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Ihr Lieben,

Nach 25 Jahren mit Angststörung und Panikattacken und 4 Jahren schwerer Depressionen muss nun ein Medikament eingestellt werden.
Ich scheiterte bisher an zwei Versuchen zu Hause und in der Tagesklinik.
Der Psychiater schickt mich nun demnächst stationär.
Ich fühle mich etwas, wie soll ich sagen, unzulänglich. Jeder andere schafft es, so etwas zu Hause einzuschleichen. Bei mir aber triggert die aufkommende Unruhe durch das Medikament so sehr meine Panik, dass ich abbreche.

Das soll nun stationär geschehen, da ich unter Fachpersonal auch entsprechende Beruhigungsmittel bekommen kann, die ich zu Hause wegen Kindern und Haushalt nicht einnehmen würde.

Meine Frage ist ob man mich dort überhaupt ernst nimmt mit dem Anliegen, Medikamente einzuschleichen.

Weil andere das ja zu Hause machen, meine ich.

Mein Psychiater sagt, er kann mich einweisen für ca 4 Wochen, damit wäre ich von allen häuslichen Pflichten und zwei Schulkindern, befreit und kann mich nur auf mich konzentrieren.

Was sagt ihr?

04.09.2021 15:40 • 04.09.2021 x 1 #1


6 Antworten ↓


Perle
Hallo Nicky,

ich sage: Mach das! Es ist ein guter Weg für Dich! Du kreist glaube ich schon länger um das Thema Einschleichen, wenn ich mich richtig erinnere?

Warum sollte man Dich auf Station mit Deinem Anliegen nicht ernst nehmen? Die kennen das, Du bist kein Einzelfall. Habe das stationär schon öfter erlebt. Nur Mut!

04.09.2021 15:53 • x 3 #2



Zur medikamentösen Einstellung in die Klinik

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Orangia
Ich finde das sinnvoll, wenn es zuhause nicht klappt.
Nun mache dir mal kein schlechtes Gewissen deswegen.
Viele bekommen ihr Medikament stationär eingeschlichen.
Kopf hoch, das wird schon.
Weißt du schon was eingeschlichen werden soll ?

04.09.2021 16:06 • x 3 #3


Ja, das Thema beschäftigt mich schon länger. Nun geht es aber nicht mehr anders.
Mein Psychiater hatte an Sertralin gedacht, aber letztendlich entscheidet das der Stationsarzt. Venlafaxin ging schon schief, und Escitalopram auch. Wobei er sagte, es wird wahrscheinlich ein SSRI wieder werden. Sertralin eignet sich angeblich auch hervorragend gegen Angststörung.

04.09.2021 16:19 • #4


portugal
Mensch mach das. Man sollte immer bedenken, dass es am Anfang immer etwas schlimmer werden kann bevor das AD dann hoffentlich positiv wirkt.

Ist leider so. Ich drücke Dir sehr die Daumen, da Du aber jeden Tag ein Gespräch hast, wie es Dir geht, ist das doch optimal. Und vor allem weißt Du, dass Dir jederzeit jemand zur Seite steht, das ist ja aufgrund der Zeiten der normalen Sprechstunde, die abends endet, supi.

04.09.2021 16:19 • x 2 #5


Flame
Bei mir hat es stationär gut geklappt und ich kann das auch nur empfehlen.
Man fühlt sich doch sicherer,wenn Fachpersonal und Ärzte greifbar/in der Nähe sind.
Und in Einschleichphasen kann man sich schlecht um Kinder oder andere Verantwortungen kümmern,da brauch man alle Kraft für sich selbst.

Denk dran,wofür Du das tust.
Mit dem richtigen Medikament wird Dein Leben deutlich an Qualität gewinnen und dann kannst Du auch die Zeit mit Deinen Kindern viel mehr geniessen.

04.09.2021 16:22 • x 4 #6


silverleaf
Hallo Nicky,

wenn es um die Einstellung von Lithium geht, muss das sogar stationär gemacht werden, weil es sehr genau eingepegelt werden muss, da müsstest Du Dir also gar keinen Kopf machen.
(sorry, edit, zeitliche Überschneidung der Beiträge )

Und selbst, wenn es um ein anderes Medikament geht:
Wenn der Arzt das für nötig hält und wenn er Dir dafür eine Akut-Einweisung in eine Psychiatrie schreibt, dann wird er seine Gründe dafür haben und dann bist Du eh niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig.
Wenn die Krankenkasse das bezahlt, wird es seine Richtigkeit haben.

Es kann Dir egal sein, was die Mitpatienten oder das Personal dort eventuell darüber denken, das geht niemanden etwas an. Dein Arzt kennt Dich, wenn er sagt, dass es nötig ist, weil es medizinische Gründe dafür gibt, brauchst Du Dir keine weiteren Gedanken darüber machen. Er ist derjenige, der das einschätzen kann, und es sollte Dir wirklich egal sein, was eventuell irgendwelche wildfremden Mitpatienten, die Deine Situation gar nicht einschätzen können, darüber denken.

Wenn es nicht nötig wäre, würde er Dich nicht einweisen, und dann solltest Du Dir keine Gedanken darüber machen. Es ist völlig ok, so, wie es ist, und wie Dein Arzt das entschieden hat. Nochmal: Er wird seine Gründe haben.

Dass es manchmal zu merkwürdigen Situationen unter Mitpatienten kommt, kann immer mal passieren, dafür kann es hunderte von Gründen geben, das wird man im Einzelfall nicht immer verhindern können.
Wenn jemand ein Problem damit hat, das Du das Einschleichen stationär machst, dann ist das sein Problem und nicht Deins.
Und es sagt hundertmal mehr über seine Persönlichkeit und seine Probleme aus als über Dich.

Ich würde auch nicht davon ausgehen, dass es zu so etwas kommt. Manchmal sind Patienten untereinander einfach merkwürdig, das ist leider so, aber das ist völlig unabhängig von Dir und Deiner Problematik.

Bleib' gedanklich bei Dir und Deinen Problemen, was andere Menschen evtl. denken, kann Dir total egal sein.

Es geht um Dich, und Du hast jedes Recht der Welt, das so zu machen, wenn Dein Arzt es für richtig hält.

LG Silver

04.09.2021 16:31 • x 2 #7





Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf