20

Gerade in den letzten Monaten habe ich hier bei vielen Leuten - manchmal direkt, manchmal zwischen den Zeilen - gelesen, dass sich grundlegende Dinge in ihrem Leben verändert haben. Da sind Eltern gestorben, langjährige Beziehungen auseinander gegangen, es wurde geheiratet. Manchmal habe ich den Eindruck, das Negative überwiegt eindeutig. Doch darf man nicht vergessen, dass gerade dieses Forum Menschen anzieht und für solche gedacht ist, die gesundheitlich oder sozial in einer Problemsituation sind, die schwer oder manchmal garnicht lösbar ist.

Für mich war das Jahr eines der schwersten meines Lebens. Und ich bin froh und dankbar, dass ich nicht wieder in die Depression abgerutscht bin und dass das Jahr nun so langsam aber sicher zu Ende geht.
Im Frühjahr hatte ich ein schreckliches Erlebnis. Da wurde ich Zeuge eines Autounfalles an einer Landstraße. Ein Reh wurde von einem PKW erfasst und durch den Aufprall verlor das hochträchtige Tier sein Junges. Das lebte aber trotz des Unfalles und wurde gar vom medizinischen Notdienst mitversorgt. Ich bin kein abergläubischer Mensch, aber als ich dieses Bild sah, das tote, schwer verletzte Reh und den Sanitäter, der das frühgeborene Kids im Arm hielt, schoß es mir durch mein krankes Hirn, dass das nichts Gutes bedeutet. Und so war es auch. Schon bald stand ich vor dem Haus eines langjährigen Bekannten, das war verschlossen, ich läutete umsonst. Der Nachbar.....ja, wissen sie denn nicht...Unfall...Tod...schon leergeräumt. Was danach kam war ähnlich und schlimmer. Krankheit, Tod und Trauer haben die Monate immer wieder durchzogen. Ich möchte da nicht ins Detail gehen. Verluste der unterschiedlichsten Art. Auch mein geliebter Hund mußte dieses Jahr gehen, der mir als Lebenspartner alles bedeutete. Dem nicht genug, endet das Jahr noch mit gravierenden Streitigkeiten in der Familie um Erbschaften etc... ich habe echt so genug und bin so müde geworden.
Etwas Positives ist aber geschehen, das mein Leben verändern wird. Ich habe im Sommer in einer anderen Stadt eine Wohnung in einer ruhigen und grünen Gegend gekauft, und werde in zwei Jahren dann umziehen. Irgendwie geht das Leben eben immer weiter, auch wenn es phasenweise nicht danach ausschaut.

22.12.2018 12:23 • 22.12.2018 x 8 #1


3 Antworten ↓


Narandia
Dieses Jahr war für mich gegenüber der letzten 4 eines der erfolgreichsten, aber gleichzeitig auch Schlimmsten.
Nicht, dass ich zuvor nicht auch Dinge für mich geschafft habe.
Aber diesmal bin ich wirklich weiter gekommen im Leben. Und das ist ein unglaublich tolles Gefühl!
Ich bin ins eiskalte Wasser gesprungen und habe mein altes Leben hinter mir gelassen. Das mir auch nicht mehr gut tat und in dem ich keine Perspektive mehr hatte. Den Weg zum Wiedereinstieg in das Leben mit Beruf, Geld und irgendwann auch wieder Katzen geebnet. An sozialen Kontakten arbeite ich auch fleißig

Die schmerzhafte Seite daran: Ich bin diesen Schritt auch gegangen, um mit meinem Ex endlich richtig eine Zukunft aufbauen zu können und den zukünftigen Weg für uns leichter zu machen. In der uns keine 300km trennen und wir besser füreinander da sein können. Besser an uns und unseren Problemen arbeiten können. Ich dachte, mit dem Umzug ändert sich endlich etwas Fundamentales.
Leider passierten Dinge, die mich dazu brachten es zu beenden mit ihm und einer gemeinsamen Perspektive Lebwohl zu sagen.
Obwohl er der erste Mann war, mit dem ich mein ganzes Leben verbringen und alt werden wollte. Er war mein Seelenverwandter und mein Halt.
Es tut weh das, was ich zusammen mit ihm aufbauen und erleben wollte, alleine machen zu müssen.
Ich werde das zu meinem Zuhause machen. Zu meiner Heimat. Auch ohne ihn.
Ich schaffe das.

22.12.2018 13:10 • x 2 #2



Hallo Gnomenreigen,

Das Jahr 2018 was hat es Euch gebracht, was verändert

x 3#3


Zunächst mal tut es mir leid, dass 2018 Dir soviele schmerzliche und belastende Erfahrungen gebracht hat, Gnomi. Über manchen Jahren liegt echt ein Fluch und es ist das Allerbeste, dass sie vorüber gehen.
Ich hoffe, dass Dir die neue Wohnung im kommenden Jahr neue Perspektiven und Horizonte eröffnet und die ein oder andere positive Erfahrung für Dich bringt.

Für mich war 2018 kein besonders schwieriges Jahr, nur im Februar hatte ich eine gesundheitliche Krise, die mich in die Notaufnahme führte, genauer gesagt in zwei Notaufnahmen, denn im ersten Krankenhaus war der betreffende Facharzt nicht zugegen und so schickte man mich weg. Die lange Taxifahrt zum anderen Krankenhaus war echt grenzwertig und wenn man mich nicht (angesichts meines Zustandes) vorgezogen hätte, weiss ich nicht, wie es ausgegangen wäre.

Ansonsten habe ich eine "verkrachte" Freundschaft erfolgreich wieder repariert, bin für meine Überzeugung mehrfach auf die Strasse gegangen. Trotz Bedenken und moralischer Verwerflichkeit.......... Ich habe s nicht bereut und werde es wieder tun!

Und ich habe sogar angefangen zu backen.

Was immer das zu bedeuten hat...........

22.12.2018 13:23 • x 6 #3


Schöne Idee dieser Thread, Gnomi.

Nachdem 2017 für mich in die Geschichte des schlechtesten Jahre meines Lebens eingeht, sollte 2018 alles anders machen und eindeutig possitive Veränderungen mit sich bringen.
Dennoch habe ich mich nicht richtig angestrengt und mehr in der Isolation, Frieden und Schutz gefunden. Mir eingeredet, dass irgendwann der Tag kommt, wo alles besser wird.

2018 ist für mich das Jahr in welchem ich meine Kräfte regenrierte, wieder mutiger wurde, und vor allem zu mir und meinem Selbst zurück gefunden habe. Der Weg geht noch weiter, hört vielleicht nie auf, aber ich fand zu mir und meinem Selbstwertgefühl etwas zurück. Ich fühle mich gut und möchte das mit ins nächste Jahr mitnehmen.

Es gibt nichts Spektakuläres bei mir zu erzählen. Im Endeffekt kommt mir das Jahr jetzt vor wie eine Woche, da ich nicht gesehen, erlebt oder gemeistert habe. Und doch...

...muss es hier einmal raus. Dass ich mich hier im Forum angemeldet habe, sorgte dafür auf Menschen zu stoßen, die mein Leben bereichern. Gute Menschen, an welche ich lange Zeit nicht mehr glaubte, und durch die Kommunikation mit diesen Menschen, der Austausch, tiefe Wunden bei mir heilte und noch heilt.

Januar 2018 verachtete ich die Menschheit und hatte Angst vor Ihr. Jetzt 12 Monate später ist mein Herz wieder gesegnet mit Zuneigung und dem Bedürfnis nach austausch. Auch wenn es meine Taten nicht hergeben, ist 2018 bei mir SO UNGLAUBLICH viel passiert. Und dafür bin ich wahnsinnig Dankbar.

22.12.2018 15:32 • x 4 #4