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Georg Grün
Hallo,

ich bin der Georg 28 Jahre alt und wohne in Berlin
Ich leide sehr unter meiner Einsamkeit, was mich in der Vergangenheit oft
dazu verleitete mich auf Menschen einzulassen die mir überhaupt nicht gut taten. Da es
eine therapeutische Aufgabe war diese Kontakte zu beenden, bin ich nun wirklich vollkommen
alleine in Berlin. Die Einsamkeit quält mich, obwohl ich mich auch ganz gut alleine beschäftigen
kann täglich. Mir fehlen sehr nette Unterhaltungen, gemeinsames lachen und mit anderen Menschen
etwas zu unternehmen.

Sportliche Aktivitäten: Radfahren, Seedbadminton, Minigolf
Ausgehen: Kino, Cafés, Parks, Essengehen, Feste, Flohmärkte, Austellungen, Museen, Spaziergänge, Natur
Spieleabende
Hobbies: Lesen, Malen, Basteln/Heimwerken, Gitarre lernen, Kochen

Mag ich nicht: Parties, Tanzen, Rassismus, *beep*, Intoleranz, Oberflächlichkeit, Respektlosigkeit
Mag ich: Natürlichkeit, Tiere, Meer, Buchläden, Eis, Schokolade, Grillen, Kaffee

Ich bin: sensibel, ehrlich, Vegetarier, Raucher

LG und ein schönen Start ins Wochenende

22.07.2016 18:11 • 25.07.2016 #1


38 Antworten ↓


Hotin
Hallo Georg Grün,

willkommen hier im Forum.

Das Du unter Einsamkeit und Problemen leidest, wundert mich nicht.

Zitat:
Die Einsamkeit quält mich, obwohl ich mich auch ganz gut alleine beschäftigen kann täglich.


Kann es sein, dass Du Dich nur mit Dir beschäftigst? In Deinen Beschreibungen
kommen doch gar keine anderen Menschen vor.

Zitat:
Bin nicht muskulös, super schlank, reich, Partymensch, perfekt, fehlerfrei... aber werde mich auch für keinen Menschen
als für mich selbst verändern - ich bin wie ich bin, entweder man mag mich oder nicht!


Wie Recht Du hast. Jemanden der sich für keinen anderen Menschen verändert, der ist nicht anpassungsfähig.
Also mag man Dich nicht.
Wieso beschreibst Du Dich als perfekt und fehlerfrei. Hast Du einen Höhenrausch?
Oder hast Du das hier unter Dro.einfluss geschrieben?
Deine Lebensansichten sind voller Widersprüche und Gedankenfehler.

Was Du angeblich nicht magst:
Intoleranz, Respektlosigkeit, Oberflächlichkeit.

Du solltest Dich schon für eine Seite des Lebens entscheiden. Auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen geht leider nicht.
Das Du Natürlichkeit magst, nehme ich Dir überhaupt nicht ab.

Mit der Sprache und der Ehrlichkeit solltest du etwas sorgfältiger umgehen.

So behältst Du Deine Probleme.

Falls Du noch nicht umgefallen bist, ich bin zwar nicht fehlerfrei, aber Deine Widersprüche laden mich regelrecht
dazu ein, Deine Aussagen zu zerreißen.

Viele Grüße

Bernhard

23.07.2016 00:31 • x 2 #2



Suche Kontakte in Berlin

x 3


Georg Grün
Wow, ganz schön abwertend!
Wenn ich mir mal anmaße über deine Antwort genauso dein Problem zu analysieren, dann würde ich vermuten,
dass du neben deinen psychischen Problemen absolut unzufrieden mit deiner Person an sich bist und dich kein bisschen
selbst akzeptieren kannst.

Zitat:
Kann es sein, dass Du Dich nur mit Dir beschäftigst? In Deinen Beschreibungen
kommen doch gar keine anderen Menschen vor.

Wieso sollen andere Menschen in der Beschreibung meiner Selbst vorkommen?
Ich habe, das Problem aufgrund meiner sozialen Angst mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und nicht das Problem
mich nicht gut mit anderen Menschen verstehen zu können!
Zitat:
Wieso beschreibst Du Dich als perfekt und fehlerfrei. Hast Du einen Höhenrausch?

Kannst du das ich bin nicht anfangs des Satzes lesen? Ich schrieb das ich nicht fehlerfei und nicht perfekt bin?!

23.07.2016 03:30 • x 2 #3


wollte gerade eben auch Hotin schreiben (so kenn' ich den hier gar nicht), dass er das wohl überlesen hat, dass Du eben all das nach eigener Aussage genau NiCHT bist und er dadaurch es z.T. ins Gegenteil in seiner Argumentation ungerechterweise verkehrt hat.
also folgendes: ich wohne im Winterhalbjahr in Berlin, im Sommer auf dem Land. Habe aber die meiste Zeit meinens Lebens in der Stadt verbracht. Und kann nur sagen, dass ich es auch sauschwer empfinde, in Berlin Leute kennenzulernen, mit denen man dauerhaft in Kontakt treten kann. Habe es zig Jahre erfolglos versucht. Wollte hier auch mal eine Selbsthilfegruppe gründen....allles nix geworden. In letzter Zeit lese ich sogar viele Berichte in den Medien, wo gerade junge Leute, so wie Du, in 'nem Alter, wo man noch an der Uni ist, sich beklagen, dass sie sich einsam und allein in der Stadt fühlen. Allgemein kann man sagen, dass, je größer und anonymer die Städte sind, die Menschen viel unverbindlicher miteinander umgehen. Was die Sache nicht leichter macht.
Wenn du magst, ich wieder in der stadt bin, im Herbst können wir gern mal'nen Kaffee trinken gehen. Ich bin allerdings schon eine Generation weiter, also die Deiner Eltern.
Meine Interessen sind im wesentlichen übereinstimmend daher sei hier nur aufgezählt, was bei mir NICHT dazu gehört: Seedbadminton (weiß nicht mal, was das ist), Minigolf, Spieleabende, Gitarre lernen, Grillen, Vegetarier
Gruß in die Hauptstadt

23.07.2016 09:25 • #4


Hotin
Hallo Georg Grün,

zuerst mal eine große Entschuldigung an Dich.
Es tut mir sehr leid, dass mir ein solcher Fehler unterlaufen ist.
Ich habe das Wort nicht wiederholt überlesen. Das kann ich nur meiner Müdigkeit zuschreiben.
Was aber für mich kaum selbst zu verstehen ist.
Beindruckend, und meine Anerkennung, wie cool Du auf meinen starken Fehler reagiert hast.
Ich hoffe Du kannst meine Entschuldigung annehmen.

Vermutlich hat mich Dein Satz,
aber werde mich auch für keinen Menschen als für mich selbst verändern -
- ich bin wie ich bin, entweder man mag mich oder nicht!

so sehr fixiert.

In diesem Satz liegt etwas sehr, sehr grundlegendes und wichtiges,
Fast jeder Mensch wird sagen, ich bin wie ich bin.
Wer jedoch zufrieden und mit wenig Ängsten leben will, für den ist Veränderung im Denken und Verhalten sehr wichtig.

Um Ängste besser zu verstehen, ist es wichtig einmal den Menschen an sich zu sehen und dann getrennt dazu sein Verhalten.
Als Person bist Du ohne Zweifel ok. Darüber kann man nicht diskutieren.
Das Denken und Verhalten eines Menschen muss jedoch einer ständigen
Änderung oder Veränderung unterliegen. Sonst entsteht keine Zufriedenheit.


Zitat:
Ich habe, das Problem aufgrund meiner sozialen Angst mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und nicht
das Problem mich nicht gut mit anderen Menschen verstehen zu können!


Das ist Durchaus zu verstehen. Bei Deinen vielseitigen Interessen findest Du bestimmt Menschen, die mit Dir
etwas gemeinsam unternehmen möchten.


Zitat:
was mich in der Vergangenheit oftdazu verleitete mich auf Menschen einzulassen die mir überhaupt nicht gut taten.


Weißt Du denn, wie Du Dich selbst schützen kannst? Kannst Du sagen, was Du willst und kannst Du auch nein sagen.
Oder warum schaden Dir andere Menschen.

Viele Grüße

Bernhard

23.07.2016 09:57 • x 2 #5


also Hotin ist doch noch der Alte

23.07.2016 10:01 • x 1 #6


yellowBag
@Gnomenreigen

Du bist auch aus Berlin? Habe ich wohl überlesen.
Ich habe auch die meiste Zeit meines Lebens dort verbracht. Kontakte hatte ich da reichlich, sowohl durch die Arbeit als
auch privat. War nie ein Problem.

Augefallen ist mir tatsächlich das es die letzten ca. 15 Jahre schlechter wurde.
Alles sehr oberflächlich geworden. Viele sind weg gezogen, sehr viele.

Wir dann auch - ins Grüne Umland. Wenn ich mal Sehnsuch habe nach der Stadt bin ich ja in 30 min. da, kommt aber selten vor.

23.07.2016 10:03 • #7


Hotin
Hallo Gnomenreigen,

Zitat:
also Hotin ist doch noch der Alte


Vielen Dank.
Noch immer verstehe ich nicht, was mir da passiert ist.
Aber Fehler sind Fehler und ich kann es nicht ungeschehen machen.
Vielleicht stand ich unter Dro..

Viele Grüße

Bernhard

23.07.2016 10:07 • #8


@yellowBag
ja, bin ich, habe es aber letztes Jahr nur einmal erwähnt, als ich erfolglos die Gruppe gründen wollte. Bei mir war das mit den Kontakten echt das Problem, hatte einfach das falsche soziale Umfeld. Alles Einzelkämpfer, Karrieristen und so... Ansonsten war ich nicht erfolgreich in meinen Versuchen, privat Kontakte zu knüpfen. Ich habe keine Ahnung, woran es liegt, die Menschen in der Stadt werden immer aggressiver, die Nachbarn im Haus erwidern den Gruß nicht...etc... geht man mal unter die Leute also was essen, Café, Kneipe....ich seh' nur noch Leute, die zu zweit oder allein unterwegs sind, es gibt kaum Gruppen z.B. von jungen Leuten. Ich weiß heute, das liegt nicht nur an mir, man kommt einfach unglaublich schwer mit anderen ins Gespräch.
Du lebst jetzt nicht mehr in Berlin?
@Hotin
Hut ab Hotin! Du hast Deinen Irrtum ja bereits richtig gestellt, Dich entschuldigt. Mehr kannste nicht machen. Dachte schon jetzt fängt der auch noch so an, andere User so runterzuputzen, was aber nicht zu Deinen sonstigen Beiträgen und Reaktionen hier im Forum passte. Also nicht für ungut! Schönes WE

23.07.2016 10:15 • x 1 #9


yellowBag
Zitat von Hotin:
Hallo Gnomenreigen,

Zitat:
also Hotin ist doch noch der Alte


Vielen Dank.
Noch immer verstehe ich nicht, was mir da passiert ist.
Aber Fehler sind Fehler und ich kann es nicht ungeschehen machen.
Vielleicht stand ich unter Dro..

Viele Grüße

Bernhard


Hotin , auch du darfst dich mal irren. Entschuldigt hast du dich - also alles gut.

23.07.2016 11:12 • x 1 #10


yellowBag
@Gnomenreigen

Nein, lebe jetzt nicht mehr in Berlin. Aber auch nicht so weit weg. Manche pendeln auch von hier nach Berlin zur Arbeit.
Aber es ist eine andere Welt mitten in der Natur. zum nördlichen Stadtrand von Berlin ca. 15km, zum Zentrum dann entsprechend
mehr.
Leider haben das auch schon andere gemerkt und die Mietpreise steigen.

Bist du den im Sommer weit weg aus Berlin? Wenn ich könnte würde ich Sommers am Meer leben.

Hat sich was ergeben aus deinem Gruppengründungsversuch?
Ansonsten ab Herbst auf ein Neues!

23.07.2016 11:21 • #11


@yellobag
mit einem Wort: nichts.... ist daraus geworden. Hatte dafür den Thread :
AKTION Verrückte und/oder Einsame in Berlin u Umgebung
eröffnet.

23.07.2016 11:38 • #12


Georg Grün
@Gnomenreigen
Ich suche seit einer Weile immer mehr über das Netz nach Möglichkeiten dieser Einsamkeit zu entkommen, bei dieser Suche bin ich ebenfalls öfters auf solche Artikel gestossen, in welchen über das Problem gerade in Berlin berichtet wurde. Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass wenn dieses Problem doch generell in Berlin so überdurchschnittlich groß sein soll, warum es denn immer schlimmer als besser wird. Ich meine, als ich vor 9 Jahren nach Berlin kam konnte man noch sehr oft beobachten wie wildfremde Menschen in den Bahnen in Kommunikation traten oder man auch selbst die Erfahrungen machen in einem Café ab und an in ein Gespräch zu geraten. Seit einer Trennung vor 2,5 Jahren versuche ich Kontakte zu knüpfen, allerdings scheint es für mich ein unmögliches Vorhaben. Ich habe immer wieder mal Menschen durch Klinikaufenthalte und Schule kennengelernt, aber es scheint so als ob niemand an längerfristigen Kontakten Interesse hätte, sondern wirkt es auf mich vielmehr so als ob jeder auf der Flucht sei und Freundschaften zu knüpfen auf dieser Flucht nur aufhalten würde. Vielleicht passe ich auch gar nicht in die heutige Zeit, ich finde es so schlimm, wie ich tagtäglich beobachte, dass Menschen zusammensitzen und sich nichts zu sagen haben, sondern sich gegenübersitzen und sich mit Datingapps und Facebook auf dem Handy beschäftigen, statt miteinander zu reden.
Dass du etwas Älter bist macht nichts, würde mich sehr über ein Treffen und Kennenlernen freuen.
*Du hast abgesehen vom Jahr 3 Tage nach mir Geburtstag^^
*Speedbadminton ist ein durch andere Schläger und andere Federbälle schnelleres Badminton.

@Hotin
Na klar nehme ich deine Entschuldigung an!
Ich habe mich in dem ersten Moment sehr abgewertet gefühlt, habe dann eine Zeit erstmal drüber Rätseln müssen ob ich mich denn wirklich so unverständlich ausgedrückt hätte, habe mich dann etwas Selbst abgewertet und die Situation noch einmal reflektiert und wohl angemessen reagiert.
Nachdem dieses Missverständnis, worüber wir wohl beide froh sind, nun aus dem Weg geräumt ist, bin ich froh über die Übung die sich für mich durch diese Situation ergab.
Ich habe den Satz auch noch einmal durch ein paar Verneinungen deutlicher geschrieben, da ich nicht wusste ob ein Gedankenstrich vor jeder Position der Aufzählung gehört hätte, bzw. grammatikalisch richtig gewesen sei. Hätte ich mal im Deutschunterricht aufmerksamer sein sollen XD
Ein Teil meiner Borderlinesymtomatik ist, dass ich mich schon in der Kindheit lernte Menschen so sehr anzupassen, dass ich teilweise selbst nicht mehr meine eigene Persönlichkeit wahrnehmen konnte. Ein Teil dessen, was ich in den vergangenen Jahren der Therapie lernen durfte, war es meine Person zu entdecken und diese sogar so weit zu akzeptieren, dass ich mich für niemanden mehr verbiegen möchte. Jemandem dem ich als Person nicht gefalle, der mich nicht so akzeptieren kann wie ich bin, der muss den Kontakt nicht zu mir haben.
Man findet immer und an jedem Menschen etwas was einem nicht gefällt, was positive Wirkung, oder negative Wirkung im Zusammenspiel hat, dabei hat wohl jeder Mensch nochmal seine eigene Toleranzgrenze in wieweit er was akzeptieren kann. Wenn die Waage natürlich anzeigt, dass das negative überwiegt ist dieser Kontakt schädlich für mich und belastet meine Beziehung zu mir selbst. Da gilt es für mich, so sehr dies klar ist, dass es nicht nur eine Phase in der Beziehung ist, diesen Kontakt nicht weiter aufrecht zu erhalten.
Zitat:
Das Denken und Verhalten eines Menschen muss jedoch einer ständigen Änderung oder Veränderung unterliegen. Sonst entsteht keine Zufriedenheit.

Dem stimme ich aus meiner Sicht voll zu! Die Menschen und die Umwelt sind in einer ständigen Veränderung. Wenn ich im Stillstand eine Sicherheit suche, dann bringt es mir eher das Gegenteilige, da ich mich somit von der Außenwelt distanziere und mir aus Mauern der Angst eine Scheinwelt aufbaue, die es immer schwerer fällt zu verlassen.
Ich habe meine sozialen Ängste mit dem Weg in die Angst hinein, schon weit abgebaut, allerdings habe ich durch die borderlinetypischen Schwankungen gerade ein Phase in der diese mir wieder vermehrt zu schaffen machen. Zum bin ich mit diesem Prozess des hin und her's in den vergangenen Jahren immer erfahrener geworden, lerne immer wieder neu hinzu und finde immer schneller wieder zu dem Erarbeiteten zurück. So merke ich mittlerweile auch schon viel besser wenn meine Depressionen oder Zwänge sich wieder anschleichen und habe da immer meinen Plan parat ihnen schnell wieder zu entkommen. Leider klappt dies mit meinen ganzen anderen Ängsten noch nicht so. :/
Zitat:
Weißt Du denn, wie Du Dich selbst schützen kannst? Kannst Du sagen, was Du willst und kannst Du auch nein sagen.
Oder warum schaden Dir andere Menschen.

Um an dem Beispiel der Waage und der Toleranz zu beschreiben, war meine Überzeugung immer, dass ich zu wenig ertragen kann. Da ist wieder dieses falsche Selbstbild der BPS, dass man sich selbst als so unglaublich fehlerhaft und nicht liebenswert empfindet, dass man die Waage im negativen so weit runterstürzen lässt bis etwas unerträglich geworden ist, so reagiert man darauf bei dieser Störung mit SVV, Flucht, oder heftiger Wut. In der DBT-Therapie musste ich erst einmal lernen, dass man auch Menschen doof finden darf und nicht mit jedem klar kommen kann, womit somit an diesem Bild alle sind gut ich bin sc§%#e stark gerüttelt wurde.

@yellowBag
Dann konntest du diese Veränderung ja ein Stückchen länger als ich beobachten. Mir ist durch das lesen deiner Antwort noch einmal durch den Kopf gegangen wie stetig dieser Austausch der Bevölkerung der Stadt doch ist. Es ziehen viele weg, sehr viele bleiben nur kurz, viele scheitern und müssen wieder gehen, viele sind nur fürs Studium oder einen befristeten Job hier und gleichzeitig wächst die Stadt rasant. Diese Geschwindigkeit liest sich somit natürlich auch im sozialen Miteinander ab. Stadt der Singles viele bleiben zu kurz um eine Beziehung aufzubauen...
Vielleicht wäre ich auf dem Land ja doch besser aufgehoben, frage mich ob ich hier jemals eine Frau fürs Leben finden kann, mit der ich einen gemeinsamen Familienwunsch umsetzen könnte. Mein Bild ist es mittlerweile, dass es hier nur noch um unkomplizierte sexuelle Kontakte geht, aber niemand mehr den Wunsch oder die Geduld für monogame Beziehungen hat. :/
Ach schön, gerade das Umland von Berlin finde ich sehr schön!
Habe mich vor einem Jahr, wegen der guten therapeutischen Infrastruktur hier zu bleiben. Komme gerade wieder ins Grübeln ob dies so richtig wahr. :/
Du bist gebürtiger Berliner?

Noch einmal @Hotin
Alles ok! Jeder macht Fehler und wenn man Müde ist geschieht einiges was sonst nicht so geschehen wäre.

Zitat:
@yellowBag
ja, bin ich, habe es aber letztes Jahr nur einmal erwähnt, als ich erfolglos die Gruppe gründen wollte. Bei mir war das mit den Kontakten echt das Problem, hatte einfach das falsche soziale Umfeld.[…]

Ja, die Gruppen die man sieht sind meist Touristen, oder welche die hier geboren sind und ihren alten Freundeskreis aus Schulzeiten noch haben.

23.07.2016 16:45 • x 1 #13


Georg Grün
Zitat von Gnomenreigen:
@yellobag
mit einem Wort: nichts.... ist daraus geworden. Hatte dafür den Thread :
AKTION Verrückte und/oder Einsame in Berlin u Umgebung
eröffnet.


Kenne einige Versuche von Gruppengründungen für Menschen die Einsam sind, doch leider finden sich in der einsamen Stadt kaum Mitglieder.

Ich hätte mich gemeldet!

23.07.2016 16:50 • #14


Nine2014bln
Hallo.

Ich bin auch aus Berlin und bin was Freundeangeht auch sehr einsam.

Würd mich freuen zu schreiben.

23.07.2016 20:14 • x 1 #15


@Nine2014bln ...na jetzt melden sich ja doch noch Berliner, Willkommen Nine!

23.07.2016 20:21 • #16


Georg Grün
Hallo Nine, freut mich!
Ich schreibe dir mal ne PN

23.07.2016 21:19 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hotin
Hallo Georg Grün,

Zitat:
, ich finde es so schlimm, wie ich tagtäglich beobachte, dass Menschen zusammensitzen und sich nichts zu sagen haben, sondern sich gegenübersitzen und sich mit Datingapps und Facebook auf dem Handy beschäftigen, statt miteinander zu reden.


Damit Gespräche in Gang kommen, kannst Du eine Eigenschaft an den Anfang von Kontakten stellen.
Versuche erst einmal viel und gut zuzuhören. Das ist gar nicht so einfach.

Zitat:
Ein Teil meiner Borderlinesymtomatik ist, dass ich mich schon in der Kindheit lernte Menschen so sehr anzupassen,
dass ich teilweise selbst nicht mehr meine eigene Persönlichkeit wahrnehmen konnte
Ein Teil dessen, was ich in den vergangenen Jahren der Therapie lernen durfte, war es meine Person zu entdecken und
diese sogar so weit zu akzeptieren, dass ich mich für niemanden mehr verbiegen möchte.


Nachdem ich mit etwas Abstand Deinen Text nochmal gelesen habe, stimme ich Dir voll zu.

Zitat:
Jemandem dem ich als Person nicht gefalle, der mich nicht so akzeptieren kann wie ich bin, der muss den Kontakt
nicht zu mir haben.


Diese Aussage ist ja eigentlich die Folge des vorher gesagten. Auch hier stimme ich grundsätzlich zu. Für mich war es
eine der schwierigsten Aufgaben in meinen Leben zu akzeptieren, das der andere Mensch so anders ist.
Etwas wichtiges finde ich jedoch unbedingt erforderlich.
Zwei Menschen, die sich als Freunde oder Lebenspartner treffen und Gemeinsamkeiten aufbauen wollen, müssen
jedoch auf irgendeine Weise näher zusammenfinden.
Und das geht nur, wenn sie gegenseitig ihre Denkweisen und ihr Verhalten aneinander anpassen.
Dies machen wir mit unserer Sprache und wir verhalten uns auch so, dass unser Partner weniger Angst, und damit
mehr Vertrauen, also Sicherheit hat.
Wenn Du also Menschen kennen lernen willst, sollest Du etwas sagen oder tun, was ihre Angst kleiner macht.
Dann haben sie Lust, mir Dir zu reden.

Zitat:
Ich habe meine sozialen Ängste mit dem Weg in die Angst hinein, schon weit abgebaut,
Leider klappt dies mit meinen ganzen anderen Ängsten noch nicht so.


Das verstehe ich nicht so ganz. Unsere Ängste sind die wichtigsten von unseren Gefühlen. Die Aufgabe des Menschen
ist unter anderem, diese Gefühle in der Stärke zu steuern. Beseitigen kannst Du eine Angst nicht. Das Gefühl kommt
automatisch. Du solltest immer entscheiden, dieses ist mir wichtig und das ist nicht so wichtig für mich.

Zitat:
Um an dem Beispiel der Waage und der Toleranz zu beschreiben, war meine Überzeugung immer, dass ich zu wenig
ertragen kann. Da ist wieder dieses falsche Selbstbild


Deine Beschreibung ist völlig nachvollziehbar. Wenig sinnvoll finde ich nur den Begriff zu wenig. Womit vergleichst Du
Dein Verhalten, wenn Du zu wenig sagst? Kann das sein, dass das nicht aus Dir selbst kommt? Wer war für Dich sehr
dominant im Leben? War es jemand von Deinen Eltern?
Darüber hinaus finde ich es für Dich sehr wichtig, nicht nur auf Dich selbst zu achten. Wie gut Du im Denken und
Handeln bist, erkennst Du am besten, wenn Du immer wieder andere Menschen beobachtest. Dabei achte weniger auf
Aussehen und Kleidung. Achte mal darauf, was andere erzählen und wie sie sich verhalten. Du wirst erkennen, wie vieles
andere Menschen falsch machen und wie sie die Wahrheit biegen und vor allem, wie sie mit ihren Ängsten umgehen.
Du kannst nämlich erkennen, Du bist nicht der einzige, der über Angst nachdenkt. Unser gesamtes Leben wird von dem
Gefühl Angst gesteuert.
Setze Dich in die Stadt und beobachte, wie sich Menschen verhalten und was sie sagen. Du wirst sehen, sie reden
ganz oft indirekt oder direkt von Angst und verhalten sich entsprechend.
Damit will ich sagen. Dein Selbstwert steigt bestimmt auch an, wenn Du siehst, wir Menschen leben jeden Tag mit einer
Vielzahl von Annahmen, Überzeugungen, Ängsten und Fehlern.
Und Du und ich, wir sind zwei von dieser Menge.

Viele Grüße

Bernhard

25.07.2016 06:04 • #18


@Georg Grün
...ob das jetzt ein typisch oder besonders in Berlin vorkommendes Problem ist, kann ich nicht sagen. Kannte auch mal Leute aus HH, die haben ähnliches berichtet. Letztens bei YT einen Film gesehen, junge Akademiker, die nach Zürich gegangen sind, meinten, so eine Stadt hätten sie noch nicht erlebt, wo man überhaupt keinen Eingang in die soziale Gesellschaft findet. Fakt ist, in Berlin sind über 50% aller Haushalte die von allein lebenden Menschen, alten aber immer mehr jungen. Die Fluktuation ist in Berlin am größten. Vielleicht sind das schon mal paar Eckdaten für das Problem. Ich kenne die Stadt schon sehr lange. 1986, als ich als junger Mann in die Stadt kam, war es überhaupt nichts besonderes, abends einfach auch allein los zu gehen. Man wußte, dass man in x Kneipen irgendwelche Leute treffen wird, mit denen man einfach so in ein Gespräch kommt und neue Kontakte knüpfen kann. Man setzte sich einfach irgendwo dazu, stellte sich mit an den Tresen. Wenn ich heute so - nehmen wir nur mal den Prenzlauer Berg als eines von vielen Beispielen - durch die Straßen gehe, da gibt es keine Kneipen, Cafés mehr, wo Rentner, Studenten, Arbeiter, Intellektuelle, Alte, Junge.. in einem Raum sitzen und miteinander ihr B. trinken und reden. Längst sind dort diese Einheitsbrei-Mainstream-Locations, in denen, wenn man genau hinschaut, nur noch Touristen sitzen. Zudem- egal wo, sieht man - Du hast es ja selbst schon geschrieben - statt Meschen, die offen und gegenwärtig am Ort sind, immer mehr, die nur physisch, eigentlich aber rein virtuell zugegen sind, weil sie nicht mit Menschen, sondern mit dem Smartphone kommunizieren. Ich gebe Dir auch Recht, in den letzten 10 Jahren hat es sich nochmal klimatisch sehr verändert. Ich glaube, das liegt in der Hauptsache am Internet. Die Masse hat überhaupt noch nicht kapiert, bzw. es ist ihnen auch egal- wie sehr uns das nachhaltig in unserem Sozialverhalten verändert. Der Begriff der Freundschaft ist schon längst ad absurdum geführt ...ich habe 300 Freunde bei Facebook! und daher vermisst sie kaum noch jemand, die Freunde. Früher konnte man sich nur mit realen Menschen austauschen. Man mußte sich verabreden, treffen, hat was gemeinsam unternommen, lernte sich dadurch leicht besser kennen, freundete sich vielleicht auch an. Wenn man da war, war man auch wirklich da, suchte nicht nach SMS, surfte irgendwo, fotografierte das Essen... man hat sich auf dem Moment eingelassen. Anders ging es ja auch nicht. Man war in jedem Fall viel weniger zu Hause und viel mehr mit anderen Menschen zusammen. Die jungen Leute werden ja heute schon so groß, indem sie viel Zeit allein vor'm PC verbringen. Viele, die meisten, haben gar keine Geschwister (1,3 Kinder pro dt. Frau) da spielen so viele Aspekte mit rein, die man als Laie soziologisch gar nicht übersehen kann. - Hier trifft man nun immer wieder auf Menschen, die das beklagen, kritisieren. Davon auch einen Teil, der trotzdem und gerade deshalb zielgerichtet auf die Leute zugeht. Es gab gar mal einen Thread zumThema, der hieß so in der Art ....ich kann machen was ich will, es ergibt sich einfach keine Freundschaft. Genau das ist der Punkt. Die Mehrheit definiert Freundschaft heute anders, und die, deren Ansprüche und Interessen andere sind, sind in der Minderheit und bleiben bei Ihre Suche allein zurück. Jetzt könnte man meinen, dass sei ein typisches Problem der Großstadt. Ich kenne auch ein wenig das Landleben. Die Bevölkerung schrumpft, noch ganze 7 Kinder, die mit dem Schulbus abgeholt werden. Die Schule schon längst geschlossen. Sportverein aufgelöst. Dorfkneipe zu. Dorffest findet nicht mehr statt. In der Kirche aller Wochen mal ein Gottesdienst, es kommen einfach zu wenig. Der Todesstoß war nun noch der Dorf-laden, der letzte Ort, wo man mal jemand traf, auch pleite. Nun ist Ruhe, man sieht überhaupt niemand mehr. Die Leute steigen auf ihrem Grundstück ins Auto, fahren in die Nachbarstadt zum Einkauf und fahren wieder zurück, in die Grarage, gehen ins Haus, schließen die Tür, das ist die Realität.
Wenn ich das so lese, was ich hier schreibe, sieht das alles sehr düster aus, ganz sicher wird es auch viele positive andere Beispiele vom Zusammen-Sein-Leben geben, doch ich kann nur das beschreiben und beurteilen, was ich selbst erlebe.

25.07.2016 09:57 • x 1 #19




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