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M

moo
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Hallo Foris,

ein guter Freund meinerseits hat sich kürzlich seine Meinung über die sprachliche Genderei von der Seele geschrieben. Es sind zwei verschiedene Texte geworden, die ich parallel reinstelle (Teil 1 und 2). Vielleicht regt es den/die/das ein/e/ oder andere/s/n zum Reflektieren an. LG

*innen!?

Daß nicht alle Personen Frauen sind (trotz des grammatikalischen Femininums), und daß dies
ebenso für alle Lehr-, Fach- und Führungskräfte gilt, ist ganz offensichtlich. Ebensowenig sind
(auch offensichtlich und nachprüfbar) alle Lehrer, Ärzte, Bürger, etc. männlichen Geschlechts.
Somit liegt die Diskriminierung nicht in der Grammatik des Begriffs, sondern im Denken derer, die
diese Begriffe verwenden. Wer nun Frauen dahingegen diskriminiert, daß er - also der denkende
und sprechende Mensch (nicht Menschin!) - Frauen nicht die Ausübung der Arzt- oder Lehrtätigkeit
zugesteht, ist zwangsläufig gezwungen diese Diskriminierung sprachlich auszudrücken, wenn er
von der Beweislast der Realität dazu gezwungen wird: Ein tatsächlich vorhandener Arzt oder Lehrer
weiblichen Geschlechts darf dann nicht als Arzt oder Lehrer tituliert werden, sonder nur mit dem
unterscheidenden und somit diskriminierenden Anhängsel "-in".

Menschliche Wesen, welche sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen, fallen
dann in die kleine Pause zwischen der Funktion und der angehängten Diskriminierung, sind also
Bindestriche oder Sternchen.

Wer aber denkt bei den Einwohnern Deutschlands tatsächlich nur an die männlichen Wesen?
Wer glaubt tatsächlich, die Bevölkerung dieses Landes bestünde ausschließlich aus weiblichen
Wesen? Der Einwohner, die Bevölkerung.

Die Elite-Mannschaft des FC-Bayern besteht wohl nur deshalb aus Männern, weil die Elite
(fem.) und die Mannschaft (fem.) in Kombination ein Maskulinum ergeben?!

Eine sprachliche Überbetonung des biologischen Geschlechts kann kaum zur gewünschten
gedanklichen Gleichberechtigung der Menschen führen, schon allein deshalb nicht, weil die
gesprochene Sprache stets die Neigung zur Vereinfachung hat. Es ist sehr leicht für clevere
Politiker, Marketingstrategen und sonstige Meinungsmacher am Schreibtisch ausgefeilte Reden zu
formulieren, die große Masse der Menschen neigt aber im Alltag immer noch zur Umgangssprache.
Wenn immer gleich mit "Kotstürmen" zu rechnen ist, wenn man z.B. Bürger als Bürger bezeichnet,
wird Kommunikation irgendwann zum angespannten Drahtseilakt, bei dem die wertvolleren Inhalte
hinter der eigentlich zweitrangigen Form zurücktreten müssen. Dies ist äußerst diskriminierend
gegenüber all denjenigen, die der Landessprache ohnehin nicht allzu mächtig sind und dazu gehören
auch viele deutsche Bürger mit geringerem sprachlichen Bildungsniveau. Wenn nur noch die
eloquenten, politisch korrekten Genderfanatiker das Sagen haben, kann wohl kaum noch von einer
Gleichberechtigung die Rede sein.

Daß es auch (problemlos) anders sein kann, ist beim Zugfahren zu erleben:
Frauen benutzen die Bahn, Männer fahren mit der Bahn und Sonstige benutzen das öffentliche
Verkehrsmittel. Eine Art Toilette genügt für alle, sofern sie sauber und funktionstüchtig ist und es
gab bisher noch keine Tumulte, wenn verkündet wurde: "Sehr verehrte Fahrgäste, in wenigen
Minuten erreichen wir XY-Hauptbahnhof." Aber auch das muß sicher noch vehement verurteilt
werden: "Ich bin eine Fahrgästin!" "Und ich ein Gästus!" "Aber ich bin ein Gäst*ix."
Was aber würde passieren, wenn uns diese geistige Diskriminierung bewußt würde? Wäre es
dann nicht möglich jeder Person, jeglichen Geschlechts jede Funktion zuzugestehen, ganz egal
welches grammatikalische Geschlecht die Bezeichnung auch hat?

"Fragen sie ihren Arzt." - es steht Ihnen eigentlich frei (sic!) dabei an an eine Funktion zu denken
oder nur an ein Geschlecht. Dr. Müller und Prof. Schmidt sind akademische Grade vor
Familiennamen, mehr nicht. Apropos: Haben Sie ein Problem eine Namen (mask.) zu tragen, der
eine Familienzugehörigkeit (fem.) ausdrückt? Brauchen Sie eine Nämin oder ein Näm*ix?
Das Leben ist kompliziert genug und die Welt und der größte Teil ihrer Lebewesen steht
wahrlich vor dringenderen Problemen, als der einer grammatikalischen Idiosynkrasie einer
wohlbehüteten satten Minderheit. Wenn wir Probleme lösen wollen, dann müssen wir uns mit
Inhalten auseinandersetzen und diese sprachlich vermitteln können, ohne Angst davor, daß eine
falsch gewählte Verpackung den Inhalt sofort diskreditiert. Dazu ist es aber notwendig, den
Kommunikationspartner zumindest ansatzweise als voll- und gleichwertig zu respektieren. Wer sich
sehr differenziert auszudrücken vermag und Freude daran hat, der soll dies auch tun dürfen - den
sprachlich Schlichteren aber lasse man ihre Art zu reden. Zuhören ist ohnehin eine Kunst, die von
weniger Menschen beherrscht wird als viele meinen. Zuhören, also das Herauslesen des Inhalts des
Gesagten zusammen mit dem Respektieren der Befindlichkeit des Gesprächspartners ist eine enorm
anspruchsvolle Aufgabe. Diese Aufgabe wird geradezu unlösbar, wenn beide Gesprächspartner
ausschließlich mit der Formwahrung beschäftigt sind.

Der Glaube, Diskriminierung ließe sich durch eine reine Sprachumformung, bis hin zum
Verbot gewisser Redewendungen, abschaffen, erinnert an Orwells "1984". Nicht jede Dystopie muß
realisiert werden, vor allem dann nicht, wenn schon von vornherein klar ist, daß das eigentliche
Ziel, also die Gleichberechtigung, komplett verfehlt wird. Diskriminieren kann man auch mit
ausgefeilten Worten und häufig findet Diskriminierung ganz ohne Worte statt.
Ein sehr anschauliches und leider sehr trauriges sprachliches Eigentor dieser Art, ist das
Verbot des Wortes "Rasse" aus dem Grundgesetz. Es mag evtl. so sein, daß es beim Säugetier
Mensch keine Rassen im biologischen Sinne gibt. Selbst wenn sich alle Biologen dieser Welt
darüber einig wären, ändert dies nichts daran, daß der Rassebegriff auch noch anders aufgefaßt
werden kann und aufgefaßt wird. Den Nationalsozialisten ist es ja sogar gelungen ein Religion zur
Rasse zur erklären! Zur Verdeutlichung: Im biologischen Sinne sind Erdbeeren streng genommen
keine Beeren, Erdnüsse keine Nüsse und Tomaten gehören zum Obst und nicht zum Gemüse. Im
kulinarischen und damit alltäglichen Sinn, werden Erdbeeren aber sehr wohl den Beeren
zugerechnet, die Erdnüsse den Nüssen - was ja schon die Namensgebung verdeutlicht - und
niemand ist darüber irritiert, Tomaten beim Gemüse einsortiert zu sehen. Ganz genauso werden
Rassisten (sic!) nie aufhören Menschen auf Grund willkürlich gewählter Kriterien in Rassen
einzuteilen. Genau diesem Umstand berücksichtigt aber das Grundgesetz, wenn es besagt, daß
niemand auf Grund seiner Rasse diskriniert werden darf, d.h. ganz egal wie ein Rassebegriff auch
definiert werden mag - biologisch oder anders - eine Diskriminierung ist und bleibt unzulässig.
Wird aber der Rassebegriff wegen einer einzigen Art der Definition, hier der biologischen, komplett
entfernt, wird ja der reale Rassismus nicht beseitigt, sondern darf wie unterschwelliger Rostfraß
weiterexistieren - Hauptsache der sprachliche Lack glänzt unversehrt. Wie man Kindern dann
"Rassismus" erklären soll, wenn doch Rassen eigentlich gar nicht existieren, bleibt offen.
Sprachliche Schönfärberei, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ebenso wird ungleiche
Behandlung von verschiedenen Geschlechtern kaum dadurch beseitigt, wenn sie sprachlich noch
deutlicher herausarbeitet wird; hier muß etwas sein, was sein sollte aber nicht ist. Ein politischer
Etikettenschwindel, ein Marketingtrick mit dem vom Inhalt abgelenkt wird, weil sich über die
Verpackung trefflich streiten läßt. Aus Hilflosigkeit wird an den Symptomen herumgebastelt, weil
die Ursachen schwer zu kurieren oder gar nicht heilbar sind.

Liebe, Mitgefühl, Respekt oder wenigstenz Akzeptanz läßt sich nicht per Dekret verordnen.
Durch entsprechenden medialen Druck kann eine Änderung der sprachlichen Form zwar erzwungen
werden, die der Inhalte aber nicht. Rassistisches und diskriminierendes Denken findet aber
weiterhin statt und wird neue Ausdrucksformen finden.

Eine über den Zaun gebrochene Sprachreform führt (und führte) nie zum gewünschten
Resultat, sondern macht letztlich alles nur komplizierter. Wenn nachfolgende Generationen mit
dieser Genderprägung heranwachsen, werden sie zwangsläufig enorme Probleme haben von bereits
erworbenem Wissen zu profitieren, da alle älteren Dokumente noch in vermeintlich ungerechter
Sprache verfaßt wurden. Überhaupt wird es sehr schwer werden, geschichtliche Zusammenhänge zu
verstehen, wenn alle Archive Druckwerke enthalten, die auf Grund der verwendeten Sprache dann
nur sehr einseitig interpretiert werden können. In letzter Konsequenz müßten dann alle Werke
sämtlicher Bibliotheken und Archive umgeschrieben oder beseitigt werden. Orwell läßt wieder
grüßen.

Auch wenn es ungleich leichter ist anderen Menschen etwas vorzuschreiben, als es ihnen
vorzuleben, hat nur letzteres die Chance, einen heilsamen Veränderungsprozeß in Gang zu setzen.
Dies setzt aber eine klare Bewußtheit der eigenen geistigen Einstellung voraus und die Bereitschaft,
ernsthaft an dieser Einstellung zu arbeiten. Dies ist anstrengend und setzt viel Geduld und Ausdauer
voraus. Der Kampf im Außen aber ist Krieg - noch nur mit verbaler Gewalt.

(Verfasser: Bernd Golz, 03/2021)

08.04.2024 x 7 #1


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Cosmo

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Zitat von Lottaluft:
ich habe niemanden versucht zu bekehren oder sonst irgendwas es muss also aus meiner Ansicht keine Diskussion gemacht werden denn das ändert nichts

Du hast Rassismus in den Raum geworfen und das ist schon auch eine Abwertung der Person gegenüber. Ich will auch keinen Streit sondern teile wie Du, nur meine Meinung mit. Dich bekehren zu wollen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Eher wird bei jedem Versuch deine Meinung noch verstärkt.

Das Problem mit diesen Rassismus Aussagen ist meiner Meinung nach, dass nur sehr wenige Menschen dies überhaupt so sehen, wie diese Minderheit, die überall Rassismus vermutet wo keiner ist. In meinen Augen ist das eine Diffamierung.

Diese Minderheit ist aber laut (Aufschrei 🙄 ) und die Mehrheit lässt sich von dieser Lautstärke leider einschüchtern und ändert dann lieber Straßennamen oder Geschäfte, um ja nicht als Rassist am Pranger zu stehen. Denn wenn das dann nämlich medial breitgetreten wird, hat man seinen Ruf weg und dann müssen sich Firmen und Menschen mit Außenwirkung leider distanzieren, obwohl diese den Aufruhr oft genauso lächerlich finden.

Eigentlich müsste man solche Forderungen und Aussagen direkt abkanzeln und diesen nach dem gesunden Menschenverstand überhaupt keine Bühne geben. Mit unserer Geschichte wird das aber leider noch eine Weile so bleiben.

14.11.2022 18:36 • x 9 #86


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A


Gender*innen - Eure Meinung? Teil 1

x 3


Calima

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Zitat von Nikieagle:
Ich find es immer wieder interessant, dass Männer über Frauenprobleme schreiben und diese zu lösen versuchen bzw sich über die Meinung vieler Frauen einfach stellen und sich anmaßen das Problem durchschaut zu haben.


Vollste Zustimmung. Das ist vergleichbar damit, dass Weiße darüber diskutieren, ob "Neger" ein diskriminierendes Wort ist oder sie "People of colour" albern finden. Ja, zugegeben: Es liest sich holprig. Ich könnte auch gut damit leben, die Genderisierung zu unterlassen und dafür überall die weibliche Form zu verwenden, wo bislang ganz selbstverständlich die männliche steht. Möglicherweise würde dem einen oder anderen dabei auffallen, dass es sich merkwürdig anfühlt, wenn ein Rundschreiben der Firma mit der ausschließlichen Anrede "Liebe Kolleginnen" oder ein Vortrag im Hörsaal mit "Sehr geehrte Studentinnen" beginnt, mann (sic!) aber keine "in" ist. Ich erinnere mich, dass ich mit 14 die Formulierung in der Gebrauchsanweisung von ob-Tampons ziemlich schräg fand, die da lautete "Wenn man seine Tage hat...". Mr. Green

Es ist kein Zufall, dass eine Gesellschaft, die Jahrtausende männerdominiert war, auch eine männliche Sprache besitzt. Ebenso wenig, wie es verwundert, dass man diese nicht aufgeben will. Warum auch? Sie hat doch die letzten 100000 Jahre prima funktioniert. Vor allem sind wir alle aber wunderbar daran gewöhnt.

In den 1970-er Jahren erschien ein Buch mit dem Titel "Die Töchter Egalias", in dem nicht nur eine fiktive Gesellschaft mit umgekehrten Rollenbildern beschrieben sondern auch die Sprache im weiblichen Äquivalent zur "normalen" Sprache verwendet wird. Es kostete richtig Mühe, einigermaßen flüssig zu lesen, bis sich das Gehirn darauf eingelassen hatte. Wenn Jungs nicht Seefrau werden können, weil das halt nun mal ein klassischer Frauenberuf ist, muss frau sich als Junge bedamschen, um nicht zu weinen, weil frau ein Mann wird. Na? Knoten im Hirn? Wink Da liest sich "Wenn Mädchen kein Seemann werden können....muss man sich als Mädchen beherrschen um nicht zu weinen, weil man eine Frau wird" doch entschieden komfortabler.

Tut es aber nur, weil wir es so gewohnt sind. Und die Wehen, die die Genderisierung der Sprache auslöst, sind wenig mehr als der Abschied von Gewohnheiten. Was hat die Nation geheult, als "daß" zu "dass" wurde und "Schifffahrt" endlich so geschrieben werden sollte, wie es logisch war!

Unsere Sprache formt unser Denken. Das tut sie um so mehr, je weniger wir über sie nachdenken, weil wir sie einfach benutzen. Dazu gehört die Verwendung diskriminierender Wörter ebenso, wie der selbstverständliche Gebrauch der männlichen Form.

In spätestens der übernächsten Generation wird kein Hahn mehr danach krähen - keine Henne danach gackern - worüber sich jetzt so viele mokieren. Lohnt sich also nicht, sich darüber aufzuregen - wir sind ja nur vorübergehend für die Dauer unseres kleinen Lebens damit konfrontiert Wink.

20.03.2021 19:47 • x 8 #34


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M

Gender*innen - Eure Meinung? Teil 2

Hallo Foris,

ein guter Freund meinerseits hat sich kürzlich seine Meinung über die sprachliche Genderei von der Seele geschrieben. Es sind zwei verschiedene Texte geworden, die ich parallel reinstelle (Teil 1 und 2). Vielleicht regt es den/die/das ein/e/ oder andere/s/n zum Reflektieren an. LG

*innen!?

Des längeren grassiert nun schon ein Virus der dafür sorgt, daß weibliche Wesen, sprich: Frauen,
sprachlich dikriminiert werden und - werden wollen!

Es dominieren in der Biologie der Menschen überwiegend zwei Geschlechter, nämlich das
weibliche und das männliche. Da letzteres aus ersterem hervorgeht, ersteres ohne letzteres aber auch
nicht existieren würde, ist es (zumindest für Menschen mit Spuren von Verstand) offensichtlich, daß
keines von beiden wertvoller oder wichtiger sein kann.

Da aber die menschliche Kulturgeschichte nicht überwiegend von vernunftbegabten Wesen
geprägt wurde, entstanden verschiedene Sprachen in denen Gegenstände, gesellschaftliche
Funktionen, aber auch psychische Phänomene nicht nur einfach eine Wortbezeichnung erhielten,
sondern diesen oft auch ein grammatikalisches Femininum oder Maskulinum zugeteilt wurde. Über
das 'warum und wozu?' mögen die Philologen streiten.

Für einen klar denkenden Menschen ist es jedoch offensichtlich, daß diese sprachliche
Geschlechtszuweisung nicht das geringste mit einem biologischen Geschlecht zu tun hat:
Weshalb ist die Gabel weiblich, der Löffel aber männlich? Wie kann man das Geschlecht von z.B.
Flüssen bestimmen? Der Rhein, der Inn, aber die Donau, die Elbe? Warum ist der Schwachsinn
männlich, die Idiotie aber weiblich? Somit ist es eigentlich auch völlig klar, daß eine Tätigkeit, also
eine gesellschaftliche Funktion, kein biologisches Geschlecht besitzen kann! Leider nur eigentlich,
denn dank des besagten Virus schaffen es daran erkrankte Menschen plötzlich, ein biologisches
Geschlecht zu sehen, wo keines ist. Wie könnte es sich sonst erklären, daß ein Lehrer plötzlich nur
noch ein Mann sein soll, ebenso ein Bürger, ein Wähler, ein Kunde oder welche Funktion Menschen
auch immer ausüben?

Menschen die an dieser sprachlichen Verwirrung erkrankten, sind nun gezwungen den
Frauen den gleichberechtigten Zugang zu all diesen gesellschaftlichen und eigentlich biologisch
neutralen Funktionen zu verweigern und sie dahingehend zu diskriminieren, daß sie diese
Funktionen nur noch ausüben dürfen, wenn sie sich sprachlich als Frau markieren und zwar durch
ein angehängtes "in" oder im Plural "innen".

Stellen sie sich folgendes Szenario einmal vor:
Allen Mädchen und jungen Frauen würde erzählt, daß sie zwar jeden Beruf ergreifen können den
Jungen und Männer auch ergreifen und daß sie als Frauen mit den gleichen Rechten all das tun
dürfen was Männer auch tun, jedoch mit einer kleinen aber bedeutenden Einschränkung: was auch
immer sie tun, sie müssen dabei ein rosa Spitzenhäubchen tragen. Beim Einkaufen, beim Wählen,
beim Steuern eines Flugzeugs, beim Lenken eines Konzerns, als Parteivorstand - was immer Frauen
tun, sie haben dabei ein rosa Spitzenhäubchen zu tragen. Fänden sie das nicht extrem
diskriminierend?

Schwer vorzustellen, daß irgendeine Frau dies klaglos akzeptieren würde. Handelt es sich
bei diesem rosa Spitzenhäubchen jedoch um kein textiles sondern ein sprachliches, können sich
viele, angeblich vernunftbegabte Frauen sogar dafür begeistern. Und was sind diese "*innen" denn
anderes als sprachlich diskriminierende Spitzenhäubchen?

Wenn ein grammatikalisches Femininum oder Maskulinum tatsächlich etwas mit dem
biologischen Geschlecht zu tun hätte, dann wären alle Personenwaagen, Personenaufzüge und der
gesammte öffentliche Personennahverkehr ausschließlich den Frauen vorbehalten, weil die Person
schließlich weiblich ist! Lustigerweise findet im Plural dann eine Geschlechtsumwandlung statt: die
Männer, die Hoden, . . Konsequent zu Ende gedacht können Frauen rein grammatikalisch keine
Menschen sein, sondern nur Menschinnen, welche selbstverständlich nicht über einen Körper
verfügen, denn dieser ist ja bekanntlich männlich, sondern nur über eine Körperin - mit dem genuiv
weiblichsten Organ: der Eierstöckin!

Der Lehrer ist somit männlich, die Lehrkraft hingegen weiblich, denn es heißt ja die
Lehrkraft! Somit wären alle Fach- und Führungskräfte weibliche Wesen - die Realität zeigt aber ein
anderes Bild: trotz aller *innen sind die Frauen in vielen Bereichen immer noch außen vor. Es ist
geradezu schäbig, wie billig sich Frauen ihre Gleichberechtigung durch ein paar Buchstaben
abkaufen lassen. Gleich der Geschichte wo der große Bruder vom Opa ein Zweieurostück erhält, die
kleine Schwester aber mit ein paar Kupfermünzen abgespeist wird, diese aber ganz stolz zu ihrem
Sparschwein bringt und sich freut, da sie ja mehr Münzen bekommen hat als ihr Bruder. Nicht
anders bei diesem grammatikalischen Pseudofeminismus: "Hier kriegst du ein "i" und zwei "n" und
ein "e" und sogar noch ein "n" und nun hör' auf zu quengeln."

Wieso lassen sich die Frauen so billig die Wurst vom Brot nehmen, statt selbstbewußt auf
die gleichen Rechte zu beharren: "Ich will keine Pilotin werden, sondern Pilot!" Wähler sein und
nicht Wählerin. Keine Gästin sein, sondern Gast. Keine Menschin sondern vollwertiger und
ebenbürtiger Mensch. Es bräuchte wohl kaum mehr als eine Generation bis kein Mensch mehr
irritiert wäre, wenn "der Abteilungsleiter" oder "der Arzt" durch ein weiblichen Wesen inkarniert
würde. Die Selbstverständlichkeit, daß ein grammatikalisches Maskulinum auch durch ein
biologisches repräsentiert werden muß, wird durch die Extrabetonung des Weiblichen durch "in"
und "innen" ja nur untermauert. Berufe nur für Männer! Eine Frau kann sich dann z.B mit der
"Ärztinberufin" begnügen. Oder meinen sie, daß der Arztberuf auch Frauen zugänglich sein sollte?
Warum akzeptieren Frauen diese sprachliche Apartheit?

Vielleicht liegt es daran, daß gerade im deutschen Sprachraum (eigentlich nur dort), Frauen
seit vielen Jahrzehnten (sic!) eine offensichtliche und dreiste sprachliche Diskriminierung klaglos
akzeptieren: In vielen Sprachen gibt es so etwas wie eine Höflichkeitsform und in dieser werden
Menschen in der Regel auch angesprochen. So werden Gäste nicht mit "Liebe Männer und Frauen"
begrüßt, sondern mit "Sehr geehrte Damen und Herren.". Entsprechend auch die direkte Anrede in
anderen Sprachen: Mister und Misses, Madame und Monsieur, Senora und Senor, etc.
Und im Deutschen? Wie wird ein Mann namens Müller begrüßt? "Guten Tag Herr Müller."
Eine gleichnamige Frau hingegen, darf sich mit der Geschlechtszuweisung begnügen: "Guten Tag
Frau Müller." Wenn bereits dieser offenkundliche Mangel an Höflichkeit und Respekt sang- und
klanglos gesellschaftlich akzeptiert wird, dann sind die o.g. "*innen" nur sprachlicher Lack über
verrosteten Ansichten. Jedes weibliche Wesen sollte darüber nachdenken, was sprachlich einfacher
ist und mehr Höflichkeit und Respekt ausdrückt: eine "Dame Bürgermeister" oder eine "Frau
Bürger- und Bürgerinnenmeisterin".

Liebe Frauen, gebt den Männern ihre Kleinbuchstaben zurück und nehmt euch das, was
euch zusteht. Die sprachliche Pseudogleichberechtigung ist ein allzu billiges Surrogat, das sich
clevere Männchen ausgedacht haben, um Frauen in ihrem Denken dort zu halten, wo sie nach
Meinung der Männer hingehören: in ihrer Andersartigkeit, nicht in ihrer Gleichwertigkeit.
Daher: "*innen" raus!

(Verfasser: Bernd Golz, 02/2021)

x 4 #2


N
Zitat von moo:
Verfasser: Bernd Golz, 02/2021)



Ich find es immer wieder interessant, dass Männer über Frauenprobleme schreiben und diese zu lösen versuchen bzw sich über die Meinung vieler Frauen einfach stellen und sich anmaßen das Problem durchschaut zu haben.
Evil or Very Mad

x 10 #3


Lottaluft
Zitat von Nikieagle:
Ich find es immer wieder interessant, dass Männer über Frauenprobleme schreiben und diese zu lösen versuchen bzw sich über die Meinung vieler Frauen einfach stellen und sich anmaßen das Problem durchschaut zu haben. Evil or Very Mad



Stimme dir absolut zu denn das ist Teil des Problems

x 3 #4


fourofour
Ich habe mir ein Plugin installiert was den Genderwahnsinn ausblendet

x 5 #5


kritisches_Auge
Ich stimme Bernd Golz vollkommen zu und ihr werdet es nie erleben, dass ich hier schreibe liebe Userinnen und User oder die Politikerinnen und Politiker machen nur Mist, ebenso wenig werdet ihr bei mir ein * erleben.

x 4 #6


Acipulbiber
https://www.ardmediathek.de/daserste/vi...HRpZ3VuZw/

Da passt m M nach auch dieser Beitrag, lief am Donnerstag bei ARD

x 1 #7


Acipulbiber
Zitat von kritisches_Auge:
Ich stimme Bernd Golz vollkommen zu und ihr werdet es nie erleben, dass ich hier schreibe liebe Userinnen und User oder die Politikerinnen und Politiker machen nur Mist, ebenso wenig werdet ihr bei mir ein * erleben.


100%ige Zustimmung

#8


evelinchen
Zitat von kritisches_Auge:
ihr werdet es nie erleben, dass ich hier schreibe liebe Userinnen und User oder die Politikerinnen und Politiker

Oder Bösewichtin und Gästin.
Wer hat sich nur so einen Schwachsinn einfallen lassen , als gäbe es keine anderen Probleme.

x 4 #9


DieSonne
Das Fräulein wurde ja "schon" vor ein paar Jahren abgeschafft. Da wurden Frauen auch noch als unverheiratet entlarvt und man wurde erst mit einem Mann zu einer "richtigen" Frau.

Dennoch habe ich vorher noch nie darüber nachgedacht, dass der normale Sprachgebrauch (männlich) so diskriminierend ist. Habe mich somit auch nicht über "in und innen" gefreut. War halt einfach so.
Jetzt denke ich bestimmt bei jedem Satz nach, welches Geschlecht er beinhaltet (Satz= Männlich)

x 1 #10


kritisches_Auge
Ich halte es für eine Alibifunktion, um die Dinge in denen Frauen wirklich benachteiligt sind, kümmert man sich nicht.

x 3 #11


Islandfan
Ich selber würde mich als emanzipierte Frau bezeichnen, die eine Partnerschaft auf Augenhöhe hat. Aber dieser ganze Genderwahnsinn geht mir total auf den Geist. Mir ist es piepegal, ob mich jemand mit -in oder nicht bei der Berufsbezeichnung nennt oder ob jemand bei der Begrüßung nur sagt Liebe Kollegen, etc. Mich nervt es, dass dieser Wahnsinn irgendwann ins Uferlose geglitten ist und immer absurder wird.

x 5 #12


Islandfan
Zitat von kritisches_Auge:
Ich halte es für eine Alibifunktion, um die Dinge in denen Frauen wirklich benachteiligt sind, kümmert man sich nicht.

Genauso ist es!

x 1 #13


N
Zitat von Tahnee:
als gäbe es keine anderen Probleme.

Doch klar gibt es auch andere Probleme. Aber das ist auch eins und wird nun endlich angegangen. Was nicht bedeutet, dass andere Probleme nicht gelöst werden können. Das gute ist ja es gibt verschiedene Arbeitsgruppen innerhalb und auch außerhalb der Parteien die sich dann um ihre Problematik befassen. Das ist gut so weil dadurch mehrere Sachen gleichzeitig bearbeitet werden können.

#14


Icefalki
Mir sowas von egal, wie die Schreibweise auszusehen hat, wenn Ungleichbehandlung noch im Realen besteht, egal bei wem.

Und hier der Gipfel dieses Irrsinns:

Statt Muttermilch ("Breastmilk") sind Hebammen und Ärzte demnach gemäß neu eingeführter Sprachpolitik dazu angehalten, zukünftig auch "Milch vom Menschen ("Human Milk") oder "Milch vom stillenden Elternteil" zu sagen.

x 3 #15


fourofour
Zitat von Icefalki:
Statt Muttermilch ("Breastmilk") sind Hebammen und Ärzte demnach gemäß neu eingeführter Sprachpolitik dazu angehalten, zukünftig auch "Milch vom Menschen ("Human Milk") oder "Milch vom stillenden Elternteil" zu sagen.

Da gibt es noch ganz andere Dinge

Frauen = "gebährfähige Menschen", Mensch mit N_zi Hintergrund und Bauspachtel innen.

Heise Konferenz zum Thema code:
Beim Programmieren wird man nun genötigt zu gendern. Aber nicht nur im Code an sich, nein auch bei den Bildschirmausgaben und - keine Witz - in den Logfiles.
Das beste ist dann wenn Wörter aus dem englischen übernommen werden die neutral sind.
Aus "das" User wurde "der User". Und nun Userinnenen. Mein ernst.

Im meinem Privatleben spreche ich zum überwiegend englisch. Und dort bestehen viele Probleme mit dem Gendern eben nicht. Es ist "the doctor", "the user", "the officer".
es wird der Tag kommen das ich anfange mir die Ohren zuzuheben und laut zu sagen "ding ding ding macht die Straßenbahn" wenn mir jemand mit so was kommt.

Ich kenne jemanden der ist in einer Studentenvereinigung. Da hat er mal "Studenten" gesagt.
Er wurde gleich korrigiert mir "Das heißt doch Studierende"
In der Pause kam das Thema Sexualstraftäter auf.
Er meinte dann "das heißt Sexualstraftäter*innen"

Tja das hat den Leuten nicht in die Idiologie gepasst und er wurde als N_zi beschimpft.

Ich bin dann mal raus und viel Spaß, weil diskussionen Diskussionen über die Düden mir die guten Laune verdirbt.

x 3 #16


A
Zitat von kritisches_Auge:
Ich halte es für eine Alibifunktion, um die Dinge in denen Frauen wirklich benachteiligt sind, kümmert man sich nicht.

Das sehe ich eigentlich auch so, bevor man jetzt anfängt die Sprache total auf den Kopf zu stellen, wäre es aus meiner Sicht bedeutend wichtiger, sich um elementare Missstände zu kümmern. Das einzige was ich momentan bei dem ganzen Sprach Wirrwarr erkennen kann, ist der Wirrwarr den es in den Köpfen anrichtet. Solche Dinge sollte man nicht übers Knie brechen wollen, das stört mich besonders daran. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Und ausserdem erhitzt es die eh schon stark erhitzen Gemüter nur noch mehr.

x 1 #17

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PebblesParadise
Vielen Dank für diesen Text! Das Beste, was ich seit langem gelesen habe!
Es spricht mir aus der Seele.

x 1 #18


kritisches_Auge
Jeden stören vielleicht andere Dinge, ich persönlich wollte nie den Namen des Mannes annehmen, ich bin ich und habe meine eigene Identität und Vergangenheit.

#19


Islandfan
Ich habe nach der Hochzeit einen Doppelnamen angenommen und es die ganze Zeit gehasst. Im letzten Jahr habe ich ihn abgelegt und trage jetzt nur den Namen meines Mannes. Er hat einen sehr schönen Nachnamen. Mein Mann hätte aber auch meinen angenommen, wenn ich ihn darum gebeten hätte. Ich bin jetzt glücklich, dass wir einen gemeinsamen Namen haben.

x 1 #20


A


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