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Romulus100

Romulus100
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Oft heißt es ja, wenn man eine Angsterkrankung hat oder Panikattacken, stimmt was im Leben nicht, man muss was ändern.

Mit was ich mich aber schon immer wieder mal beschäftige, was ist, wenn ich nichts ändern möchte?

Damit meine ich: Es heißt doch oft, Sport hilft gegen die Angst. Es heißt, Meditation hilft gegen die Angst, Yoga hilft gegen die Angst. etc etc.

Nicht falsch verstehen, ich respektiere jeden, den diese Sachen was geben, den diese Sachen helfen, aber mich interessiert es einfach Nüsse!

Ich habe schon ein paar mal Yoga probiert, aber wenn ich irgendwelche Figuren mache und dabei Atemübungen mache, denke ich mir die ganze Zeit, wie dämlich ist das denn bitte, das ist doch völlig für die Katz!
Ähnlich geht es mir bei der Mediation. Wenn ich da ein Youtuber anschaue, der geführte Meditation macht und dann sagt: "entspannen dich, achte nur auf deinen Atem, du bist in Sicherheit. " komm ich mir vor wie der letzte Trottel. Ich weiß selber auch dass ich in Sicherheit bin und ich will mich eigentlich nicht entspannen. Für mich ist sowas komplett unnötig und Zeit verschwendung.
Und auch beim Sport geht es mir ähnlich. Mir gibt ein Crosstrainer rein gar nichts, mich interessiert joggen gehen rein gar nicht, ich mag beides absolut nicht und für mich ist es ein Zwang das zu tun, was mir nur auf die Nerven geht.

Ich bin einfach nicht der Typ für Yoga, Meditation oder regelmäßigen Ausdauersport.

Was ich mag ist Party machen, Fußball spielen, Tennis, mit Freunden was trinken gehen, vielleicht dazu Billard oder Darts spielen und ständig irgend ein Event zu haben. Ich mag die Ruhe und das besonnene Dasein einfach nicht, so ticke ich nicht.

Nun habe ich aber alle paar Jahre mit einer Angsterkrankung + Panikattacken zu kämpfen, wieso weiß ich oft selber nicht. Ja ich bin hypochondrisch veranlagt, ja ich habe Angst vorm Tod, neiiiiin mir fällt kein Trauma aus der Kindheit ein, was das auslösen könnte, ich hatte eine glückliche Kindheit.
Ich habe keine Ahnung wieso ich die Angsterkrankung alle paar Jahre habe, mir fallen keine Gründe dafür ein, weil ich eigentlich zufrieden bin, wenn ich mein Leben symptomfrei leben kann.

Nun heißt es aber, wie anfangs beschrieben, man muss sein Leben ändern und den Ängsten auf die Spur kommen. Aber ich habe keine Ahnung vom Ausgangspunkt der Ängste, interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht und ich habe auch nicht das geringste Interesse mein Leben zu ändern. Ich habe mein Leben so gewählt wie es ist, weil es mir Spaß macht, ich will nicht Yoga machen, Kräutertee (bevorzuge B.) trinken, meditieren und in der Natur wandern gehen.

"Ändere mit was du unzufrieden bist". schön gesagt, nur was wenn man nicht unzufrieden ist? Habe ich keine Symptome, ist alles supi und ich falle eher in die Kategorie leichtlebiger Lebemann. Habe ich Symptome, glaube ich halt sehr leicht sehr krank zu sein und fall ins genaue Gegenteil.

Wäre interessant zu wissen, ob es Anderen auch so geht oder ob ich da eher allein damit dastehe?

P.S Es handelt sich dabei nur um meine Meinung, habe natürlich absolut nichts dagegen, wenn jemand Yoga, Meditation, gesunde Ernährung etc hilft und kritisiere auch in keinster Weise die Hobbys oder Leidenschaften von jemanden, es handelt sich dabei rein nur um das, wie es mir mit diesen Sachen geht!

LG Romulus

23.02.2021 #1


99 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
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Zitat von Romulus100:
Die Sache ist, ich weiß tatsächlich nicht was ich ändern sollte oder was in meinem Leben mir Angst macht.


Angst macht dir die Vorstellung, ganz im Einklang mit deiner Kontrollpersönlichkeit, dass du genau das bei einer doofen Erkrankung nimmer im Griff haben könntest.

Und da dein Leben bisher sehr ist gut verlaufen ist, du nicht dumm bist, sitzt in der Ferne diese dunklere Wolke, die erkennen lässt, Mist, was wäre wenn ich plötzlich keine Kontrolle mehr habe.

Angst vor Kontrollverlust ist mit ein Grundthema, das viele Angstpatienten haben und fürchten, kein Wunder, denn Angst ist mit genau das.

Die Frage stellt sich nun, 1. Warum ist mir Kontrolle so wichtig, und 2. wie komme ich in eine Geisteshaltung, die die Zügel etwas weniger fest anziehen lässt.

Damit komme ich zum Vertrauen zu sich, zu anderen. Und hier bieten sich gedanklich sehr viele Ansatzpunkte, viele Möglichkeiten und bei Kontrollfreaks sogar Lösungen.

Ich gehöre auch zu dieser Sorte. Ohne Therapie habe ich intensiv Sport getrieben, warum? 1. Ich neige zur Übertreibung, 2. stärke ich meinen Körper, kann er meinen innerlichen Stress 10mal besser ertragen, als ohne. Also wieder Kontrolle.

Dann der totale Absturz, weil ich ja nicht kapiert habe, dass zuviel Kontrolle und vermeintliche Stärke auch wieder Stress bedeutet.

Sprich, die Erforschung seines Selbst ist eine grosse Herausforderung, und je nach Persönlichkeit unterschiedlich zu bewältigen. Ich bin analytisch unterwegs und das ist meine Art mit Problemen umzugehen. Für andere kommen andere Methoden in Betracht. Allerdings wird man keinen finden, der ohne eigene Bewältigungsstrategien aus dem Kreislauf aussteigen kann.

Das Geheimnis ist eher, es zu tun. Offen für alle Möglichkeiten sein, auszuprobieren, Selbstreflektion anwenden, Wege beschreiten, sprich, sich diesem Thema zu widmen. Kopf in Sand stecken hat bei mir 17 Jahre irgendwie funktioniert, war aber ein Graus. Als Belohnung kam dann eine Depression, die sich gewaschen hatte. Aber im Nachhinein gesehen,habe ich die gebraucht um endlich einzusehen, so wird das alles nichts.

Deshalb, ich kenne alle Stufen von Ängsten, und weil Angst auch beinhaltet, starr zu werden, unbeweglich darauf zu hoffen, als der Kelch an einem vorübergehen könnte, kann ich nur sagen, mit Bewaffnung (Strategie) sind die Chancen deutlich besser, sich nicht mehr so hilflos fühlen zu müssen.

21.02.2021 12:55 • x 5 #62


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A


Angststörung - Was, wenn man sich nicht ändern möchte?

x 3


Calima

Calima
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Zitat von Romulus100:
Ich musste mir im Leben noch nie was erarbeiten, mir wurde immer alles von außen gegeben, in entscheidenden Momenten hab ich immer aufs Glück vertraut und es mich nie verlassen.


Damit hast du zumindest die Erklärung dafür, warum du aus deiner Erkrankung nicht rauskommst. Du hoffst auf das große BLING, aber bist nicht bereit zu arbeiten, weil du gar nicht weißt, wie das geht.

Zitat von Romulus100:
Aber in welchem Zusammehang Überbehütung und ein für mich sorgenfrei gemachtes Leben mit Hypochondrie in Verbindung stehen soll, soll mir einer erklären.


Wenn man ein Kind überbehütet, hat das mit Ängsten zu tun: Die Angst, dass das Kind sich verletzt, krank wird, ihm etwas Schlimmes zustößt...zum Beispiel. Dahinter steckt aber weit mehr, nämlich in erster Linie ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle. Indem man dafür sorgt, dass das Kind keinen Risiken, aber auch keinen Herausforderungen ausgesetzt wird, erspart man sich die Auseinandersetzung mit dem Scheitern. Wenn man dem Kind den Hintern nachträgt, erspart man sich Diskussionen und Streit. Kontrolliert man das Kind, hält man die eigenen Ängste ebenso in Schach, wie die eigene Unfähigkeit, denn das Kind wird einen auf diese Weise weit weniger in Frage stellen, als wenn man es fordert.

Es ist schon recht naheliegend, dass du diese Muster übernommen und verinnerlicht hast. Möglicherweise - und hier phantasiere ich mal ein bisschen munter vor mich hin - ist der erfolgsverwöhnte Sonnyboy sich in seinem tiefsten Inneren bewusst, dass er ein Blender ist, dessen Erfolg nicht auf seinen Fähigkeiten und seiner Leistung beruht, sondern auf der Unterstützung anderer und eben einer Menge Glück.

Das arbeitet sich bevorzugt dann an die Oberfläche, wenn andere Menschen involviert sind. Was ist, wenn jemand erkennt, dass es in Wahrheit nicht so weit her ist mit dem coolen Typen? Schüler haben in dieser Hinsicht sehr feine Antennen und urteilen gnadenlos. Und auch in einem Fußballteam wird Schwäche bestraft.

Und nun kommt die Hypochondrie ins Spiel: Schwere Krankheit bedeutet Siechtum, Schwäche, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein. Gleichzeitig entzieht sie sich völlig jeglicher Kontrolle. Krebs zerfrisst den Körper heimtückisch von Innen, das Herz kann von jetzt auf gleich seine Tätigkeit einstellen, Nerven werden lange Zeit unbemerkt irreversibel zerstört - Ende Gelände, absoluter Kontrollverlust auf der ganzen Linie.

Deine gelernten Mechanismen sind Verdrängung und Abwarten. Irgendwer wird's schon richten. Weil du verdrängst, rauchst du, obwohl du damit entscheidend dazu beiträgst - und zwar sehr real - dass sich deine Krankheitsängste bewahrheiten.Indem du weiterrauchst, kannst du ganz hervorragend so tun, als sei die Welt weiterhin so fett und kugelrund, wie du sie dein ganzes Leben kennengelernt hast.

Dein Verstand ignoriert das Risiko, dass dich tatsächlich der Krebs erwischt. Dein Unterbewusstsein nicht. Du bist ja nicht blöd und weißt sehr wohl um die Bedeutung der Dinge, die du tust. Da deine einzige Strategie aber Verdrängung ist, bleibst du in der Schleife hängen.

Ganz nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, tust du weiterhin so, als könne dir nichts passieren, weil dir bislang nie was passiert ist. Das ist eine sehr einfache, komfortable und bislang ja auch erfolgreiche Vorgehensweise, die nur einen Haken hat: Dein Unterbewusstsein kannst du nicht blenden. Es WEISS um alle Risiken, um die des Rauchens ebenso wie um die, halt in Wahrheit nicht so cool und erfolgreich zu sein, wie du alle - einschließlich dir selbst - glauben lassen möchtest.

Dir fehlen vermutlich elementare Erfahrungen mit Selbstwirksamkeit, Problemlösungsstrategien und dem Umgang mit ernsthaften Schwierigkeiten. Dein einziger Joker war bisher das Glück. Und auf das hast auch du kein Abo - etwas, was deinem Unterbewusstsein ebenfalls klar ist.

Also zeigt es dir, was es heißt, schwach und ausgeliefert zu sein.

Der Weg da raus wäre, den Kopf aus dem Sand zu nehmen, der Sache ins Gesicht zu schauen und - vielleicht das erste Mal in deinem Leben - die Komfortzone zu verlassen und dir selbst zu zeigen, dass du es drauf hast, mit Widerständen fertig zu werden.

Du magst keinen Sport - okay. ich auch nicht. Ich bin faul und gefräßig und habe vor 20 Jahren 3 Schachteln am Tag gequalmt. Was uns unterscheidet ist - neben ungefähr 1000 anderer Kleinigkeiten Wink - ist, dass ich mich der Herausforderung gestellt habe und du nicht. Du wartest nach wie vor darauf, dass jemand für dich das Knöpfchen drückt, mit dem du wieder cool und komfortabel weiterleben kannst.

20.02.2021 19:43 • x 5 #31


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S
Ich denke, jeder muss herausfinden, was ihn anspricht bzw. welchen Sport er mag.

Ich mag Yoga auch nicht aber schwimme dafür gerne, liebe lange Spaziergange oder Gymnastik.

Das Sport gut hilft, ist ja nun allgemein bekannt und bewiesen.

Da Du gerne Party machst, dann Tanze doch bis zum Umfallen. Hauptsache das Herz pumpt und der Kreislauf kommt in Gang.

Wer rastet, der rostet Mr. Green

x 2 #2


E
Ich kann yoga und meditation auch nichts abgewinnen. Mich macht das noch unruhiger.
Sport allerdings finde ich ganz praktisch Very Happy
Wenn du, trotz deiner Angsterkrankung, glücklich bist, ist doch alles super. Dann musst du ja nichts ändern.

Jeder hat andere Strategien um damit umzugehen.

x 2 #3


Romulus100
Zitat von portugal:
Ich denke, jeder muss herausfinden, was ihn anspricht bzw. welchen Sport er mag. Ich mag Yoga auch nicht aber schwimme dafür gerne, liebe lange Spaziergange oder Gymnastik. Das Sport gut hilft, ist ja nun allgemein bekannt und bewiesen. Da Du gerne Party machst, dann Tanze doch bis ...


Alles richtig was du sagst, aber es heißt ja immer, Yoga hilft sehr gut, meditieren (bzw. runter kommen) hilft sehr gut, regelmäßiger Sport hilft sehr gut (gegen Angst)... aber das interessiert mich halt alles nicht.

Und obwohl ich mein Leben so lebe, wie ich mag, habe ich dennoch alle paar Jahre mal Angstzustände und kann mir nicht wirklich erklären, von was es kommt. Ehrlich gesagt finde ich auch in meiner Kindheit nichts darin.

Wieso ich so hypochondrisch veranlagt bin oder so Angst vorm Tod habe, komme ich nicht drauf.

Es gibt ja diesen Spruch von Kurt Cobain: "better to burn out than to fade away".... das ist eigentlich auch halbwegs meine Philosophie. Ich rauche, ich trinke ganz gerne was und ich esse gerne junk food...

Wenn ich mit 60 an einen Herzkasperl sterbe, wäre es mir aus jetziger Sicht egal. Wenn ich jedoch im hier und jetzt Symptome habe, bewerte ich sie unweigerlich als gefährlich und habe Angst vorm sterben, das schließt sich doch aus?! Das ist einfach die Sache, die ich nicht verstehe.

#4


Romulus100
Zitat von kleinpübbels:
Ich kann yoga und meditation auch nichts abgewinnen. Mich macht das noch unruhiger. Sport allerdings finde ich ganz praktisch Very Happy Wenn du, trotz deiner Angsterkrankung, glücklich bist, ist doch alles super. Dann musst du ja nichts ändern. Jeder hat andere Strategien um damit umzugehen.

Mit Angsterkrankung bin ich eben leider nicht glücklich. Da beschäftige ich mich jede Sekunde mit meinem Körper und habe Angst vorm sterben.
Wenn ich jedoch keine Symptome habe, bin ich relativ leichtlebig und mir ist alles egal und das ist nicht einfach so daher geredet. Deswegen würde mich interessieren, von wo dann die Angst kommt und wieso sie immer wieder rauskommt und wie ich sie besiegen kann, ohne das ich was ändern muss (weil ich ja eigentlich nichts ändern will).

#5


Calima
Zitat von Romulus100:
Ich bin einfach nicht der Typ für Yoga, Meditation oder regelmäßigen Ausdauersport.


Ich auch nicht. Ich kriege schon bei der Musik Würgreiz und sobald wer zu labern anfängt, werd' ich aggro. Deswegen habe ich Meditation von meiner Liste der notwendigen Dinge gestrichen. Yoga und Ausdauersport mache ich trotzdem.. Ich arbeite beides nach Stundenplan ab. An manchen Tagen fällt es mir leichter, an anderen brauche ich meine ganze Energie dazu. Warum ich es dennoch tue? Ganz einfach: Weil es mich geheilt hat.

Zitat von Romulus100:
Deswegen würde mich interessieren, von wo dann die Angst kommt und wieso sie immer wieder rauskommt

Das wirst du nicht rausfinden. Schon allein deswegen nicht, weil es dich eigentlich auch nicht wirklich interessiert. Das Einzige, was von Belang wäre wäre, wie du machen kannst, dass es verschwindet.

Zitat von Romulus100:
und wie ich sie besiegen kann, ohne das ich was ändern muss (weil ich ja eigentlich nichts ändern will).

Am einfachsten wäre, wenn jemand eine simpel zu bekämpfende (organische) Ursache fände. Pille einwerfen, zack! Gesund. Sch,eiß auf die Ursachen. Du willst Party, nicht Psycho.

Zitat von Romulus100:
Wenn ich mit 60 an einen Herzkasperl sterbe, wäre es mir aus jetziger Sicht egal.


Sowas hab ich mit 30 auch von mir gegeben. Jetzt bin ich 61 und obwohl ich ein wildes, spannendes Leben hatte, möchte ich verdammt gerne noch so viele wilde und spannende Jahre mehr haben, wie irgend möglich. Ansonsten hätte ich mir mit 57, als mir die ganze Kacke bis zu den Ohren stand, auch gleich den Gnadenschuss geben können. Stattdessen hab' ich die A.rschbacken zusammengekniffen, 55 Kilo abgenommen und meinen fetten Hintern in Bewegung gesetzt. Völlig bocklos.

Aber ausreichend verzweifelt. Und das bist du nicht. Deine Angst nervt dich, aber bislang ist sie ja immer wieder verschwunden.

Deswegen wird alles bleiben wie es ist. Ohne ausreichenden Leidensdruck wirst du nichts verändern.

Ist völlig okay. Aber dann nimm's auch wie ein Kerl und hör' auf, rumzuheulen Wink.

x 1 #6


Hallo2020
Hast du denn schon mal eine Therapie gemacht ? Die können doch tatsächlich sehr gut erkennen wo der Kern der Angsterkrankung ist.
Wäre vielleicht mal eine Idee.


Zitat von Romulus100:
Es gibt ja diesen Spruch von Kurt Cobain: "better to burn out than to fade away".... das ist eigentlich auch halbwegs meine Philosophie. Ich rauche, ich trinke ganz gerne was und ich esse gerne junk food...

Wenn ich mit 60 an einen Herzkasperl sterbe, wäre es mir aus jetziger Sicht egal. Wenn ich jedoch im hier und jetzt Symptome habe, bewerte ich sie unweigerlich als gefährlich und habe Angst vorm sterben, das schließt sich doch aus?! Das ist einfach die Sache, die ich nicht verstehe.

Dieser Abschnitt hätte 1zu1 von mir sein können Laughing

#7


Romulus100
Zitat von Calima:
Das wirst du nicht rausfinden. Schon allein deswegen nicht, weil es dich eigentlich auch nicht wirklich interessiert. Das Einzige, was von Belang wäre wäre, wie du machen kannst, dass es verschwindet.

Eh nicht, mir ist es, wie man in Österreich so schön sagt, vollkommen "Blunzn" was war. Ob irgendwas in meiner Kindheit dein Ausschlag gegeben habe, mich interessiert es tatsächlich nicht. Ich hatte eine schöne Kindheit, bissi überbehütet als Einzelkind, aber das kann doch bitte nicht der Auslöser für immer wiederkehrende Ängste sein?

Ja ich suder gerne, wie es für uns Wiener so üblich ist und grübel auch oft, bin nachdenklich etc... aber auch da wieder die Frage? Ist grübeln, sudern und nachdenklich sein ein Grund für eine Angsterkrankung?

Zitat von Calima:
Am einfachsten wäre, wenn jemand eine simpel zu bekämpfende (organische) Ursache fände. Pille einwerfen, zack! Gesund. Sch,eiß auf die Ursachen. Du willst Party, nicht Psycho.

Du sagst es, bei den meisten Psychotherapeuten frage ich mich tatsächlich, wozu das ganze? Symptome weg und ich habe wieder eine Ruhe. Ich weiß dass es womöglich der falsche Ansatz ist, ich weiß aber einfach nicht, was um Himmels Willen ich aufarbeiten soll?!

Zitat von Calima:
Sowas hab ich mit 30 auch von mir gegeben. Jetzt bin ich 61 und obwohl ich ein wildes, spannendes Leben hatte, möchte ich verdammt gerne noch so viele wilde und spannende Jahre mehr haben, wie irgend möglich. Ansonsten hätte ich mir mit 57, als mir die ganze Kacke bis zu den Ohren stand, auch gleich den Gnadenschuss geben können. Stattdessen hab' ich die A.rschbacken zusammengekniffen, 55 Kilo abgenommen und meinen fetten Hintern in Bewegung gesetzt. Völlig bocklos.

Aber ausreichend verzweifelt. Und das bist du nicht. Deine Angst nervt dich, aber bislang ist sie ja immer wieder verschwunden.

Deswegen wird alles bleiben wie es ist. Ohne ausreichenden Leidensdruck wirst du nichts verändern.

Ja das ist natürlich völlig klar Very Happy Wenn ich einmal an die 60 bin, schreibe ich sicher 1zu1 so wie du. Ich schreibe also wirklich vom Stand jetzt, wo mich mir denke, sch... egal was mir mit 60 passiert, jetzt will ich leben. Dass ich mit 60 vermutlich gesund 80 werden will, ist mir vollkommen klar! Unglaublichen Respekt, wie du das so erfolgreich bekämpft hast!

Leidensdruck hatte ich prinzipiell schon genug. Ich bin nicht zum ersten Mal an meinen Nerven gescheitert und komplett in Panik verfallen.
Weil du schreibst, dass ich ohne ausreichend Leidensdruck nichts ändern werde... um das dreht sich ja das Thema, ich will im Prinzip nichts ändern, weil ich mit meinem Leben immer schon zufrieden war, selbstbewusst bin und auch nicht wüsste was ich ändern sollte, ich finde keinen Fehler... ich finde keinen wirklichen Grund wieso ich das habe. Gäbe es einen Grund der mir bekannt wäre, würde ich es gerne ändern, aber ich bin tatsächlich mit nichts unzufrieden.

x 1 #8


Romulus100
Zitat von Hallo2020:
Hast du denn schon mal eine Therapie gemacht ? Die können doch tatsächlich sehr gut erkennen wo der Kern der Angsterkrankung ist.
Wäre vielleicht mal eine Idee.


Ja, als Kind einmal, aber daran kann ich mich nicht erinnern.

Einmal dann bei der ersten Angsterkrankung, das waren aber nur 4 Sitzungen und des war ein ziemlicher Trottel. Außer dass er immer wollte, dass ich über was rede, war da nicht viel. Ich wusste auch nicht über was ich reden soll, mich plagt im Leben nichts, außer starke Hypochondrie.

Und letzten Mittwoch war ich auch auf einer Sitzung, aber da wieder die selbe Geschichte. Ich soll über mich erzählen, über meine Kindheit...

Resultat: Überbehütung der Mutter war Schuld. Ja, ich wurde überbehütet, ja ich bin ein Einzelkind, ja mir wurde immer alles in den A.... geschoben....

Ich musste mir im Leben noch nie was erarbeiten, mir wurde immer alles von außen gegeben, in entscheidenden Momenten hab ich immer aufs Glück vertraut und es mich nie verlassen.

Aber in welchem Zusammehang Überbehütung und ein für mich sorgenfrei gemachtes Leben mit Hypochondrie in Verbindung stehen soll, soll mir einer erklären.

Eventuell, dass ich nie in mich selbst vertrauen musste, weil immer wer anderer für mich einen Ausweg dargestellt hätte und ich im Leben daher nie ein Risiko hatte, das wäre das einzige Erklärungsmodell was mir einfällt, dass ich ewig abgesichert war und bin.

#9


FeuerWasser
Zitat von Romulus100:
Oft heißt es ja, wenn man eine Angsterkrankung hat oder Panikattacken, stimmt was im Leben nicht, man muss was ändern.

Müssen tut man nicht. Das bleibt einem selbst überlassen ob man an seinem Leben etwas ändern möchte oder nicht. Dazu zwingt dich weder das Umfeld, noch Fachärzte, noch Therapeuten. Man kann dir Vorschläge machen und die Hand reichen. Ob du sie annimmst ist deine Sache.

#10


Hallo2020
Zitat von Romulus100:
Eventuell, dass ich nie in mich selbst vertrauen musste, weil immer wer anderer für mich einen Ausweg dargestellt hätte und ich im Leben daher nie ein Risiko hatte, das wäre das einzige Erklärungsmodell was mir einfällt, dass ich ewig abgesichert war und bin.

Ich finde, das kann sehr gut stimmen. Vielleicht (auch wenn ich selbst nicht ein Fan von Therapien bin) vielleicht solltest du dort Mal ansetzen? Ich wüsste halt ehrlich gesagt nicht wie man, oder besser gesagt du selbst, dir sonst helfen könnte. Irgendwas muss ja nicht stimmen, sonst würde es dir ja gut gehen.

#11


Romulus100
Zitat von Hallo2020:
Ich finde, das kann sehr gut stimmen. Vielleicht (auch wenn ich selbst nicht ein Fan von Therapien bin) vielleicht solltest du dort Mal ansetzen? Ich wüsste halt ehrlich gesagt nicht wie man, oder besser gesagt du selbst, dir sonst helfen könnte. Irgendwas muss ja nicht stimmen, ...


Ich werde es eh mit einer Therapie versuchen, aber ich denke mir halt öfters, was will mir ein Therapeut sagen, was ich selber nichts weiß. Im Endeffekt kann ich selbst 3 Gründe für Angsterkrankungen an mir ausmachen.

1) Überbehütung als Kind. Ich musste mir nie was erarbeiten und hatte immer Sicherheit. Aber das ist halt eine Sache, die ich eh nicht ändern kann. Ich werde immer finanzielle Sicherheit haben, ich werde immer einen sicheren Job (weil beim Staat) haben und ich werde immer die Unterstützung meiner Eltern und wsl meiner Frau haben.

2) Der 2. Grund ist ein genetischer. Meine Mutter hatte Zeit ihres Lebens auch immer Angst vor dieser und jener Krankheit (allerdings nie so schlimm, dass sich eine Angsterkrankung daraus entwickelt hat) und meine Oma hat permanent über ihre Krankheiten gejammert, das habe ich natürlich mitbekommen.

3) Kontrollverlust. Ich bin keiner der andere Leute im entferntesten kontrollieren möchte, habe aber gerne im eigenen Leben Kontrolle. Vl habe ich deswegen Flugangst, weil man da nicht die Kontrolle hat. Ich bin nicht spontan, ich habe gerne alles geplant und im normalen Ablauf. Krankheiten oder der Tod sind nun mal nicht kontrollierbar sondern ein Stück weit auch Schicksal.

Punkt 1 & 2 liegen in der Vergangenheit und sind nicht mehr änderbar, einziger Punkt an dem man also arbeiten könnte, wäre Punkt 3.
Ob das aber für regelmäßig wiederkehrende Angsterkrankungen reicht, wäre auch wiederum interessant.

x 1 #12


fourofour
Eine Entscheidung treffen zu können bedeutet Freiheit und ist ein Luxus.
Eine Aktion bewirkt eine Reaktion. Auch das unterlassen einer Handlung ist in gewissem Sinne eine Aktion.
Egal was man tut oder unterlässt, man hat die Reaktionen/Konsequenzen zu tragen.

Ein Motto meines Lebens:
"Stillstand ist der Tod"
"Optionen erschaffen und nutzen"

x 1 #13


Romulus100
Zitat von cube_melon:
Eine Entscheidung treffen zu können bedeutet Freiheit und ist ein Luxus. Eine Aktion bewirkt eine Reaktion. Auch das unterlassen einer Handlung ist in gewissem Sinne eine Aktion. Egal was man tut oder unterlässt, man hat die Reaktionen/Konsequenzen zu tragen. Ein Motto meines Lebens: "Stillstand ...


Sehr guter Spruch und vollkommen richtig, nur erklärt es mir nicht, wieso ich die psychosomatischen Symptome und die Angst oder Panik nicht auf Dauer los werden kann.
Ich bin (solange ich keine Symptome habe) sehr glücklich mit meinem Leben, habe 0 Interesse anders zu leben, wie wird man dann die Angst los? Und von wo kommt sie dann überhaupt... bald wirds philosophisch Mr. Green

#14


Hallo2020
Zitat von Romulus100:
Ich werde es eh mit einer Therapie versuchen, aber ich denke mir halt öfters, was will mir ein Therapeut sagen, was ich selber nichts weiß. Im Endeffekt kann ich selbst 3 Gründe für Angsterkrankungen an mir ausmachen. 1) Überbehütung als Kind. Ich musste mir nie was erarbeiten ...

Naja wir beide sind uns, so weit ich es natürlich beurteilen kann, sehr ähnlich und deswegen kann ich dir nicht Hoffnung auf Besserung geben wenn du diese Einstellung behältst. Ich weiß nämlich das dies bei mir ein großer Fehler ist.
Ich wünsche dir aber alles erdenklich gute das du diese sch..eiße besiegst.

#15


Romulus100
Zitat von Hallo2020:
Naja wir beide sind uns, so weit ich es natürlich beurteilen kann, sehr ähnlich und deswegen kann ich dir nicht Hoffnung auf Besserung geben wenn du diese Einstellung behältst. Ich weiß nämlich das dies bei mir ein großer Fehler ist. Ich wünsche dir ...


Meine Theorie ist ja durchaus, ich habs schon in einem anderen Thread geschrieben, dass man teilweise vielleicht genetisch einfach anfälliger ist:

"Eine Theorie die mich auch beschäftigt, weil du schreibst, es muss auch andersrum gehen. Was wenn "Ängstler" einfach andere Voraussetzungen im Hirn haben. Bei der Angst spielen ja der Hippocampus, die Amygdala und der präfrontale Cortex unter anderem eine Rolle. Was wenn bei "Ängstlern", die das jetzt nicht nur wegen einer stressigen Phase haben, sondern richtig stark betroffen sind, entsprechende Hirnareale einfach anders sind?
Bei einer Depression weiß man ja auch oft nicht wovon sie kommt, viele haben alles und sind dennoch depressiv."

Vl ist es ja bei "Ängstlern" so, dass bestimmte Hirnareale einfach anders funktionieren, was man nicht steuern kann?!

Ansonsten bin ich mir zu 100% sicher, dass ich auch diese Phase wieder überwinde, auch du wirst es irgendwann überwinden, spätestens wenn es zu lange dauert, hat man irgendwann diese schei. drauf Mentalität Wink

x 1 #16


fourofour
Zitat von Romulus100:
Sehr guter Spruch und vollkommen richtig, nur erklärt es mir nicht, wieso ich die psychosomatischen Symptome und die Angst oder Panik nicht auf Dauer los werden kann.

Das war auf deinen Thread-Titel bezogen und soll keine Lösung darstellen.

Ich selbst habe ein an meine Befindlichkeiten angepasstes Leben zu führen, weil ich ansonsten kurz-, mittel-, langfristig die Quittung dafür bekomme.
Bis ich diese Einsicht hatte, bin ich weit mehr als ein Mal mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen.

#17

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Hallo2020
Zitat von Romulus100:
Meine Theorie ist ja durchaus, ich habs schon in einem anderen Thread geschrieben, dass man teilweise vielleicht genetisch einfach anfälliger ist: "Eine Theorie die mich auch beschäftigt, weil du schreibst, es muss auch andersrum gehen. Was wenn "Ängstler" einfach andere Voraussetzungen im Hirn ...


Ja die sch.eiß drauf Mentalität kenne ich nur zu gut.. paar Monate psychische Symptome oder sonstiges und dann ? Trinke ich paar Wochen lang bisschen mehr übern Durst und alles ist wieder gut, bis es halt wieder kommt.

#18


Romulus100
Zitat von cube_melon:
Das war auf deinen Thread-Titel bezogen und soll keine Lösung darstellen. Ich selbst habe ein an meine Befindlichkeiten angepasstes Leben zu führen, weil ich ansonsten kurz-, mittel-, langfristig die Quittung dafür bekomme. Bis ich diese Einsicht hatte, bin ich weit mehr als ein Mal mit ...


Ich möchte nicht wie ein Sturkopf wirken, aber was ist ein auf seine Befindlichkeiten geführtes Leben? Genau das führe ich ja meiner Meinung nach.
Nicht dass ich nicht für Vorschläge offen bin oder Besserungen und nicht dass ich behaupte ich mache alles richtig, ich weiß es nämlich wirklich nicht, was ich ändern soll oder für meine Psyche falsches mache...

#19


Romulus100
Zitat von Hallo2020:
Ja die sch.eiß drauf Mentalität kenne ich nur zu gut.. paar Monate psychische Symptome oder sonstiges und dann ? Trinke ich paar Wochen lang bisschen mehr übern Durst und alles ist wieder gut, bis es halt wieder kommt.

Ein Prosit auf die Gemütlichkeit *higgs*

#20


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