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Hallo @Ronald47
ich kenne ja die Gesetzmäßigkeiten in Österreich nicht und auch Begrifflichkeiten wie Rehageld sagen mir nichts. In D ist es relativ überschaubar, woher man Bezüge zum Lebensunterhalt bekommen kann, was aber nicht gleichbedeutend damit ist, das man sie bekommt. Ich bekomme zum Beispiel eine teilweise Erwerbsminderungsrente, die auch befristet ist. Gleichzeitig bedeutet dies, dass ich noch mehr als drei Stunden aber weniger als sechs Stunden täglich arbeiten darf und da ich arbeitslos bin, muss ich mich beim Arbeitsamt auch arbeitslos melden. So lange ich noch Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte, habe ich dieses anteilig bekommen. Also eine Halbe EM Rente und ein halbes Arbeitslosengeld. Letzteres beziehe ich aber schon 2 Jahre nicht mehr, bin aber trotzdem arbeitslos beim Arbeitsamt, aber ohne Leistungsbezug, gemeldet. Bekomme also nur die Halbe Rente.
Da ich jetzt wieder Mal 6 Wochen in einer Klinik war, hat das Arbeitsamt ein Gutachten bei deren MD beauftragt um festzustellen wofür ich als Arbeiter noch geeignet bin. Das läuft aber völlig unabhängig von der RV, orientiert sich aber vermutlich schon daran, dass ich eigentlich nicht vollzeit arbeiten kann. Nun warte ich auf dieses Gutachten und danach sehe ich weiter.
Ich gehe davon aus, dass bestimmte Tätigkeiten nicht mehr in Frage kommen und dann muss das Amt mir halt passende Tätigkeiten vermitteln, auf die ich mich dann bewerben muss. So ist die Rechtslage hier.
Aber das bedeutet ja nicht, dass ich umgehend Arbeit bekomme und somit auch umgehend arbeiten gehen muss. Daher habe ich nicht den Gedanken, dass mich das Amt gängeln will, auch wenn sich das Gefühl, es wäre so, gerne breitmachen möchte.
Was jetzt passieren könnte ist folgendes:
Das Arbeitsamt kommt aufgrund deren Gutachten zu dem Schluss, ich kann weniger als 6 Stunden in bestimmten Berufen tätig sein unter der Berücksichtigung dessen, wozu ich Leistungsfähig bin. Da kann dann beispielsweise Schichtarbeit oder lange Anfahrt ausgeklammert sein, oder auch Stress oder permanentes Stehen oder Sitzen.
Anhand dessen bekomme ich denn eben Vermittlungsvorschläge für Jobs.
Alternativ, was ich nicht glaube, aber trotzdem möglich wäre, könnte das Arbeitsamt auch feststellen, dass es mir weder passende Jobs noch eine Umschulung bieten kann und mir auferlegt entweder einen Reha Antrag oder einen Antrag auf eine volle EM Rente zu stellen und somit dem Ball an die RV abzugeben. Den Pass dort hin muss allerdings ich dann spielen und mich durch entsprechende Anträge kämpfen.
So oder so, ich kann das System nicht ändern und mir nur überlegen, ob ich daran verzweifeln will oder an etwas anderem, das mich aufgrund meiner Erkrankung quält.
Ich mag da oft auch nicht mehr, aber trotzdem bin ich ja noch da. Irgendwas treibt mich also noch an, etwas zu kämpfen. Ob sich ein Kampf gelohnt hat, sehe ich ja eh erst hinterher. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich meistens vorher schon jeglichen Kampf als verloren glaube. Die Erfahrung hat mir aber auch gegenteiliges gelehrt. Ich hoffe Du kannst noch etwas kämpfen. Es wäre halt gut und wichtig, Dir Hilfe zu suchen, bei einem Sozialverband oder Ähnlichem, damit Du weißt, was Du darfst, worauf du in welcher Form Anspruch hast und was Du letztlich tuen musst, ohne dass Dir die eine oder andere Institution einen Strick daraus dreht. Eine Rente zu bekommen heißt ja nicht automatisch, garnichts mehr machen oder arbeiten zu dürfen. Dann müsste sie ja jemandem quasi das Leben verbieten.