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Es ist schon zwei Tage her aber ich notiere trotzdem mal; Ich habs geschafft, die bisher krasseste soziale-phobie-herausforderung für mich, ich habe den Erstehilfe Kurs für meinen Führerschein gemacht. 6 Stunden unter Fremden an denen ich rumfummeln musste. Die ganze Woche davor hatte ich Angst davor, totale Weltuntergnagsstimmung. Aber ich habs geschafft. Obwohl es davor unmöglich für mich schien das zu überstehen.

Interessant sind natürlich auch die Erfahrungen die ich dort gesammelt habe, zB das sich Leute die sich nich kennen ziemlich verklemmt anschweigen. Dort hätte man in den Pausen Tischfußball spielen können, auf die Idee kam wohl keiner. Es wurde viel verklemmt geschwiegen und rumgesessen, was ich amüsant fand - ich musste bei dme Anblick ständig grinsen. Und vielleicht ist so ne Lage den anderen noch unangenehmer als mir. Ich merk ich bin ziemlich dominant und ergreife schnell die Initiative während andere auf Anweisungen warten. Da war auch so n älterer Pears Brosnan/Roger Moore Brite der ziemlich locker und cool drauf war und mich scheinbar in keinster Weise abstoßend fand (wie ich es sonst von allen Menschen erwarte). ''Ach sowas gibts auch'' dacht ich mir. Ansonsten waren alle ziemlich verklemmt drauf, einige kannten sich untereinander und haben die Pausen miteinander vebracht, ich hab mich alleine zurückgezogen und Musik gehört oder bin spazieren gegangen... anstatt mich Leuten auszuliefern die entweder mir schaden oder von mir geschädigt werden. Hab diesmal kein Geheimnis draus gemacht dass ich keine Gesellschaft möchte.

Ziemlich geborderlined und Identitätsverstört kam ich am Ende ausm Gebäude raus (ich wusste in dem Moment plötzlich nicht mehr wo ich war, wer ich war und was ich dort eigentlich wollte, sowas renkt sich aber von alleine ein. Trotzdem hat mich dieser Identitätsflash recht verwirrt zurückgelassen) und belohnte mich im nächsten McDonalds mit einem Big Mac und ner Coke (ich hasse Coke war nur der Form wegen) Übermütig kehrte ich Heim! Und den Übermut hab ich bis heute behalten.

10.03.2009 01:31 • 11.03.2009 #1


5 Antworten ↓


Perfekt,weiter so.Liebe Grüße

10.03.2009 07:22 • #2



6 Stunden Erste- Hilfe-Kurs + soziale Phobie

x 3


elster
Das Problem bei diesen Erste-Hilfe-Kursen ist, daß sie so lange sind...ich habe leztes Jahr einen gemacht ( muß das alle drei Jahre beruflich tun )
und fand es am Anfang schon schlimm. Wie soll ich sechs Stunden da aushalten ? Habe mich dann einfach am Geschehen beteiligt und es wurde - oh Wunder - sogar ganz lustig. Vor allem, als wir diese Puppe beatmet hatten und mein Mitbeatmer plötzlich inne hielt und mir mit Trauermiene verkündete Vergiß es - Sie ist tot.
Im Nachhinein war es also ganz witzig, man muß den Sachen eine Chance geben, geht ja nicht anders, also weiter so, Craven!

Gru0 Elster

10.03.2009 08:20 • #3


Hallo Craven

Kurse dieser Art, oder auch Bewerbungstrainingskurse vom Arbeitsamt, fand ich immer sehr gut. Es war interessant die anderen Menschen zu beobachten, und es war ein gutes Training, um zu versuchen sich selbst dabei einzubringen (meist sogar erfolgreich).

Begegnungen ohne feste Programmpunkte sind dagegen auch für mich ein Problem, da die Lebenserfahrung (Interessen) der meisten Menschen doch sehr viel anders als die meinen sind.

Liebe Grüsse, Helpness

10.03.2009 10:12 • #4


Vielen Dank für die Glückwünsche. Mit der Zeit komme ich näher und näher an die Überzeugung ''Unlösbare Probleme gibt es nicht''.

Was soll ich noch sagen, ich merke jedenfalls eine schlagartige Veränderung in meiner Psyche, denke mein ''soziales Vertrauen'' hat sehr viel an Kraft gewonnen. Vielleicht war das verantworltich für den IF. Ich hoffe mal das diese Verändeurng dauerhaft ist.

10.03.2009 20:40 • #5


Hallo Craven!

Musste ein bisschen schmunzeln, als ich deinen Beitrag las.
Musste letztes Jahr, vier Wochen nachdem meine Ma starb auch einen (allerdings 2tägigen ) EHK machen, jobwegen.

Habe mich davor fast zu Tode geängstigt,denn damals waren meine Panikattacken und Angstzustände noch total frisch.

Am ersten Tag war ich die ganze Zeit total angespannt, sodass ich dann nach der Halbzeit sowasvon müde und erschöpft war, hätt einpennen können!

(Noch dazu hatte ich morgens Beruhigungstee getrunken, um nicht durchzudrehen!)

Dieser Fehler passierte mir am zweiten Tag nicht nochmal.
Und- o Wunder- es wurd sogar noch relativ lustig!

Wenn man sowas hinter sich gebracht hat, ohne dass die Horrorvorstellungen wahrgeworden sind
(Einlieferung in die Geschlossene, wegen Durchdrehen/ Eppileptische Anfälle oder Herzinfarkt wegen Überreizung, etc..)
dann fühlt man sich hinterher ein Bischen, wie ein Held.

Nich wahr?

Liebe Grüße und viel Kraft und Mut für deinen weiteren Weg!

11.03.2009 09:26 • #6




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