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Nev3rMind
Immer wenn ich neue Leute treffe , was äußerst selten vorkommt , erwarte ich von diesen das sie mir die volle Aufmerksamkeit schenken, machen sie das nicht geh ich evtl aus dem Raum raus oder woanders hin um meine Wut herauszulassen oder gebe patzige Antworten. Früher habe ich andere Wege gewählt, die nicht immer besser waren. Und ich glaube ich kann das auch nicht abstellen. Schongarnicht mit meiner Diagnose. Aber in mir kommt dann innerlich so eine fürchterliche Wut hoch, weil ich mich automatisch ungerecht behandelt fühle. Und es ist verdammt schwer die zu kontrollieren, auch wenn ich es immer wieder versuche irgendwann platze ich einfach. Was könnte man da machen?

10.03.2015 01:13 • 16.05.2015 #1


31 Antworten ↓


Nev3rMind
Das Problem ist einfach ich weiß das mit mir was nicht stimmt, aber ich kanns nicht ändern. Ich kann es nur unterdrücken, damit alles von außen hin perfekt scheint zu einem gewissen Punkt.
Und wenn der Punkt dann mal erreicht ist hab ich nichtsmehr unter Kontrolle. Wahnhafte,paranoide Gedanken die sich gegen alles und jeden richten. Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, war das so ein Zeitpunkt. Ich bin auf meinen Vater losgegangen, der zu dem Zeitpunkt eigentlich viel viel stärker war als ich, aber es war ein leichtes ihn auf die Erde zu bekommen und ihn zu schlagen. Daraufhin kam ich ja in die Psychiatrie. Ich weiß das dort etwas in mir ist was nicht normal ist und ich weiß auch nicht wieso ich das jetzt schreibe. Aber ich fühle es seit der Grundschule schon. Und nein ich bin nicht schizophren,nicht falsch verstehen. Es ist so als würden zwei Seelen in mir schlagen eine Gute und eine naja nicht so Gute.

10.03.2015 01:41 • #2



Woher kommt diese Einstellung von mir?

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Icefalki
Ich weiß ja über deine Probleme bescheid. Insgesamt klingst du jetzt aber besser, differenzierter.

Das finde ich gut.

Wäre ein Kampfsport das richtige für dich? Den ganzen Frust an einem Boxsack auslassen? Den so richtig verdreschen? Bist du total fix und fertig bist?

10.03.2015 16:05 • #3


Nev3rMind
Witzig das du das ansprichst. Ich war heute bei einer Psychologin die mir genau dasselbe geraten hat, diesmal habe ich nichts dazuerfunden sondern mein Problem so geschildert wie hier im Forum.In erster Linie macht mich zurzeit diese Antriebslosigkeit fertig, komme kaum noch aus dem Bett. Das hatten wir mal in einer Klinik versucht mit dem Boxsack, war aber immer zuspät, wenn ich wütend war. Das mit dem differenzierter kann gut sein. Ständige Wut/Hass/Paranoia zu schieben, ist anstrengend. Irgendwann bricht man ein, weil man nicht mehr kann, glaube an dem Punkt bin ich jetzt.

10.03.2015 20:24 • #4


Luna70
Ich hätte auch an Sport gedacht, quasi als Vorbeugung für die Agression. Ich könnte mir vorstellen, dass es dir hilft wenn du regelmäßig durch körperliche Anstrengung bis an deine Grenze gehst und dadurch dein Kopf weniger "Energie" für schräge Gedanken übrig hat. Ist natürlich schwierig, wenn du momentan sehr antriebslos bist.

Merkst du das vorher, wenn sich die Wut in dir aufbaut? Also bevor dich die paranoiden Gedanken in Besitz nehmen. Scheinbar kannst du ja die Wut bis zu einem gewissen Punkt kontrollieren. Könntest du dann nicht aus der Situation gehen und deine Wut dann aber nicht mehr unterdrücken, sondern irgendwie rauslassen. Treppen hoch und runter rennen, schreien, laut singen oder sowas.

Es tut mir wahnsinnig leid, dass man dir als Kind nicht helfen konnte oder wollte und du so schwer krank geworden bist. Ich kann gut verstehen, dass du nach Antworten suchst, was das ist, was in dir "nicht normal" ist und was du tun kannst um was zu ändern. Aus meiner laienhaften Sicht ist das doch schon mal gut, wenn du nach Lösungsmöglichkeiten suchst und erkannt hast, dass deine Gedanken in diesen Situationen paranoid sind. Wenn du neben der schlechten auch eine gute Seele in dir fühlen kannst, ist das nicht ein gutes Zeichen?

10.03.2015 22:04 • x 1 #5


Icefalki
Nev3Mind,

Ich finde, du machst echt Fortschritte. Du kannst dich öffnen, über deine Probleme reden, du willst was verändern.

Weißt ja selbst, dass das ein langer Weg ist. Aber jetzt hast du ihn eingeschlagen.

War bei mir zwar anders, aber auch erst am Ende, nach langem Kampf habe ich mir helfen lassen. Also, gebe nicht auf.

10.03.2015 23:23 • #6


Nev3rMind
@ Luna70

Nein, das funktioniert leider nicht wenn ich richtig aggressiv bin, hilft auch kein Sport mehr. Aber ich mache nun schon jede Woche ca 3 mal Sport, es hilft mir schon Spannungen damit abzubauen und mich einfach mal gut zu fühlen danach. Mein Problem ist hauptsächlich einfach das ich mich mit niemandem identifizieren kann und das macht mich fertig. Meine Psychologin meinte auch ich bin ziemlich paradox. Auf der einen Seite toal ängstlich, auf der anderen Seite total aggressiv und unberechenbar. Und damit komm ich absolut nicht klar. Ich passe in kein einziges verdammtes Schema. (Ja auch wenn ich hier oft aggressiv schreibe, habe ich trotzdem manchmal Angst). Und der Punkt ist einfach ich bekomme diese Gefühle einfach nicht unter Kontrolle. Man merkt mir sofort an wie ich drauf bin.Es ist diese ständige Zerissenheit die mich verwirrt und kaputt macht.

@ Icefalki

Jop. Mein Hauptziel ist einfach das ich klarkomme, was die anderen darüber denken ist mir gänzlich egal. Und da ich mir immer nur selber wieder durch Lügen,Betrügen etc Fallen gebaut habe spiele ich diesmal wenigstens mit offenen Karten, auch wenn es mir ungeheuer schwer fällt.

13.03.2015 14:35 • #7


Moonway
Hallo, Nev3rMind.

Den Text, den ich jetzt schreibe, ist sehr spontan, ohne großartig darüber nachzudenken. Ich weiß nicht. Ich habe mir eben Musik auf YouTube zur Entspannung angehört und habe einfach mal losgelassen, so dass sich die Spannung lösen konnte und konnte auch mal wieder weinen. Du sagtest ja, dass du weißt, dass mit dir etwas nicht stimmt. Im Grunde könnte das jeder Mensch von sich sagen, wenn er ein bisschen mehr über sich nachdenkt. Natürlich solltest du dich ernst nehmen, wenn dich etwas belastet und daran arbeiten. Aber du bist ein Mensch; lasse das ruhig zu und gestehe das ruhig auch anderen Menschen ein, mitsamt Fehlern, auch wenn sie dir gerade nicht die volle Aufmerksamkeit schenken, die du gerne hättest, was auch okay ist, dass du so fühlst, denn jeder Mensch braucht mal mehr oder weniger.

Ich denke, dass Spontanität da hin und wieder sehr heilsam sein kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Moonway

15.03.2015 21:56 • #8


Nev3rMind
Du verstehst nicht. In gewissen Situationen ist es so als ob jemand anderes von mir Besitz ergreift und ich dann auf alles und jeden losgehe. Und wenn ich das einfach so abstellen könnte würde ichs tun. Es ist eine Qual. Ich spüre dieses "Böse" in mir. Und ich unterdrücke es, aber manchmal kommen halt gewisse Situationen wo ich dann komplett austicke. Besonders bei arroganten Menschen gehe ich an die Decke. Diesen Leuten wünsche ich die Pest. Widerliches Pack. Wenn es so einfach wär wie du beschrebst hätte ich wohl kaum Probleme. Ich sehe mich auch häufig intelligenter und besser als die anderen an daher erwarte ich das sie mir ihre ganze Aufmerksamkeit schenken..

16.03.2015 19:28 • #9


Icefalki
Impulskontrolle. Hast du sie?

Kennst du kognitiv umstrukturieren?

16.03.2015 19:50 • #10


Nev3rMind
Wenn ich richtig aufgebracht bin, eher nein.Kognitiv umstrukturieren, soll heißen?

16.03.2015 19:52 • #11


Icefalki
Im Kopf, mit dem Verstand eine andere Situation schaffen.

Z.B. du fährst mit dem Auto, hast es eilig und vor dir fährt so ein wahnsinnig langsamer idiot..am liebsten würdest du den von hinten rammen, ins Lenkrad beißt, auf die Hupe drücken, umbringen.

Dann merkst du, dass dir das nichts bringt. Du sagst dir dann, bringt eh nichts, ich rege mich nur auf, also, werde ich jetzt ruhig und überhole, wenn es geht. Oder brauche halt etwas länger, kann eh nichts daran ändern. Das ist verstandesmäßig anders denken.

16.03.2015 21:17 • #12


Nev3rMind
Ich glaube sogar an diesem Punkt sind wir in meiner Therapie. Und ja es fällt mir schon leichter Dinge gelassener zu sehen und nicht immer krampfhaft zu versuchen, meine Wut durchzuboxen/mich durchzusetzen. Diese Abneigung gegenüber meinen Mitmenschen wird wohl immer bleiben, außer es käme wirklich mal jemand der sich von den anderen etwas abhebt, wo ich nicht das Gefühl hätte ich spreche mit einem Grenzdebilen, dem ich alles verkaufen kann. Aber ich denke das wird noch dauern bis ich soweit bin und bis auch jemand anderes soweit ist mich komplett aus dieser negativen Sichtweise herauszuholen.

18.03.2015 21:07 • #13


Icefalki
Ich denke, wenn du verstanden hast, dass andere Menschen dir nicht schaden wollen, wird es besser werden.

Deine Unsicherheit kompensierst du mit Hass und Zorn und erwartest dabei fast unmögliches von deinen Mitmenschen.

Wahre Größe besitzt Gelassenheit. Arbeite daran..

18.03.2015 23:07 • #14


Hotin
Hallo Nev3rMind,

Zitat:
Aber ich denke das wird noch dauern bis ich soweit bin und bis auch jemand anderes
soweit ist mich komplett aus dieser negativen Sichtweise herauszuholen.


Dieser "jemand anderes", der Dich aus Deiner negativen Sichtweise rausholen soll, kannst
nur Du selbst sein. Dafür viel Erfolg.
Zitat:
Diesen Leuten wünsche ich die Pest. Widerliches Pack.


Jeder Mensch, auch wenn er Fehler macht, hat meiner Meinung nach einen gewissen
Mindest-Respekt verdient. Es erschreckt mich regelrecht, wie
abfällig Du immer noch über andere Menschen sprichst.

Sei froh , das Du von Icefalki hier so gute Info`s bekommst.
Falls Du Dich erinnerst, ich habe vor längerer Zeit aufgegeben zu Deinem
Verhalten eine Meinung zu schreiben.

Viele Grüße

Hotin

19.03.2015 03:08 • #15


Nev3rMind
Hotin und trotzdem hast du hier kommentiert. Ich bin noch ganz am Anfang der Therapie, soll ich jetzt direkt eine 360 Grad Drehung machen ? Das kann ich nicht. Und ich weiß auch das meine Persönlichkeit ziemlich festgefahren ist. Ich will einfach eine Milderung erreichen.

19.03.2015 11:04 • #16


Hotin
Hallo Nev3rMind,

Zitat:
Hotin und trotzdem hast du hier kommentiert.


Weil auch Du meinen Respekt hast. Vor allem, weil Du ernsthaft versuchst
etwas zum Besseren zu verändern.

Zitat:
soll ich jetzt direkt eine 360 Grad Drehung machen.
Ich will einfach eine Milderung erreichen.


Du solltest überhaupt keine Drehung machen.
Bleib der Mensch, der Du bist und immer warst.

ABER! Dein Verhalten und Deine Denkweise, besonders, was andere
Menschen betrifft könntest Du mal deutlich ändern.


Zitat:
Diese Abneigung gegenüber meinen Mitmenschen wird wohl immer bleiben,


Das muss nicht sein. Versuche Deine Angst vor anderen Menschen abzuschwächen. Wenn Du
weniger Angst vor anderen hast, brauchst Du sie nicht mehr vorführen oder beleidigen.
Dadurch wirst Du erstmals ernst genommen und anerkannt.
Menschen funktionieren wie Spiegel. Bist Du nett zu Ihnen, sind sie meistens auch nett zu Dir.
Bist Du fordernd, frech und unfreundlich zu ihnen, machen sie das auch mit Dir.
Wenn du in den Spiegel schaust. Hast Du da schon mal erlebt, das Dein Gesicht lacht,
bevor Du das selbst tust? Deshalb, wenn Du eine Milderung erreichen willst, fange bitte an,
nett, freundlich und vor allem rücksichtsvoll zu anderen zu sein.
Damit machst Du anderen nicht mehr so viel Angst und sie werden es Dir danken.
Viele, allerdings nicht alle machen Dir dann auch weniger Angst.

Und dann wird es Dir viel, viel besser gehen.

Viele Grüße

Hotin

19.03.2015 11:40 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Nev3rMind
Auch wenn ichs ungern zugebe hast du irgendwo Recht.Die Gedanken die ich habe wenn ich fremde Menschen treffe setzen mir zurzeit am meisten zu. Ich komm nur sehr sehr sehr schwer aus dieser abwertenden Haltung gegenüber alles und jeden aus. Und wenn mir wirklich etwas passiert, was absichtlich wegen anderer ausgelöst wurde, übertrage ich das automatisch auf andere Menschen.

19.03.2015 18:27 • x 1 #18


Hotin
Hallo Nev3rMind,

Zitat:
Auch wenn ichs ungern zugebe hast du irgendwo Recht.


Das Du so was zugeben kannst ist unglaublich stark. Dies zeigt, das
Du für Dich noch was positiv verändern kannst. Dies kann noch lange nicht jeder.

Zitat:
Ich komm nur sehr sehr sehr schwer aus dieser abwertenden Haltung gegenüber alles und jeden aus.


Etwas anderes wäre auch kaum zu glauben. Lass Dir Zeit dafür. Jetzt hast Du doch erst mal
einen wesentlichen Gedanken für Dich herausgefunden. Trage diese Gedanken und Gefühle mal
zu Deinem Therapeuten.
Und wenn Du das kannst, versuche mal heraus zu finden, warum und seit wann Du das machst.
Wer ist Dir den früher viel zu nah gekommen? Weißt Du das? Jemand aus der Familie, oder wer sonst?

Nachdem ich vieles sehr kritisiert habe, sende ich Dir jetzt
mein großes Kompliment. Du machst da gerade eine Tür auf.
Wenn das, was Du schreibst ehrlich gemeint ist, und ich das richtig sehe, wird dies Dein
komplettes Leben verbessern.

Viel Erfolg dafür

Hotin

19.03.2015 20:46 • #19


Icefalki
Hotin hat dir das sehr gut geschrieben. Auch ich sehe deutlich deine Bemühungen und ziehe den Hut vor dir.

Lass uns bitte teilhaben und dir unsere Unterstützung geben.

19.03.2015 20:53 • #20



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