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Daniel27
Hey Leute,.
bin jetzt seit März diesen Jahres in stationärer Behandlung. Ich soll am Donnerstag entlassen werden. Zwischenzeitlich war ich die Panikattacken los. Jetzt sind sie seit 4 Wochen wieder da.
Laut den Ärzten werden die nie verschwinden da ich mich mit meiner Angst nicht konfrontieren kann. Um das zu können müsste ich an einer schlimmen Krankheit wie zb einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Da dies meistens die Panik auslöst.
Ja jedenfalls ist meine aktuelle Stimmung im Keller. Ich hab auch ehrlich gesagt keine Lust mehr auf den schei..

Ich laufe seit Jahren damit durch die Gegend mal besser mal schlechter. Ich konnte aus der Therapie nichts mitnehmen. Das meiste wusste ich schon oder konnte auf meinen Fall nicht übertragen werden.

Ich bin echt an einem Punkt gekommen in dem es mir schei. egal ist ob ich sterbe oder nicht.
Trotzdem bleibt die Panik. Jetzt haben sich nur die Symptome verändert. Ich kann mal zwischendurch nicht schlucken oder mein Bein nicht bewegen oder irgendwas anderes...
Die Frage die sich mir stellt ist was ist wenn ich mit den Panikattacken nicht leben will?!

Ich mein jetzt mal ehrlich wieso sollte ich mir das weiter antun. Es gibt keine Heilung. Mein Opa ist während einer Panikattacke verstorben.
Die Ärzte meinen zwar das es nicht möglich sei aber doch es ist möglich.
Gibt ja auch wirklich Menschen die vor Schreck einen bekommen.
Naja letzten Endes muss man sich selbst helfen.
Wenigstens kann ich sagen ich hab es versucht.

15.07.2018 16:17 • 31.07.2018 x 1 #1


32 Antworten ↓


Kuebelkopf
Hey, Daniel27.

Ich glaube, es ist eine Kunst, mithilfe einer Therapie von den schlimmsten seiner Attacken "befreit" zu sein. Ich selbst habe 4 Verhaltenstherapien und zwei stationäre Aufenthalte hinter mir, und anstatt dass meine Panikattacken und meine Agoraphobie besser werden, werden sie mit jedem Lebensjahr das dazukommt nur schlimmer. Ich leide darunter jetzt seit 12 Jahren und kann meinen Alltag nur noch mit Medikamenten auf (fast) Höchstdosis beschreiten. Und selbst dann habe ich noch Angstattacken.
Ich bezweifle, dass immer alles mit Konfrontation zu lösen ist. Bei mir ist der Versuch leider gescheitert. Und da waren die Psychologen dann plötzlich der Meinung, dass alles an einer Persönlichkeitsstörung liegt, welche als "Symptom" Agoraphobie und Panikstörung hervorruft. Letztendlich haben Mediziner für alles eine Erklärung. So absurd es auch klingen mag.

Vielleicht solltest du dich im Moment einfach darauf konzentrieren, von Tag zu Tag zu leben. Nicht daran denken, was morgen oder in 5 Jahren ist, auch wenn das schwer fällt. Kämpfe dich einfach weiter von Minute zu Minute. Von Angstattacke zu Angstattacke. Wenn jemand wie ich es schaffen kann, mit Angst zu leben, schaffst du das schon lange. Du musst nur daran glauben.
Ängste sind sehr frustrierend, ich weiß. Doch versuche, die schönen Momente in Erinnerung zu behalten, und nicht die, wo du dich ängstigst. Sag dir einfach: "Ich habe Angst. Na und?"
Wenn dir die Lösungswege, die dir Psychologen vorschlagen, nicht zusagen, suche dir eigene! Mir hilft das auch nicht, was die immer reden. Ich wende die Methoden an, doch bringen tun sie mir rein gar nichts. Ich habe dann angefangen, selbst welche zu finden. Das klappt auch ganz gut. Mantras sind nicht schlecht. Oder das Konzentrieren auf sinnlose Gedanken wie "Wenn ich meine Xbox umarme, fühlt sie dann etwas?". In Angstsituationen Freunde dabei zu haben, ist auch ganz gut. Unterhalte dich dann mit ihnen über dein Lieblingsthema, das wirkt wahre Wunder!


Gib' nicht auf! Vielleicht wartet das Glück schon an der nächsten Ecke.

Liebe Grüße, Kathi.

16.07.2018 09:53 • x 2 #2



Therapie gegen Panikstörung hat nichts gebracht

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petrus57
Zitat von Daniel27:
Die Ärzte meinen zwar das es nicht möglich sei aber doch es ist möglich.


Ich kann mir auch vorstellen, dass dies möglich ist. Du brauchst doch bloß ein vorgeschädigtes Herz zu haben. Aber trotzdem ist das relativ selten. Bei einer meiner heftigsten Panikattacken hatte ich wohl einen Blutdruck um die 250. Die Attacke hielt gut 30 Minuten an. Ich dachte auch, dass ich die nicht überlebe. Durch den hohen Blutdruck bekam ich auch ziemliche Kopfschmerzen.

16.07.2018 09:59 • #3


Kuebelkopf
Zitat von petrus57:

Ich kann mir auch vorstellen, dass dies möglich ist. Du brauchst doch bloß ein vorgeschädigtes Herz zu haben. Aber trotzdem ist das relativ selten. Bei einer meiner heftigsten Panikattacken hatte ich wohl einen Blutdruck um die 250. Die Attacke hielt gut 30 Minuten an. Ich dachte auch, dass ich die nicht überlebe. Durch den hohen Blutdruck bekam ich auch ziemliche Kopfschmerzen.


Meine Psychiaterin war auch letztens der Meinung, dass mein Herz durch die Jahre langen Panikattacken einen viel zu schnellen Normalrhythmus aufgebaut hat und mir deshalb Betablocker verschrieben hat. Mein Hausarzt war dann aber der Meinung, dass ein Puls von 100 noch kein Grund zur Sorge ist und die Betablocker absolut nicht notwendig sind. Meinte auch, dass sich eine Neurologin nicht in sein EKG einzumischen hat. Die hingegen war sich sicher, dass ich einfach irgendwann umkippen würde, wenn man das nicht behandeln würde, weil mein Herz irgendwann einfach aufgibt. Schön, wie einig die sich sind.
Aber auch ich bin durchaus der Meinung, dass man während einer Angstattacke sterben kann. Nicht, dass ich damit deine Angst davor steigern will, aber es käme mir seltsam vor, wenn das nicht möglich sein sollte.

16.07.2018 10:12 • #4


Schlaflose
Zitat von Daniel27:
Laut den Ärzten werden die nie verschwinden da ich mich mit meiner Angst nicht konfrontieren kann. Um das zu können müsste ich an einer schlimmen Krankheit wie zb einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Da dies meistens die Panik auslöst.


Das ist aber eine komische Ansicht von Konfrontation. Besteht die Konfrontation nicht eher darin, die Attacken mit den Symptomen durchzustehen, um dann jedesmal festzustellen, dass es doch kein Herzinfarkt oder Schlaganfall ist? Wenn man das oft genug so erlebt, lernt das Gehirn, das die Symptome harmlos sind.
Wenn man z.B. Angst vor dem Fliegen hat, besteht die Konfrontation auch nicht daraus, dass man einen Absturz erlebt.

16.07.2018 10:14 • x 3 #5


Kuebelkopf
Zitat von Schlaflose:

Das ist aber eine komische Ansicht von Konfrontation. Besteht die Konfrontation nicht eher darin, die Attacken mit den Symptomen durchzustehen, um dann jedesmal festzustellen, dass es doch kein Herzinfarkt oder Schlaganfall ist? Wenn man das oft genug so erlebt, lernt das Gehirn, das die Symptome harmlos sind.
Wenn man z.B. Angst vor dem Fliegen hat, besteht die Konfrontation auch nicht daraus, dass man einen Absturz erlebt.



Also, mein Gehirn hat das auch nach 12 Jahren der Konfrontation nicht kapiert.

16.07.2018 10:17 • x 2 #6


petrus57
Ein permanenter Puls von 100 ist nicht gut für das Herz. Da dürfte es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Bei mir war der Puls sogar mal eine Zeitlang um die 120-130. Das war aber auch zum Teil selbstverschuldet. Habe alle paar Minuten meinen Puls kontrolliert.

16.07.2018 10:17 • #7


Kuebelkopf
Na ja, die haben ja immer nur EKGs in der Praxis gemacht. Da war der Puls natürlich hoch, weil meine Angst verrückt gespielt hat. Mein Hausarzt hat jetzt ein Langzeit-EKG gemacht und ich bekomme bald die Auswertung.
Ich hoffe, dass sich der Normalspuls nicht im 100-Bereich befindet, wenn man von dem ausgeht, den ich zuhause habe.

16.07.2018 10:19 • #8


Schlaflose
Zitat von MissAnn:
Also, mein Gehirn hat das auch nach 12 Jahren der Konfrontation nicht kapiert.


Meins schon nach zwei Wochen. Ich hatte allerdings bei den PAs nur das Gefühl in Ohnmacht zu fallen oder zu sterben. Nachdem das zwei Wochen lang bei täglich mehreren Attacken zuhause nie passiert ist, habe ich mich wieder getraut aus dem Haus zu gehen und alles zu machen. Die Attacken hielten noch ein paar Monate an, wurden seltener und schwächer und hörten nach einem halben Jahr ganz auf. Ich vertraute aber auch darauf, dass das alles psychisch war und nicht körperlich, nachdem ich beim Hausarzt, Orthopäden und HNO war und bei den Untersuchungen keine körperliche Ursache gefunden wurde.

16.07.2018 10:28 • x 2 #9


Kuebelkopf
Boah, da bin ich jetzt aber sehr neidisch auf dich.
Ich wünschte, bei mir würde es auch so einfach gehen, aber es scheint, als würde der Knoten aus Angst sich nur schlimmer verstricken und verfilzen.

16.07.2018 10:34 • #10


Schlaflose
Zitat von MissAnn:
Boah, da bin ich jetzt aber sehr neidisch auf dich.


Dafür hat sich das ganze auf Schlafstörungen verschoben, die mich seit 30 Jahren plagen.

16.07.2018 10:44 • #11


Kuebelkopf
Zitat von Schlaflose:

Dafür hat sich das ganze auf Schlafstörungen verschoben, die mich seit 30 Jahren plagen.


Dann will ich dir lieber nicht erzählen, wie viel Stunden am Tag ich zurzeit schlafe... *hust* mindestens 12 *hust*

16.07.2018 10:58 • #12


Schlaflose
Zitat von MissAnn:
Dann will ich dir lieber nicht erzählen, wie viel Stunden am Tag ich zurzeit schlafe... *hust* mindestens 12 *hust*


Soviel habe ich zweitweise pro Woche gehabt

16.07.2018 11:21 • #13


Kuebelkopf
Zitat von Schlaflose:

Soviel habe ich zweitweise pro Woche gehabt


Du Glückspilz. Ich wäre froh, wenn ich mit deutlich weniger Schlaf auskommen würde. Meine beste Freundin pennt nur 6 Stunden pro Nacht. Wenn ich das versuchen würde, säße ich da wie ein Schreckgespenst; zu nichts fähig, aussehend wie eine Leiche und seltsame Dinge vor mich hinbrabbelnd.
Ich erkläre mir meinen hohen Bedarf an Schlaf damit, dass meine Ängste mir sehr viel Kraft aussaugen und ich versuche, diese irgendwie wieder reinzubekommen, aber selbst im Schlaf offenbar beim Träumen Energie verbrauche. Manchmal wache ich mit einem Ganzkörpermuskelkater auf, weil ich mich im Traum so angespannt habe, dass alle Muskeln protestieren. Grausig.

16.07.2018 11:44 • #14


Schlaflose
Zitat von MissAnn:
Du Glückspilz. Ich wäre froh, wenn ich mit deutlich weniger Schlaf auskommen würde.


Ich komme ja damit nicht aus. Dauerhaft zu wenig Schlaf finde ich schlimmer als jede Angst. Man fühlt sich kotzelend, kann sich nicht konzentrieren, hat Schweißausbrüche, steht kurz vor dem Kreislaufzusammenbruch. In so einer Phase habe ich nur noch daran gedacht, mich umzubringen. Ich nehme seit 20 Jahren schlafanstoßende Antidepressiva, sonst hätte ich nicht mehr arbeiten können. Für mich sind allerdings 6-7 Stunden Schlaf pro Nacht völlig ausreichend. Ich brauchte schon als kleines nicht viel mehr.

16.07.2018 12:04 • #15


Kuebelkopf
Zitat von Schlaflose:

Ich komme ja damit nicht aus. Dauerhaft zu wenig Schlaf finde ich schlimmer als jede Angst. Man fühlt sich kotzelend, kann sich nicht konzentrieren, hat Schweißausbrüche, steht kurz vor dem Kreislaufzusammenbruch. In so einer Phase habe ich nur noch daran gedacht, mich umzubringen. Ich nehme seit 20 Jahren schlafanstoßende Antidepressiva, sonst hätte ich nicht mehr arbeiten können. Für mich sind allerdings 6-7 Stunden Schlaf pro Nacht völlig ausreichend. Ich brauchte schon als kleines nicht viel mehr.


Bei mir fühlt sich alles unter 8 Stunden an, als wäre ich in einem Alptraum gefangen. Bloß dass es die Realität ist, die einfach an mir vorbei läuft, während das Sonnenlicht mir die Gehirnzellen verbrennt.

16.07.2018 12:38 • #16


Ich möchte kurz was zur Konfrontationstherapie sagen. Vor kurzen war ich vier Wochen in der Klinik (ich dachte es ging länger, aber man sagte mir, es wäre nur eine Akutbehandlung). Dort erzählten die Therapeuten mir auch wieder, dass man die Panikattacken aushalten muss und dann merkt man, dass nichts passiert. Wenn man das immer wieder macht, lerne das Gehirn, dass nichts schlimmes passiert. Ich versuchte denen dann zu erklären, dass die Panikattacke selbst, diese enorme Todesangst dabei, ja dieses schlimmes passiert ist und in all den Jahren hat sich mein Gehirn vor allem das gemerkt und nicht, dass ich nicht umgefallen bin. Ich habe auch keine Angst, dass mir dann keiner hilft, sondern die Angst vor den Symptomen selbst. Im übrigen habe ich vor 10 Jahren in der Klinik noch beigebracht bekommen, dass man sich in einer Panikattacke ablenken soll, sich beruhigen usw. Die neueste Methode nach der jetzigen Klinik ist, sich nicht ablenken, sondern die Panikattacke bewusst erleben. Also habe meine Zweifel, dass das bei mir funktioniert. Bisher hat mir bei akuter Panik immer ablenken und Rescue Notfalltropfen geholfen.
Zu Herzproblemen und hohem Puls: mir wurde auch immer gesagt, dass Panikattacken nicht auf Herz etc. gehen, hatte bis dato (bis vor ca. 12 Jahren) keine Psychopharmaka genommen. Mein jetziger Arzt sagte jedoch irgendwann, der Körper braucht mal eine Erholung und kann nicht immer auf 180 sozusagen laufen, hatte immer Puls über 100 in Ruhe und grenzwertig / hohen Blutdruck und mittlerweile eine Herzrhythmusstörung (Ursache: unbekannt). Seitdem ich Psychopharmaka genommen habe, ist beides meistens im Normalbereich.

Anmerkung: Sonst haben die Klinikaufenthalte mir immer viel gebracht, konnte danach immer ca. 6 Jahre trotz noch vorhandener Angst fast normal leben. In den Kliniken wurde immer sowohl verhaltenstherapeutisch als auch tiefenpsychologisch gearbeitet.

17.07.2018 11:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Mein Arzt erklärte mir, dass es verschiedene Arten von Panikattacken gibt. Die, die den Puls schnell hoch gehen lassen =Flucht/Kampf, die den Puls verlangsamen = lähmende Angst...

17.07.2018 12:23 • #18


Daniel27
So habe mir mal hier alles durchgelesen.
Mein Problem ist ich bekomme Schmerzen in der Brust und anschließend schwindel etc. Dann beginnt der Teufelskreislauf ich bekomme Panikattacken und dadurch noch mehr Angst das diese einen Infarkt oder Schlaganfall auslösen.

Wie soll ich mich denn damit konfrontieren?
Die Panikattacken aushalten muss ich doch sowieso. Das ich danach noch lebe ändert nichts daran das es beim nächsten mal schiefgehen kann.
Es gibt keine Garantie...
Genau das ist mein Problem..
Gestern war die Panikattacke so heftig das ich Nasenbluten bekommen habe. Laut Ärzten wegen dem hohen Blutdruck.

Sorry aber wenn ich das nicht bald mal in den Griff bekomme, hat sich das mit mir schneller erledigt als mir lieb ist. Den dieses Permanente hoher Blutdruck, Angst, Adrenalin etc etc. Ist nunmal sau schädlich für den Körper.
Und auf Platz 1 der Ursachen für Infarkt oder Schlaganfall ist nicht rauchen oder Alk....
Sondern Stress.
Ist gibt nichts was den Körper mehr stresst als Todesangst.
Kann das einer nachvollziehen wie ich das meine?

17.07.2018 13:17 • x 1 #19


Deine Angst vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall rührt daher, dass dein Opa daran gestorben ist. Also wenn man nicht schon was schwerwiegenderes mit dem Herz hat, denke ich, kann in 99% der Fälle eine Panikattacke nicht zum Tod führen. Natürlich kann man dich mit deiner Angst nicht wirklich konfrontieren, aber die Ärzte könnten dir zeigen, wie sich dein Blutdruck und Puls nach einer Panikattacke wieder normalisiert. Wenn du so große Befürchtungen vor einem Herzinfarkt / Schlafanfall hast, geh ich da richtig, in der Annahme, dass du diesbezüglich Herz etc. schon alles untersucht lassen hast? Wenn du oft so massive Panikattacken hast, wäre es vielleicht gut unterstützend ein Medikament gegen Angst zu nehmen. Auch wenn Medikamente das Problem nicht lösen und die Symptome eben überdecken, können sie manchmal zunächst eine Hilfe sein.

17.07.2018 15:21 • x 1 #20



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf