen aber da kommt von ihm keine Rückfrage. Ich habe Partnerwechsler vorgeschlagen. Will er aus optischen Gründen nicht.
Offene Beziehung setzt er nicht um.

Biete ich ihm was an, fragt er mich x mal ob ich nicht doch mit ihm schlafe. Jede Woche. Jedes Mal wenn wir uns sehen.

Jeder schöne, nahe Moment zwischen uns wird zerstört dadurch das er nen Ständer bekommt und mehr will und ich die Nähe genieße aber es abrupt dadurch in mir drin endet.

Ergo habe ich mittlerweile Angst vor jedem nahen, schönen Moment zwischen uns.

Letztens fragte ich ihn, nachdem er mich 7 x nach S** fragte, ob das nicht auch ein Stimmungskiller für ihn sei. Nö. Überhaupt nicht.
Für mich waren das schlimm. Weil ich diejenige bin, die in unserer Partnerschaft nicht richtig tickt. Ich fühle nicht das selbe wie er. Ich muss immer den Spielverderber machen.

In anderen Partnerschaften funktioniert der gemeinsame S** auch streckenweise nicht. Jetzt mal ehrlich. Welche Frau ermuntert ihren Partner, sich woanders zu holen was ihm fehlt? Wie viele kennt ihr?

Die meisten Partner erwarten doch wie selbstverständlich das der andere aus liebe aushält und bleibt.

11.04.2019 11:26 • #19


Vanilleduft

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Zitat von Phaedra:
Hast Du ihm das in genau dieser Deutlichkeit gesagt?

Hast Du Deine Ärzte auf den Libidoverlust angesprochen?

Würdest Du überhaupt da rangehen wollen, den Libidoverlust umzukehren, falls es denn ginge?

Ja selbstverständlich. Mehrfach.

Auch das. Steht auch oben im Text. Es gibt keine anderen Medis zum wechseln. Das ist alles mehrfach beim Doc besprochen worden und ich bin da kein Einzelfall.

Hormonell ist bei mir übrigens auch alles in Ordnung. Hormonspiegel habe ich letztes Jahr machen lassen. Deswegen.

11.04.2019 11:29 • #20




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