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Also, ich weiß wirklich nicht, wie ich beginnen soll. Ich weiß auch nicht, ob das hier reinpasst, aber ich dachte wirklich, dass ich geheilt wäre. Dass ich nie wieder eine Panikattacke bekäme, aber gestern hatte ich wieder eine. Wahrscheinlich soll ich jetzt schildern, wie mein Krankheitsverlauf war.

Ich war depressiv. Und das eine ganze Weile. Richtige Leere habe ich schon mit etwa 12 oder 13 gespürt und das aufgrund eines Kindheitstraumas. Über das ich nie mit irgendwem geredet habe. Nicht einmal mit meiner Familie. Sie wussten rein gar nichts. Dazu muss man erwähnen, dass meine Mutter gestorben ist als ich 9 war. Das sind Ereignisse, die ein Kind nicht erträgt. Ich war zu jung, um das zu verkraften, deshalb hab ich diese Gefühle von mir weggeschoben bis ich diese Leere gefühlt habe, die immer wieder auf mich herabstürzte als ich alleine war. In den Jahren wurde es schlimmer oder besser. Ich wusste nicht was das war. Ich hatte auch keine Ahnung, wie eine Depression aussah. Ich wollte auch gar nicht über mein Verhalten nachdenken. Doch habe es perfektioniert mir, meinen Freunden und meiner Familie vorzuspielen, dass es mir eigentlich gut ging. Aber so war's nicht und ich war viel zu kaputt,um das einzusehen. Ich hatte auch rein gar nichts zu bemängeln. Eine Familie, die mich liebte, Freunde, die mich mochten und in der Schule war ich auch gut. Ich wollte nie sterben oder habe mich selbst verletzt. Nur wollte ich diese Leere nicht mehr spüren und hab mich mit allmöglichen abgelenkt und lebte irgendwann in so eine Traumwelt.

Eines Tages als ich dachte jetzt werd' ich so glücklich, meine Prüfungen alle geschafft habe und dachte jetzt geh' ich in die Welt hinaus und zeige jeden, was ich kann, bekam ich meine erste richtige Panikattacke. Ich hatte schon wiederkehrende Alpträume,in denen ich erstickt bin und hab immer von ihnen mit einem Lächeln erzählt und meine Familie das alles heruntergespielt und darüber lustig gemacht. Ich weiß heute, dass das Panikattacken im Schlaf waren. Damals war ich so 16- 17. Doch meine erste Panikattacke bekam ich mit 17, kurz vor meinen 18 Geburtstag. Ich bin völlig durchgedreht und konnte mich auf keinen Fall beruhigen. Es musste ein Arzt kommen, der mir dann so Tropfen gab und eine Nummer einer guten Psychologin. Mein Vater hat danach sofort angerufen und hat mir eigentlich keine Wahl gelassen, ob ich wollen würde oder nicht. Denn meine Mutter hatte ebenso eine Angststörung und er wollte auf keinen Fall, dass ich so leide wie sie. Weil sie viel zu spät zum Arzt gegangen ist.
In der Zeit hatte ich Sommerferien und bin zum Psychologen gegangen und hatte einen Sommerjob.

Das war ein richtig beschissener Sommer. Ich musste über meine Probleme reden, die ich jeden verschwiegen habe und hatte rund um die Uhr Panikattacken. Ich weiß, wie das alles klingt. Nur glaube ich, ich hatte richtiges Glück, was das alles anbelangt. Ich hatte keine Angst rauszugehen oder mit Bus oder Bahn zu fahren. Klar, war ich beunruihgt, wenn ich alleine wo war. Da habe ich mir schon gedacht, was ist wenn ich da eine habe? Wer hilft mir dann? Ich habe den ganzen Sommer lang Trauer, Wut, Angst und Panik gespürt. Alles, was ich verdrängt hatte, ist wieder zum Vorschein gekommen. Ich habe Anti- Depressiva bekommen und musste sie ein halbes Jahr lang nehmen. Aber alles war besser als diese Leere. Das kann ich euch sagen. Auch wenn mir all diese traurigen Sachen passiert sind, war das einer der schönsten Jahre meines Lebens. Ich habe die besten Freunde der Welt kennengelernt und gemerkt, dass meine Familie mich liebt und nicht eine Vorstellung von mir. Ich habe mich verliebt und so viele Sachen erlebt. Ich bin auf einer Schule, die mich richtig fordert. Ich bin endlich glücklich geworden. Das kann ich euch sagen. Ich kann endlich über meine Probleme reden und wenn es nicht geht schreib ich sie auf. Seitenweise habe ich geschrieben.

Am Anfang war das noch richtig nervig mit den Panikattacken und musste regelmäßig aus den Unterricht raus. Aber nach einigen Monaten hat sich das auch gelegt. Ich konnte mit dieser Panik endlich umgehen und hab gelernt mich selbst zu beruhigen.

Trotzdem musste ich die Klasse wiederholen, weil ich wahrscheinlich anderen Dingen mehr Interesse gezeigt habe als meinen Büchern.
Seit 8 Jahren war ich in einer Klasse mit meiner besten Freundin und plötzlich nicht. Das hat mich ziemlich runtergezogen. Sie hat mir so mit der Sache geholfen. Niemand weiß soviel über mich wie sie. Ich bin mit 3 Jungs aus meiner alten Klasse wieder in eine Klasse und sie sind wirklich mega cool und lustig. Nur einer, den ich schon länger kenne, weiß von meinen Panikattacken. Weil ich nicht der Typ bin, der über seine Probleme spricht. Wie ihr wahrscheinlich schon gemerkt habt. Ich habe mich richtig gestresst mit Mathe und habe wieder eine 5 auf den Test. Das war auch eins der Gründe, warum es mir in letzter Zeit nicht so gut ging.

Dann plötzlich nach einem halben Jahr Pause. Ich dachte wirklich es wäre vorbei. Ging es wieder von vorne los in Deutsch. Mein Professor hat da vorne darüber geredet, dass wir mehr lesen sollten und dann hat es ein Schnitt in meinen Kopf gegeben und er labert plötzlich über Islamisten. Ich hatte das schon mal bei meiner Schwester. Deshalb konnte ich mich etwas zusammen reißen. Ich wollt nur fragen, warum diese Panikattacken zurückgekommen sind? Ich meine, es ist nichts sonderbares passiert. Ich dachte ich könnte endlich wieder normal sein. Und ich wollte nur fragen, ob das auch einer kennt, wenn er eine Panikattacke hat und plötzlich so Sekunden nicht mitbekommen hat.

Habt ihr Erfahrungen damit? Mit Rückfällen? Gibt es irgendwann ne Garantie, dass sie nie zurückkommen? Ich will nicht mein ganzes Leben lang damit umgehen lernen. Irgendwann müssen sie doch gänzlich verschwinden.

Ich sollte eigentlich stolz auf mich sein, weil ich sitzen geblieben bin und nicht rausgelaufen bin, wie ich es früher getan hätte. Niemand hat etwas gemerkt und dann hat mein Sitznachbar wieder zum Lachen gebracht und es ging eh wieder. Trotzdem bin ich enttäuscht von mir. Ich weiß ich soll positiv bleiben und mich freuen, dass es nicht so schlimm war und mich selbst beruhigen konnte, doch ich tus nicht. Ich will nicht mehr dieses Mädchen sein. Ich bin eigentlich glücklich, aber wenn das so weiter geht, kann ich das nicht mehr sein und das macht mir Angst. Danke fürs Lesen.

17.10.2015 22:21 • 31.10.2015 x 1 #1


4 Antworten ↓


Hallo,

habe auch schlimme Panikattacken gehabt. Schon von der Jugend an. Und jetzt bin ich knapp 50 Jahre und habe sie immer noch. Jedoch, nicht mehr in der Intensität. Ich versuche sie anzunehmen, denn sie gehören zu mir und wollen mir sagen, dass ich etwas ändern muss. Mal gelingt mir dies mehr, mal weniger.
Wichtig ist, sich nicht selbst " fertig zu machen". Wärst du aus dem Raum geflüchtet, wäre das auch nicht schlimm gewesen. Was soll`s. Du hättest zwar deinem Anspruch, keine Panikattacke mehr zu haben nicht genügt, aber dies sollte kein Grund sein zu verzweifeln. Jeder hat mal Tage, an denen es gut läuft und Tage, an denen es weniger positiv zugeht. Ich weiß, es ist schwer, aber nimm es mit Gelassenheit. Mein Wahlspruch in solcher Lage: " Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist".

18.10.2015 08:25 • x 2 #2



Plötzlich wieder ne Panikattacke

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Hallo, auch ich hatte wohl ein paar schlimme Kindheitserfahrungen, meine Krise hatte ich dann gleich nach meinem Hochschulabschluss. Im neuen Job dann erlag ich gleich einem Burnout , mit dem Gefühl von zuviel Verantwortung etc...... Danach habe ich viel Meditiert und Atemübungen gemacht um einigermassen mit meiner Angst fertigzuwerden. Das war vor zehn Jahren und ich habe noch immer hin und wieder Panik und regelmässig vorallem Abends Angst, sodass ich eigentlich keine Chance sehe jemals richtig Arbeiten und Geld verdienen zu können. Naja da ich ansonsten ziemlich cool bin versuche ich das Leben so zu nehmen wie es kommt.

So heute ist aber vieles anders, denn ich hatte mich für den Wirkstoff MMS bzw. CDS interessiert und wollte es einfach mal ausprobieren um meine Mutter zu kurieren. Dabei war das Zeug aber viel zu stark sodass ich es verdünnen musste, ausserdem wollte ich wissen ob es homöopathisch auch wirksam wäre. ich verdünne das ganze also zu C25 und nehme es gestern dreimal ein, dazu eine hochverdünnte cds urtinktur verdünnung als Mundspülung, denn ich wusste, dass ich da sicher keine negativen Effekte haben kann.

So und nach den 24 Stunden scheint meine Angst auf einmal verschwunden, nicht ganz aber fast. ich schreibe das, damit andere die Möglichkeit haben es selber auszuprobieren, ich weiss auch nicht was mehr wirkte, die C25 Verdünnung oder die Mundspülung, auf jedenfall keine negativen Effekt und dann eben Depression weg, Traurigkeit weg, Angst fast ganz weg, mal sehen wie es weitergeht. MMS wird zwar oft von den Medien verschrien, schein aber doch wundersam auf mich gewirkt zu haben.

übrigens für die C25 Verdünnung braucht man 25 kleine 30 ml Tropfflaschen, die Dynamisierung muss man richtig machen damit die Schwingung schlussendlich im Wasser ist, denn CDS ist ja praktisch gesehen keines mehr drin.

31.10.2015 07:59 • #3


Macht's gut

31.10.2015 08:15 • #4


Gewißheit, das die Panik nie wieder kommt, hat man nie. Rückfälle sind kein Beinbruch und auch gar nicht so schlimm, man fängt niemals wieder von vorne an, weil wir dazu lernen. Auch ich habe Rückfälle, in gewissen Situationen, zwar sind die Panikzustände nicht mehr so schlimm, aber immerhin.

Mach Dich nicht verrückt deswegen. Du lernst immer dazu und eines tages lernst Du auch damit besser umzugehen, mit diesen Rückfällen. Alles Gute Dir,

der Abendschein

31.10.2015 08:44 • x 1 #5




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