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melancholy

Hi Leute,

ich habe hier im Forum den Thread „Starliebe“ gestartet. Jetzt wo ich hier schon eine Zeit lang registriert bin und einige andere Threads gelesen habe, merke ich wie viel ich doch schon im Leben gelernt und an Stärke gewonnen habe. Viele hier haben schreckliches durchgemacht und verdienen größten Respekt, aber alle werden es durchstehen, weil sie hart daran arbeiten.
Seid frühester Kindheit hatte ich immer irgendwelche Probleme, Ängste und Schwierigkeiten. Selbst meine Geburt und die Schwangerschaft meiner Mutter, sind nicht gut gelaufen. Meine Eltern glaubten immer, irgendwas stimmt nicht mit mir, dass ich irgendeine Behinderung hätte. Ich war verschlossen, oft depressiv als Kind, sehr schüchtern und hatte verschiedene Ängste z.B.: anderswo zu übernachten, Angst vor lauten Geräuschen, taub zu werden. Ich war mit 10 Jahren zur Beobachtung in einer neurologischen Klinik und danach in psychologischer Behandlung. Einige Probleme und Schwierigkeiten setzen sich auch bis heute fort, aber ich gehe trotzdem immer weiter, lasse mich nicht unterkriegen und kämpfe, da ich es nicht anders gewohnt bin. Wenn ich auch sonst nicht viel im Leben erreicht habe, ich lernte dass jeder Mensch gleichwertig ist, keiner ist mehr Wert als der andere.
Akzeptiert euch so wie ihr seid und werdet glücklich, lasst euch von niemandem in gesellschaftliche Normen hineinpressen und lebt so wie ihr euch am wohlsten fühlt.
Das wollte ich euch nur mal sagen.

13.06.2013 12:31 • 22.11.2013 x 3 #1


20 Antworten ↓


hoffelkopter

hoffelkopter


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Super! Danke! Ging und geht mir so ähnlich! Du hast recht, jeder Mensch versucht in seinem Leben irgendwie klarzukommen nicht nur wir Angstler!

07.07.2013 16:45 • #2


melancholy


Genau, und es hilft wenn man sich sagt, " ich bin genauso viel Wert, wie alle anderen Menschen auch"!

08.07.2013 23:04 • #3


Nataraja

Nataraja


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Hey, ich kann das nur bestätigen.

Bin bei der Geburt beinahe gestorben.. hab in meiner Kindheit einiges erlebt.. war immer ein Außenseiter und dadurch introvertiert.. meine Eltern sagten zu mir immer Mauerblümchen.

Wenn einmal eine erfolgreiche Phase in meinem Leben ist, dann setzt sich dieser Erfolg in anderen Lebenslagen durch. Ich bin selbstbewusst, fühle mich gut. Eine Niederlage bewirkt, dass alles schlecht ist.. ich falle generell schnell in Extreme.

Derzeit arbeite ich auch wieder an meinem Selbstbewusstsein und versuche mehr an mich zu denken. Es fällt mir schwer zu entscheiden, was das Richtige ist. Ich weiß nicht mehr, was gut für mich ist.. das fängt schon bei Kleinigkeiten an und zieht sich fort in wirklich wichtigen Punkten im Leben.

Es ist wichtig sein Inneres Ich wieder zu finden. Sich nicht von anderen und sich selbst entmutigen zu lassen. Man muss an sich glauben.. der Glaube an sich selbst, ist der wohl mächtigste.

24.07.2013 10:13 • #4


melancholy


Hallo Nataraja!
Danke für Deine Antwort. Ja, wenn man an sich selbst glaubt hat man es leichter und man kommt weiter im Leben.
Man ist sicher in sich selbst und kann dementsprechend auftreten, das macht auch attraktiver. Ich denke Menschen wie wir sind sich dessen noch mehr bewusst als andere, da wir es wirklich intensiv lernen mussten.
Es ist interessant was Du über Deine Kindheit und dem Verhältnis zu Deinen Eltern schreibst, wir haben da viel gemeinsam, auch das mit den Extremen. Die psychischen Folgen eines Geburtsschockes beim Kind, sind wirklich nicht zu unterschätzen und können, wie bei uns, lange anhalten.
Liebe Grüße

25.07.2013 12:13 • #5


Nataraja

Nataraja


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Warst du auch eine Frühgeburt? Ich war ein Notfallkaiserschnitt..kurz vorm ersticken und meine Mom kurz vorm verbluten.. und war dann ne Woche zur Beobachtung im Brutkasten.

Das ging bei mir aber auch weiter.. mit 2 Jahren hab ich ein Geldstück verschluckt. Das lag auf meiner Kehle und ich war kurz vorm ersticken. Kam dann ins Krankenhaus und war für nen kurzen Moment von meinen Eltern getrennt. Von da an wurde ich total anhänglich..meine Mom konnte nirgends mehr ohne mich hin. Ich hab dieses Erlebnis irgendwie immer in meinem Unterbewusstsein gehabt und bis ich ca. 16 Jahre alt war Albträume gehabt, in denen ich das wohl versucht hab zu verarbeiten..bis ich von meiner Mutter erfahren hab, was mir da passiert war.

Im Kindergarten wurde ich nicht immer willkommen aufgenommen, in der Schule wurd das noch schlimmer..ein absoluter Außenseiter.. tja.. also ich glaub das ist einfach so..

Die Schwachen werden ausgemerzt.

Ich glaube wir sind alle recht empathisch veranlagt, was uns Schwierigkeiten bereitet. Wir nehmen uns vieles zu sehr zu Herzen.

Bei mir hat diese Kindheit, gepaart mit einer kranken Mutter und finanziellen Problemen in meiner Familie, dazu geführt, dass ich ziemlich ängstlich geworden bin. Ein absolut stressiges Studium, das ich aus Versagensängsten nicht aufgeben wollte, hat mir nun den Rest gegeben.

Ich frage mich, ob man da überhaupt wieder raus kommt, oder ob es einfach immer ein ständiges Auf und Ab im Leben ist.

Oder gibt es vielleicht Karma? Ich hoffe ich hab mein schlechtes Karma bald aufgebraucht

25.07.2013 12:46 • #6


melancholy


Wieder viele Parallelen
Bei mir war es so, dass meine Mutter mich mindestens 3 mal während der Schwangerschaft beinahe verloren hätte, und darum ihr Muttermund zu genäht wurde. 3 Wochen zu früh setzten dann die "richtigen" Wehen ein. Da die Nähwunde sich verkrustet hatte, steckte ich bei der Geburt so zusagen fest. Wenn ein Kaiserschnitt gemacht worden wäre, wäre der Verlauf nicht so dramatisch gewesen, aber dafür war es dann schon zu spät. Alles musste ganz schnell gehen, also der Muttermund aufgerissen werden. Es ist gerade noch einmal "gut gegangen". Ich lag glaube ich dann 4 Wochen im Brutkasten, weil ich zu klein war und mich erholen musste. Meine Mutter konnte glaube ich die ersten 5 Tage nicht zu mir kommen.

Das alles war schlimm und hinterließ natürlich viele Wunden bei allen Beteiligten. Aber zum Glück wurde das meiste überwunden. Trotzdem berührt es mich immer noch sehr, wenn ich davon berichte, was auch nicht allzu oft vorkommt.

Die Frage mit dem Karma habe ich mir auch schon gestellt Aber wir müssen es so sehen, besonderen Menschen passieren besondere Dinge, also auch irgendwann besonders gute Dinge.
Liebe Grüße

26.07.2013 13:27 • #7


Schinkencrossia.


Hi melancholy,

...

Du hast schon Recht, wenn Du sagst, dass man sich akzeptieren soll....

...Und auch wir Alle hier können und dürfen auch stolz sein auf unser Leben.

Wir hier im Forum sehen Verschiedenes in unserem Leben eben etwas anders, dass an sich hast im gewissen Sinn damit zu tu, dass wir eben Anders sind, als " Normale " Menschen.

Es heißt aber nicht, dass wir nicht erreichen können, oder Dumm & Dämlich sind.
Wir sind eben " Anders " und müssen eventuell andere Methoden anwenden um das zu erreichen!

Aber, es ist nicht immer " leicht & manchmal auch unvorteilhaft "

Ich denke deshalb auch manchmal darüber nach wenn ich nicht so wäre wie ich eben bin....

11.10.2013 03:09 • x 2 #8


Finja


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Dem schließe ich mich gerne an, was ihr geschrieben habt.

11.10.2013 07:35 • x 1 #9


Selina18


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Ich schließe mich ebenfalls an und freue mich wirklich, dass du das mal geschrieben hast.
Ich finde es sehr wichtig, dass man lernt mit sich selbst zufrieden zu sein und sich selbst auch zu lieben. Das ist sehr wichtig und man sollte nicht immer alles glauben was einem andere erzählen.

Ich freue mich wirklich, dass das mal jemand ausgesprochen hat. Danke

11.10.2013 08:01 • x 1 #10


melancholy


Zitat von Selina18:

Ich freue mich wirklich, dass das mal jemand ausgesprochen hat. Danke


Hey, das musste einfach mal gesagt werden!

Danke für Eure Antworten Schinkencrossiant, Finja und Selina18 !
Es ist aber im Moment für mich echt nicht leicht, das was ich selbst geschrieben habe umzusetzen. Kein Wunder bei meinem exotischen Problem, für das ich sogar hier mehr oder weniger ausgelacht werde...

11.10.2013 11:33 • #11


Idefix13

Idefix13


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@melancholy

Ich habe dich beim schinkencrossiant gelesen, dann etwas nachgeschlagen und so landete ich hier und dachte, da du der Themenstarter bist und so eine starke Seite hervorbringst, dass du doch recht ausgeglichen sein solltest. Sorry wenn ich jetzt leider sagen muss, dass ich nicht genügend recherchiert habe, aber könntest du mir von deinem sogenanntem Exotischem Problem berichten, dessen man dich selbst hier belächeln sollte?
Liege ich mit der Vermutung richtig, dass es um deine Geburt geht? Wenn nicht, dann würde ich dich bitten es mir zu Erläutern oder mir den richtigen Thread weisen...
Danke vorerst.

LG Idefix13

11.10.2013 21:00 • #12


melancholy


11.10.2013 21:13 • #13


mrtn


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Ich sehe das so: wenn man sich akzeptiert Wie man ist, kann man aufjedenfall ruhiger Leben!
Den ich habe früher gerne mal verglichen alá Was Hat der für ne karre? Der hat nen super job! Der sieht glucklich aus! Und so weiter...
da hat man sich naturlicb die maßstabe selber hiher gesetzt...

12.10.2013 13:49 • #14


melancholy


Zitat von mrtn:
Ich sehe das so: wenn man sich akzeptiert Wie man ist, kann man aufjedenfall ruhiger Leben!
Den ich habe früher gerne mal verglichen alá Was Hat der für ne karre? Der hat nen super job! Der sieht glucklich aus! Und so weiter...
da hat man sich naturlicb die maßstabe selber hiher gesetzt...


Man sollte sich nicht mit anderen vergleichen! Tja, das sagt man so leicht
Ich habe das auch immer getan, es aber jetzt weitestgehend aufgegeben

13.10.2013 12:48 • #15


juwi

juwi


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Zitat von Selina18:
Ich finde es sehr wichtig, dass man lernt mit sich selbst zufrieden zu sein und sich selbst auch zu lieben. Das ist sehr wichtig und man sollte nicht immer alles glauben was einem andere erzählen.


Wenn die "anderen" aber die eigene Familie ist und man von klein auf signalisiert bekommt, dass man nichts wert ist, ist es aber nochmal schwerer... Ich frage mich oft, ob man dann irgendwann noch die Kurve kriegen und das mit der Selbstakzeptanz hinkriegen kann. Was meint ihr? Hat jemand positive Erfahrung?

14.10.2013 19:58 • x 1 #16


melancholy


Zitat von juwi:
Wenn die "anderen" aber die eigene Familie ist und man von klein auf signalisiert bekommt, dass man nichts wert ist, ist es aber nochmal schwerer... Ich frage mich oft, ob man dann irgendwann noch die Kurve kriegen und das mit der Selbstakzeptanz hinkriegen kann. Was meint ihr? Hat jemand positive Erfahrung?


Für meine eigene Familie war ich auch immer das merkwürdige "schwarze Schaf", aber ich kann mich jetzt trotzdem weitestgehend selbst akzeptieren. Allerdings, haben sie mir nicht signalisiert, dass ich nichts Wert sei. Aber ich bin mir sicher Du wirst die Kurve noch kriegen

14.10.2013 21:00 • #17


malory


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Hi ihr! Sich selbst akzeptieren und vor allem auch lieben ist eine sehr schwere lebenslektion finde ich. Manchmal glaube ich auch dass ich das nicht schaffe,es niemals werde. Ich Bin mir nur sicher darüber dass Angst und Panik schlimmer Weden wenn man es nicht schafft sich anzunehmen. Denn dann kommt der Druck. Ich persönlich finde der Druck ist der größte Trigger für alle Arten von Ängsten. Mein Selbstwert war schon immer angegriffen durch Hänseleien in der Grundschule und meine Unsicherheit und Andersartigkeit, die andere Jugendliche und Kinder ja klar auch gespürt haben. Ich bewunderte nicht die coolen, war kein Nerd aber auch alles andere als cool. Gemobbt wurde ich dann beim kompletten Umfeld meines Partners, diese Erfahrung kann ich hier im Forum super aufarbeiten dank lieber Menschen wie Idefix,Prisma, Finja um nur ein paar Namen zu nennen. Ich habe eher immer Angst andere könnten mit mir nicht zufrieden sein, ich denke ich müsste perfekt für alles und jeden sein um es wert zu sein gemocht und akzeptiert zu werden. woher diese Denke kommt muss noch noch herausfinden. Sorry für die ganze falsche Groß und Kleinschreibung in den letzten Tagen, bin beim Handyschreiben Etwas nachlässig damit....

15.10.2013 04:36 • #18


Traurig_FfM


Irgendwie stimmt all das vorab geschriebene und trifft auch sicherlich auf uns alle zu.
Niemand von uns ist wertlos, schlecht oder sonst irgendwas. Jeder von uns hat auch Stärken für die er / sie es verdient geachtet und gemocht, geliebt zu werden.
Einige haben es schon geschafft sich selbst zu akzeptieren, zu mögen, wert zu schätzen. Das ist sehr wichtig, so denke ich.
Wie sollte man von anderen erwarten etwas zu mögen, dass man selber nicht mag?
Die letzten Jahre habe ich genutzt und viel an mir gearbeitet. Habe versucht Dinge zu identifizieren, die ich an mir selber nicht mag und daran gearbeitet. Andere Dinge und Verhaltensweisen habe ich als elementar und Teil meines ichs identifiziert. Diese habe ich dann beibehalten, da man seine Autentizität verliert, wenn man sich zu sehr "verbiegt". Das würde andere Menschen ggf. auch eher abschrecken.
All das hat schon einige Erfolge in meinem Leben gebracht. Manche kurz und schön, manche nachhaltig. Besonders in Sachen Arbeit und Umgang mit den Mitmenschen bin ich mit dem Leben wirklich zufrieden.
Doch manche Dinge können wir nicht ändern, und werden wir vielleicht auch selber nicht mögen. Das ist die große Aufgabe, nach deren Lösung ich selber auch immer noch suche.
Ich fühle mich oft nutzlos und einsam. Bin aber phasenweise Depressiv und habe seit einigen Monaten im Zusammenhang mit der Depression nachts Alpträume die manchmal dazu führen, dass ich während des Schlafes einnässe und darüber hinaus Angst, dass es auch am Tag passieren könnte (passiert eigentlich nicht, nur Panik davor). Und dann manchmal noch diese Traurigkeit, die die Depression unvermittelt auftischt. Manchmal ganz ohne erkennbaren Grund. Punkt 1 habe ich geschafft. Ich bin mit mir, mit Ausnahme der Depressionen und dem was damit zusammenhängt, nicht unzufrieden. Trotzdem habe ich die Lösung, wie auch andere (Partnerschaft / Liebe / Beziehung) mich mögen könnten noch nicht so recht gefunden. Bin gerade dabei eine Psychotherapie zu beginnen. Vielleicht gelingt es ja dabei, die blöden Depressionen und damit auch die Ängste und Alpträume zu besiegen. Jedenfalls gebe ich die Bemühungen dazu nicht auf. Vielleicht werde ich dann ja auch endlich diese Einsamkeit überwinden können. Bin mir aber auch im klaren, das das Leben dann immer noch Herausforderungen präsentieren wird. Das Leben scheint definitiv ein auf und ab zu sein. Ich möchte nur die Anzahl der "auf´s" erhöhen. Vielleicht ist das ein realistisches Ziel?

21.11.2013 09:36 • #19


melancholy


Ja, das Leben ist ein auf und ab. Und die "auf´s" erhöht man am Besten, wenn man sich und die Welt so akzeptiert, auch wenn´s schwer fällt. Ich muss mich auch jeden Tag aufs neue aufraffen mich, mein Leben und meine Borderline-Störung zu akzeptieren. Die Schwierigkeiten die damit verbunden sind machen es mir nicht leicht, aber es geht irgendwie.

22.11.2013 10:47 • #20




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